Münster

vert et rose

Die Tage, die im Dunklen beginnen, sind mir nicht unbedingt die liebsten. Ich weiß nicht, wer sich hier am meisten auf die Weihnachtsferien freut.. es ist eine enge Kiste. Alle schniefen und schnupfen und würden gerne länger liegenbleiben. Christoph ist mit aufgestanden und kümmert sich heute an meiner statt um Brotdosen, Haargummis, Matschhosen, Garagenschlüssel.

Die Hauptstrecken des Fahrradnetzes sind schon gut geräumt, an den Kreuzungen, abseits der Hauptwege oder auf Kopfsteinpflaster ist es aber teilweise noch sehr rutschig. Wir stellen uns darauf ein sehr langsam zu fahren oder zu schieben und planen einen großzügigen Zeitpuffer ein.

Obwohl ich Ellie schon um 20 vor 8 in der Grundschule verabschiede und unter normalen Bedingungen entspannte 10 Minuten zur Arbeit brauche, schaffe ich es heute genau eine Minute vor 8 zur Tür rein.

Über Tag taut es immer weiter, das gefällt mir. Nach dem Abholen befreit Ellie zwar die Bäume im Garten vom Schnee,

aber sie hätte sich nicht mehr bemühen müssen. Am Abend ist der Schnee fast komplett weg. Morgen werden wir entspannter radeln können.

 

 

Liebe ist

wenn einem von uns abends um kurz vor 10 auf der Couch einfällt, dass wir ja heute Hochzeitstag haben und wir uns nur angucken und lachen. Alles Gute zum Hochzeitstag, Schatz! Ich könnte nicht ohne Dich.

Und sonst so? Der Sonntag war entspannt. Morgens zu 10h radele ich mit Ellie zum Kreativhaus, dort ist sie zu einem Geburtstag eingeladen.

Nur für das Geburtstagsmädchen haben Ella und ich uns gestern zu MUKK getraut: an einem Vorweihnachtssamstag in der Weihnachtsmarktzeit. Natürlich war die Hölle los, aber Ellie bestand darauf: Beim MUKK kann man sich als Gastgeber eine Geburtstagskiste zusammenstellen und zu einer Horde anderer roter Kisten auf einem Regal parken. Die Gäste finden die entsprechende Box, suchen sich ein Teil aus, bezahlen und verschenken.

Ich bin gar kein Freund dieser Geschenkekisten. So unkreativ, ganz ohne Überraschung, ohne Nachzudenken. Die Chance, dass das Geburtstagskind etwas ganz Unerwartetes, vielleicht Spannendes und Neues geschenkt bekommt ist genauso weggenommen wie die Ideen, die das eingeladene Kind entwickelt haben könnte. Ich weiß nicht warum diese Kiste in letzter Zeit bei den Einladungen so überhand nimmt. Wo bleibt da die Überraschung? Die tollsten Geschenke sind oft die, auf dich man selber gar nicht gekommen wäre. Eigentlich suchen unsere beiden gerne selber Geschenke aus, aber dieses Mal ging kein Weg daran vorbei; vielleicht, weil das Geburtstagskind das einzige war, das Ellie kannte. Der Geburtstag an sich war schön, aber kurz. Um 12h30 konnte ich schon wieder abholen und wir radelten durch den Schneefall heim.

Als wir zu Hause ankamen und uns auszogen, zog sich das große Mädchen grade an: Sie hatte sich mit Greta auf dem Weihnachtsmarkt an der Überwasserkirche verabredet. Die Flocken fielen immer dichter, aber immerhin nicht mehr vom Wind getrieben waagerecht über die Straße.

Während Hanne unterwegs war, bereiteten wir die Staubbarriere im 1. OG vor. Morgen wird in Ellas Zimmer und unser Schlafzimmer durchgebrochen, um die Heizungen wieder in Gang zu bringen. Ohne Infrarotheizung in den Kinderzimmern wäre es oben zu kalt; Christoph und ich schlafen schon seit Tagen im Gästezimmer im Erdgeschoss.

Hanne kam erfroren, nass und voller Schnee zurück. Sie ist in der Kurve kurz vor dem Haus ausgerutscht, hat sich nicht mehr halten können und ist gefallen. Gut, dass nichts passiert ist. Sie hat mit Greta 3 Weihnachtsmärkte abgeklappert und freute sich jetzt sehr auf die heiße, heiße Dusche.

Zurecht geärgert hat sie sich darüber, dass ihr jemand den Sattelschutz von der Leeze weggeklaut hat. Mensch Münster!

Herbstsend

Der Himmel zeigt sich unbeständig, immer wieder regnet es. Am Vormittag starten wir daher die Umsetzung der nächsten Renovierungsideen im Haus – dieses Mal sind Ellas Zimmer, Christophs Arbeitszimmer und mein Büro dran. Wir misten aus, packen um, bringen weg, sortieren, machen Platz für neue Ideen und Vorhaben. Besonders gerne schieben wir beim Umräumen Möbel von einem Zimmer ins andere und suchen neue Aufgaben für liebe/alte Möbelstücke, die an einem anderen Platz auf einmal ganz anders wirken. Oft überlegen wir uns beim Transportieren, wo genau denn dieses Möbel seinen ersten Auftritt bei uns hatte:

Der alte Expedit aus meinem Arbeitszimmer, der mittlerweile Kallax heißt und vor meinen Aktenordnern viel Krimskrams im Durchgangszimmer der alten Wohnung aufbewahrte, wird als Spielzeug- und Bücherregal zu Ella wandern. Mal sehen, ob wir ihn heil die Treppe hochbekommen. In unserer ersten gemeinsamen Wohnung, vor allen Kindern, stand der Expedit im Wohnzimmer und kümmerte sich um Bücher. Wer hätte gedacht, dass er 2 Umzüge durchhält! Ellas weißer Spielzeug-Schrank rutscht ein Zimmer weiter zu Christoph. Die schwarze Malmkommode, die ich Secondhand für unser Haus kaufte, kommt aus dem oberen Badezimmer runter in mein Arbeitszimmer. Das Badezimmer wartet ja auch noch drauf, dass wir uns um es kümmern.

