Dinge zu erledigen

Während das kleine Mädchen den ganzen Tag beim Karate ist und abends ausgepowert, aber glücklich an uns ihre gelernten Schritte und Tritte ausprobiert, haben das große Kind und ich uns für die Stadt verabredet.

Hannes aktueller Lieblingsbeutel: Dr. Shrimp

Hannes erster Termin findet allerdings ohne mich statt: für ihr zweiwöchiges Praktikum in der neunten Klasse hat sie vor einiger Zeit eine eMail an einen nachhaltigen Einzelhandelsladen geschickt, der sie interessiert und hinter dessen Konzept sie steht. Hier soll sie sich heute vorstellen und bekommt sofort die Platzzusagen samt einiger wichtiger Informationen. Dass sie immer erst um 9h anfangen muss, ist ein extra-Bonus. Es ist ein schönes Gefühl für sie, sich darum alleine und mit genügend Zeitpuffer im Falle einer Absage gekümmert zu haben.

Hanne schreibt mir per whatsapp, dass sie schon fertig ist, und kurz danach treffen wir uns in der Stadt.

Erst geht es für sie zum Impfen, dann holen wir meine neue Brille ab. Alles geht sehr schnell, und so schlendern wir noch durch die Stadt auf der Suche nach einigen Kleinigkeiten für den 10. Geburtstag, der nächste Woche ansteht, und gehen, natürlich, zum Mittagessen beim Chinesen.

Wir sind ganz schön stolz, dass wir am zweiten Ferientag so aktiv waren und so viele Dinge von der To-Do-Liste haben abhaken können. Ein bisschen gegenseitig-auf-die-Schulter-klopfen könnte eventuell auch stattgefunden haben.

Später kommt die übliche Mädchengruppe bei uns vorbei, radelt ins Kino und übernachtet auf Matratzen auf Hannes Balkon.

Bruderbesuch

Mein Bruder lebt schon lange einige Zeitzonen entfernt und kommt nur zu Kurzbesuchen nach Deutschland zurück. Die sind dann immer vollgepackt mit Familie und Freunden, aber nicht mit Münster: Normalerweise sehen wir uns einmal im Jahr zu Karneval bei unseren Eltern. Daher war er noch nie in unserem Haus, das er nur von Bildern kennt. Dieses Jahr hat er die Zugfahrt, vom Schlagermove in Hamburg kommend, für einen Zwischenstopp bei uns unterbrochen.

Die Rückseite des Hauptbahnhofs ist eine große Baustelle.

Auf den Gleisen waren Hanne und ich gemeinsam das letzte Mal im Oktober.

Als wir Thomas eingesammelt haben, fahren wir heim und führen ihn durch’s Haus. Er darf sogar in die unaufgeräumten Zimmer der Mädchen. Am Abend kochen wir gemeinsam und spielen danach bis spät Stadt, Land, Besserwisser. Ella argumentiert ihre Antworten bis aufs Blut.

Am nächsten Tag muss Ella schon früh aufstehen, weil heute ihr Ferienkurs Karate startet. Um 7 Uhr geht sie zum Bäcker rüber und holt Frühstücksbrötchen für alle. Eine befreundetet Mutter holt Ellie ab und bringt sie und ihre Freundin zum Kurs. Ich werde die beiden am Nachmittag abholen.
Das Wetter ist mittelmäßig, mein Bruder friert erbärmlich und kann kaum glauben, dass er keine Handschuhe dabei hat. Er leiht sich einen der neuen E-Roller aus und wir kurven gut anderthalb Stunden durch die Stadt, zum Hafen, zum Dom, über die Promenade, vorbei am Schloss. Nur das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt ist problematisch, zumal der Roller auf 5km/h drosselt und man fast schneller ist, wenn man schiebt.

Zuhause sehen wir Hanne, die mittlerweile aufgestanden ist, und essen gemeinsam zu Mittag, bevor wir Thomas wieder am Bahnhof absetzen und er zu unseren Eltern weiterfährt.

Ich hole die beiden Karate-Mädchen vom ersten Schnuppertag ab, und sie sind regelrecht begeistert, voller Energie und Vorfreude auf den nächsten Tag. Das ist toll!

