Nordkirchen

Christoph und ich sind uns sicher, dass wir schon mal im Garten des „Westfälischen Versailles“ herumspaziert sind, und sogar ein Kind dabei hatten – dann vermutlich das Große, als es noch sehr klein war, denn offenbar war das noch in der Prä-Blog-Ära, sprich vor September 2008.

Zeit, diesen Spaziergang zu wiederholen.

Hanne muss den ersten Faust-Prolog auswendig lernen. Jede Minute zählt.

Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir genug geschlendert, die Sonne geht schon fast unter und es wird kalt.

Am Auto wartet eine böse Überraschung auf uns – der Außenspiegel an der Fahrerseite hat einen Riss, jemand ist dagegengekommen oder -gefahren.

Jemand hat uns freundlicherweise einen Hinweis samt Autokennzeichen hinterlassen.

Damit werden wir dann in den kommenden Tagen zur Polizei gehen.

Zuhause backen die Mädchen 3 Bleche Baiser aus aufgefangenem Aquafaba, einem kleinen Berg Zucker und der unvermeidbaren Lebensmittelfarbe.

und das Wochenende beschließen wir auf der Couch.

Auszeit 9

Mehr Sightseeing!

Wir Eltern haben Wünsche geäußert, was wir uns heute gerne ansehen möchte. Die Töchter sind sehr entgegenkommend.

Diese schicke Doppeltreppe am Verkehrsmuseum führt nirgendwohin – sie dient nur der Zierde.

Das Wetter ist gut, die Menschenmassen sind sehr moderat. Wir gehen in den Zwinger.

Nicht auf die Striche treten!

Kurz vor 1 gehen wir zurück zum Neumarkt.

Wir stellen uns an der kurzen Schlange vor der Frauenkirche an. Hier darf man tatsächlich nur mit Mund-Nasen-Schutz rein. Der Fußverkehr ist als Einbahnstraße geregelt. Fotos sind nicht erlaubt, als Eindruck nehmen die Mädchen mit, dass die Kuppel von innen aussieht wie eine Babyparty: zartes Gelb, hellblau, hellgrün, hellrosa.

Für den Nachmittag haben wir ein kleines Konstrastprogramm zur Innenstadt geplant: Wir fahren zur Bastei ins Elbsandsteingebirge.

Bis zur Brücke können wir gemeinsam gehen, danach wird es für Christoph und Ellie schwierig und sie bleiben lieber zurück.

Beeindruckend! Wir fahren am späten Nachmittag zurück nach Dresden, Hanne und Christoph besorgen etwas zum Abendessen und wir legen die Füße hoch.

Schon morgen fahren wir weiter und wir haben natürlich nicht viel gesehen, aber den positiven Eindruck von Dresden als saubere, entspannte, schöne Stadt mit viel Wasser und noch mehr Grün nehmen wir mit.

Auszeit 8

Wie jeden Morgen seit wir hier sind gehen Christoph und Ellie um 7:45 schwimmen. Wie jeden Morgen sind sie alleine im Schwimmbad.

Wir packen das Auto im Regen und kommen gegen 10 los. Es sollte ungefähr 5 Stunden dauern, bis wir in Dresden ankommen. Beide Mädchen haben die Fähigkeit im Auto zu lesen mittlerweile perfektioniert. Außerdem haben sie meistens eigene Musik auf den Ohren und reichen auf Anfrage Snacks nach vorne, da die Essenstasche zwischen ihnen steht. Angenehme Mitreisende, die beiden.

Christophs Lieblingsautobahn: Die A9

Wir checken ein und sind mitten im Geschehen: Das Aparthotel liegt an der Münzgasse, direkt an der Frauenkirche.

Wir packen aus, kommen an und machen uns dann auf die Suche nach etwas zu essen, bevor wir durch die Stadt schlendern. Was uns direkt auffällt: Niemand trägt eine Maske, auch die Bedienungen in den vielen Straßencafés und Restaurants am Neumarkt nicht. Abstandsregeln werden nicht eingehalten, die auf Plakaten versprochene Desinfizierungen von Tischen, bevor sich ein neuer Gast hinsetzt, sehen wir kein einziges Mal.

Nun gut. Hunger haben wir trotzdem.

Im Anschluss erkunden wir die Innenstadt, lassen uns einfach treiben und sind begeistert. So eine schöne Stadt!

Irgendwann sind die Füße müde und brauchen eine Pause. Von der Wohnung aus beobachten den Platz vor der Frauenkirche.

Später am Abend ziehen Christoph und Ellie aber nochmal los und bringen Nachtfotos mit.

Canyon

Der Vormittag vergeht ähnlich langsam wie der gesamte gestrige Tag. Hanne übt Kopfstand im Garten, weil sie jetzt Acro Yoga angefangen hat.

Zum Mittagessen in der Sonne, auf der Terrasse, erntet sie einen dicken Batzen Salat aus dem Gewächshaus.

Während wir essen, eröffne ich den anderen 3en, dass wir heute etwas machen werden, und zwar gemeinsam, und zwar außerhalb des Hauses mit spazieren gehen, und dass wir dafür alle das Auto werden betreten und Autoluft werden aushalten müssen.

