Antonio aus Valencia is mucho motiviert

An Ellas Grundschule war heute keinen Unterricht, sondern ein Karnevalsfest samt Verkleidung, kölscher Musik, Polonaise durch die Flure und einer Zaubervorstellung in der Turnhalle. Bei Hanne, die sich vorsichtshalber spontan lila Perücke und Hexenhut einsteckte, gab es das Rache-Fest, bei dem die Jungs die Mädchen – als Rache für Weiberfastnacht gestern, was auch immer ihnen da Schlimmes widerfahren sein mag – mit Haarspray und Deo einsprühten. (Anm. der Redaktion: Zu meiner Schulzeit gab es kein Rache-Fest, da haben die Jungs es einfach ausgehalten, dass es Wieverfastelovend gab.)

Am Nachmittag holte ich im strahlenden Sonnenschein das Ellakind ab,

und nach dem Sachenpacken machten wir uns auf den Weg nach Köln.

Natürlich mit stimmungsvoller Musik: Dä Plan von Querbeat, das beste neue Karnevalslied in der Session.

Oma und Enkeltochter, 67 und 11 – gleich groß.

Feierabendbier: Liebe auf den ersten Schluck.

Wir quatschen und gucken uns Bilder von der Kreuzfahrt meiner Eltern an, während die Mädchen in Onkel Thomas‘ altem Kinderzimmer Landschaften aufbauen.

Morgen Vormittag geht’s zum ersten Zug ins Nachbardorf, die Vorfreude steigt.

Fiere op kölsche Art

Jedes Jahr auf’s Neue, mit steigender Anzahl von Bekannten und Freundinnen, die entweder mitgeschleppt werden oder sogar freiwillig dazustoßen: Wieverfastelovend im Barzillus.

Nachdem alle Kinder umverteilt oder wegorganisiert worden waren – zwischen denen, die um 17h verabredet waren, sind das immerhin 15 – bezogen wir unseren Stammplatz am Fenster und schunkelten los.

 

Auf geht’s, Münster!

Wir 4 waren zum ersten Mal beim USC Münster, dem Mädchen-Volleyball-Verein in Münster, der sich heute in der Halle am Berg Fidel erst im 5ten Satz gegen den VC Wiesbaden geschlagen geben musste.

Das war echt schön! (Und laut, wenn auch nicht so laut wie beim Eishockey in Köln, aber auch spannend. Und vor allem nett in dieser Halle, sehr familienfreundlich. Ella und ich drehten eine Entdeckungsrunde und konnten unbeaufsichtigt spielende Kinderscharen auf den Fluren gesehen, die entspannt zwischen Bällen, Malangeboten und Werbegummibärchen wechselten.

 

Römische Sportgymnastik

… heißt natürlich Rhythmische Sportgymnastik, aber manchmal kommt man auf die einfachsten Wörter nicht mehr. Zum Beispiel vor dem ersten Kaffee am Sonntagmorgen, obwohl die Kinder die Eltern haben schlafen lassen. Stattdessen haben sie bewiesen, dass wir alle Puzzle, die ich schon aussortieren wollte, natürlich noch dringend behalten müssen!

Um 10h schwangen wir Mädchen uns aufs Rad, während Christoph sich freiwillig zum Streichen und Spachteln meldete: Ellas Freundin trat in einem RSG-Wettbewerb an und Ella wollte sowohl moralische Unterstützung liefern, als auch zuschauen was da eigentlich gemacht wird. Hanne, ausgeschlafen und guter Laune, entschied sich mitzukommen.

Nach einer halben Stunde und dem Auftritt von Ellas Freundin verabschiedeten wir uns auf den Schulhof, der dann doch interessanter war als stark geschminkten Mädchen in knappen Glitzerkleidchen beim Bodenturnen zuzuschauen.

Nach einer Stunde radelten wir mit roten Wangen und Mittagessenhunger wieder heim. Hanne und ich blieben drinnen, aber Ella und Christoph waren am Nachmittag noch auf dem Spielplatz gegenüber – die Spielplatzdichte in Münster ist ja wirklich beachtlich – um Volleyball zu spielen und gemeinsame Zeit zu verbringen.

