Filme

Wie schon so oft kommen die Mädchen mit der Sparkassen-App nicht klar und entsprechend nicht mehr rein: gesperrt, weil Passwort zu oft falsch eingegeben, dabei hat Ella sie grade erst ein einziges Mal aktiviert.

Und es wäre es doch so schön, wenn man mal gucken könnte, wie reich man ist. Dass die beiden Digital Natives mit einer App nicht klarkommen, ist übrigens sonst selten nie der Fall. Ich schiebe die Schuld stumpf auf die Sparkassen-App, und als wir die recht kurze Öffnungszeit für Publikumsverkehr dazu nutzen, nochmal vor Ort alles entsperren zu lassen, gibt uns die Sparkassen-Mitarbeiterin Recht. Außerdem braucht sie selber über eine halbe Stunde, bis alles läuft. Wenn das jetzt nicht endlich komplikationslos läuft, wechseln wir die Bank. Punkt.

Kurz danach verabschiedet sich das große Mädchen aufgeregt in Richtung Kino und schläft anschließend außerhäusig.

Wir anderen pröddeln und tun Dinge in Haus und Garten, arbeiten ein bisschen und gucken abends auch einen Film.

Erst die Arbeit, dann der gute Rest

Der Tag ist voll durchgetaktet, und auch für den Nachmittag haben wir Pläne.

Nach dem Aufheben der Prioritäten habe ich letztes Wochenende im Windhundverfahren für heute, 16 Uhr, für Hanne einen Impftermin im Impfzentrum ergattert. Eigentlich hat sie dienstags bis 15h45 Schule und dann würde es ein bisschen sehr knapp, aber wie so oft fallen die Nachmittagsstunden wieder mal aus, so dass sie schon um halb 2 frei hat.

Ich klappe um 15h30 den Laptop zu und wir machen uns auf den Weg. In der Halle Münsterland ist alles extrem gut durchorganisiert. Zwischen vorne rein und seitlich raus brauchen wir grade mal 30 Minuten, 15 Minuten obligatorischer Wartezeit nach dem Impfen einberechnet. Wir sitzen auf Klappstühlen vor einer Leinwand, auf der lokalpatriotische Clips von „Münster hält zusammen“ laufen, und sind die einzigen, die im Doppelpack da sind (ein Elter, ein Mensch zwischen 16 und 18) und miteinander reden. Über die Schule, Freunde, Ferien, den Gender Gap bei (Gehalts)Verhandlungen und ob das beim Reden mit Lehrer:innen auch passiert.

Das Mädchen freut sich jedenfalls sehr über die Impfung: zu Beginn des neuen Schuljahrs ist Hanne dann so sicher, wie’s aktuell eben geht.

In der Zwischenzeit war Christoph beim Test und dann beim Friseur. Die Haare wird er spenden.

Kaum zuhause machen wir uns gemeinsam wieder auf den kurzen Weg zu den weltbesten Fastnachbarn. Wir gucken uns an, wie die Mannschaft gegen England ausscheidet.

Keine Verlängerung und kein Elfmeterschießen bedeutet auch, dass wir rechtzeitig zum normalen Abendprogramm zuhause sind.

Kanu

Die Freundinnen haben Hanne zum 16. Geburtstag einen Kanuausflug auf der Werse geschenkt, der heute eingelöst werden kann.

Mittags radeln sie zur Pleistermühle.

Nach dem Kanufahren radeln sie zurück zur Innenstadt, essen und treffen weitere Menschen.

Noch eine letzte Woche Schule hier in NRW, und dann können wir alle, die Mädchen vorneweg, dieses mittelprächtige Schuljahr besten Gewissens abhaken.

Überlebt

Ein ehemaliger Arbeitskollege von Christoph ist in ein Haus nach Greven gezogen und hat ihn und anderen zum Angrillen und Hausgucken eingeladen. Schön zu sehen, dass es den Hund noch gibt: der hat bei uns mal unbemerkt ein Playmobilmännchen gefressen und nur den Kopf ausgespuckt.

