Münster

Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel

Heute, es bleibt uns nichts anderes übrig, müssen Hanne und ich unser träges und lethargisches Leben zugunsten der letzten Vorbereitungen für’s Zeltlager abbrechen. Immer nur Listen zu schreiben, ohne sie auch abzuhaken, bringt uns nicht mehr weiter, also radeln wir gegen 11 in die sommerferienleere Innenstadt und besorgen Sonnencreme, Aloe-Vera-Apréscreme und zwei weiße Tshirts. Wir parken die Leezen an der Stadtbücherei und sind schon nach kurzer Zeit mit allem fertig.

Natürlich muss es zum Frühstück-Mittagessen Chinesisch sein, samt Leutegucken.

Da wir an der Dominikanerkirche sitzen und die Türen offen stehen, gucken wir uns danach das Focaultsche Pendel an, das Gerhard Richter Münster in diesem Sommer geschenkt hat. Sehr beruhigend, dem Pendel zuzugucken. Wenn wir nicht aufpassen, übermannt uns die Lethargie schon wieder.

Als eine Reisebusladung an Touristen ankommt, gehen wir ins Krameramtshaus.

Wir rollern gemütlich heim und machen Zwischenstopp beim Supermarkt, denn heute Abend kommen einige der Liebsten zum Grillen vorbei.

Wie gut, dass wir gestern von meinem Vater so viel Holz mitgenommen haben!

Münster verwöhnt

Übers Wochenende haben wir Besuch von Oma und Opa und Hanne hat die Chance ergriffen und war mit Oma in der Stadt. Sie hat einen neuen Badeanzug kaufen sollen, hat noch 2 weitere Oberteile abgestaubt, war in den Arkaden Frozen Yogurt essen und danach bei Münster verwöhnt auf dem Schlossplatz.

Vor 7 Jahren waren wir auch mal da. 

Oma hat Hannes alte Leeze benutzt, damit die beiden nicht alles zu Fuß haben abklappern müssen. Ich hätte ihr gerne meine Gazelle gegeben, aber die ist ihr zu hoch.

Ella hat mir in der Zeit Plattenball beigebracht, und als wir darauf keine Lust mehr hatten, blieben wir noch ein bisschen auf dem Spielplatz.

 

 

Frühstücksbuffet

Zu meinem 39. Geburtstag bekam ich einen Frühstücksgutschein samt bester Begleitung geschenkt, und wie sich das mit Gutscheinen so verhält, hing er seitdem hübsch an meiner Pinnwand. Bevor ich in diesem Sommer 40 werde, sollte er aber doch eingelöst werden.

Der Tag war traumhaft: schon am Morgen deckte Ella barfuß den Terrassentisch.

Ich steckte noch schnell Sonnencreme ein und radelte mit den Gutscheingebern zum Frühstücksbuffet im RoadStop. Natürlich saßen wir draußen.

Nach der Heimfahrt verbrachten wir den Rest des Tages im Garten – und wer dazukommen wollte, kam, und blieb.

 

Campusgarten GrüneBeete

Am Nachmittag radeln Hanne und ich mit kleinen Geschenken – Romatomatensetzlingen und Topinamburknollen – zum Campusgarten der FH Münster. Letztes Wochenende, als Pflanzentauschbörse war, haben wir es leider zeitlich nicht geschafft, wir waren mit unserem eigenen Garten beschäftigt. Da ich Topinambur den Campusgartenmädchen schon seit 3 Jahren verspreche und sie bei uns endlich gut gehen, war es an der Zeit, sie hinzubringen.

Ich hoffe, dass der Topinambur sich wohl fühlt und gut ausbreitet – Platz hat er genug.

Ella übt Klavier,

(Gary Jules, Mad World)

und am Abend gucken wir die Staffel Supergirl zuende.

 

Frühlingssend

Am Nachmittag schließe ich das Laptop am Fernseher an. Der Eurovision Song Contest nähert sich mit Riesenschritten und wir müssen uns entscheiden, welches Land wir in diesem Jahr unterstützen. Es ist wie immer schwierig, bis auf eines: Deutschland ist es sicher nicht.

Zum Abend brechen wir 4 gemeinsam zum Frühlingssend auf, fahren Riesenrad, sind im Wasserlabyrinth, essen Schokoladenerdbeeren und Fischbrötchen.

Kaffee. Fensterrahmen. Little Big Planet und Lost in Space.

Hoch die Hände, Wochenende!

Ella macht Sonntagsbrötchen aus der Dose. Sie überlegt sich für jedes einzelne ein eigenes Muster und auch, wem dieses Kunstwerk später auf den Teller wandern darf.

Ich lasse die anderen drei um halb 11 in ihrer Gemütlichkeit zurück und radele zur Röstbar am Bohlweg, um Corinna auf einen Kaffee zu treffen. Das war sehr schön, und lange überfällig.

Als ich mittags nach Hause komme, steht der Beste in der Garage und zerlegt die alten Fensterrahmen. Später fährt er sie zum Recyclinghof, und wir haben wieder etwas mehr Platz in der Garage für die Leezen.