Was machen wir eigentlich den ganzen Tag?

Ich war vormittags in der Innenstadt und habe mich über unsinnige, schleppend langsame Bürokratie an Universitäten geärgert,

durchgeschnauft und mich über Henry Moore und diesen alten Birnbaum gefreut,

fuhr heim, kochte und servierte ein Mittagessen, hier Spaghetti-mit-Käsesauce-für-zwei.

Neben dem großen Kind arbeitet es sich sehr entspannt, während sie Hausaufgaben macht. Mit Nachtischkeks, natürlich.

Die ersten Informationen für den am 27. April 2017 stattfindenden „Girls‘ Day“ finden ihren Platz auf der Anmeldung. Dieses Jahr darf Hanne das erste Mal mitmachen, in der 5ten Klasse wird es an ihrer Schule noch nicht praktiziert. Sie weiß schon genau, wo sie hinmöchte und freut sich schon sehr.

Um halb 3 hole ich unseren alten Schlitten aus dem Keller, mache ihn sauber und wachse die Kufen nach dem Anschleifen mit einer Haushaltskerze neu ein. Das geht besser, als ich dachte, aber ich habe auch keinen Probierschnee mehr verfügbar.

Am Montag wird die gesamte Grundschule, also alle 8 Klassen auf 4 Busse verteilt, ins Sauerland zum Rodeln fahren und heute werden die Schlitten in der Schule gesammelt.

Ella bereitet ihren für den Transport vor. Das Seil gehört gut vertäut, damit es sich im Bauch des Busses nicht unwiderruflich mit den anderen verknotet.

Dann darf unser Schlitten sich zu den anderen gesellen und wartet übers Wochenende im Warmen.

Zu Hause machen wir eine Pause auf Ellas Bett und betrachten ihre Lampe, während wir den weiteren Nachmittag besprechen.

Ella hat aufgrund der Freitagsmüdigkeit und anderer Faktoren wenig Lust auf Volleyball, muss aber hin, denn woher sollte man wissen, ob man etwas mag, wenn man es nur einmal probiert hat? Nachdem ich zusage, auf der Bank in der Halle zu sitzen und dort zu korrigieren, packt sie ihre Sachen, macht gut mit und ist am Ende begeistert, ausgepowert und glücklich.

Wir „schnuppern“ noch weitere Male, nehmen aber vorsorglich schonmal eine Anmeldung mit.

Christoph und Hanne sind nach Arbeit und Klavierunterricht schon zu Hause aangekommen, wir stoßen dazu und brutzeln in der Küche ein Sammelsurium aus unterschiedlichsten Speisen zusammen. Wir freuen uns darüber, dass wir ein ruhiges, entspanntes Wochenende vor uns haben, an dem wir nirgendwo hin müssen, aber einige Programmpunkte haben können, wenn es uns danach ist.

 

Weiß

Den ganzen gestrigen Nachmittag hat es geschneit, über Nacht ist der Garten weiß geworden.

Die beste Gelegenheit, Rolle, Pinsel, Farbeimer und Leiter aus dem Keller zu holen und ein paar liegengebliebene Flächen im Obergeschoss nachzuweißen.

(Streichen ist okay. Mach ich ganz gerne mal, vor allem natürlich wegen des Endergebnisses, das einen Raum so positiv verändert. Wer mich kennt, der ahnt aber, dass ich das Obergeschoss heute nur angehe, um einer anderen Arbeit aus dem Weg zu gehen. Prokrastination in allerfeinster Ausprägung: auf meinem Schreibtisch türmen sich linkerhand zu korrigierene Papierhaufen, die den Weg zur rechten Seite – meiner „abgearbeitet-Seite“ – noch nicht geschafft haben. Leider muss ich sie händisch von links nach rechts befördern, mit einem längeren Zwischenstopp in der Mitte. Naja, Morgen ist auch noch ein Tag. Vielleicht streiche ich dann die Zargen im Erdgeschoss.)