Münster

Frühlingssend

Am Nachmittag schließe ich das Laptop am Fernseher an. Der Eurovision Song Contest nähert sich mit Riesenschritten und wir müssen uns entscheiden, welches Land wir in diesem Jahr unterstützen. Es ist wie immer schwierig, bis auf eines: Deutschland ist es sicher nicht.

Zum Abend brechen wir 4 gemeinsam zum Frühlingssend auf, fahren Riesenrad, sind im Wasserlabyrinth, essen Schokoladenerdbeeren und Fischbrötchen.

Kaffee. Fensterrahmen. Little Big Planet und Lost in Space.

Hoch die Hände, Wochenende!

Ella macht Sonntagsbrötchen aus der Dose. Sie überlegt sich für jedes einzelne ein eigenes Muster und auch, wem dieses Kunstwerk später auf den Teller wandern darf.

Ich lasse die anderen um halb 11 drei in ihrer Gemütlichkeit zurück und radele zur Röstbar am Bohlweg, um Corinna auf einen Kaffee zu treffen. Das war sehr schön, und lange überfällig.

Als ich mittags nach Hause komme, steht der Beste in der Garage und zerlegt die alten Fensterrahmen. Später fährt er sie zum Recyclinghof, und wir haben wieder etwas mehr Platz in der Garage für die Leezen.

Später bekommen wir Besuch, ich pflanze Romanasalatherzen an, Hummelblumen und vereinzelne die Sonnenblumen, die schon danach aussehen. Die Mädchen sind sich selbst genug und verschwinden nach oben; sie kommen den ganzen Nachmittag nicht runter.

Um 18h kommt Ellas Übernachtungsfreundin Estella. Die beiden spielen Little Big Planet und amüsieren sich so großartig, dass sie das Wohnzimmer besetzen dürfen. Hanne und ich verziehen uns mit dem Laptop ins Bett: wir starten mit Netflix‘ Lost in Space und gruseln uns gemeinsam. Christoph legt sich dazu und schläft ein, er fand es wohl nicht ganz so spannend!

 

Kiepenkerl

So ein sonniger Tag!

Schmeißt die Solarlux auf, wir machen heute nur Draußendinge, und zwar voller Elan! Vielleicht holen wir sogar die Sonnencreme aus der Krimskramsschublade im Bad.

Naturgemäß fällt uns immer schon wenig später ein, dass wir auch grillen wollen, und wenn es uns so geht, vielleicht wollen das ja alle Freunde auch. Wir laden ein. Ella macht den Anfang und hat ab 10h morgens Elsa hier. Die beiden bauen sich ein Zelt auf.

Sie sortieren Steine und sind den Tag über 3x beim Laden gegenüber: Wir brauchen Butter. Wir brauchen Eis! Sie brauchen Kaugummi. Der Weg ist das Ziel – das Alleinegehendürfen, das Alleinegeschaffthaben.

Hanne und ich topfen um und pflanzen ein und kümmern uns rührend. Christoph verkleidet in der Zwischenzeit die neuen Fenster.

Um 2 kommt die Flaschenpost, kurz vor 4 die ersten Freunde. Wir stehen um den Grill, quatschen und überlegen uns, warum noch mehr Sirenen zu hören sind als sonst. Ich denke, es sei ein Unfall auf der Autobahn passiert, irgendwas Großes, bis wir den Hubschrauber sehen, der still über der Innenstadt steht und die ersten Nachrichten kommen, die ersten Fragen aus Münster, aus Deutschland, aus der Welt, ob alles in Ordnung ist? Wir melden uns selbstständig bei unsere Familien, vorsichtshalber, damit sie keinen Schreck bekommen, wenn sie plötzlich etwas im Radio hören.

Ich verbiete Christoph, zum Baumarkt zu fahren. Wir sitzen zusammen. Ich merke, in wie vielen whatsapp-Gruppen ich bin; viele von ihnen wurden seit Monaten nicht mehr genutzt und verschwanden in die Tiefe der Timeline, bis heute.

