38 oder Das Ende der Ära der Kinderabteilung

Nach einer guten Nacht im eigenen Bett radele ich am Vormittag mit Ellie in die Stadt. Sie muss dringend wieder zur Bücherei. Zufällig ist in der Vorhalle auch grade Bücherflohmarkt, aber wir finden nichts Passendes, verstauen Taschen und Jacken in den Schließfächern und gehen die Treppe zur Kinderbibliothek runter.

Ella sucht sich Bücher aus, ich gucke rum, dann gehen wir zu den Spielen. Wir nehmen heute nur kleine Kisten mit, denn nach der Bücherei gehen wir noch weiter. Die Turnschuhe sind zu klein, das Mädchen braucht Herbst-/Winterschuhe.

Mit 37einhalb könnte sie eigentlich noch in der Kinderabteilung fündig werden, aber da gibt’s wirklich auffällig viel rosa, und das eine Paar Stiefel, das ihr gefiel, gab es natürlich nur bis 36.

Bei den Frauen hatten wir mehr Glück, und ich halte fest: Die Ära der Kinderschuh-Abteilung ist ein für alle mal vorbei.

Regen, Geschenke, Pläne und Krabben

Samstag! Ausschlafen!

Sogar das kleine jüngere Mädchen, das grade ständig über Wachstumsschmerzen in den Beinen jammert, haben wir bis 9 nicht gesehen und nicht gehört. Während wir frühstücken, besprechen wir den Tag. Erneut hat ein Kind, das seinen Geburtstag feiert, eine Kiste im MuKK mit Wunschgeschenken bestückt, aus der die eingeladenen Kinder sich nun eines aussuchen dürfen. Also radelten Ellie und ich in die Stadt. Wir schlossen die Leezen gegenüber ab und gingen direkt ins Untergeschoss, wo die Geburtstagskisten stehen.

Da wir früh waren, war noch nicht so viel los – prächtig! Schnell hatte sich Ellie entschieden, was wir für die Klassenkameradin mitnehmen würden, denn das Gedankenmachen fällt mit so einer Kiste ja völlig weg, sie sind (vielleicht deshalb?) aber sehr beliebt. Dass ich das schade finde, hatte ich schon erwähnt. Danach haben wir uns neue Spiele angeschaut, danach die Malbücher, andere Bücher, Konstruktionsbaukästen, die Puzzle… Schon mal in Richtung Weihnachten gedacht habe ich gut aufgepasst. Was man nicht alles auf so einen Wunschzettel schreiben kann!

Da sich für den Nachmittag Oma und Opa angekündigt hatten, gingen wir nicht noch in die Stadtbücherei, sondern radelten mit dem Geschenk im Korb durch den Nieselregen heim.

Dann kam doch alles anders; Christoph und Ellie fuhren Opa und Oma die halbe Wegstrecke entgegen – das ist ungefähr 1 Stunde – und nahm Oma mit heim. Emma kam für das große Mädchen, das nächste Physikreferat steht an und muss vorbereitet werden.

Klavierüben zum Ausgleich

Den Rest des Tages pröddeln alle vor sich hin, in unterschiedlichsten Menschenkombinationen. Emma bleibt, und abends gibt es Krabben und einen Film.

Schauraum

Meine Eltern reisten gestern für eine Nacht an. Wie üblich, seit wir nicht mehr so richtig-richtig in der Stadt wohnen (also innerhalb der Promenade), fahren sie von der Autobahn ab und erstmal zu unseren alten Wohnung, aus der wir vor nunmehr 5 Jahren ausgezogen sind, parken das Auto dort und gehen wenige Minuten zu Fuß zum Wochenmarkt auf dem Domplatz.

Sie kaufen eine Käsetüte für sich und eine Käsetüte als Mitbringselgeschenk, und obwohl das nicht nötig ist, ist diese gemischte Überraschungstüte immer so lecker! Veganer wird in diesem Haus so schnell niemand (auch, wenn das große Kind sich seit einigen Wochen rein vegetarisch ernährt und wir anderen solide flexitarisch unterwegs sind).

