Lesestoff für kranke 12jährige

Immer noch krank, und oft über ihrem Buch eingeschlafen: das große Mädchen.

In dieser Krankenzeit angefangen und ausgelesen:

Kai Meyers Wolkentrilogie Band 2: Lanze und Licht

Kai Meyers Wolkentrilogie Band 3: Drache und Diamant

Peter Schwindt: Morland 1: Die Rückkehr nach Eskatay

 

 

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Auf das Bauchgefühl hören

Auch wenn es manchmal stressig ist, gehe ich immer gerne zur Arbeit. Das muss man sich mal vorstellen. Ich treffe an jedem Tag, an dem ich vor Ort sein muss, sehr nette Menschen, erfahre und lerne Neues und weiß das sehr zu schätzen. Dass ich meine Zeit sehr flexibel einteilen und viel vom heimischen Schreibtisch aus erledigen kann, hilft ganz sicher auch. Vor allem bei kranken Kindern, die im angrenzenden Wohnzimmer liegen können. Man kann sagen, dass ich meine Berufung gefunden habe, wenn auch auf krummen Umwegen und mit ü30 sicher später als andere, aber eben doch viel früher als manch andere. Der Donnerstag ist einer meiner Lieblingstage auf der Arbeit.

Christoph und Ella kommen gut los, Hanne schläft weiter. Sie sehe ich gar nicht senkrecht, bevor ich losfahre, aber ich wecke sie, als ich heimkomme. Sie organisiert sich mit Buch, Schäfchen und Decke auf die Couch, während ich ihr einen frischen Tee koche und ein Brot vorbereite.

Ich bekomme den Segen, mit der liebsten Fastnachbarin eine Runde zu drehen, und das ist bei diesem Wetter wirklich herrlich. Der Herbst sagt hallo. Da oben in der Baumkrone, in gelb.

Heute möchte Ella nach der Schule alleine nach Hause kommen. Wir reden schon eine Weile darüber. Ihre Freundin aus der Klasse, die den halben gleichen Schulweg hat (wie ein Y kommen wir aus zwei Richtungen, legen den Rest des Weges dann aber gemeinsam zurück), spielt auch mit dem Gedanken. Am Montag hat Ella sowas in der Art schon mal probiert, denn sie würde schon gerne, hat aber doch noch Respekt. Am Montag hat sie mich vorgeschickt und kam alleine hinterher. Ungefähr 10 Minuten später als ich hat sie geklingelt, war aber gar unglücklich mit der Situation. Ich war so stolz, wie ich vorher nervös war, also sehr.

Heute wollte Ella aber, dass ich sie gar nicht erst abhole, damit ich nicht wieder vor ihr wegradele, denn das schien die Hürde zu sein. Allerdings kam es gar nicht dazu, dass ich nervös wurde und am Fenster stehend die Straße beobachte um dann ganz nonchalant so zu tun als wäre es ein Tag wie jeder andere. Die OGS rief um 14h an. Ella ginge es gar nicht gut, sie klage über Bauchschmerzen – ob ich sie abholen kommen kann? Natürlich.

Zuhause hat sie sich mit einer Wärmflasche auf die zweite Couch gelegt, parallel zur immer noch kranken Hanne, und schon nach 15 Minuten ging es wie durch ein Wunder wieder fantastisch gut. Beim Hausaufgabenmachen hat sie gesungen; die Erleichterung war ihr deutlich anzumerken.

Da war wohl doch die Aufregung vor dem ersten Alleinenachhauseradeln zu groß und übermächtig.

Später waren wir im Garten. Wenn Hanne sich nicht um das Gewächshaus und die reichhaltige Ernte kümmern kann, erfüllt Ella ihr diesen Liebesdienst sehr gerne.

Ella hat überlegt, welcher Baum wohl stark genug sei, um ein Baumhaus zu tragen. Leider, Ellie, gar keiner, was sie aber nicht davon abgehalten hat, sich schon mal Bretter zurechtzulegen.

Als Christoph nach Hause kommt, geht Ella noch schnell zum Brötchenkaufen zum Laden. Alleine, gutgelaunt und selbstbewusst.

 

 

 

Ein Mittwoch

Als ich um 11 nach Hause komme, schläft Hanne immer noch. Das macht mir solche Sorgen, dass ich sie direkt zur offenen Sprechstunde des Allgemeinmediziners des Viertels bringe. Virusinfektion, viel Ruhe, Tee trinken, Schlafen, Zeit zum Erholen geben.

Hanne zieht also wieder auf die Couch und wird sie den Rest des Tages nur wenig verlassen. Ich hole Ella mit dem Auto ab, da wir direkt zum Kieferorthopäden weiterfahren. Sie arbeitet grade an einem Geschichtenbuch.

Beim Kieferorthopäden geht es gewohnt flott, so eine effiziente Praxis ist mir noch nirgendwo sonst begegnet. Es ist fast schade für Ella, die so gerne im Wartezimmer mit dem Murmellabyrinth spielt. Nach 15 Minuten stehen wir schon wieder auf dem Parkplatz. Ella findet einen Gürtelstein und ich schreibe Hanne an, ob sie sich etwas vom Bäcker wünscht?

