Krankes Kind, fehlgeschlagene Digitalisierung

Ella ist nach einer guten Woche Schulzeit schon warm und schlapp und bleibt auf der Couch. Ihr neuer Stammplatz ist die Récamiere.

Für den Deutsch-LK muss das große Mädchen als erstes Nathan der Weise und Unter der Drachenwand lesen. Trotz Schultablet, scook, Digitalisierung, adobe und office Lizenzen, müssen (nicht nur) diese beiden Bücher in physischer Form vorliegen und jeweils entsprechend mit in die Schule genommen werden.

Obwohl die gesamte Kommunikation zwischen Schule, Schüler:innen und Eltern per iServ abläuft und das explizit so gewünscht ist, müssen alle Schüler 10€ Kopiergeld / Schuljahr bezahlen. Bei 600 Schüler:innen kommt schon so schon einiges zusammen.

Finde die Fehler.

Eine neue Couch: Fläzen

Die alte muss weg; wir stellen sie voraussichtlich oben ins mittlere Zimmer.

Während ich bei der Arbeit bin (physisch! Ein Meeting! In Präsenz! Woanders!) nehmen Christoph und Ellie die vielen, vielen schweren Pakete entgegen und starten mit dem Aufbau.

Das beschäftigt uns den ganzen Nachmittag.

Unheimlich, so viele Schrauben, Unterlegscheiben, Klammern und Muttern übrig zu haben? Finde ich auch.

Am Abend sieht es im Wohnzimmer schön aus, und überall sonst steht mehr Zeug rum als normalerweise. Das Verräumen dauert jetzt noch ein bisschen, ist aber auch egal, als wir uns abends alle fläzen.

Produktiv

Es ist Montag, es ist Schule, es ist früh. Christoph arbeitet nach wie vor von Zuhause, aber ich hab noch viele Lücken und genieße die freiverfügbare Zeit sehr. Direkt morgens belade ich das Auto mit Grünabfall vom Wochenende und Altglas aus der Garage und fahre alles zum entspannt leeren Recyclinghof.

Dann gehe ich einkaufen, kümmere mich um’s Mittagessen und gucke im Garten vorbei.

Hanne wird ab diesem Schuljahr mit einem Schultablet ausgestattet; sie richtet es am Nachmittag ein so gut es geht.

Die Funktionen sind enorm beschnitten, die Echtzeitüberwachung der Lehrer grenzenlos.

Abends räumen wir das Wohnzimmer aus und nehmen den Couchtisch auseinander, den ich 2010 gekauft hatte. Er ist schon ziemlich zerrockt, und seit der Patenonkel im wilden Eifer bei Pingo Pingo darübergesprungen war, war in der Mitte ein großer Riss. Nach und nach haben auch die Seitenteile schlappgemacht.

Außerdem bekommen wir eine neue Couch!

Nimmerland, Froyo, Garten

Nichts hatte mich darauf vorbereitet, mit Kindern über 8 nochmal ins Indoorspielezentrum zu kommen, aber Ellie und ihre beste Freundin waren nostalgisch und hochmotiviert, und ich hatte angeboten zu fahren. Zu fahren. Nicht, dazubleiben, aber Kinder dürfen nicht ohne Begleitperson da sein (und Menschen über 18 nicht ohne Kind).

Frisch getestet und mit viel Wasser und Proviant ausgestattet holen wir M um halb 10 ab, sind um 10 da, bekommen einen Tisch zugewiesen. Die beiden zogen die Schuhe aus und weg waren sie.

Bis wir um 17h gefahren sind, habe ich 1,5 Bücher ausgelesen, meine noise canceling Kopfhörer mit Podcasts lehrgehört, eine Zeitschrift durchblättert und mich darüber gefreut, dass ich mit niemandem ins Bällebad musste. Die beiden Mädchen waren insgesamt nur knapp 20 Minuten bei mir und sonst immer unterwegs und von Besuch zu Besuch schwitziger und durstiger.

In der Zwischenzeit malt Hanne die Ersatztasse nochmal nach und backt sie im Ofen auf. Durch’s Spülen ist sie schon ziemlich abgewaschen.

Danach radelt sie in die Stadt und trifft sich mit Freund:innen beim Froyoladen, lange Schlange inklusive.

Und während ich nur rumsitze, schickt der Weltbeste ein Beweisfoto seines gartenarbeitverschwitzten Tshirts.

Abends ist Hanne woanders, ich bei den besten Fastnachbarn, Christoph und Ellie machen sich einen schönen Abend (jedenfalls bis sie auf der Couch einschläft).

Freitag

Freitag, und noch gar nicht so müde wie normalerweise. Bei mir hängt das klar damit zusammen, dass ich erst langsam wieder anfange zu arbeiten und aktuell wenig Zeitdruck habe außer dem, den ich mir selber mache. Die Videokonferenzen halten sich noch schwer in Grenzen und die, die ich habe, sind unterhaltsam, positiv und mit Menschen, deren Gesichter ich gerne wieder sehe.

Gartenernte zum Abendessen.

Am Abend haben Ellie und ich wegen eines Termins morgen einen Schnelltest gebucht und radeln kurz hin. Ich bin zwar vollständig geimpft, aber bevor ich mich in eine Menschenmenge schmeiße, ist es ein beruhigendes Gefühl einen negativen Test vorweisen zu können.

California Dreaming

Bastelschrank aufgeräumt, alte Klaviernoten gefunden, nochmal ausprobiert.

Erster Schultag

Beide Mädchen kommen mehr oder minder motiviert los an diesem ersten Schultag. Ellie hat das erste Mal Latein und Hanne direkt 8 Stunden.

Am Vormittag fliegt eine Taube gegen die Solarlux und stirbt auf unserer Terrasse. Christoph entsorgt sie (wie schon Taube 1 und Taube 2).

Mittags ist Ella wieder da, 2 Stunden später auch die Große. Beide haben viel zu berichten, viele Materialien bekommen und vergleichen Lehrer:innen und Stundenpläne. An einem Tag der Woche hat Hanne jetzt mit längerer Mittagspause 10 Stunden, das bedeutet Unterricht bis 17h30. Ella hat jeden Tag 6, ihr Nachmittagsunterricht startet erst im nächsten Schuljahr, das Kurssystem greift aber jetzt schon: in Latein sitzen 11 Schüler:innen aus unterschiedlichen Klassen. Hanne hat weiterhin Französisch, dort sind es nur 7.

Auffällig unterschiedlich: Abnutzung der Schulbücher.

Ella, fast neue G9:

Hanne, G8, kurz vor meinem Flickversuch.

Christoph radelt eine lange Runde und fährt an einem Schnittlauchfeld und diesem Haus vorbei.

Der letzte Ferientag

ist ein ruhiger.

Heute passiert nicht viel, außer zu betrauern, dass die Ferien vorbei sind und morgen früh der Wecker klingeln wird und sich darüber zu freuen, dass die Ferien vorbei sind und die Mädchen ab morgen alle Freund:innen wieder regelmäßiger sehen werden.

Ella entkalkt außerdem den Regenduschenduschkopf im oberen Bad.

Tagesausflüge

Das große Mädchen fährt mit ihren 4 Freundinnen, einem 5-Tagesticket heute nach Köln.

Sie haben einigermaßen Glück mit dem Wetter (=bleiben weitestgehend trocken) und sind um 20h abends wieder in Münster.

In Münster mappt unser neues Familienmitglied Ursula unser Erdgeschoss.

Ella und ich verbringen den Nachmittag bei den besten Fastnachbarn.