Fahrt nach England

Um kurz nach halb 5 treffen wir uns alle verschlafen unten.

Ellie hat es nur bis auf die zweitunterste Treppenstufe geschafft, kuschelt sich in ihren Bademantel und reißt sich zusammen. Hanne ist aufgeregt und hibbelig, ich bin müde und freue mich für sie. Der Liebste wird Hanne zum Bus bringen, ich mache ihm schnell einen Kaffee und weiß schon, dass ich gleich Ellie werde trösten müssen.

Um halb 6 fährt der Bus los, und dank whatsapp, Powerbank und europaweiten Datennetzes bekommen wir den ganzen Tag über immer wieder kurze Meldungen, wo sich Hanne grade befindet. Einige Auszüge:

Hanne – 9:43 Uhr: Das ist Antwerpen!

Hanne – 12:05: Oh mein Gott! Oh mein Gott!! Oh mein Gott wir sind in Frankreich!!

Ella – 12:47: Ich vermisse dich so unendlich Hanne

Ella – 12:48: Aber ich freue mich für dich

Hanne – 13:09: Wir warten auf die Fähre

Hanne – 14:20: Jetzt sind wir auf der Fähre

15:59: Grade sind wir in England angekommen!

Silke – 17:55: Jetzt backen wir Kuchen und Muffins für morgen.

Mehr haben wir an dem Tag nicht mehr gehört, uns aber auch keine Sorgen gemacht.

 

Way of Waves

Im Hot Jazz Club war ich das letzte Mal bei einem Konzert bei Ray Wilson und Ali Fergusson vor knapp 11 Jahren.

Heute Abend bin ich kurz vor 7 gemütlich runter zum Hafen geradelt, habe mich mit lieben Menschen getroffen, 3 Bier getrunken und 3 Stunden lang dem isländischen Singer-Songwriter Svavar Knútur zugehört. Das war vielleicht schön!

Venedig

Um 6 Uhr schließen wir das Apartment ab, das uns allen leider nicht gut gefallen hat, sagen dem hübschen Hexenhaus um die Ecke Adieu und fahren los.

(Das Hexenhausbild hat Christoph gestern Nachmittag gemacht.)

Das Navi sagt, bis Venedig bräuchten wir etwas über 3 Stunden. Wir vermuten, dass Italien strenge Grenzkontrollen eingerichtet hat und wir daher länger brauchen würden; tatsächlich aber kontrolliert wie jedes Mal bei Grenzübertritten in unserem Sommer nur Slowenien, und zwar sowohl bei der Ein- als auch der Ausreise.

Um kurz nach 9 sind wir tatsächlich fast schon da.

Die SS11 leitet uns in Richtung Parkhaus San Marco, von wo aus wir ungefähr 4 Kilometer zu Markusplatz und Rialtobrücke laufen werden.

Oh, das war wirklich so wunderschön!!

Wir nahmen das Wassertaxi um 12h09 zurück zum Auto. Christoph und ich wechseln uns gut ab, die Mädchen dösen, lesen, hören Musik, und um kurz nach 1h nachts sind wir wieder Zuhause.

 

 

Kroatien 4

Heute probieren wir einen Strand in Premantura aus und suchen uns einen Schattenplatz unter Pinienbäumen.

Christoph und die Mädchen springen eine Stunde auf einer riesigen Wasserhüpfburg rum, erklimmen den Gipfel, rutschen runter, machen Bauchklatscher, klettern wieder rauf und toben sich aus.

In der heißen Mittagshitze sind wir zu Hause, am Abend gucken wir uns die Altstadt von Pula mit seinem beeindruckenden Amphitheater an.

Wir laufen bis zum Augustus-Tempel auf dem Platz der Republik,

und Ella findet einen Schlüsselanhänger.

 

Kroatien 3

Wir verbringen den Tag am Sandstrand von Medulin, bei dem es im Wasser natürlich auch Steine gibt, aber weiter draußen weite Sandbänke und – und das findet Ellie famos – man kann auch mit 134cm schier ewig weit reingehen und an vielen Stellen immer noch stehen. Ich lese derweil Hannes Buch, weil ich am Strand gerne ein physisches in der Hand habe.

Das Wasser ist so warm, dass die Mädchen fast gar nicht mehr rauskommen.

Kroatien 2

Am Morgen machen wir uns kurz nach dem Aufstehen bereit, weiter nach Pula zu fahren. Wir entscheiden uns gegen die Autobahn, die durchs Landesinnere führt und für ca. 280 Kilometer etwas über 3 Stunden dauern soll, sondern diese Straße, die zur Küste führt und der wir Richtung Norden immer am Meer entlang bis hinter Rijeka folgen können. Für diese 230 Kilometer sollen wir auch ungefähr 3 Stunden einplanen, da nehmen wir lieber die malerische Route.