Nein, keinen Hunger, aber danke, Mama <3

Zuhause legen wir uns aus Solidarität zu Hanne auf die Couch. Christoph geht heute mit den Jungs von der Arbeit aus, um auf seinen Geburtstag anzustoßen. Ich warte im Stillen darauf, ob wann Hanne Ella angesteckt hat.

 

Kerzen, Kaffee, Küsse und Kuchen

Im Dunkeln schon sind wir 3 Mädchen in der Küche.

Es gibt Kaffee, Kerzen, Küsse und Kuchen für den Besten. Unseren gescheiten, verlässlichen, herzenswarmen Geburtstagsmann. Dann legt sich die schlappe, kranke Hanne auf die Couch und zieht wie hervorgezaubert ein dickes Buch zwischen den Couchkissen hervor und wir anderen 3 ziehen uns an und fahren zu Schule/Arbeit. Heute Nachmittag haben wir Zeit für Geschenke und uns.

Geburtstagsvorbereitungen und ein krankes Mädchen

Das große Mädchen fühlt sich schlapp und müde, klagt über Bauchschmerzen und Übelkeit und war heute nicht in der Schule, sondern auf der Couch. Viele aus ihrer Klasse sind krank, erfährt sie neben den Hausaufgaben über die Whatsappgruppe. Da es ihr nicht sooo schlecht geht, sie viel schläft und schon so groß ist, können wir sie für die 2-3 Stunden, in denen ich bei der Arbeit bin, ohne schlechtes Gewissen alleine lassen. Wenn es gar nicht anders ginge oder Hanne , würde Christoph zu Hause bleiben. Auch morgen wird Hanne auch nicht in die Schule gehen, steht aber trotzdem mit uns anderen um halb 7 auf, denn wir haben etwas ganz Wichtiges vor.

Still wie die Mäuschen bereiten wir am Abend den Geburtstagsfrühstückstisch für Christoph vor, der morgen 41 Jahre alt wird.

 

It’s oh so quiet

Wir haben keinerlei Termine an diesem Wochenende, müssen nirgendwo hin, können aber, wenn wir wollen. Erstmal wollen die Mädchen kleine Kuchen backen.

Danach fahren wir alle 4 gemeinsam einkaufen. Ella wünscht sich eine Brotdose, die unterschiedliche Fächer hat, so dass sie neben dem Knäckebrot zB auch Äpfel mit in die Schule nehmen kann. Nach längerer Suche finden wir eine blaue Dose, die ihr sehr gefällt. Sie passt zwar nicht mehr an die Stelle der früheren Brotdose im Ergobag und muss ins Hauptfach auswandern, aber das nimmt Ellie gerne in Kauf.

Danach räumen wir Garage und Küche auf und tanzen.

Wir beschließen spontan, an diesem lauen Septembertag die Feuerschale nochmal anzuschmeißen, laden Freunde ein und sitzen lange im Garten.

Wartezeit

Freitags bringt das große Mädchen das kleine Mädchen um halb 3 mit heim, ich komme kurz nach 3. Doof, wenn man dann den Haustürschlüssel vergisst und warten muss.

Gut, wenn man eine große Schwester hat, die ein gemütliches Lager vorbereitet – und das Handy rausrückt, um die Wartezeit zu überbrücken.

Sebastian

Nach dem Sturmtief Sebastian radele ich zur Grundschule, um Ella abzuholen, und umkurve runtergefallene Äste. Einige umgefallene Bäume gibt es auch, die Feuerwehr ist schon bei der Arbeit. Ich bin froh, dass Hanne heute Nachmittagsunterricht hat, so wird sie erst heimkommen wenn Sebastian schon weitergezogen ist.

Viele Kastanien und Haselnüsse sind abgeschüttelt worden; Ella sammelt einige ein und ich denke an diesen Nachmittag, als sie grade in den Kindergarten kam und Hanne in der Grundschule startete.

Ella trägt heute das ihr noch zu große, Hanne aber zu kleingewordene kuschelige Strickkleid, dass Hanne bei ihrer Einschulung ins Gymnasium anhatte.

 

 

 

Minigolf an der Pleistermühle

Die Wolken sahen aus als könnten sie sich nicht entscheiden, aber der Regenradar war sich sicher: es bleibt trocken.

Nach dem Mittagessen radelten wir daher gut 6km zur Pleistermühle für eine Runde Minigolf.

Unser Weg führt uns am Kanal entlang und über die Umgehungsstraße.

Die Blätter verfärben sich schon.

An der Pleistermühle angekommen, entdeckt Ella das Haus, in dem sie später mal wohnen möchte:

Der Regenradar behielt recht: trotz grauer Wolken gab es keinen Regen und immer wieder zeigte sich die Sonne.

Danach brauchten wir vor der Heimfahrt erst noch eine Bratwurst.

Wir sahen uns den Kanuverleih an der Werse an

und haben wieder mal beschlossen, dass wir uns auch mal ein Kanu leihen wollen. Für heute aber waren wir mit unserer Nachmittagsgestaltung alle 4 sehr zufrieden.