Salzburger Land 2

Die Gondel, die wir von unserer Ferienwohnung aus sehen, lockt Hanne gewaltig, seit wir gestern angekommen sind – vor allem, weil sie mit einer Gondel zwar schon über den Rhein, aber noch nie einen Berg hoch transportiert wurde. Heute Vormittag war es regnerisch und Menschen aus Münster schickten mir blauer-Himmel-Beweisfotos. Ich möchte keine Arglist vermuten.

Zu Mittag klarte es auf und wir zogen los. 6 Sitzplätze pro Gondel passten uns genau. Von ca. 950 m im Tal fuhren wir über die Mittelstation auf die im Sommer höchstmögliche Hochalm.

Nach kurzem Blick auf die Karte entschieden wir uns für Tillys Waldpfad, um zurück zur Mittelstation zu kommen: der Weg, dessen Maskottchen eine Eule ist und der sich familienfreundlich, aber keineswegs kinderwagenfreundlich nennt. Regenjacken hatten wir vorsichtshalber eingepackt, konnten aber getrost im Rucksack bleiben.

Ella vorneweg, und das den ganzen Weg.

Die Aussicht vom Bergsee

Ellie checkt ihren Schrittzähler.

Das Wetter wurde immer besser, die Aussicht blieb gleich großartig.

Sehr feiner Start in den Urlaub – viel gesehen!

 

 

Salzburger Land 1

Um Punkt 6h45 fahren wir nach Bayern rein, nach weniger als 3 Stunden Fahrt.

Bis hierhin sind wir erstaunlich gut durchgekommen, die Mädchen sind wieder eingeschlafen und ich sitze gemütlich neben dem Weltbesten und trinke Kaffee. Weil wir den gleichartig trinken, teilen wir uns meinen geliebten Cortiga.

Ab hier wird es schwieriger; vor allem rund um München und zur Grenze zur Österreich verlieren wir einige Zeit, so dass wir am Ende für 900 Kilometer etwas mehr als 10 Stunden brauchen: Um 14h30 stellen wir das Auto ab. Für das erste Ferienwochenende in NRW ist das eigentlich keine schlechte Zeit. Wir umgehen die Grenzkontrollen, die viel Wartezeit mit sich bringen, indem wir nicht über die Autobahn fahren, sondern uns über die Landstraßen vorarbeiten.

Die letzten 200 Kilometer haben die Mädchen rechts und links aus dem Fenster rausgestaunt; in den Bergen waren wir bis jetzt noch nie.

Oma und Opa kommen wenig später an. Wir beziehen unsere Ferienwohnung, packen aus, essen etwas zu Abend, spielen Stadt-Land-Gewässer, gucken immer wieder auf die Berge und gehen früh ins Bett.

 

 

 

Freitag, der Dreizehnte

Kein Unglück, sondern ganz im Gegenteil: Zeugnistag, letzter Schultag, Sommerferien! Jubel!

Gestern war ich wie im letzten Jahr beim Klassenfrühstück, nachdem ich Hanne zu ihrem Sportfest gefahren hatte,

heute komme beide Mädchen schon gegen 11h heim. Hanne hat ihr Zeugnis dabei und ist glücklich, Ella, die ihres schon am Dienstag bekommen hat, ist einfach nur froh über die langen, heißen Wochen, die vor ihr liegen. Wie schon in den letzten beiden Jahren treffen wir den Weltbesten zum Zeugnisessen (2017, 2016) und bescheren ihm eine lange Mittagspause.

Dann radelt Hanne zum letzten Klavierunterricht vor den Ferien, Christoph zurück ins Büro, Ella und ich bringen noch ein Paket weg, tanken, müssen kurz bei meiner Arbeit vorbei und packen dann das Auto. Heute geht es früh ins Bett, denn wir brechen mitten in der Nacht in den Urlaub auf.

