The same procedure as last year?

Heute war ein guter Tag.

Wie schon im letzten Jahr war Hanne zu Lucas Geburtstag eingeladen. Im Gegensatz zu damals bin ich heute nicht schwanger (= ich kann so viel Koffein in mich eintrichtern, wie ich nur will und keinen kümmert’s!), sondern mit 2 statt 1 Kind am Start. Geblieben ist Lucas Faszination für Wikinger und Piraten – es gab einen Wikingerkuchen mit Gummibärchenbesatzung und die kleinen Schokoklumpen auf den Muffins waren natürlich Kanonenkugeln.

Dieses Mal hat Luca im Kiga gefeiert, daher war ihm auch eine größere Anzahl an Gästen erlaubt ;-) Die Räume sind einfach kindgerechter und vor allem größer als in den durchschnittlichen Münsteraner Kreuzviertelwohnungen. Darüber hinaus kennen sich alle aus, alle gehen alleine auf’s Klo, für alle ist es eine vertraute Umgebung. Dableiben musste ich trotzdem. Hanne spricht das ganz offen an: „Alleine trau ich mich nicht“. Na gut, Ella im Schlepptau und von 11-14h an einem ohnehin diesig-nebeligen Tag war das locker möglich.

(da unten rechts, diese kleine Tasse war meine! Pah! Ist es da ein Wunder, dass ich alle paar Minuten nach der Kaffeekanne griff? Nein, sage ich, nein!)

Der schicke junge Mann oben rechts im Bild, Jan, hat Hanne übrigens gestern einen Liebesbrief „geschrieben“. Da ich ihn mir nicht angucken durfte (und seine Mutter ebenfalls nicht), kann ich nur berichten, dass er hellblau und ungefähr briefmarkengroß ist. Hanne sagt nonchalant: „Da steht drauf, dass Jan mich lieb hat„. Thema abgeschlossen. Jan hat seiner Mutter immerhin erzählt, dass Hanne „hübsch und lieb ist, aber leider nicht gerne Piraten spielt„. Irgendwas is‘ ja immer ;-)

Hanne hatte mich auf dem Weg gefragt, ob Leni auch eingeladen sei. Das ist so typisch für sie, wahrscheinlich hat sie lange darüber nachgedacht, wie Leni und sie sich wohl wiedersehen, nach dem gestrigen Debakel. Als wir ankamen, liefen uns Leni und Ida schon entgegen und ich hätte Ida küssen können: „Leni, da kommt Deine Freundin!“ Und alles war gut.

Trotz des Trubels, der vielen Kinder, des Lärms, der verschiedenen Arme, die sich ihrer annahmen und sie durchreichten, hat Ella ihre übliche halbe Stunde geschlafen. Ich muss aber gestehen, dass sie auf dem Heimweg nochmal richtig fest einschlief, und das für rekordverdächtige 1.5 Stunden!

I wish that I could say that at the close of every day I was happy with the way that I’m behaving

Ich werde nicht darüber schreiben, dass Hanne heute morgen ganz heftig geweint hat, als ich sie im Kiga gelassen habe.

Ich werde nicht darüber schreiben, wie schwierig es war, sie von mir zu lösen, geradezu abzupflücken, und sich einfach umzudrehen und zu gehen. Mit Ella. Zu winken, und zu gehen, nochmal winken, weitergehen, bis ich das Tor hinter mir und dem Kinderwagen zugemacht habe. Erst dann stehen zu bleiben, tief durchzuatmen, und sich Erinnerung rufen, dass das heute nur ein Tag von vielen ist. Dass es vielleicht gar nichts war, was heute anders lief als sonst, dass nichts unser Verabschiedungsritual durcheinandergebracht hat, dass jeder mal einen schlechten Tag hat, auch Hanne. Dass vielleicht doch etwas anders lief? Dass es kein Anzeichen gab, kein einziges, den ganzen Morgen über, dass sie grade heute nicht würde loslassen können. Dass sie aber 99% aller Tage so gerne dort ist, dass ich mindestens eine halbe Stunde einplanen muss, bevor wir uns beim Abholen tatsächlich auf den Heimweg machen können.

Ich werde nicht darüber schreiben, dass sie geweint hat, weil Leni gesagt hat, dass sie nicht mehr ihre Freundin ist. Oder darüber, dass sie geweint hat, weil Paula W. sich, vor die Wahl gestellt, lieber mit jemand anderem verabredet hat.