Am Mittag sieht es so aus, als hielte sich der Regen, der fast waagerecht die Straße entlanggetrieben wurde, jetzt erstmal woanders auf. Schnell fahren wir zum Send, denn die Mädchen hatten sich das dringend gewünscht.

Der Himmel ist blau, aber wir müssen viele Pfützen umlaufen. Am Eingang zum Send werden unsere Umhängetaschen kontrolliert.

Nach 2 Stunden sind wieder wieder zurück zu Hause. Nach dem pfeifenden Wind gibt es erstmal einen heißen Kaffee, danach geht’s weiter. Die Mädchen bauen die unterschiedlichen Aufbewahrungskomponenten für Ellas neues Regal auf.

Am Ende des Tages hat sich mein Büro sehr deutlich geleert, in Christophs Arbeitszimmer knubbelt sich dafür alles und bei Ella sieht es naturgemäß aus als hätte sich ein Wirbelsturm ins Zimmer verirrt. In den nächsten Tagen wird sich das Chaos im 1. Stock noch verschlimmern, die Arbeiten aber hoffentlich irgendwann mehr Struktur und Ordentlichkeit bringen.  (Soweit es bei uns jemals ordentlich sein kann.)

Die Luft ist raus

.. wenn einem das Ventil geklaut wird, und das unter den wachsamen Augen des Doms.

Wir wohnen zwar nicht allzu weit außerhalb, hat trotzdem genervt, das Rad nach Hause zu schieben. Aber: Luft gab es beim Fahrradladen meines Vertrauens kostenlos, das Ventil kostete lediglich 1€ und Geld für die Kaffeekasse habe ich sehr gerne dagelassen.

Oktober

Hallo, Oktober! Ich hoffe, Du bist morgens nett zu allen, die mit dem Fahrrad unterwegs sein müssen. Ist heute nicht auch der Offizielle Tag der Reflektoren? Wie passend.

Ella wollte an diesem grauen Sonntag gemütlich sein und puzzlen, aber dass Hanne gleich das 1000-Teile-Puzzle rausholt, hatte sie sicherlich nicht geahnt. Einen guten Start hatten wir vor ewigen Zeiten schon mal geschafft, aber dank der praktischen aufrollbaren Puzzlematte können auch angefangene Werke bequem und schnell eingerollt und sicher verstaut werden.

Heute brachten wir es Schritt für Schritt fertig.

Das hat alles in allem aber auch den gesamten Vormittag und einen Großteil des Nachmittags gedauert. Fürs Mittagessen kauerten wir uns zu viert an einem Ende des Tisches zusammen. Die Initiatorin verabschiedete sich übrigens kurz nach Start, weil eine Freundin zu Besuch kam.

Spontan hab ich danach bei der liebsten Fastnachbarin angeklingelt. Gehen wir eine Runde? Ja!

Und prompt verabschiedeten sich die grauen Wolken.

 

Sebastian

Nach dem Sturmtief Sebastian radele ich zur Grundschule, um Ella abzuholen, und umkurve runtergefallene Äste. Einige umgefallene Bäume gibt es auch, die Feuerwehr ist schon bei der Arbeit. Ich bin froh, dass Hanne heute Nachmittagsunterricht hat, so wird sie erst heimkommen wenn Sebastian schon weitergezogen ist.

Viele Kastanien und Haselnüsse sind abgeschüttelt worden; Ella sammelt einige ein und ich denke an diesen Nachmittag, als sie grade in den Kindergarten kam und Hanne in der Grundschule startete.

Ella trägt heute das ihr noch zu große, Hanne aber zu kleingewordene kuschelige Strickkleid, dass Hanne bei ihrer Einschulung ins Gymnasium anhatte.

 

 

 

Skulpturprojekte 03

Kaum sind die Mädchen wieder da, haken wir den nächsten Skulptur-Punkt auf unserer Liste ab: im Eispalast an der Steinfurter Straße stehen wir eine halbe Stunde für Pierre Huyghes After Alife Ahead an, da immer nur 25 Besucher zeitgleich Zutritt haben. Das macht definitiv Sinn, wenn man erst mal in der Halle ist.

Um 17h waren Hanne, meine Eltern und ich dann nochmal im Pumpenhaus. Ella war nach ihren ersten Eindruck nicht mehr zu bewegen mitzukommen, und Christoph blieb mit ihr zu Hause. Auch die für Hanne und mich dritte Vorstellung war seltsam, aber darauf hatten wir uns innerlich schon eingestellt. Um 17h30 machten wir einen kurzen Bummel durch den Schrebergarten am Lublinring und schließlich heim. Heute Abend müssen wir noch den Frühstücksgeburtstagstisch für Ella decken.