Als ich um viertel vor 10 hochgehe, schlafen beide Mädchen schon.

 

 

Mad World

Auch Ellas Klavierlehrer findet es wichtig, regelmäßig vorzuspielen. Dieses Mal war der Rahmen edler als in seinem Wohnzimmer, Ella aber ähnlich aufgeregt.

Während Eltern, Geschwister, Omas und Opas auf der Empore saßen, spielten die Klavierschüler am anderen Ende des Saales auf einem Konzertflügel (fühlt sich besser an als unser Klavier, sagt Ella). Alleine der Weg dorthin, unter den Augen der Zuschauer, war sicher nicht leicht.

Hanne, die für eine Übernachtung wegverabredet war und es hasst zu spät zu kommen, konnte nicht fassen, wie man ein simples Klaviervorspielen Wetten-dass-mäßig überziehen konnte – am Ende waren es 45 Minuten – und musste abwechselnd theatralisch seufzen und mir ihr Handy mit der Uhrzeit anklagend unter die Nase halten. Da sie so lieb ist, hat sie ihre Genervtheit vor Ella kaum gezeigt und sie ausführlich für ihren tollen Auftritt gelobt.

Auf dem Rückweg haben wir sie direkt bei der Freundin abgesetzt, dann hat Christoph Ella und mich bei der liebsten Fastnachbarin rausgelassen, die heute 40 wird.

 

Sommervorspiel

Zum Abschluss des Schuljahres dürfen müssen die Klavierschüler ihren Eltern in der Musikschule das präsentieren, was sie über das Halbjahr gelernt haben. Wir kennen das ja schon (2015, 2016, 2017).

Hanne war schon am frühen Nachmittag zum last minute Panik-üben bei Emma aufgebrochen und danach direkt weiter zur Musikschule geradelt; wir anderen 3 kamen pünktlich zum Start und das ganze war kurz und knackig, und Hanne danach wie immer erleichtert.

 

 

Pfannenpizza

Als wir grade umgezogen waren und noch keinen Backofen, aber Lust auf Pizza hatten, gab es öfter mal Pfannenpizza. Diese Tradition ist in Vergessenheit geraten, ich weiß allerdings gar nicht warum. Natürlich geht es schneller, die Pizza einfach in den Ofen zu schieben, und an den meisten Tagen haben wir auch keine Lust, keine Zeit, oder keine Energie (vor allem, weil es Pizza eher abends als mittags gibt), aber leckerer sind sie eigentlich schon. Selbstgemacht. Meditatives Teigkneten.

Heute war der Tag träge, heiß und die kühleren Abendstunden verlangten dringend nach Pfannenpizza.

Für 4 ordentlich große braucht man lediglich:

  • 300g Mehl
  • 4-5 EL Öl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • ca 150 ml warmes Wasser

20 Minuten Geduld und schließlich Tomatenmark / Tomatenstücke und Belag.

Ella hat 4 Pizzaböden angefertigt, Christoph kümmerte sich um das Ausbacken.

 

Hitzeblitze

Am Vormittag bringen die Mädchen und ich Oma Mona, die eine Woche bei uns war, zum Gummibahnhof. In zwei Wochen sehen wir uns wieder, direkt zu Beginn der Sommerferien in NRW.

Die weltbeste Fastnachbarin schreibt, wie verliebt sie in diesen Sommer sei und schickt ein Foto von Planschbecken, einem Stapel Bücher und einem Stück nacktem Oberschenkel. Recht hat sie.

Als wir zum Mittagessen auf der Terrasse sitzen, klingelt Marleen für Hanne und die beiden verschwinden auf den oberen Balkon. Christoph guckt Formel 1, Ella und ich versuchen auf der Picknickdecke zu lesen, aber es ist so unfassbar warm, dass es uns trotz Sonnenschirm nach kurzer Zeit in den Schatten verschlägt.

Am Abend wässern wir sehr lange und sehr gründlich.