Münster

Ganz geheime Geheimnisse

Den ganzen Vormittag schneit es kontinuierlich.

Ella hat Besuch von 2 Freundinnen. In der gestrigen Vorbereitung hat sie nicht nur ihr Zimmer aufgeräumt und gestaubsaugt, sondern auch 4 Ordner, Stifte, einen Locher, einen Tacker und Etikettenaufkleber zusammengesucht und nach oben getragen.

Hanne, Christoph und ich gucken „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ zuende.

Mir macht Besuch eigentlich nichts aus; ich mag das Leben in der Bude und finde es spannend, die Gruppendynamik aus nächster Nähe zu erleben. Ich schnibbel auch gerne Äpfel, hole Kekse aus den Schrank oder werfe ab und zu einen Blick in den Garten oder den Spielplatz gegenüber. Heute waren mir die 3 aber viel zu aufgedreht und gingen mir dermaßen auf den Senkel, dass ich Faru spontan angeschrieben habe mit mir eine Runde zu drehen. Danke, Weltbeste!

Schnee, Helm, und das Zeugnisessen

Früh morgens kramen alle außer mir hektisch nach ihren Regenhosen – es schneit, und nicht zu wenig. Ich stülpe Regenschütze über Tonnis und hoffe, dass die Radwege nicht zu rutschig sind. Bei mir wird eine halbe Stunde später das Auto sein, mit dem ich mich auf den Weg mache.

3 Stunden später ist der ganze Spuk vorbei und alles schon wieder weggetaut.

Heute kann ich Ella schon wieder so früh abholen – um 11h ist ihr Unterricht vorbei. Hanne ist zu Hause und ganz kribbelig wegen ihres Zeugnisses, das sie heute bekommen hat: sie ist stolz und froh und rechnet zufrieden ihren Durchschnitt aus.

Natürlich gehen wir zur Feier des Tages alle gemeinsam zum Zeugnisessen im AL. Christoph kommt dafür von der anderen Seite der Stadt aus dem Büro angeradelt.

Am Abend führen wir mit Hanne am Abendbrottisch das „Helmgespräch“. Sie will ihn nun wirklich nicht mehr tragen; zu peinlich, keine Frisur darunter machbar, niemand sonst. Vor einigen Tagen hatte sie uns schon darum gebeten, uns darüber Gedanken zu machen und mit ihr zu sprechen, wenn wir als Eltern uns einig sind.

Wir machen mit ihr einen Plan aus, mit dem wir alle gut leben können.

Et Hätz

Hanne war mit einer Freundin in der Stadt und hat Touristin gespielt.

Außerdem hat sie ihre Frozen Yogurts fotografiert und war bei NanuNana und den Läden der schwedischen Modekette.

In der Zwischenzeit hab ich die Sonne gesehen, als ich in Christophs Arbeitszimmer vorbeikam,

und während Ella ihr Zimmer aufgeräumt hat, habe ich das Selbe im Garten gemacht und tief, tief, tief durchgeatmet.

De hauptsaach is et hätz es joot.

 

Jump and Play – and Pay, Pay, Pay

Hanne und ihre beiden besten Freundinnen hatten Anfang der Woche die Idee am Sonntag im Ninfly Trampolinspringen zu gehen und angefragt, ob einer von uns fahren könnten, denn wir wären die entspannteste Elternmöglichkeit. Derart geschmeichelt hat Christoph sich bereit erklärt, die 3 Mädchen und Ella zu begleiten.

Mit einer Sprungzeit von 90 Minuten liegt man pro Person schon bei 18 €. Der nichtmitspringende Vater zahlt 4 € Eintritt. Jeder, auch der begleitende Erwachsene, muss darüber hinaus ein Eintritts-Armband kaufen – weitere 2 € pro Person. Natürlich benötigt jeder Springer zusätzlich noch obligatorische Ninfly-Socken für weitere 2 € pro Person, sonst darf er nicht springen. Andere Stoppersocken oder gar hellblaue „Bounce“ Konkurrenten-Socken sind natürlich nicht erlaubt. Ganz ehrlich, da kommt schon einiges an Geld zusammen, bevor man die Halle auch nur betreten darf. Wer mag, darf es sich ausrechnen.

Für die anderen Räume bei Ninfly, also Motorikspielplatz und Ninja Sports Arena gilt das Eintritts-Armband für den Trampolinbereich natürlich nicht. Den Mädchen hat’s schon Spaß gemacht, aber wir hüpfen ins Zukunft ganz sicher woanders.

 

Friederike

Schon vor 7 Uhr kamen die ersten Whatsapps anderer Eltern, ob unsere beiden heute trotz der Sturmwarnung zur Schule gehen würden – ja, aber statt mit dem Fahrrad hat Christoph sie mit dem Auto gebracht, weil der Heimweg in der Mittags-/Nachmittagszeit genau in das Zeitfenster von Friederike fallen würde.

Schon um 9h hat Hanne angerufen: Ihre Schule schickt alle nach Hause, alternativ müsste sie bis 15 bleiben, und da sie weder Rad noch Haustürschlüssel dabei hatte und Christoph und ich sowieso bei der Arbeit waren, ging sie mit zu Emma. Ich würde sie um die Mittagszeit dort abholen.

Langsam wurde es dunkler. Als ich um 10h das Gebäude wechseln musste, flogen schon die ersten Mülltonnen über die Straße; 2 Stunden später stieg ich über herabgefallene Äste und umgewehte Schilder und habe die Autotür fast nicht mehr aufbekommen. Christoph war sicher im Büro, Ella gut aufgehoben in der Grundschule – für so etwas ist die Klassenwhatsappgruppe dann doch praktisch. Am Ring flogen die Paneelen vom Parkhaus auf die Straße; kurze Zeit später wurde die Straße gesperrt.

Ich hab Hanne abgeholt, Friederike trieb sie dem Auto entgegen und peitschte ihre Haare. Etwas besorgt beobachteten wir dann die Tannen des Nachbarn. Einer hat es tatsächlich nicht geschafft und ist wenig später entwurzelt worden, fiel aber in einen anderen Garten.

Den schönen alten Baum vor der Grundschule hat es leider erwischt. Ella und ich mussten ihn von allen Seiten bestaunen und fotografieren, als ich sie nachmittags ganz sturmlos abholte.

Wir sind froh, dass Friederike für uns so glimpflich ausging.