Dieses Mal hatten meine Eltern zusätzlich selbstgemachte Kürbissuppe dabei, einige Pflanzen für Vorgarten und Hochbeet, dies und das und Sachen für die Mädchen.

Nachmittags waren wir in der Flohmarkthalle, weil meine Mutter den Blogeintrag gesehen hatte. Am Ende fand sie 2 Stühle für je 15€. Da das Auto ja ausgeladen war, passten sie auch in den Kofferraum.

Nach dem Käsetütenabendessen waren Großeltern und Enkelinnen für 2 Stunden beim Schauraum in der Innenstadt. Alle Fotos vom großen Mädchenhandy.

Am Sonntagvormittag fahren die beiden wieder heim und melden sich kurz nach dem Mittag, dass sie gut angekommen sind.

Treibgut

Ach, Du schöner Samstag!

Ausschlafen und auf der Terrasse in der Sonne den ersten (und zweiten, und dritten, …) Kaffee trinken. Lieblingsbeschäftigung.

Irgendwann müssen wir uns dann doch alle anziehen. Mittags bringen Hanne und ich Ellie zu einem Geburtstag in die Kletterhalle. Eine ehemalige Klassenkameradin aus der Grundschule wurde in den Sommerferien 10. Da sich die Wege der meisten Mädchen mittlerweile getrennt haben, ist es doppelt aufregend, alle wiederzusehen.

Um 5 hole ich Ellie hier um die Ecke ab, und sie ist ziemlich platt. Obwohl heute das letzte Mal Treibgut, ein Singer-Songwriter-Open Air-Picknickdecke-Konzert im Schlossgarten stattfindet und wir uns das mal anschauen wollten, ist sie nicht dazu zu bewegen, sich genau jetztauf die Leeze zu schwingen. Christoph erklärt sich bereit, bei ihr zu bleiben und die beiden machen sich einen schönen Filmabend. Wir anderen beiden packen schnell eine Decke, Wasser, Süßigkeiten ein und radeln los. Um 6 geht es los, aber den ganzen Abend über trudeln immer mehr Leute ein.

Lange Beine. Wenn es doch nur beim Sommernachtskino auch so warm gewesen wäre!

Hanne und ich gucken Menschen – von Baby bis Rentner ist alles vertreten – und hören selbstgemachte Musik. Manches trifft nicht ganz unseren Geschmack, aber einiges ist richtig unterhaltsam. Ehrlich: Wer ein Lied über Michael Dudikoff schreibt und singt, muss ein humoriger Mensch sein.

Als es gegen halb 10 anfängt zu regnen, rollern wir heim und besetzen mit den beiden anderen die Couch. Feiner Tag.

Ballonglühen

Das letzte Ferienwochenende ist da. So plötzlich und unaufhaltsam wie früher. Niemals wieder scheint ein finiter Zeitraum so endlos wie die Sommerferien, wenn man jung ist. (Oder schon älter und selber kleine Kinder hat, Schule und Kita aber zu haben.)

Die vergangenen Tage flogen. Das kleine Mädchen machte Großelternurlaub, das große Mädchen hatte ihre Clique und war viel unterwegs. Bis auf gelegentliches Online-Kinokartenbuchen oder Couchpartner und Essenszubereiter war meine Tätigkeit als Elter nicht vonnöten. Andersrum hab sie schon gebraucht gerne bei mir gehabt.

Heute ist das große Kind zu einen High School Musical Triple im Kino verabredet und schläft woanders. Sie hat uns darüber informiert, dass ihre Freundin ihr im Zuge dessen auch die Haare schneiden wird.

Das große Mädchen, das selbstverständlich ohnehin nichts entstellen kann, trägt die Haare jetzt schulterlang. Ich erwische mich dabei ein Adjektiv zu verwenden, das sonst in solchen Beschreibungen nur meine Mutter nutzt: flott.

