Samstag, 07. Mai 2022

… und die Sonne scheint!

Schon um 13 Uhr sind die beiden in Dillenburg und erleichtert! Leider kommen die Züge jeweils zu spät, oder gar nicht, oder fahren nur ein Stück der vorgegebenen Strecke, so dass ich sie erst um 19 Uhr am Hauptbahnhof Münster (Westf.) abholen kann. Hachz!

Ich lasse Christoph beim großen Mädchen zurück, das heute noch auf eine Party möchte, und hole das kleine Mädchen am Kino ab, zu dem sie am Nachmittag mit Freundin im Bus aufgebrochen war: Dr. Strange in the Multiverse of Madness.

Am Abend gucke ich rüber und mein Mann liegt auf seinem Platz auf der Couch, hat sehr müde Füße und sehr müde Knochen, viel zu erzählen, und er ist wieder hier.

Freitag, 06. Mai 2022

Noch eine Nacht, dann ist der Rothaarsteig belaufen und Christoph wieder in Münster!

Aber bis Dillenburg gibt’s noch einige Kilometer abzureißen, und die starten hier:

Ich bin heute negativ getestet, kann endlich wieder raus und feiere das in der Sonne mit der besten Fastnachbarin. Die Mädchen gucken Disney-Filme und freuen sich über ihren Freitagabend.

Donnerstag, 05. Mai 2022

Und bei uns:

Hasenbrote in der Sonne und eine Posterpräsentation über die Sinus-Milieus.

Mir geht’s ab heute endlich wieder besser; die Kopfschmerzen lassen nach und die Tests sind kaum mehr sichtbar zweistreifig. Morgen sollte ich es überstanden haben und freu mich auf das „negativ“ auf dem Bürgertestbogen.

Und das Schönste an der Sache: ich kann endlich wieder riechen. Das war mir das absolut Bedrohlichste, das absolut Schlimmste: zwei Tage lang beim Umarmen der Mädchen nicht mehr ihren vertrauten, ureigenen Geruch am Scheitel zu riechen. Kein Kaffeeduft am Morgen, kein frisches Brot, keine Spur von Christoph in unserem gemeinsamen Bett, nicht mal auf seinem Kissen.

Mittwoch, 04. Mai 2022

Heutiges Ziel der beiden Wanderer: die Ginsburg. Daher können sie bei Christophs Eltern essen, duschen, übernachten.

Bei uns in Münster ist nicht viel los. Mir geht’s unerfreulich elend und die Mädchen schmeißen den Haushalt und kümmern sich um sich selbst. Nur der Rasen, der wartet wohl auf mich, wie mir auf der Treppe in der Sonne sitzend auffällt. Kümmer ich mich drum, wenn’s geht.

Dienstag, 03. Mai 2022

Ellie ist negativ und wird in die Freiheit aka Schule entlassen. Ich arbeite am Vormittag ein bisschen und beschließe dann, das für heute besser zu lassen: der Kopf platzt, mein Rücken tut weh, eigentlich tut alles weh, und schlafen will ich auch.

Am Nachmittag schaffe ich exakt Folgendes:

  1. Gefriertruhe abtauen,
  2. Erdkunde abfragen und
  3. Ellie für ihre tolle Englischarbeit loben

Christoph ist natürlich deutlich aktiver; so bastelt er schon morgens Transportboxen für Pizzaviertelstücke.

Montag, 02. Mai 2022

Hanne, negativ getestet und somit offiziell aus dem Hausarrest entlassen, kann heute wieder in die Schule. Die Deutsch-LK-Klausur hat sie zwar verpasst, es stehen aber noch genügend weitere Prüfungen an.

Ellie ist heute noch leicht positiv und leistet mir auf der Couch mit ihren Schulaufgaben Gesellschaft.

Ich hab Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, fühle mich schlapp und freue mich einmal mehr über das Arbeiten im Homeoffice. Heute bin ich wenig produktiv, lese lieber Feel-Good-Lektüre voller Jugenderinnerungspotential und döse vor mich hin.

Wie gut, wenn die Kinder schon so groß sind.

Abends bekommen wir Updates und Bilder von Christpoh, der heute die dritte Etappe des Rothaarsteigs mit Überwandung des Kahlen Asten überstanden hat. 2018 waren wir mal zu viert dort.

Samstag, 30. April 2022

Kurz nach 7 lade ich Christoph am Bahnhof ab und küsse ihn nicht, denn obwohl er sich für immun hält, bin ich ja nach wie vor positiv.

