Münster

Zwei Paar Handschuhe

Es wird langsam langweilig zu berichten wie kalt es wirklich ist, wenn man zur Arbeit radelt. Ellas Wetterstation-Wecker-Kombination, die sie Weihnachten 2016 bekam, versorgt uns jeden Morgen mit neuen Schreckensnachrichten. Sogar Hanne hat angefangen, ein Unterhemd zu tragen; die doppelte Lage Handschuhe ist ein Muss.

Heute arbeite ich in den Innenstadt, und da jeder weiß, wie rar die Parkplätze dort sind, schwinge ich mich auch aufs Rad. Mit Skihandschuhen und mehrfach gezwiebelt.

Ich werde nicht zu Hause sein, wenn Hanne kommt. Das macht ihr wenig: sie verabredet sich mit Greta und radelt in die Stadt. Die beiden wollen im Extrablatt zu Mittag essen.

Bei einer Besprechung mit meinem Vorgesetzten bekomme ich heute einen wunderschönen Blumenstrauß geschenkt; ich bin ziemlich baff und freue mich total.

Ellas Reaktion auf meinen schönen Strauß: „Mama! Findet der Dich etwa gut?!“ 

Ich hole das kleine Mädchen um 15h von der OGS ab. Sie ist neidisch auf Hanne, denn sie will auch mal alleine mit einer Freundin in die Stadt. Ich merke an, dass das bestimmt noch etwas dauert, wenn einige ihrer Freundinnen nicht mal alleine zum Supermarkt an der Ecke gehen dürfen, ohne dass ich sie begleite. Wir überlegen, dass es mit Elsa aber bestimmt am schnellsten so weit sein dürfte, und halten das im Hinterkopf.

Als wir die Räder in die Garage schieben, wundern wir uns: Christophs Rad ist schon da? Er liegt auf der Couch, schläft, hat die Decke bis zu den Ohren hochgezogen und hat Fieber.

Weil Hanne anbietet, Ella ins Bett zu bringen, darf ich abends aber trotzdem alleine los, sogar mit einer Freundin; die beste Fastnachbarin und ich gehen Scottish Ale trinken. Wir schmieden Geburtstagspläne: dieses Jahr werden wir beide 40.

Als ich heimkomme schläft Christoph auf der Couch, Ella im Bett, und Hanne guckt die Gilmore Girls.

 

 

 

Wieverfastelovend

Es ist Weiberfastnacht und ich muss arbeiten… offensichtlich war ich im Vorfeld sehr jömelig, denn aus lauter Mitleid hat mein Morgenkurs Berliner mitgebracht.

Dann hab ich frei, die Sonne scheint, es ist knackekalt, der Himmel ist blau und es ist Weiberfastnacht!

Dieses Jahr habe ich mir ein ganz schnelles Kostüm überlegt: Waldelfe. Ein Haarreifen, Vogel und Blätter aus dem 1-Euro-Laden, ein bisschen Draht und der Kopfschmuck war fertig; dazu Elfenohren zum Aufstecken. Ein altes grünes Tshirt, auf dem die restlichen Blätter mit der Heißklebepistole aufgeklebt werden.

Untenrum braucht man an Fastelovend eh nur sehr feste Schuhe und eine bierabsorbierende Jeans. Hanne schminkt mich einmal zur Probe und übt auf ihrem Arm.

Es sieht super aus, aber bevor ich Ella abhole, schminke ich mich lieber ab, sonst ernte ich komische Seitenblicke. Als ich Ella gut zu Hause habe, darf Hanne mich ein zweites Mal schminken. Es läuft der WDR Livestream und Lupo: Nur für die Liebe nicht und MILJÖ – Su lang de Leechter noch brenne.

Um 17h kommt Meike zu mir, kurz danach stößt Christiane dazu, und dann geht’s in die Jüdefelder: der Barzillus ist fest in Jupps kölscher Hand.

… ein guter Auftakt, morgen geht’s nach Kölle!

 

 

Ganz geheime Geheimnisse

Den ganzen Vormittag schneit es kontinuierlich.

Ella hat Besuch von 2 Freundinnen. In der gestrigen Vorbereitung hat sie nicht nur ihr Zimmer aufgeräumt und gestaubsaugt, sondern auch 4 Ordner, Stifte, einen Locher, einen Tacker und Etikettenaufkleber zusammengesucht und nach oben getragen.