Der beste aller Ehemänner holt das kleine Mädchen nach Hause. Am späten Nachmittag trudeln die zwei ein. Weil Ellie im Auto geschlafen hat, ist sie bereit für Samstagsabendaktivitäten und wir beschließen zur Montgolfiade zu fahren. Heute findet bei bestem Wetter das Ballonglühen statt. Wir nehmen Kamera, Stativ, Picknickdecke, Wasser und Gummibärchen mit und richten uns kurz vor Sonnenuntergang ein.

Wir haben einen schönen Blick auf die andere Aaseeseite, wo bei Anbruch der Dunkelheit die Ballone für das Ballonglühen aufgestellt werden. Nach 20 Jahren in Münster erleben wir das tatsächlich das allererste Mal. Im Takt der Musik leuchten die Ballone abwechselnd auf. Zusätzlich fahren auf dem Aasee mit Lichterketten geschmückte Boote. Die Stimmung der vielen Menschen auf den Wiesen ist fast andächtig.

Um halb 11 sind wir zu Hause und froh darüber, das heute Abend gemacht zu haben.

Say Love

Ellie macht ein paar Tage Urlaub bei den Großeltern und freut sich unbändig darauf. Christoph fährt sie heute hin, bleibt ein bisschen bei seinen Eltern, guckt Fußball mit seinem Vater und kommt am Abend zurück. Die Postkarte von einem Klassenkameraden, der beim Kennenlerntag ihren Namen gezogen hatte, kommt an. Ich hänge sie an Ellies Spind und schicke ihr ein Bild davon.

Ella hatte ihre Karte schon in Frankreich eingeschmissen. Die Postkarten sollen die Kinder am ersten Schultag mitbringen.

Hanne, Teil einer sich im letzten Schuljahr verfestigten 5er-Mädchengruppe, hat heute 3 von ihnen zum Übernachten eingeladen. (Das fehlende Kind hatte unsensible Eltern, die tatsächlich in der letzten Ferienhälfte Urlaub gebucht hatten.) Ich bin im Wohnzimmer, als ich es klingeln höre. Die 4 stehen im Flur und umarmen sich und lachen und reden wie zwei Wasserfälle. Ich höre ein tiefempfundenes „Ich hab Euch soooooo vermisst!“ von einem der Mädchen, und die volle Zustimmung der anderen.

Sie bringen ihre Übernachtungstaschen nach oben und radeln in die Stadt. Um 10, bitte ich, sollten die 4 wieder hier sein: mittlerweile sind alle über 14, da ist 22 Uhr kein Problem mehr.

So lange dauert es aber gar nicht. Schon kurz nach 8 sind sie wieder hier, bewaffnet mit allem, was man für s’mores braucht, und besetzen bis spät in die Nacht entspannt die Feuerschale.

Sommernachtskino

Heute haben wir Aladdin unter freiem Himmel gesehen. Bevor wir losradelten, um Christoph um 8 vor dem Eingang zum Gelände am Schloss zu treffen, bat ich die Mädchen darum sich ernsthaft und mehrlagig zu zwiebeln. Wir suchten zusätzlich noch dicke Jacken, Schals, Mützen und Wolldecken raus und kamen uns erst etwas idiotisch vor.

Aber als die Sonne hinter dem Schloss verschwand, hatten wir schon Schals und Mützen an. Wenig später kuschelten wir uns jeweils zu zweit unter den Decken zusammen. Der Film startete um viertel nach 9.

Um Mitternacht waren wir zu Hause. Es gab eine Runde heißen Kakao zum Aufwärmen.

(Sommernachtskino 2015)

Sommersonntag

Die erste Ferienwoche ist schon vorbei, und das ging einerseits rasend schnell, andererseits aber auch sehr zähflüssig. Manchmal fühlt sich das gut und richtig an, an anderen Tagen kann ich das langsame Tempo, das gefühlte Nichts-Schaffen nicht so gut ertragen. Wohlgemerkt: Nicht für die Mädchen, sondern für mich und in meiner Arbeit!

