Von Schäfchenwolken, Verabredungen, Rutschen und Lamas

Der Liebste muss heute zur Arbeit, und ich mache mich auf den Weg und treffe in der Mitte, ungefähr eine Stunde Fahrt für uns beide, die Großeltern zur Ellie-Übergabe. Netterweise machen wir das heute an einem großen Supermarkt, so dass ich die meisten Silvestereinkäufe direkt dort abhaken kann.

Bei tollstem Wetter fahren das kleine Mädchen und ich gemütlich heim nach Münster. Sie macht Musik und ich muss raten, wer singt und wie das Lied heißt. Ich bin eher mies.

Schon gestern hat sie sich für den Nachmittag mit einer Freundin aus der Schulklasse verabredet. Weil sie mit dem Weg unsicher ist, bringe ich sie hin. Danach schnöse ich mit dem großen Mädchen durch ein Möbelgeschäft. Seit wir von Oma und Opa nach Hause gefahren sind, verlässt sie heute das erste Mal wieder das Haus. Beim Anblick der roten Eckcouch aus Breitcord geraten beide in Verzückung und müssen sie anfassen.

Ich suche eine bestimmte Art von Kiste, werde aber nicht fündig. Egal.

Immerhin rutscht Hanne noch zwei Mal. Diese legendäre Möbelhausrutsche kennt in Münster sicher jedes Kind. Solange ihre Hüfte passt, wird sie das weiterhin tun, verkündet sie.

Danach erledigen wir die letzten Silvestereinkäufe und holen anschließend Ellie bei ihrer Freundin ab. Als wir nach Hause kommen, ist Christoph schon da und räumt die Küche auf. Wir machen uns etwas zu essen und ich freue mich, die beiden Mädchen die Köpfe zusammenstecken zu sehen, während sie gemeinsam arbeiten. Danach sieht die Küche wieder fast so schlimm aus wie vorher. Wir ziehen uns ins Wohnzimmer zurück und der Liebste geht zu seiner Verabredung und spielt irgendein langatmiges Lama-Spiel.

Saturday Night Life

Christoph bringt Ellie zu ihrer Geburtstagsverabredung in ein Tanzstudio. Als ich sie am Nachmittag wieder abhole, führen die Mädchen auf, was sie gelernt haben.

Am Nachmittag bekomme ich mein Weihnachtsgeschenk!

Mein neuer, großer Schreibtisch ist wundervoll, tausend Dank! Ich liebe ihn sehr!

Kate und Alasdair kommen vorbei, es regnet immer noch, wir radeln in die Kreuzstraße, werden nass, versuchen Kneipenhopping und bleiben schließlich sehr, sehr lange in einer Kneipe um die Ecke. So nett!

Rudelsingen auf dem Prinzipalmarkt

Hanne und ich radeln zu 16h in die Stadt, wo wir uns mit den amerikanischen Freunden zum Weihnachtslieder-Rudelsingen verabredet haben. Seit einigen Jahren findet diese Veranstaltung an einem Adventssonntag statt, und in diesem Jahr sind wir das erste Mal dabei.

Als es dunkler wird, geht es los. Auf Leinwänden werden die Liedtexte gezeigt und gut eine Stunde lang singen wir alte, neue, furchtbare und schöne Lieder zusammen. Kling, Glöckchen, Klingelingeling und In der Weihnachtsbäckerei, Mary’s Boy Child, Dicke rote Kerzen, Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä… eine ungewöhnliche, unterhaltsame Mischung.

Rund 5000 Menschen sind vor dieser Kulisse zusammengekommen.

Herbstsend

Christoph und Ellie fahren abends zum Send. Sie wollen schlendern, Fotos machen, eine gemischte Tüte voller Süßigkeiten mitbringen, ins Spiegellabyrinth und zum Ausklang das Feuerwerk sehen.

38 oder Das Ende der Ära der Kinderabteilung

Nach einer guten Nacht im eigenen Bett radele ich am Vormittag mit Ellie in die Stadt. Sie muss dringend wieder zur Bücherei. Zufällig ist in der Vorhalle auch grade Bücherflohmarkt, aber wir finden nichts Passendes, verstauen Taschen und Jacken in den Schließfächern und gehen die Treppe zur Kinderbibliothek runter.