Aber natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, warum der Tag für sie so schwierig war. Zu viele Verabredungen in letzter Zeit? Soll ich einschreiten, wenn sie jemanden mitbringt nach dem Kiga? Zu wenig Zeit mit Mama/Papa/Ella? Oder doch mal nur Mama? Nur Papa? Zu viel drumherum? Zu wenig Aussergewöhnliches, zu viel Alltag? Mehr Schlaf? Krank? Mit Ella teilen müssen: Zeit, Aufmerksamkeit?

Ich hatte heute zwei Verabredungen. Eine vormittags mit Kaffee und the very lovely Faru im BarCelona.

Und eine den ganzen restlichen Tag. Mit meiner großen Tochter. Und das war sehr gut so.

Kann es sein, ich rieche Frühling?

Gestern um 20h im Glatteis zum Elternabend geschlittert.

Um 23h auf Neuschnee heimgeknirscht.

Heute Morgen durch den Matsch zum Kiga gepatscht und mir Gummistiefel herbeigewünscht.

Und heute Nachmittag solide 2.7°C. Unbemützt, freie Straßen, blauer Himmel.

Ja, ich bin optimistisch. Liegt vielleicht daran, dass meine liebe Freundin Nike – Wintersportexpertin, Serienbestimmerin, Hannes Patentante – wieder schwanger ist? (Ich freu mich wie Hulle!) Oder daran, dass ich heute zum ersten Mal mit meinem Neffen telefoniert habe, der sich für die Triops zum 8. Geburtstag bedankt hat?

6 Monate. Ja, wirklich.

Heute ist Ella 6 Monate alt. 6. Monate. Könnt Ihr’s glauben?

Die Schwangerschaft war extrem unruhig und nervenaufreibend, die Geburt dafür dann aber besser als bei Hanne. Wohl, weil ich wusste, was auf uns zukommt. Vielleicht auch, weil durch die Einleitung klar war, dass es jetzt bald loszugehen hat – so oder so.

Bis jetzt hat der Propi: 2 kleine Zähnchen unten, die sich ohne große Probleme zeigten. Unentschiedene Augen (blau? grau? grün? alles miteinander?). Kleidergröße 62-68. In der Regel gute Laune und ein bereitwilliges Lächeln. Großen Bewegungsdrang und einen Haufen Neugier. Oft kalte Füße, egal wie gut ich sie einpacke. Die Erkenntnis, dass sie Ella heißt. Am liebsten Hunger auf Grießbrei und, wie ich gestern herausgefunden haben, kommt auch Mango ziemlich gut und rangiert damit in der Liga von „Zwieback, Apfel, Banane“. Sie hat zwar ein eigenes kleines Bett (die Wiege, in der schon Opa B, Christoph und Hanne geschlafen haben), es wird aber sehr bald Zeit für die nächste Größe, damit sie sich auch mal bewegen kann und nicht den Arm aus den Stäben heraushängen hat. Sie hat genauso wenige Haare wie Hanne damals (Oh, warum konnten sich da Christophs Gene nicht durchsetzen?!) und eine große Schwester, die sich wirklich kümmert und die sie super findet.

Herzlichen vollen Glückwunsch zum halben Geburtstag, Ella. Wir haben Dich alle sehr, sehr lieb.

Sleepover

Gestern hat Nele bei uns geschlafen. Alleine, ohne dass Faru hier blieb. Und Hanne war SO aufgeregt. Sie  hat Pizza gemacht (ich war nur Dosenöffner und Backofenansteller).

Sie hat das Luftbett bezogen. Sie hat das Luftbett gemütlich gemacht mit einem Haufen Kissen und Decken.

Sie hat mehr oder weniger geduldig gewartet, bis Nele um 19h30 kam. Sie hat allen Lob zur Pizza anmutig entgegengenommen. Um 21h ging Faru weg und die Mädels bereitwillig ins Bad, dann ebenso bereitwillig ins Bett. 3 Geschichten vorgelesen, verschiedene Nachtlichtoptionen ausprobiert, uns gemeinsam auf eine geeinigt, Gute Nacht gesagt. Nele schlief rund 2 Minuten danach. Wirklich, ich hab auf die Uhr geguckt. Hanne kam nach 5 Minuten ins Wohnzimmer, sagte, sie könne da auf keinen Fall schlafen und wanderte mit Schäfchen unterm Arm ins Elternbett aus. Um 21h45 war alles ruhig.

(Bis Ella von 4-6 meinte wach sein zu müssen. Nicht quengelig, aber wach. Total. Erzählen, jauchzen, mit den Armen rudern, rufen, brabbeln, total zufrieden in ihrem Bett. Wach. Um 6h hat sie dann den Kopf in den Nacken geschmissen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie müde ist. Kennen wir exakt so von BabyHanne – und schlief wieder ein. Aber das nur nebenbei.)