Und plötzlich ist es da, das Adriatische Meer: 

Die Mädchen machen die Fahrerei gelassen und ohne zu quengeln mit, wissen aber auch, dass wir die nächsten 4 Nächte an Ort und Stelle bleiben werden. Wir kommen mittags in Pula an, suchen unser Apartment, in das wir erst am Nachmittag werden einziehen dürfen, und fahren dann weiter zum Meer.

Die Hitze ist drückend. Die Mädchen vermissen den Sandstrand – hier in Kroatien gibt es ja Fels- oder Kiesstrände, aber das Wasser ist herrlich warm und Ella will gar nicht mehr raus.

Wir decken uns abends in der Mall mit allem ein, was wir für die kommenden Tage hier in Kroatien brauchen: Flipflops und Wattschuhe, Wasser, Apres-Milch, Nudeln, Äpfel, Sir Gouda, Brot, Tomaten, einen Schwimmreifen, der aussieht wie ein Doughnut und eine Luftmatratze, die aussieht wie ein Eis am Stiel.

 

 

 

 

Kroatien 1

Der Liebste steht auf leisen Sohlen vor mir auf und deckt den Frühstückstisch, Ella hilft ihm. Hier gibt es keine Kaffemaschine, also bekomme ich zum 40. Geburtstag den ungelogen weltschlechtesten Instantkaffee vom besten aller Ehemänner, dazu eine liebe Karte, die mich zu Tränen rührt, Dekosachen für mein Arbeitszimmer und Selbstgebasteltes von Ella.

Viel Zeit bleibt nicht zum Frühstücken, denn wir fahren heute nach Plitvice, Kroatien, und besuchen die Seen, die seit 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Wir bestücken uns mit Eiskaffee vom Supermarkt, Käsebrötchen und guter Musik und verlassen gegen 10h Ljubljana.

Wir wählen den von der Strecke her kürzeren Weg, der nicht über Zagreb führt und ähnlich lange dauert, und sehen hübsches Hinterland.

Rechts und links finden sich alle paar Kilometer Verkaufsboxen für Honig (Med) und Käse (Sir), sowohl in Slowenien, als auch in Kroatien: Die Grenze kommt unverhofft und doppelt: Wir müssen die Pässe vorweisen, als wir Slowenien verlassen, und 3 Meter später erneut, als wir nach Kroatien einreisen. Beide Grenzbeamte machen einen unmotivierten und wortkargen Eindruck, ich hätte aber auch keine Lust bei so einem Wetter mitten im Nirgendwo die Grenze zu hüten.

Anders als Slowenien, das den Euro hat, gibt es in Kroatien Kuna. Als wir grenznah die Maut mit Euro bezahlen, bekommen wir die ersten beiden Kune zurück. Da man in Kroatien innerörtlich 50 fahren darf, kommen wir nur langsam voran: Wo eine Ortschaft endet, fängt die nächste unmittelbar an, obwohl man das erste Haus erst Kilometer später zu sehen bekommt. Daher dauert unsere Fahrt länger als geplant, kann uns aber nicht ärgern: Die Zeit, die wir im Auto verbringen, werden wir nicht in der prallen Sonne an den Seen verbringen.

Um kurz nach 2 parken wir an Eingang 1, und nun folgen viele, viele Bilder, die den Verlauf von den unteren Seen zum oberen Teil des Parks dokumentieren.

Hier rechts sieht man den höchsten Wasserfall Kroatiens, der uns aber weniger beeindruckt als die anderen, die wir in diesem Urlaub sahen (Golling, Krimml).

Die unvergleichlichen Grüntöne der Seen waren da schon was anderes!

Die Überfahrten mit dem Elektroboot sind im Eintrittspreis enthalten und waren ein willkommener Wechsel, nachdem wir die unteren Seen erlaufen hatten.

Es war toll, wie die Mädchen bei dieser Hitze durchgehalten haben; ein guter, ein ganz richtiger 40ster Geburtstag für mich!

Nach etwas mehr als 4 Stunden verließen wir den Park und fuhren zu unser Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg zur Küste. Es gab Spaghetti Bolognese und danach lagen alle schnell in ihren Betten. Morgen geht es früh weiter, wir steuern unsere letzte Unterkunft in diesem Urlaub an: 4 Nächte in Pula.

 

 

 

 

 

 

Slowenien 3

Am Vormittag packen wir das Auto: Grade mal 50 Kilometer von Bled entfernt liegt Sloweniens Hauptstadt Ljubljana, dessen deutscher Name, wie ich gestern lernte, Laibach ist.

Wir können das Apartment in der Innenstadt, das wir für diese Nacht gebucht haben, erst am Nachmittag beziehen. Daher haben wir uns überlegt das Auto in der Nähe abzustellen und, da wir uns selbst in die Wohnung lassen und daher keinen Treffpunkt mit der Vermieterin abmachen müssen, den Tag ganz entspannt anzugehen.