Als die Textnachrichten nur noch aus „Himmel, wir waren graaaaade noch in der Stadt, was hätte uns alles passieren können!“ / „Ich geh da immer sonntags lang.“ / „Da hatten wir heute Morgen noch unsere Leezen geparkt“ bestehen, mache ich das Handy aus. Ich weiß, dass die Meinen in Sicherheit sind, alle Nachrichten sind zu diesem Zeitpunkt Spekulationen.

Noch mehr Freunde kommen, manche aus der Innenstadt. Ich bin froh, dass wir nicht mehr da wohnen, wo die Mädchen heute vielleicht schwer bewaffnete, vermummte Polizisten hätten sehen können. Der Himmel ist blau. Der Hubschrauber steht wieder über der Innenstadt; so lange, dass wir sein Geräusch irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.

Wir sitzen bis tief in die Nacht zusammen.

Dreizehn

Dreizehn, ist das zu glauben!!

Heute hätte das große Mädchen gerne länger geschlafen, aber das Geburtstagsfrühstück konnte nicht länger warten. Die Torte wartete neben 13 Kerzen, einem Geschenketisch, Schwester, Opa, Oma, Christoph und mir.

Es gibt viele neue Bücher, einige Kleider, eine neue Tasche, dies und das und die Erfüllung des Wunsches, heute in den Botanischen Garten zu gehen, wenn auch leider ohne Christoph, der zur Arbeit musste.

Das Wetter ist traumhaft.

Der letzte gemeinsame Besuch ist auch schon wieder 3einhalb Jahre her.

Am Nachmittag kommt Corinna auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen vorbei brachte als Geschenk das Spiel Photosynthese vorbei.

Meine Eltern machen sich um 19h auf den Heimweg und wir 4 ziehen ins Wohnzimmer. Heute starten wir mit Staffel 2 von der Reihe betrüblicher Ereignisse auf Netflix.

Unter Dach und Fach

Hanne hat Heißhunger und schläft viel. Wenn sie nach Hause kommt, will sie essen, dann auf die Couch, und einen ruhigen Nachmittag haben.

Ella hat gar keinen Hunger und schläft wenig. Sie steht morgens pickobello angezogen hüpfend vor unserem Bett und möchte sehr früh in die Schule. Christoph tut ihr den Gefallen, der Gute.

Ich verabschiede die anderen drei und habe das erste Mal seit langem Zeit für einen zweiten und dritten gemütlichen Kaffee, bevor ich los muss.

 

Westfälisches Landesmuseum

Ella darf übers Wochenende das Klassentier Kuno mit nach Hause nehmen und später in seinem Tagebuch berichten, was er Samstag und Sonntag erlebt hat.

Hannes Klassentier in der Grundschule hieß Moni und war ein Tiger, mit dem wir 2014 auf dem Frühjahrssend waren.

Ähnlich lange her ist es, dass wir im LWL-Museum für Kunst und Kultur waren, dabei hat es doch jeden zweiten Freitag im Montag freien Eintritt. Das letzte uns bisher einzige Mal waren wir vor dreieinhalb Jahren da.

Das einzige, was sich seitdem deutlich verändert hat, sind unsere Kinder.

Warten auf Christoph, er kommt wieder direkt vom Büro und ich mit den Mädchen aus der anderen Richtung.

Das Atrium.

Durchs Foyer in den neuen Teil.

.. und kurz geguckt, ob die Leezen noch da sind.

Auch dieses Mal schleichen uns die Aufpasser wieder hinterher, allerdings nicht ganz so penetrant wie beim letzten Mal, als die Mädchen noch kleiner und daher potentiell gefährlicher waren.

Knapp 2 Stunden halten wir uns im Museum auf, dann verabschiedeten uns voneinander. Christoph fuhr noch für einige Stunden ins Braukunstwerk, ein Freund feiert seinen Geburtstag. Die Mädchen und ich machen uns auf den Heimweg. Während für Ella und mich ein Abend auf der Couch lockt, macht Hanne sich schick. Heute Abend ist Disko in der Schule; dass sie von 19-22 Uhr dort sein darf, habe ich ihr schriftlich bestätigen müssen.

