Draußen

Unsere Flügeltüren stehen weit offen, das Leben findet draußen statt. Die Terrasse wird mehr zu einem Teil unserer Küche, tagsüber und abends.

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Terrasse

Der Fortschritt der Terrasse von 10-20h!

Und hier, in aller Gloriösität, ein Bild vom nächsten Mittag. Die Sonne hat sich schon fast wieder von der Terrasse verabschiedet, aber den gesamten Vormittag über könnten wir hier in der Sonne frühstücken (oder lesen, oder Kontrabass üben).

 

Geh, Du Alter Esel

In Hannes Grundschulzeit gab es ein Schulorchester mit Kleingruppen für die unterschiedlichen Instrumente, was für uns als Eltern sehr praktisch war: Musikunterricht gab es also während der Schulzeit, kein Nachmittag ging dafür „flöten“ (haha.) und Hanne spielt seit der 1. Klasse gerne Klavier.

Schon vor Jahren gab es Eltern, die sich vehement gegen den Orchesterunterricht wehrten und mit dem Wechsel zu Hannes 3. Schuljahr kam es schließlich, auch begünstigt durch Wechsel im Kollegium, zu einem vollständigen Stopp des Schulorchesters. Schön, dass alle Kinder, die ihr Instrument weiterspielen wollten, das in den Räumlichkeiten der Schule weitermachen konnten: für sie ist der Weg deutlich weniger weit als zur Musikschule, wenn sie freitags mit Emma Klavierspielen geht.

Seit letztem Freitag ist auch Ella bei der Westfälischen Schule für Musik, und zwar beim „Instrumentenkarussell“. 4×4 Wochen lang werden die Kinder in 4erGruppen an ein Instrument herangeführt; in ihrem Fall ist das Kontrabass, Gitarre, Flöte und Klavier. Auf den Kontrabass freute sie sich am meisten.

Am Freitag holte Christoph Ella also um 3 nach der OGS ab und radelte mit ihr zur Musikschule – heim kam das Kind strahlend, überglücklich und stolz mit einem Leihkontrabass.

 

 

 

Der zweite Schultag

Da hat sie die Mädchen wieder, die Schule.

Gestern nachmittag packten beide Zettel um Zettel mit Informationen, Material- und Anmeldelisten aus ihren Tonnis und pfefferten sie dann in die Ecke. Kurz bekam ich erzählt, welche neuen Kinder in den Klassen sind, welche neuen Lehrer Hanne bekam, welche blieben. Als zweite Fremdsprache hat sich das große Mädchen für Französisch entschieden und war sehr zufrieden mit der 1. Stunde. Der geliebte Kunstlehrer bleibt, die neue Sportlehrerin scheint ambitioniert und nett, die Musiklehrerin will zu Hannes großem Schrecken alle Kinder beim nächsten Mal ein Solo vorsingen lassen. Ellas Klassenlehrerin ist nach den Ferien immer noch so lieb wie vorher, und bei ihr gibt es 3 neue Kinder.

Heute stand das alljährliche „Turnier der Sieger“ vor dem Schloss an. Zu dem gehen wir, wenn es passt, donnerstags, weil die Tribünen dann eintrittsfrei sind. Keiner von uns ist so pferdejeck, als dass wir Eintritt zahlen würden, aber für einen Nachmittag im Jahr finden wir es ganz unterhaltsam. Für Ellie kollidierte das Turnier dieses Mal aber mit Ellas Einladung zu Monas „1. Schultag-Feier“.

Also lieferte ich Ella und Marlene nach der Schule bei Mona ab, radelte heim, besprach mit Hanne, was sie bei einer Draußenveranstaltung bei Temperaturn um die 35°C alles mitnehmen wollte musste (Sonnencreme, Wassermelone, Wasser, Wasser, Saftschorle, Kekse-ohne-Schokolade) und schickte sie um 5 zum Schloss, wo sie sich mit Christoph traf.

Wie man sieht, war auf der Sonnenseite wenig Publikum. Wiebke stieß zu den beiden, aber nach etwas über einer Stunde verließen alle trotz Schattenplatz das Turnier, es war einfach zu stickig und heiß. Ella wurde heimgebracht, es gab eine ausgedehnte Wasserschlacht im Garten.

Der allerallerALLERletzte Ferientag

Die Mädchen können gar nicht fassen, wie schnell die schier endlos scheinenden 6einhalb Wochen auf einmal  – puff! – vergangen sein sollen. Beide sind nur mittelerfreut, dass ab morgen wieder der Wecker klingelt, daher wollten wir den heutigen Tag in vollsten Zügen genießen. Gut, dass das Wetter mitspielte: Sonne, Sonne, Sonne.

Beide Mädchen wollten zum Friseur, Hanne danach auf jeden Fall zum Aasee und ich hatte angemeldet, auf dem Weg zum Friseur bitte unsere Münzsammelflasche zur Bank zu tragen und in die Rüttelmaschine zu schmeißen. Das klingt immer so, als hätte ich den Jackpot geknackt!