Im Gegensatz zu Ellie und mir ist Hanne seit heute wieder offiziell negativ getestet und darf das Haus verlassen. Das feiert sie, indem sie bei Freundinnen übernachtet; die Woche ohne soziale Kontakte war schwierig für sie.

Das kleine Mädchen ist schon wieder gewachsen.

Sie und ich machen uns einen famosen Abend und gucken die hervorragende Miss Fisher.

Abends schickt Christoph erste Bilder vom Weg.

Samstag, 16. April 2022

Ein Tag in Trier für die Mädchen und Oma, ein Tag in Koblenz für Christoph und mich. Ich starte mit uns:

Vormittags gucken wir uns die Innenstadt an; dazu gehören auch immer irgendwelche Kirchen.

Das Wetter wurde immer besser, der Himmel immer blauer und am Ende des Tages würde ich bereuen, dass ich keine Sonnencreme dabei oder gekauft habe. Von der Mitte der Balduinbrücke sieht man hinten schon das Deutsche Eck und oben die Burg Ehrenbreitstein. Damit ist unser Plan für den heutigen Tag gesetzt.

Das Deutsche Eck:

Am Pegelhaus, der Himmel ist schon knallblau, nehmen wir die Fähre über den Rhein. Das kostet 2€/Person und man muss warten, bis sich genügend Menschen zusammengefunden haben, dass ich die Überfahrt für den (in unserem Falle) Fährmann lohnt oder er überhaupt das Ufer wechselt, um die Passagiere abzuholen. Sehr entschleunigt.

Hier im Bild der Fernmeldeturm, dritthöchstes Bauwerk in Rheinland-Pfalz.

Auf der anderen Rheinseite besteigen wir den Schrägaufzug zur Burg.

Das Deutsche Ecke mit seinen 16 Bundeslandfahnen, die braune Mosel und der blaue Vater Rhein.

Wo wir schon mal hier sind, gucken wir uns auch das Innere der Burg an.

Die Burg ist beeindruckend in ihrer Trutzigkeit und Geschichte, doch der vorgeschlagene Rundgang funktioniert für uns nicht, viel zu viele Abzweigungen. Außerdem muss ich desillusioniert feststellen, dass der überwiegende Großteil aller Informationstafeln nur auf Deutsch ist: Tourist ohne Deutschkenntnisse möchte ich hier sein.

Wir machen uns wieder auf den Rückweg auf die andere Rheinseite, gucken uns den Schlossgarten rund um das Kurfürstliche Schloss an und holen uns schließlich in der Mall After-Sun-Lotion und ein wohlverdientes Döner-Abendessen, bevor wir uns im Hotel ausruhen.

Und die Mädchen?

Lassen sich im Bus was erzählen, besuchen das Amphitheater, essen Chinesisch und haken viele interessante Punkte auf der Landkarte ab.

Freitag, 15. April 2022

Heute verabschieden wir uns von Belgien und fahren in seltsam schönem Licht Richtung Osten.

Oberhalb von Dinant über die Autobahnbrücke,

und einmal quer durch Luxemburg. Das dauert lang genug um zu merken was für eine niedliche Sprache Luxemburgisch ist!

Wir treffen in Trier meine Mutter, die die Mädchen für das Osterwochenende in ein Hotel eingeladen hat. Nach einem kurzen Abstecher durch die Innenstadt, bis zur Porta Nigra und einmal hindurch, trennen sich unsere Wege.

Die Mädchen bleiben in Trier und machen mit Oma einen Sightseeing-Nachmittag: Porta Nigra, zwei Thermen, einige Kirchen, Amphitheater. Vieles, was Ellie aus dem Lateinunterricht über das römische Leben aus Büchern gelernt hat, erwacht zum Leben.

Christoph und ich fahren Richtung Koblenz und machen einen Schlenker zur Burg Eltz. Mit niemandem verbringe ich lieber Zeit als mit ihm; mit niemandem bin ich so entspannt ich, nach über 20 Jahren.

Am späteren Nachmittag laufen wir den Weg hinab zur Burg.

Die Sonne brennt, es ist staubig, heiß, und fühlt sich an wie Urlaub im Süden.

Noch um ein paar Kurven, und da liegt sie. So hübsch!

Zurück beim Auto geht’s erstmal runter zur Mosel und dann bis nach Koblenz, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen.

Wir checken im Hotel ein und gehen heute nur noch die Straße runter, Burger Essen.