Schauraum

Meine Eltern reisten gestern für eine Nacht an. Wie üblich, seit wir nicht mehr so richtig-richtig in der Stadt wohnen (also innerhalb der Promenade), fahren sie von der Autobahn ab und erstmal zu unseren alten Wohnung, aus der wir vor nunmehr 5 Jahren ausgezogen sind, parken das Auto dort und gehen wenige Minuten zu Fuß zum Wochenmarkt auf dem Domplatz.

Sie kaufen eine Käsetüte für sich und eine Käsetüte als Mitbringselgeschenk, und obwohl das nicht nötig ist, ist diese gemischte Überraschungssuche immer so lecker! Veganer wird in diesem Haus so schnell niemand (auch, wenn das große Kind sich seit einigen Wochen rein vegetarisch ernährt und wir anderen solide flexitarisch unterwegs sind).

Dieses Mal hatten meine Eltern zusätzlich selbstgemachte Kürbissuppe dabei, einige Pflanzen für Vorgarten und Hochbeet, dies und das und Sachen für die Mädchen.

Nachmittags waren wir in der Flohmarkthalle, weil meine Mutter den Blogeintrag gesehen hatte. Am Ende fand sie 2 Stühle für je 15€. Da das Auto ja ausgeladen war, passten sie auch in den Kofferraum.

Nach dem Käsetütenabendessen waren Großeltern und Enkelinnen für 2 Stunden beim Schauraum in der Innenstadt. Alle Fotos vom großen Mädchenhandy.

Am Sonntagvormittag fahren die beiden wieder heim und melden sich kurz nach dem Mittag, dass sie gut angekommen sind.

YAY YAY YAY YAY

Nach dem Klavierunterricht huschen Ellie und ich rüber zu den liebsten Fastnachbarn. Unfassbar, dass das jüngste Mitglied der Familie heute schon sehr clevere 7 wird! Wir essen Kuchen und trinken Kaffee Fanta und Bier.

Hanne, die heute mal beim Cello-Unterricht geschnuppert hat, kommt nach und alle Menschen unter 18 lungern kreuz und quer auf dem Sofa, bis der Kopf sagt es Zeit wird zu gehen: Immerhin ist morgen Schule. Schade.

Später am Abend kommt der Liebste heim. Er war direkt von der Arbeit zum ersten Elternabend geradelt und bringt viele Informationen zum Unterricht in Klasse 9 mit.

Drift Away

Die erste halbe Woche ist vorbei. Die Übermittagsbetreuung bei Hanne ist schon eine Weile her. In Klasse 6 hat sie sich dafür entschieden, nach dem Unterricht nach Hause zu kommen, wenn sie keinen Nachmittagsunterricht hat. Bei Ellie probieren wir jetzt aus, wie sich frühe oder spätere Heimkommzeiten in den Alltag integrieren lassen. Diese Woche bin ich noch (meistens) zu Hause, wenn die Mädchen kommen.

Christoph radelt mit Ellie zur Schule, weil sie gerne sehr, sehr früh da ist, wo sie sein soll. (Ein Kind kam gestern schon zu spät, da verschlafen – der absolute Horror für sie.) Hanne findet nicht, dass man für einen 10-minütigen Fahrradweg 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn losfahren muss und startet daher später. Morgens zählt jede Minute, ich bin da ganz bei ihr.

Auch nach Hause kommen die beiden unterschiedlich, da der Unterricht zu anderen Zeiten endet, oder Ella noch im Mittagstreff ist. Am ersten Tag sind wir noch zusammen gefahren, ab dem zweiten hat sie das dann alleine machen müssen gemacht. Es ist keine große Sache, sie kennt den Weg, fährt durch ein kuscheliges Viertel, ist 10 Jahre alt und radelt einen guten Teil der Strecke schon seit Jahren alleine, da er sich mit dem Heimweg von der Grundschule deckt. (Dieser Satz ist für meine Mutter, die sich beim letzten Skypen nicht davon überzeugt zeigte, dass es eine gute Idee sei, Ellie nur einmal zu begleiten. Mama, alles gut.)

So rinnen mir die Tage zwischen Arbeit, Terminen, Haushalt, Familie, Erlaubniserklärungen und Organisation von Dingen durch die Finger. Immerhin hab ich heute Brötchen gebacken, während die Mädchen in der Küche ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Treibgut

Ach, Du schöner Samstag!