Rückrufaktion

Unser Auto wurde zurückgerufen, irgendwas ist mit dem Kühler. Der Brief klang eilig und zeigefingererhebend, die Konsequenzen martialisch, daher habe ich direkt für heute einen Termin gemacht. Autotermine passen nie, Autos sind furchtbar langweilig und öde, aber explodieren sollten sie trotzdem bitte nicht. Heute war es also wenigstens weniger unpassend als sonst.

Ich dachte, ich könne mir was zum Arbeiten mitnehmen und einfach dort warten, aber die ganze Chose dauert vom Abstellen des Autos bis zum Abholen ungefähr 5 Stunden, und da kann ich mir doch Schöneres vorstellen. Zum Beispiel nach dem Heraussuchen von Busfahrplänen gegen mich selbst zu wetten, ob ich es in nur 70 Minuten mit dem öffentlichen Nahverkehr vom Autohaus bis zur Haustür schaffe [tat ich, trotz Umsteigens am Hbf]. Hin habe ich übrigens 13 Minuten gebraucht, aber halt mit dem Auto.

Zum Abholen frage ich dezent bei den weltbesten Fastnachbarn an. Homeoffice hat doch was für sich, D ist da und hat außerdem Zeit mich zu fahren, der Gute. Um 3 stehe ich im Vorgarten bereit.

Um 20 nach 3 lässt er mich am Autohaus raus. Um 5 bekomme ich das Auto zurück. Da hätte ich auch gleich mit dem Bus fahren können.

Deutschland – Portugal

Deutschland spielt, und wir bauen Grill und TV auf. Mit einer illustren Menschen-Mischung aus noch nicht (Kinder), einmal oder schon zweimal geimpft stellt sich so ein kleines bisschen Euphorie ein.

Mit achselzuckender Gelassenheit wird sich noch einmal durchgetestet, die Mädchen sind natürlich am routiniertesten.

Wir grillen und gucken mit Abstand. Es ist etwas unaufgeregt: wir streamen und sind bei den Toren mit dem Jubel ziemlich genau 35 Sekunden hinter unseren Nachbarn dran).

Wir sitzen in Teilen noch lange auf der Terrasse. Sehr, sehr schön, das.

Frisch gewaschen und unterwegs

Fofo müsste mal gewaschen werden, findet das kleine Mädchen, und fragt morgens, ob ich das schon am Vormittag machen könnte, damit er abends trocken genug ist um wieder mit ins Bett zu dürfen. Ich mache das zwischen zwei Kursen.

Fofo badet.

Fofo trocknet in der Sonne.

Wie bei allen Lieblingskuscheltieren sieht man auch Fofo sein Alter am Grad der Abgeschmustheit des Fells an.

Update des Wunders von Kelvedon:

Das Lilane blüht prächtig weiter.

Der Tag ist proppevoll und doch passiert nichts Berichtenswertes.

Abends ist der Beste aller Ehemänner unterwegs: Das montägliche Kneipenquiz vor Ort startet in kleinerer Runde. Ein Scheibchen Normalität.

Abends ist Fofo trocken genug, riecht aber nicht nach Fofo, sondern sauber und fremd. Das wird ihm sicher schnell weggeschmust.

Morgenroutine

Obwohl der Unterricht der Mädchen zur selben Zeit anfängt, fährt Ellie los, bevor Hanne überhaupt nach unten kommt.

Ellie ist gerne länger wach und krost rum, bevor sie das Haus verlässt. Sie checkt ihre Nachrichten, guckt nochmal nach, ob sie wirklich alles hat, frühstückt an manchen Tagen, an den meisten nicht.

Hanne poltert 7 Minuten, bevor sie auf der Leeze sitzt, die Treppe runter, checkt auf der Terrasse, ob sie eine Jacke braucht (nein), geht davon aus, dass sie alles dabei hat, was sie braucht, frühstückt nie.

Aber beide radeln aus der Ausfahrt, biegen rechts ab, drehen sich um und winken kurz.

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Und ich mache heute endlich wieder einen Mittagspausenspaziergang mit der weltbesten Fastnachbarin.