Ella sucht sich Bücher aus, ich gucke rum, dann gehen wir zu den Spielen. Wir nehmen heute nur kleine Kisten mit, denn nach der Bücherei gehen wir noch weiter. Die Turnschuhe sind zu klein, das Mädchen braucht Herbst-/Winterschuhe.

Mit 37einhalb könnte sie eigentlich noch in der Kinderabteilung fündig werden, aber da gibt’s wirklich auffällig viel rosa, und das eine Paar Stiefel, das ihr gefiel, gab es natürlich nur bis 36.

Bei den Frauen hatten wir mehr Glück, und ich halte fest: Die Ära der Kinderschuh-Abteilung ist ein für alle mal vorbei.

Regen, Geschenke, Pläne und Krabben

Samstag! Ausschlafen!

Sogar das kleine jüngere Mädchen, das grade ständig über Wachstumsschmerzen in den Beinen jammert, haben wir bis 9 nicht gesehen und nicht gehört. Während wir frühstücken, besprechen wir den Tag. Erneut hat ein Kind, das seinen Geburtstag feiert, eine Kiste im MuKK mit Wunschgeschenken bestückt, aus der die eingeladenen Kinder sich nun eines aussuchen dürfen. Also radelten Ellie und ich in die Stadt. Wir schlossen die Leezen gegenüber ab und gingen direkt ins Untergeschoss, wo die Geburtstagskisten stehen.

Da wir früh waren, war noch nicht so viel los – prächtig! Schnell hatte sich Ellie entschieden, was wir für die Klassenkameradin mitnehmen würden, denn das Gedankenmachen fällt mit so einer Kiste ja völlig weg, sie sind (vielleicht deshalb?) aber sehr beliebt. Dass ich das schade finde, hatte ich schon erwähnt. Danach haben wir uns neue Spiele angeschaut, danach die Malbücher, andere Bücher, Konstruktionsbaukästen, die Puzzle… Schon mal in Richtung Weihnachten gedacht habe ich gut aufgepasst. Was man nicht alles auf so einen Wunschzettel schreiben kann!

Da sich für den Nachmittag Oma und Opa angekündigt hatten, gingen wir nicht noch in die Stadtbücherei, sondern radelten mit dem Geschenk im Korb durch den Nieselregen heim.

Dann kam doch alles anders; Christoph und Ellie fuhren Opa und Oma die halbe Wegstrecke entgegen – das ist ungefähr 1 Stunde – und nahm Oma mit heim. Emma kam für das große Mädchen, das nächste Physikreferat steht an und muss vorbereitet werden.

Klavierüben zum Ausgleich

Den Rest des Tages pröddeln alle vor sich hin, in unterschiedlichsten Menschenkombinationen. Emma bleibt, und abends gibt es Krabben und einen Film.

Schauraum

Meine Eltern reisten gestern für eine Nacht an. Wie üblich, seit wir nicht mehr so richtig-richtig in der Stadt wohnen (also innerhalb der Promenade), fahren sie von der Autobahn ab und erstmal zu unseren alten Wohnung, aus der wir vor nunmehr 5 Jahren ausgezogen sind, parken das Auto dort und gehen wenige Minuten zu Fuß zum Wochenmarkt auf dem Domplatz.

Sie kaufen eine Käsetüte für sich und eine Käsetüte als Mitbringselgeschenk, und obwohl das nicht nötig ist, ist diese gemischte Überraschungstüte immer so lecker! Veganer wird in diesem Haus so schnell niemand (auch, wenn das große Kind sich seit einigen Wochen rein vegetarisch ernährt und wir anderen solide flexitarisch unterwegs sind).

Dieses Mal hatten meine Eltern zusätzlich selbstgemachte Kürbissuppe dabei, einige Pflanzen für Vorgarten und Hochbeet, dies und das und Sachen für die Mädchen.

Nachmittags waren wir in der Flohmarkthalle, weil meine Mutter den Blogeintrag gesehen hatte. Am Ende fand sie 2 Stühle für je 15€. Da das Auto ja ausgeladen war, passten sie auch in den Kofferraum.

Nach dem Käsetütenabendessen waren Großeltern und Enkelinnen für 2 Stunden beim Schauraum in der Innenstadt. Alle Fotos vom großen Mädchenhandy.