Nach 4 Tagen im Karate-Kurs hat Ellie entschieden, das gerne nach den Sommerferien weiterzuverfolgen. 3 Tage Schnupperkurs in der Tanzschule für Hanne haben zu ähnlichem Erfolg geführt: Nicht nur will sie in der letzten Ferienwoche nochmal an einem 3-Tages-Kurs teilnehmen, sie will sich auch für den normalen Kurs ab September anmelden, der dann 1x/Woche stattfindet.

Heute hat sie sich mit viele anderen Mädchen aus der Klasse am Nachmittag zum Sommersend verabredet. Wir hatten aber noch genügend Zeit, Christoph einmal bei Siedler gewinnen zu lassen.

Eine rote Straße ist dabei für immer zwischen den Ritzen der Terrasse verloren gegangen.

Während Hanne todesmutig auf Schleudermaschinen stieg und gebrannte Mandeln knabberte, waren auch Christoph, Ellie und ich unterwegs: Erst mussten wir die Leeze, die Christoph am Wochenende nach dem Grillen einem Freund zum Heimkommen geliehen hatte, abholen.

„Papa! Wir beide mit Licht. Das ist ja vorschriftlich.“

Ellie hatte sich gewünscht, heute bei Raphaels, der Eisdiele am Bült vorbeizufahren, weil sie die Sorte „Kakao“ so grandios findet. Leider war grade die heute ausverkauft, aber man findet immer etwas anderes Leckers.

Zitrone-Minze, Mandel, Kokosnuss, Banane-Schokolade, Joghurt

Wir haben uns ein Schattenplätzchen an der Effata-Kirche gesucht und über unsere alte Nachbarschaft gesprochen, denn nur 100 Meter weiter haben wir früher gewohnt. Auf dem Rückweg nach Hause schauen wir noch im Zwinger vorbei.

Da war es immerhin sehr kühl.

Dinge zu erledigen

Während das kleine Mädchen den ganzen Tag beim Karate ist und abends ausgepowert, aber glücklich an uns ihre gelernten Schritte und Tritte ausprobiert, haben das große Kind und ich uns für die Stadt verabredet.

Hannes aktueller Lieblingsbeutel: Dr. Shrimp

Hannes erster Termin findet allerdings ohne mich statt: für ihr zweiwöchiges Praktikum in der neunten Klasse hat sie vor einiger Zeit eine eMail an einen nachhaltigen Einzelhandelsladen geschickt, der sie interessiert und hinter dessen Konzept sie steht. Hier soll sie sich heute vorstellen und bekommt sofort die Platzzusagen samt einiger wichtiger Informationen. Dass sie immer erst um 9h anfangen muss, ist ein extra-Bonus. Es ist ein schönes Gefühl für sie, sich darum alleine und mit genügend Zeitpuffer im Falle einer Absage gekümmert zu haben.

Hanne schreibt mir per whatsapp, dass sie schon fertig ist, und kurz danach treffen wir uns in der Stadt.

Erst geht es für sie zum Impfen, dann holen wir meine neue Brille ab. Alles geht sehr schnell, und so schlendern wir noch durch die Stadt auf der Suche nach einigen Kleinigkeiten für den 10. Geburtstag, der nächste Woche ansteht, und gehen, natürlich, zum Mittagessen beim Chinesen.

Wir sind ganz schön stolz, dass wir am zweiten Ferientag so aktiv waren und so viele Dinge von der To-Do-Liste haben abhaken können. Ein bisschen gegenseitig-auf-die-Schulter-klopfen könnte eventuell auch stattgefunden haben.

Später kommt die übliche Mädchengruppe bei uns vorbei, radelt ins Kino und übernachtet auf Matratzen auf Hannes Balkon.