Hin radelt sie natürlich alleine, für den Rückweg wird Christoph sie abholen. Ella und ich haben ein Date mit der Feuernation.

 

 

 

 

 

Zwei Paar Handschuhe

Es wird langsam langweilig zu berichten wie kalt es wirklich ist, wenn man zur Arbeit radelt. Ellas Wetterstation-Wecker-Kombination, die sie Weihnachten 2016 bekam, versorgt uns jeden Morgen mit neuen Schreckensnachrichten. Sogar Hanne hat angefangen, ein Unterhemd zu tragen; die doppelte Lage Handschuhe ist ein Muss.

Heute arbeite ich in den Innenstadt, und da jeder weiß, wie rar die Parkplätze dort sind, schwinge ich mich auch aufs Rad. Mit Skihandschuhen und mehrfach gezwiebelt.

Ich werde nicht zu Hause sein, wenn Hanne kommt. Das macht ihr wenig: sie verabredet sich mit Greta und radelt in die Stadt. Die beiden wollen im Extrablatt zu Mittag essen.

Bei einer Besprechung mit meinem Vorgesetzten bekomme ich heute einen wunderschönen Blumenstrauß geschenkt; ich bin ziemlich baff und freue mich total.

Ellas Reaktion auf meinen schönen Strauß: „Mama! Findet der Dich etwa gut?!“ 

Ich hole das kleine Mädchen um 15h von der OGS ab. Sie ist neidisch auf Hanne, denn sie will auch mal alleine mit einer Freundin in die Stadt. Ich merke an, dass das bestimmt noch etwas dauert, wenn einige ihrer Freundinnen nicht mal alleine zum Supermarkt an der Ecke gehen dürfen, ohne dass ich sie begleite. Wir überlegen, dass es mit Elsa aber bestimmt am schnellsten so weit sein dürfte, und halten das im Hinterkopf.

Als wir die Räder in die Garage schieben, wundern wir uns: Christophs Rad ist schon da? Er liegt auf der Couch, schläft, hat die Decke bis zu den Ohren hochgezogen und hat Fieber.

Weil Hanne anbietet, Ella ins Bett zu bringen, darf ich abends aber trotzdem alleine los, sogar mit einer Freundin; die beste Fastnachbarin und ich gehen Scottish Ale trinken. Wir schmieden Geburtstagspläne: dieses Jahr werden wir beide 40.

Als ich heimkomme schläft Christoph auf der Couch, Ella im Bett, und Hanne guckt die Gilmore Girls.

 

 

 

Wieverfastelovend

Es ist Weiberfastnacht und ich muss arbeiten… offensichtlich war ich im Vorfeld sehr jömelig, denn aus lauter Mitleid hat mein Morgenkurs Berliner mitgebracht.

Dann hab ich frei, die Sonne scheint, es ist knackekalt, der Himmel ist blau und es ist Weiberfastnacht!

Dieses Jahr habe ich mir ein ganz schnelles Kostüm überlegt: Waldelfe. Ein Haarreifen, Vogel und Blätter aus dem 1-Euro-Laden, ein bisschen Draht und der Kopfschmuck war fertig; dazu Elfenohren zum Aufstecken. Ein altes grünes Tshirt, auf dem die restlichen Blätter mit der Heißklebepistole aufgeklebt werden.

Untenrum braucht man an Fastelovend eh nur sehr feste Schuhe und eine bierabsorbierende Jeans. Hanne schminkt mich einmal zur Probe und übt auf ihrem Arm.

Es sieht super aus, aber bevor ich Ella abhole, schminke ich mich lieber ab, sonst ernte ich komische Seitenblicke. Als ich Ella gut zu Hause habe, darf Hanne mich ein zweites Mal schminken. Es läuft der WDR Livestream und Lupo: Nur für die Liebe nicht und MILJÖ – Su lang de Leechter noch brenne.

Um 17h kommt Meike zu mir, kurz danach stößt Christiane dazu, und dann geht’s in die Jüdefelder: der Barzillus ist fest in Jupps kölscher Hand.

… ein guter Auftakt, morgen geht’s nach Kölle!