Beim Friseur haben wir uns eine Nummer gezogen und die Wartezeit von anderthalb Stunden typisch münsteranerisch auf der Promenade verbracht. Leute beobachtet, auf den Knieholm balanciert, herumgelegen, gequatscht.

Nach dem Friseurbesuch, der ein großes Loch in unser eingezahltes Münzgeld riss, wurden die neuen Frisuren zum Aasee geradelt. Leute beobachtet, herumgelegen, gequatscht.

Nach dem Heimweg, der Hanne direkt unter die lauwarme Dusche trieb, ließ ich die Mädchen mit Wassereis und Wassermelone zurück, radelte noch schnell das letzte Woche abgegebene Postpaket im Kiosk holen und kaufte ein.

Die Mädchen hatten einen Familien-Spieleabend angesetzt, der bitte von 17-20h dauern sollte, damit sie möglichst früh ins Bett kommen. Das hat erstaunlich gut geklappt, gegen 21h war oben überall das Licht aus und beide schliefen.

 

Der Samstag, der Sonntag

Gestern, am Samstag, waren wir alle sehr, sehr fleißig. Nach einem gemütlichen Vormittag beschlossen wir im Familienrat einen Tagesplan, verteilten Aufgaben und gingen – mal gemeinsam, mal einzeln – folgende Projekte an:

 

  • Urlaubstaschen auspacken (Mädchen)
  • Aufräumen, vor allem die Schreibtische der (Mädchen)
  • das eine Buch aus der Bücherei finden, das wir dringend abgeben müssen (Ella)
  • Küche aufräumen (Ich)
  • Blumen gießen (unverteilt, daher auch am Ende unerledigt…)
  • Treppe putzen (Hanne)
  • Großeinkauf machen, wichtig-wichtig (Die Mädchen und ich)
  • Das Paket mit den Lebensmittelfarben, das im Kiosk abgebeben wurde, holen (unverteilt, tja)
  • 3 neue weiße Zimmertüren für den ersten Stock kaufen (Hanne, Elternschlafzimmer, Bad) (Christoph und ich)
  • 3 neue weiße Zimmertüren einbauen (Christoph)
  • die alten Türen in den Keller bringen (Christoph)
  • Geschenk für Ellas morgigen Kindergeburtstagbesuch einpacken (Ella)
  • Utensilo aus 6 Dosen und einem Brett bauen (Christoph)
  • Wäsche (the neverending story…) (Ich)

 

Die Liste hängen wir in solchen Fällen im Erdgeschoss an die Tür und jeder kann abstreichen, was er/sie geschafft hat. Das dient der Zwischenmotivation für die Mädchen und verschafft am Ende des Tages ein gutes Gefühl, auch wenn wie nicht immer alles geschafft wurde. Die neuen Türen machen sich aber gut! Ich bin froh, dass die alten, usseligen, braunen vom Vorbesitzer endlich der Vergangenheit angehören und das Bild im oberen Flur nur ein einheitlicheres ist. Die Badezimmertür hat sogar so einen Verschluss-ohne-Schlüssel-Drehknopf. Der Badezimmerschlüssel hat sich im oberen Stockwerk nämlich gerne mal in Luft aufgelöst, es wurde geschimpft, er wurde gefunden, es ging eine Zeitlang gut, dann war er wieder weg. Zusätzlich hatte ich immer ein bisschen Sorge, es könnten sich kleine Besucher einschließen und die Tür nicht mehr aufbekommen. Bei dieser Variante können wir, wenn es gar nicht anders geht, die Tür auch von außen mit einem Geldstück aufmachen und den Gefangenen retten.

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Heute, am Sonntag, war Ella auf einem Geburstag ihrer Klassenkameradin eingeladen: Im Stadtmuseum konnten die Gäste „einkaufen wie vor 100 Jahren“ und ich fand es schön, dass sich die Mädchen schon vor Beginn der zweiten Klasse einmal wiedergesehen haben. Christoph, der sie hinbrachte, konnte Alleinezeit genießen, die bei ihm ja sehr spärlich gesäht ist, denn Hanne wollte mal in die ULB Münster.

Also zeigte ich ihr erst die Lehrbuchabteilung

dann das Magazin im Keller,

(Bücher mit Minus-Signaturen)

(Auf der Suche nach dem Ausgang aus dem Magazin-Labyrinth)

Danach waren wir noch kurz in der Cafeteria und dem großen Lesesaal mit seinen vielen, vielen Arbeitsplätzen. Jetzt in der vorlesungsfreien Zeit sind die wenigsten besetzt.

(Da steht  „GEHORCHE KEINEM“. Hanne glaubt mir irgendwie nicht, dass die Installation sicherlich eigentlich „GEHORCHE KEINEM AUSSER DEINEN ELTERN“ heißen sollte, es aus Platzgründen aber bei den ersten beiden Wörtern blieb….)