Hanne, Christoph und ich gucken „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ zuende.

Mir macht Besuch eigentlich nichts aus; ich mag das Leben in der Bude und finde es spannend, die Gruppendynamik aus nächster Nähe zu erleben. Ich schnibbel auch gerne Äpfel, hole Kekse aus den Schrank oder werfe ab und zu einen Blick in den Garten oder den Spielplatz gegenüber. Heute waren mir die 3 aber viel zu aufgedreht und gingen mir dermaßen auf den Senkel, dass ich Faru spontan angeschrieben habe mit mir eine Runde zu drehen. Danke, Weltbeste!

Schnee, Helm, und das Zeugnisessen

Früh morgens kramen alle außer mir hektisch nach ihren Regenhosen – es schneit, und nicht zu wenig. Ich stülpe Regenschütze über Tonnis und hoffe, dass die Radwege nicht zu rutschig sind. Bei mir wird eine halbe Stunde später das Auto sein, mit dem ich mich auf den Weg mache.

3 Stunden später ist der ganze Spuk vorbei und alles schon wieder weggetaut.

Heute kann ich Ella schon wieder so früh abholen – um 11h ist ihr Unterricht vorbei. Hanne ist zu Hause und ganz kribbelig wegen ihres Zeugnisses, das sie heute bekommen hat: sie ist stolz und froh und rechnet zufrieden ihren Durchschnitt aus.

Natürlich gehen wir zur Feier des Tages alle gemeinsam zum Zeugnisessen im AL. Christoph kommt dafür von der anderen Seite der Stadt aus dem Büro angeradelt.

Am Abend führen wir mit Hanne am Abendbrottisch das „Helmgespräch“. Sie will ihn nun wirklich nicht mehr tragen; zu peinlich, keine Frisur darunter machbar, niemand sonst. Vor einigen Tagen hatte sie uns schon darum gebeten, uns darüber Gedanken zu machen und mit ihr zu sprechen, wenn wir als Eltern uns einig sind.

Wir machen mit ihr einen Plan aus, mit dem wir alle gut leben können.

Et Hätz

Hanne war mit einer Freundin in der Stadt und hat Touristin gespielt.

Außerdem hat sie ihre Frozen Yogurts fotografiert und war bei NanuNana und den Läden der schwedischen Modekette.

In der Zwischenzeit hab ich die Sonne gesehen, als ich in Christophs Arbeitszimmer vorbeikam,

und während Ella ihr Zimmer aufgeräumt hat, habe ich das Selbe im Garten gemacht und tief, tief, tief durchgeatmet.

De hauptsaach is et hätz es joot.

 

Jump and Play – and Pay, Pay, Pay

Hanne und ihre beiden besten Freundinnen hatten Anfang der Woche die Idee am Sonntag im Ninfly Trampolinspringen zu gehen und angefragt, ob einer von uns fahren könnten, denn wir wären die entspannteste Elternmöglichkeit. Derart geschmeichelt hat Christoph sich bereit erklärt, die 3 Mädchen und Ella zu begleiten.

Mit einer Sprungzeit von 90 Minuten liegt man pro Person schon bei 18 €. Der nichtmitspringende Vater zahlt 4 € Eintritt. Jeder, auch der begleitende Erwachsene, muss darüber hinaus ein Eintritts-Armband kaufen – weitere 2 € pro Person. Natürlich benötigt jeder Springer zusätzlich noch obligatorische Ninfly-Socken für weitere 2 € pro Person, sonst darf er nicht springen. Andere Stoppersocken oder gar hellblaue „Bounce“ Konkurrenten-Socken sind natürlich nicht erlaubt. Ganz ehrlich, da kommt schon einiges an Geld zusammen, bevor man die Halle auch nur betreten darf. Wer mag, darf es sich ausrechnen.

Für die anderen Räume bei Ninfly, also Motorikspielplatz und Ninja Sports Arena gilt das Eintritts-Armband für den Trampolinbereich natürlich nicht. Den Mädchen hat’s schon Spaß gemacht, aber wir hüpfen ins Zukunft ganz sicher woanders.