Nachts im Maislabyrinth

Die Ferien sind fast schon wieder vorbei; das letzte Wochenende vor dem Schulstart kommenden Mittwoch sollte ausgenutzt werden. Hanne ist früh unterwegs und springt mit einer Freundin in den Kanal. Wir schicken uns gegenseitig Frühstücksbilder zu.

Beim Anblick der beiden Flaschen bin ich stolz darauf, dem Teenagerkind schon beigebracht zu haben, Kronkorken notfalls auch mit Löffeln oder anderen Gegenständen zu öffnen.

Am Abend unternehmen wir bewusst zu viert etwas aus der Kategorie „noch nie gemacht“. Zum Einbruch der Dunkelheit fahren wir 15 Minuten zum Maislabyrinth und machen uns mit Taschenlampen und Mückenspray ausgestattet auf, um uns zu verlaufen und dann wieder herauszufinden.

Das Labyrinth ist den Hauptverkehrsadern dreier Städte nachempfunden. Paris ist konfus und wirr. Dass Mais im Dunkeln überall gleich aussieht, erschwert die Orientierung.

Irgendwann schaffen wir es nach Barcelona. Es wird ruhiger, die meisten Besucher sind schon nach Hause gegangen (oder liegen in Paris leise wimmernd im Mais).

Im rasterförmigen Barcelona-Abschnitt sind wir so weit von Eingang und Flutlicht und Partybeleuchtung entfernt, dass wir die Milchstraße sehen können.

Venedig.

Hinter Venedig ist freundlicherweise der Ausgang. Wir beschließen, dass es reicht, auch wenn wir nicht alle Schilder mit Quizfragen gefunden haben. Das Lösungswort hatten wir aber beim Eingang schon von einer Herde schlacksiger Teenager gehört und konnten es stellenweise verifizieren. Wir schmeißen unseren Lösungszettel ein und machen uns auf den Heimweg. Langsam wird es kalt, es fühlt sich an wie Herbst. 2 Minuten vor Mitternacht sind wir zu Hause.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.