Der Plan war, im Anschluss an den ULB-Besuch noch am Aasee zu picknicken. Möhren aus Omas Garten, Tomaten, Wasser und Schokobrötchen hatte ich eingepackt, aber das Wetter spielte nicht mit. Es begann durchgängig zu fieseln. Nach einem kurzen Abstrecher zum Bücherschrank am Rosenplatz sind wir lieber noch kurz in den Paulusdom geradelt, wo es penetrant nach Weihrauch roch und man ihn als Nebel in der Luft sehen konnte.

Im strömenden Regen flitzten wir nach Hause und jeder unter eine heiße Dusche, dann trafen wir uns trocken und warm auf der Couch. Auch wenn Hanne eigentlich eine Bibliothek wie der Long Room im Trinity College vorschwebte und ich damit nicht dienen konnte, hat uns der Nachmittag zu zweit Spaß gemacht.

Morgen ist schon wieder Montag. Christoph muss arbeiten und es kehrt auch zu Hause ein Stück Normalität ein: Ella bekommt Besuch von Marlene und Hanne von Emma.

 

Schwarzer Holunder

Der letzte Ferienfreitag sah Christoph bei der Arbeit und uns Mädchen auf der Autobahn, weil ich Hanne und Ella von den Großeltern im Siegerland abholte. Die Rückfahrt verlief an Westhofener und Kamener Kreuz etwas schleppend, aber die Stimmung im Auto war trotz Sonnenschein gut.

Ella war die Musikverantwortliche für die Fahrt. Das bedeutet, dass wir 7x Cros ‚Bye Bye‘ und 7x Cros ‚Easy‘ hörten. Jason Derulo durfte ‚Try me‘ und ‚Want to want me‘ ungefähr 5x singen, nur unwesentlich weniger oft kam The Band Perry’s ‚If I die young‘ und Peter Fox‘ ‚Haus am See‘, bei dem wir 3 sehr laut den Frauenchor unterstützen, der am Straßenrand steht und singt. Mehrfach wurde ich außerdem gerügt, dass ich deutlich zu wenige Lieder von Justin Timberlake auf meinem Handy habe.

Endlich zu Hause angekommen, am späten Nachmittag, begrüßten die beiden ausführlichst den Garten.

Die Tomaten brauchen noch Zeit und Sonne, aber aus dem schwarzen Holunder müsste sich doch grade heute und jetzt etwas machen lassen.

Kurz gegoogelt, was man machen kann, blieb von den Möglichkeiten nur Saft übrig. Marmelade kommt uns so gut wie immer um, Suppe konnten und wollten wir uns nicht vorstellen, die anderen Vorschläge ambitionierter Hobbyköche lasen sich auch nicht lecker. Also Saft.

Ella mussten Dolden ernten,

Hanne hat sich um die Beeren gekümmert.

Ausruhen nach der Ernte.

Ellas Begeisterung für dieses Projekt war zu diesem Zeitpunkt bereits erloschen, Hanne war mit Feuereifer dabei.

Christoph kam heim und konnte Hanne beim Abkochen und Pressen helfen.

(Ich hätte da ein paar Halloween-Ideen…)

Der Saft war so sauer, dass er auch stark verdünnt zu einem  Schweppesgesicht führte, aber das Projekt war erfolgereich zum Abschluss gebracht, die Mädchen wieder zu Hause und heute gab es nach langer Zeit endlich wieder einen Familienfilmfreitag.

 

 

Keine Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten.

Wir hören nicht viel von den Kindern, und das ist ja in der Regel ein gutes Zeichen. Nur sporadisch klingelt das Handy, kommen einige Whatsapp-Bilder hereingepingelt, und zwei Mal hat Hanne angerufen, um etwas Wichtiges auf kurzem Wege zu klären. Direkt danach musste sie aber dringend wieder auflegen und losstürmen, irgendein Projekt wartete. Ellas Stimme hörte ich seit der Abreise vor 3 Tagen nicht mehr. Was wir bis jetzt wissen:

Möhren wurden geernet.

Seifenblasen wurden in die Luft entlassen.

Es gab Stockbrot.

 

Rauch und Holz

Heute kam ich zur Haustür hinein und stieg langsam, den richtigen Schlüssel aus meinem übervollen Schlüsselbundgewimmel suchend, die 4 Stufen zu unserer Hochparterre-Wohnungstür hoch. Ein Mieter von oben, oder ein Besucher, hat wohl kurz vorher auf seinem Weg im Treppenhaus geraucht, das lag noch dezent in der Luft. Dazu paarte sich der leicht muffige Geruch der fürchterlichen Holzvertäfelung, die wir mit dem Haus mitkaufen durften, und ich dachte unwillkürlich daran, wie Ella in solchen Momenten zu mir sagt: „Hier riecht es gut. Wie in Uroma und Uropas Haus.“

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