Ausschlafen und auf der Terrasse in der Sonne den ersten (und zweiten, und dritten, …) Kaffee trinken. Lieblingsbeschäftigung.

Irgendwann müssen wir uns dann doch alle anziehen. Mittags bringen Hanne und ich Ellie zu einem Geburtstag in die Kletterhalle. Eine ehemalige Klassenkameradin aus der Grundschule wurde in den Sommerferien 10. Da sich die Wege der meisten Mädchen mittlerweile getrennt haben, ist es doppelt aufregend, alle wiederzusehen.

Um 5 hole ich Ellie hier um die Ecke ab, und sie ist ziemlich platt. Obwohl heute das letzte Mal Treibgut, ein Singer-Songwriter-Open Air-Picknickdecke-Konzert im Schlossgarten stattfindet und wir uns das mal anschauen wollten, ist sie nicht dazu zu bewegen, sich genau jetztauf die Leeze zu schwingen. Christoph erklärt sich bereit, bei ihr zu bleiben und die beiden machen sich einen schönen Filmabend. Wir anderen beiden packen schnell eine Decke, Wasser, Süßigkeiten ein und radeln los. Um 6 geht es los, aber den ganzen Abend über trudeln immer mehr Leute ein.

Lange Beine. Wenn es doch nur beim Sommernachtskino auch so warm gewesen wäre!

Hanne und ich gucken Menschen – von Baby bis Rentner ist alles vertreten – und hören selbstgemachte Musik. Manches trifft nicht ganz unseren Geschmack, aber einiges ist richtig unterhaltsam. Ehrlich: Wer ein Lied über Michael Dudikoff schreibt und singt, muss ein humoriger Mensch sein.

Als es gegen halb 10 anfängt zu regnen, rollern wir heim und besetzen mit den beiden anderen die Couch. Feiner Tag.

Nintendo

Nach der ersten halben Schulwoche treffen wir uns mit den liebsten Fastnachbarn auf deren Balkon. Ab nächster Woche probiert Ella die OGS aus, bis jetzt kam sie alleine nach Hause geradelt, weil ich mittags zu Hause sein konnte. Soweit läuft alles gut. Neu. Groß. Aufregend, aber gut.

Die (nicht mehr so) Kleinen spielen im Wohnzimmer Super Mario Kart. Wir anderen haben uns viel zu erzählen. Um kurz vor 1 sind wir zu Hause.

Gymnasium

Dass der Wecker um kurz nach 6 klingelt, hatte ich wirklich kein bisschen vermisst. Aber auch bei uns in NRW sind die Ferien ab heute vorbei, und zumindest das große Kind muss ganz normal um kurz vor 8 in der Schule sein. Heute wird noch nicht viel passieren – neue Schulbücher, neuer Stundenplan, neu in Klasse 9. Erstmal wieder ankommen im Alltag.

Im August vor 4 Jahren kam das kleine Mädchen in die Grundschule und das große Mädchen auf die weiterführende Schule. Heute fängt auch für Ellie die weiterführende Schule an. Um 10 Uhr sitzen wir zwei zwischen vielen anderen aufgeregten Eltern, Großeltern und neuen Schülern in der Kirche und hören dem Gottesdienst zu, den die jetzigen Sechstklässler vorbereitet haben. Hanne sitzt derweil im Unterricht und der Liebste im Büro.

Wenn Ellie aufgeregt ist, quasselt sie sehr viel. Da das in der Kirche nicht geht, schmust sie sich fest an meinen rechten Arm. Noch ist sie kleiner als ich. Noch muss ich den Kopf ein bisschen nach unten beugen, um sie auf die Haare zu küssen und dabei ihren ganz eigenen, vertrauten Ella-Geruch einzuatmen. Nach dem Gottesdienst radeln wir in die Schule. In der Aula wird es noch eine Veranstaltung für die Eltern geben; die neuen Fünftklässler werden von ihren Klassenlehrern abgeholt und haben eine erste Schulstunde.