Am Sonntagvormittag fahren die beiden wieder heim und melden sich kurz nach dem Mittag, dass sie gut angekommen sind.

Treibgut

Ach, Du schöner Samstag!

Ausschlafen und auf der Terrasse in der Sonne den ersten (und zweiten, und dritten, …) Kaffee trinken. Lieblingsbeschäftigung.

Irgendwann müssen wir uns dann doch alle anziehen. Mittags bringen Hanne und ich Ellie zu einem Geburtstag in die Kletterhalle. Eine ehemalige Klassenkameradin aus der Grundschule wurde in den Sommerferien 10. Da sich die Wege der meisten Mädchen mittlerweile getrennt haben, ist es doppelt aufregend, alle wiederzusehen.

Um 5 hole ich Ellie hier um die Ecke ab, und sie ist ziemlich platt. Obwohl heute das letzte Mal Treibgut, ein Singer-Songwriter-Open Air-Picknickdecke-Konzert im Schlossgarten stattfindet und wir uns das mal anschauen wollten, ist sie nicht dazu zu bewegen, sich genau jetztauf die Leeze zu schwingen. Christoph erklärt sich bereit, bei ihr zu bleiben und die beiden machen sich einen schönen Filmabend. Wir anderen beiden packen schnell eine Decke, Wasser, Süßigkeiten ein und radeln los. Um 6 geht es los, aber den ganzen Abend über trudeln immer mehr Leute ein.

Lange Beine. Wenn es doch nur beim Sommernachtskino auch so warm gewesen wäre!

Hanne und ich gucken Menschen – von Baby bis Rentner ist alles vertreten – und hören selbstgemachte Musik. Manches trifft nicht ganz unseren Geschmack, aber einiges ist richtig unterhaltsam. Ehrlich: Wer ein Lied über Michael Dudikoff schreibt und singt, muss ein humoriger Mensch sein.

Als es gegen halb 10 anfängt zu regnen, rollern wir heim und besetzen mit den beiden anderen die Couch. Feiner Tag.

Ballonglühen

Das letzte Ferienwochenende ist da. So plötzlich und unaufhaltsam wie früher. Niemals wieder scheint ein finiter Zeitraum so endlos wie die Sommerferien, wenn man jung ist. (Oder schon älter und selber kleine Kinder hat, Schule und Kita aber zu haben.)

Die vergangenen Tage flogen. Das kleine Mädchen machte Großelternurlaub, das große Mädchen hatte ihre Clique und war viel unterwegs. Bis auf gelegentliches Online-Kinokartenbuchen oder Couchpartner und Essenszubereiter war meine Tätigkeit als Elter nicht vonnöten. Andersrum hab sie schon gebraucht gerne bei mir gehabt.

Heute ist das große Kind zu einen High School Musical Triple im Kino verabredet und schläft woanders. Sie hat uns darüber informiert, dass ihre Freundin ihr im Zuge dessen auch die Haare schneiden wird.

Das große Mädchen, das selbstverständlich ohnehin nichts entstellen kann, trägt die Haare jetzt schulterlang. Ich erwische mich dabei ein Adjektiv zu verwenden, das sonst in solchen Beschreibungen nur meine Mutter nutzt: flott.

Der beste aller Ehemänner holt das kleine Mädchen nach Hause. Am späten Nachmittag trudeln die zwei ein. Weil Ellie im Auto geschlafen hat, ist sie bereit für Samstagsabendaktivitäten und wir beschließen zur Montgolfiade zu fahren. Heute findet bei bestem Wetter das Ballonglühen statt. Wir nehmen Kamera, Stativ, Picknickdecke, Wasser und Gummibärchen mit und richten uns kurz vor Sonnenuntergang ein.

Wir haben einen schönen Blick auf die andere Aaseeseite, wo bei Anbruch der Dunkelheit die Ballone für das Ballonglühen aufgestellt werden. Nach 20 Jahren in Münster erleben wir das tatsächlich das allererste Mal. Im Takt der Musik leuchten die Ballone abwechselnd auf. Zusätzlich fahren auf dem Aasee mit Lichterketten geschmückte Boote. Die Stimmung der vielen Menschen auf den Wiesen ist fast andächtig.

Um halb 11 sind wir zu Hause und froh darüber, das heute Abend gemacht zu haben.