Wir finden einen Parkplatz, wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt, und machen uns auf die Stadt zu entdecken. Himmel, war das heiß!

Vielleicht nicht die beste Idee bei dieser Hitze, aber wir sind ja mittlerweile Berge gewöhnt, so arg hoch liegt die Burg ja auch nicht, und außerdem kann man sich von dort oben einen schöne Blick über ganz Ljubljana gönnen. Himmel, war das heiß!

Aber der Blick war wirklich schön, und die Burg selber, die man in Teilen kostenlos betreten darf, gefiel uns gut mit ihrer Mischung aus alt und neu.

Nachdem wir uns einen Überblick über die Stadt verschafft haben, gehen wir zum Markt runter. Die freien Trinkwasserspender, an der wir unsere Wasserflaschen auffüllen können, sind großartig. Wir trinken, essen etwas und machen Pause, bevor wir uns aufmachen die Stadt zu erkunden. Hatte ich schon erwähnt, dass es wirklich sehr heiß war?

Nach einiger Zeit sind die Mädchen einfach nicht mehr in der Lage weiterzulaufen, und wir freuen uns auch auf eine Pause im wunderbar kühlen Apartment. Erst um halb 6 gehen wir wieder los, denn das ist durch die zentrale Lage in der Fußgängerzone kein Problem.

Ella sucht (und findet) einen Schlüsselanhänger. Hanne macht einen Schaufensterbummel (und endet mit 2 neuen Pullovern von H&M. Hatte ich schon erwähnt, wie unfassbar heiß es heute ist?). Christoph und ich schlendern mit, lassen uns treiben und kaufen Eis für alle.

Um halb 9 gehen wir zurück, duschen uns den Großstadtschweiß ab und machen Pläne für den morgigen Tag, denn es geht weiter nach Kroatien.

 

 

 

 

 

 

 

Slowenien 2

Nach einem gemütlichen, gemeinsamen Frühstück warten wir auf das Ende der Waschmaschine und spielen dabei auf der Terrasse Karten. Gegen 11 hat sich die Wäsche ausgeschleudert, ist aufgehangen, die Badetasche steht gepackt, die Körper wurden eingecremt und wir haben eine vage Vermutung, wo man denn in Bled heute a) sein Auto hinstellen kann und b) ins Wasser geht, denn wir wollen den ganzen Tag faul sein, baden, lesen, gar nichts tun außer Stand-Up Paddeling, weil sich Hanne das so furchtbar dringend gewünscht hat.

Da sich, wie gestern schon, Massen an Touristen Stoßstange an Stoßstange nach Bled reinschieben, fällt unser ambitionierter Parkplatzplan flach, wir finden aber einen anderen Platz, nicht allzuweit entfernt vom See. 10 € / Tag scheint der normale Preis zu sein, es sei denn man hat Pech und landet auf einem 2€ / Stunde, höchstens 4 Stunden-Platz.

4 Stunden reichen uns aber nicht. Im Gegensatz zu gestern, als wir an der Westseite waren,  schlagen wir heute den Fußweg um den See in Richtung Ostseite um. Wir wollen unter der Burg ins „Schwimmbad“, einem abgetrennten Bereich, an dem man auch SUPs leihen kann, wo es Umkleidekabinen und eine Wasserrutsche und gute Einstiegsmöglichkeiten in den See gibt. Mit 22 Grad ist der nicht grade badwannenwarm, aber so wunderschön, klar, weich und blau – und erstaunlich sauber. Ich freue mich, dass wir an die Unterwasserkamera gedacht haben.

 

Obwohl das Wasser so klar ist, kann man nicht erkennen, wie tief der See ist – auch nicht mit Taucherbrille. Ich möchte mir an dieser Stelle darüber keine weiteren Gedanken machen. Erst geht Christoph mit den Mädchen ins Wasser, dann nehme ich Hanne mit, danach paddeln die 3 für eine Stunde – 2 SUPs, Ella fungiert als Gallionsfigur mit Rettungsweste. Ich lese in der Zwischenzeit und habe mir später sagen lassen, dass es schwieriger ist als es aussieht. Reingefallen ist aber niemand.

Hanne schreibt Erinnerungen in ihr Travel Tagebuch. Ich gehe noch einmal mit ihr schwimmen. Es kostet jedes Mal neue Überwindung, aber wenn man einmal drin ist, ist es herrlich.

Wir sind den ganzen Nachmittag am See.

Erst um 18h fahren wir nach Hause, bereiten gemeinsam Nudeln und Salat zu, essen und schmieden Pläne für Morgen, denn wir fahren weiter nach Ljubljana.