Wieder ein Abschied

Heute ist der letzte Schultag in der Grundschule, und der Tag startet mit einem Gottestdienst. Die Kinder sind schon da, als ich kurz nach 8 mein Fahrrad an der Kirche abschließe. 10 Minuten später startet der Gottesdienst. In den Reihen sitzen erst die Schulkinder, und dahinter viele andere Mütter, Väter, Großeltern, Lehrerinnen, Betreuerinnen. Ella stellt sich auf Zehenspitzen, um ans Mikrofon zu bekommen, und liest einen Psalm. Ich bin überhaupt nicht textsicher, weine dafür aber auch nicht.

Nach dem Gottesdienst radeln und laufen wir in die Schule, denn in der Turnhalle gibt es noch ein Programm, in dem die Viertklässler verabschiedet werden. Die Schüler singen mehrere Lieder, es werden Blumen und Lob verteilt.

Danach geht es alles ganz schnell. In ihren Klassen holen die Kinder ihre Zeugnisse von den Klassenlehrerinnen ab, wir Eltern stehen auf dem Schulhof und warten. Die meisten Basteleien und Fotos hat Ella schon im Laufe der Woche nach und nach mit nach Hause genommen, heute hat sie nur noch Turnbeutel, Tonni, Jacke und Helm in der Hand. Sie drückt rechts und links noch ein paar Freunde, schließt die Leeze auf und findet es seltsam, aber nicht schlecht, ein letztes Mal vom Schulhof zu rollern.

Die Sommerferien können kommen! Und selbstverständlich läuten wir vier sie mit dem traditionellen Zeugnisessen ein.

Cosmo

Der Liebste war am Abend mit Freunden beim Bowling (und hat letztendlich seinen Highscore aller Zeiten trotz bester Vorzeichen verspielt).

Dom

Immer, wenn mein Mann in Köln ist, schickt er mir ein Bild vom Dom.

Das Powerpoint-Problem

Seit das große Mädchen in der Klasse hinten sitzt, wurde es schwierig, die Powerpoints da vorne problemlos lesen zu können. Ein Besuch beim Augenarzt bestätigte: -0,5 und -1,0.

Ein halbes Jahres nach dem kleinen Mädchen hat sich Hanne heute eine neue Brille ausgesucht. Ende der Woche ist sie fertig, und die Vorfreude steigt. Mögliche Anpassungsprobleme damit, eine Brille anziehen zu müssen, werden absolut übertroffen von der Möglichkeit, dann die Augen nicht mehr zusammenkniepen zu müssen.

Und natürlich gehen wir anderen 3 mit zum Optiker!

Sehnenzerrung

Nichts passiert, was die Zeit nicht heilt… Fuß hochlegen, schonen, kühlen.

Sandsteinmuseum

Es ist so heiß, das ist schon nicht mehr lustig. Nach draußen kann man sich gar nicht mehr begeben, deswegen fahren wir ins Sandsteinmuseum nach Havixbeck. Da waren wir noch nie – und sonst gehen wir uns in dieser Hitze zu Hause bloß alle sehr auf die Nerven.

Das Museum ist klein, aber sehr liebevoll gemacht.

Mit dem guten Gefühl, heute doch irgendwas gesehen zu haben, knautschen wir uns für den Rest des Tages im abgedunkelten, nach Süden liegenden Wohnzimmer auf die Couch und tun – nichts.

Ein Fest zum Abschied

Das kleine Mädchen wird nach den Sommerferien aufs Gymnasium wechseln, auf das auch die große Schwester geht. Zum Abschied gab es heute gemeinsames Grillen und eine Aufführung der Kinder, die sich nach 4 Jahren von ihren Lehrerinnen verabschiedet hatten. Im Piratenstück hatte die meisten Kinder eine kleine Rolle. Obwohl Ellie ihre 2 Sätze problemlos auswendig konnte, hat sie sie sich zur Sicherheit auf die Hand geschrieben.

Hanne, Christoph und ich verließen die aufgeregten Viertklässler, die geknubbelt in der Klasse schlafen würden und ihr Lager aufbauen gehen wollten, gegen 20 Uhr.