Später bekommen wir Besuch, ich pflanze Romanasalatherzen an, Hummelblumen und vereinzelne die Sonnenblumen, die schon danach aussehen. Die Mädchen sind sich selbst genug und verschwinden nach oben; sie kommen den ganzen Nachmittag nicht runter.

Um 18h kommt Ellas Übernachtungsfreundin Estella. Die beiden spielen Little Big Planet und amüsieren sich so großartig, dass sie das Wohnzimmer besetzen dürfen. Hanne und ich verziehen uns mit dem Laptop ins Bett: wir starten mit Netflix‘ Lost in Space und gruseln uns gemeinsam. Christoph legt sich dazu und schläft ein, er fand es wohl nicht ganz so spannend!

 

Kiepenkerl

So ein sonniger Tag!

Schmeißt die Solarlux auf, wir machen heute nur Draußendinge, und zwar voller Elan! Vielleicht holen wir sogar die Sonnencreme aus der Krimskramsschublade im Bad.

Naturgemäß fällt uns immer schon wenig später ein, dass wir auch grillen wollen, und wenn es uns so geht, vielleicht wollen das ja alle Freunde auch. Wir laden ein. Ella macht den Anfang und hat ab 10h morgens Elsa hier. Die beiden bauen sich ein Zelt auf.

Sie sortieren Steine und sind den Tag über 3x beim Laden gegenüber: Wir brauchen Butter. Wir brauchen Eis! Sie brauchen Kaugummi. Der Weg ist das Ziel – das Alleinegehendürfen, das Alleinegeschaffthaben.

Hanne und ich topfen um und pflanzen ein und kümmern uns rührend. Christoph verkleidet in der Zwischenzeit die neuen Fenster.

Um 2 kommt die Flaschenpost, kurz vor 4 die ersten Freunde. Wir stehen um den Grill, quatschen und überlegen uns, warum noch mehr Sirenen zu hören sind als sonst. Ich denke, es sei ein Unfall auf der Autobahn passiert, irgendwas Großes, bis wir den Hubschrauber sehen, der still über der Innenstadt steht und die ersten Nachrichten kommen, die ersten Fragen aus Münster, aus Deutschland, aus der Welt, ob alles in Ordnung ist? Wir melden uns selbstständig bei unseren Familien, vorsichtshalber, damit sie keinen Schreck bekommen, wenn sie plötzlich etwas im Radio hören.

Ich verbiete Christoph, zum Baumarkt zu fahren. Wir sitzen zusammen. Ich merke, in wie vielen whatsapp-Gruppen ich bin; viele von ihnen wurden seit Monaten nicht mehr genutzt und verschwanden in die Tiefe der Timeline, bis heute.

Als die Textnachrichten nur noch aus „Himmel, wir waren graaaaade noch in der Stadt, was hätte uns alles passieren können!“ / „Ich geh da immer sonntags lang.“ / „Da hatten wir heute Morgen noch unsere Leezen geparkt“ bestehen, mache ich das Handy aus. Ich weiß, dass die Meinen in Sicherheit sind, alle Nachrichten sind zu diesem Zeitpunkt Spekulationen.

Noch mehr Freunde kommen, manche aus der Innenstadt. Ich bin froh, dass wir nicht mehr da wohnen, wo die Mädchen heute vielleicht schwer bewaffnete, vermummte Polizisten hätten sehen können. Der Himmel ist blau. Der Hubschrauber steht wieder über der Innenstadt; so lange, dass wir sein Geräusch irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.

Wir sitzen bis tief in die Nacht zusammen.

Dreizehn

Dreizehn, ist das zu glauben!!

Heute hätte das große Mädchen gerne länger geschlafen, aber das Geburtstagsfrühstück konnte nicht länger warten. Die Torte wartete neben 13 Kerzen, einem Geschenketisch, Schwester, Opa, Oma, Christoph und mir.

Es gibt viele neue Bücher, einige Kleider, eine neue Tasche, dies und das und die Erfüllung des Wunsches, heute in den Botanischen Garten zu gehen, wenn auch leider ohne Christoph, der zur Arbeit musste.

Das Wetter ist traumhaft.

Der letzte gemeinsame Besuch ist auch schon wieder 3einhalb Jahre her.

Am Nachmittag kommt Corinna auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen vorbei brachte als Geschenk das Spiel Photosynthese vorbei.

Meine Eltern machen sich um 19h auf den Heimweg und wir 4 ziehen ins Wohnzimmer. Heute starten wir mit Staffel 2 von der Reihe betrüblicher Ereignisse auf Netflix.

Unter Dach und Fach

Hanne hat Heißhunger und schläft viel. Wenn sie nach Hause kommt, will sie essen, dann auf die Couch, und einen ruhigen Nachmittag haben.

Ella hat gar keinen Hunger und schläft wenig. Sie steht morgens pickobello angezogen hüpfend vor unserem Bett und möchte sehr früh in die Schule. Christoph tut ihr den Gefallen, der Gute.

Ich verabschiede die anderen drei und habe das erste Mal seit langem Zeit für einen zweiten und dritten gemütlichen Kaffee, bevor ich los muss.