Wir Eltern warten später im Vorraum der Aula, trinken Kaffee und unterhalten uns. Gegen halb 1 ist Ellie wieder bei mir, mit neuer Postmappe, etlichen Zetteln und absolut bereit nach Hause zu fahren:
Da Christoph am Vormittag nicht dabei sein konnte, kommt er in der Mittagspause heim, damit wir gemeinsam essen und sie ihm alles haarklein erzählen kann. Glücklicherweise kann er lange bleiben, bevor der nächste Termin in der Arbeit ansteht. (Und gut, dass er mit dem Rad nur 10 Minuten braucht.)
Später kommt Hanne heim, hat natürlich auch viel zu erzählen – und dann muss Ella mit ihrem Bericht von vorne anfangen, damit auch die große Schwester über alles Bescheid weiß.

Ballonglühen

Das letzte Ferienwochenende ist da. So plötzlich und unaufhaltsam wie früher. Niemals wieder scheint ein finiter Zeitraum so endlos wie die Sommerferien, wenn man jung ist. (Oder schon älter und selber kleine Kinder hat, Schule und Kita aber zu haben.)

Die vergangenen Tage flogen. Das kleine Mädchen machte Großelternurlaub, das große Mädchen hatte ihre Clique und war viel unterwegs. Bis auf gelegentliches Online-Kinokartenbuchen oder Couchpartner und Essenszubereiter war meine Tätigkeit als Elter nicht vonnöten. Andersrum hab sie schon gebraucht gerne bei mir gehabt.

Heute ist das große Kind zu einen High School Musical Triple im Kino verabredet und schläft woanders. Sie hat uns darüber informiert, dass ihre Freundin ihr im Zuge dessen auch die Haare schneiden wird.

Das große Mädchen, das selbstverständlich ohnehin nichts entstellen kann, trägt die Haare jetzt schulterlang. Ich erwische mich dabei ein Adjektiv zu verwenden, das sonst in solchen Beschreibungen nur meine Mutter nutzt: flott.

Der beste aller Ehemänner holt das kleine Mädchen nach Hause. Am späten Nachmittag trudeln die zwei ein. Weil Ellie im Auto geschlafen hat, ist sie bereit für Samstagsabendaktivitäten und wir beschließen zur Montgolfiade zu fahren. Heute findet bei bestem Wetter das Ballonglühen statt. Wir nehmen Kamera, Stativ, Picknickdecke, Wasser und Gummibärchen mit und richten uns kurz vor Sonnenuntergang ein.

Wir haben einen schönen Blick auf die andere Aaseeseite, wo bei Anbruch der Dunkelheit die Ballone für das Ballonglühen aufgestellt werden. Nach 20 Jahren in Münster erleben wir das tatsächlich das allererste Mal. Im Takt der Musik leuchten die Ballone abwechselnd auf. Zusätzlich fahren auf dem Aasee mit Lichterketten geschmückte Boote. Die Stimmung der vielen Menschen auf den Wiesen ist fast andächtig.

Um halb 11 sind wir zu Hause und froh darüber, das heute Abend gemacht zu haben.

Flohmarkthalle

Da ich in den letzten faulen Tagen 3 dicke Einkaufstaschen voller Bücher aus meinem wandfüllenden Billyregal im Arbeitszimmer aussortiert, zu den 3 Taschen aber nur 2 Hände habe, rekrutierte ich das große Mädchen heute ausnahmsweise am späten Vormittag nach unten zu kommen und mir beim Tragen zu helfen. Lieb wie sie ist gibt es keine Diskussionen. Vielleicht, weil sie sonst schlafen/lesen/liegenbleiben kann solange sie will. Just diese Woche hab ich um 14h mal hochgerufen, ob sie mit mir mitessen möchte und sie dabei prompt ungewollt geweckt.

Um den Ausflug zum Bücherschrank etwas interessanter zu gestalten, hab ich im Anschluss die Flohmarkthalle in Aussicht gestellt. Da wollte ich einfach mal rumkramen und gucken, was es alles gibt. Glücklicherweise kramt und guckt Hanne auch so gerne.

Es war der Wahnsinn.

Wenn Hanne jemals in eine WG zieht, fahren wir hier wieder hin und kaufen Stühle, Lampen, Kommoden und ein Kilo Silberbesteck für 2,50€.

Biedenkopf

Abends schickt Ellie Bilder von ihrem Tag. Heute war sie mit ihrer Cousine und beiden Großeltern einen Ausflug zur Burg Biedenkopf in Hessen.