Gut, dass die mich so gerne mögen. Niemand quengelt und keiner will lieber zu Hause bleiben (und falls doch, sagt es niemand, das reicht mir schon fast). Um 14h30 möchte ich bitte im Auto sitzen, kündige ich an, und schon artet es ein bisschen in Prep-Stress aus. Beim Zusammenpacken von Wasser und Proviant merkt Ellie an, bis jetzt wäre diese Corona-Zeit meistens „glücklich, glücklich, Eierkuchen“ gewesen, weil es keinen Termindruck gab, und nun komme ich mit sowas an.

Wir fahren 20 Minuten bis Lengerich und parken kostenfrei am ziemlich vollen Parkplatz des Alva Skulpturenparks. Es sind ziemlich viele Menschen unterwegs, streckenweise zu viele, um die Abstandsregeln bei allen einzuhalten, obwohl die meisten sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen.

Wir laufen durch den kleinen Skulpturenpark und am Grünen Zimmer vorbei zu Waldrand und Hortensiengarten und von dort aus weiter zum Aussichtspunkt für den Canyon.

Wir wollen den Canyon auch von der anderen Seite sehen, daher laufen wir durch Wald und Wiesen und im Bogen zurück zum Grünen Zimmer.

Wir machen noch eine kurze Pause im Schatten und sind nach knapp 4 Stunden wieder zu Hause.

Flanieren 2020

Von 12 – 20 Uhr öffnen heute 25 Künstlerinnen in Münster ihre Ateliers für alle Interessierten, die vorbeikommen und reinschauen möchten. In den letzten Tagen hat Ellie sich das Booklet vorgenommen, das Christoph aus der Stadt mitbrachte, und eine Route ausgearbeitet.

So sind wir heute, Münsteruntypisch, bei schönstem Wetter zu Fuß durch die Stadt flaniert. Untypisch ist hier beides: schönes Wetter und zu Fuß.

Nach 3 Stunden waren wir bereit für ein spätes Mittagessen.

Ellie und ich eilten danach schnell heim, denn sie war mit einer Freundin zum Kino verabredet. Die Freundin wartete schon vor dem Haus, ich lud die beiden ins Auto ein und ließ sie vor dem Cineplex raus. Sie gucken Onward: Keine halben Sachen und haben viel Spaß. Die Tickets hatte ich vorher online besorgt und per QR-Code-Email auf Ellies Handy geschickt. Als ich heimkam, waren die anderen beiden auch grade angekommen und die Couch rief. Später holte Christoph die beiden Kleinen ab und wir konnten den Abend einläuten.

Telgte, Emsauenpark

Gegen Mittag, als wir alle senkrecht sind und uns der Hunger in die Küche treibt, beschließen wir das Lotterleben radikal zu beenden und rauszugehen. Bevor die Sonne gegen halb 5 untergeht, schaffen wir es uns anzuziehen, die 10 Kilometer bis Telgte zu fahren, und eine kleine Runde durch den Emsauenpark zu drehen.

Frankreich 14

In der Nähe unseres Ferienhauses sind Seen. Wenn es am Meer mit dem Wassersport nicht klappt, hatte ich mir gedacht, gehen wir ins Inland. Leider ist das alles sehr enttäuschend; nichts hat offen, oder ist nur für Mitglieder, oder nur für Angler, oder für Kinder unter 10.

Als wir rd. 3 Kilometer um den See herumgelaufen sind, fahren wir desillusioniert zurück zum Haus. Morgen müssen wir bis 10h das Haus verlassen, aber weil ich nicht weiß, was wir heute überhaupt noch machen sollen, werfe ich vor dem Mittagessen den Vorschlag in die Runde, heute schon nach Brügge und danach weitere 4 Stunden nach Hause zu fahren. Im Gegensatz zu morgen soll es heute in Brügge zwar bewölkt, aber regenfrei sein. Zusätzlich fahren 3/4 von uns viel lieber in den Abend rein, als morgens früh aufzustehen.

Die Idee findet dementsprechend reißenden Absatz. Trotz Mittagessen, Proviant, packen, ins Auto einladen, saubermachen werfen wir keine 2 Stunden später den Haustürschlüssel in den Briefkasten und rollen von der Einfahrt. Bis Brügge dauert es nur etwas über eine Stunde. Es ist zum ersten Mal seit 2 Wochen richtig viel Verkehr auf den Straßen. Ich hatte mir, wie in Venedig, einen Rundweg zurechtgelegt, der uns an den meisterwähnten und bestbesuchten Plätzen vorbeiführen sollte.

Brügge ist so, so hübsch!

Von den anderen Touristen hören wir noch mehr unterschiedliche Sprachen als auf der Fähre in Amsterdam.

Nach 2 Stunden sind wir wieder beim Parkhaus und Ellie hat ihr selbsternanntes Pensum an Schritten pro Tag locker erreicht. Brügge hat uns absolut überzeugt.

Um 21 Uhr fahren wir nach Münster ein. Wie immer ist es großartig, nach Hause zu kommen. Zuhause!

Die Mädchen haben jetzt noch 2 Wochen Sommerferien, mit Verabredungen, Übernachtungen und den Vorbereitungen für das nächste Schuljahr. Christoph muss morgen wieder ins Büro, und auf mich wartet der Schreibtisch. Vielleicht mache ich die Tür zum Arbeitszimmer aber einfach einige Tage noch nicht auf.

Tagebau Hambach

Vom Haus meiner Eltern ist es nicht weit bis nach Elsdorf, von wo aus man in den Tagebau Hambach gucken kann. Obwohl das Wetter nach den heißen Tagen jetzt bei kühl, ungemütlich und regnerisch angekommen ist, fahren wir zur Aussichtsplattform, die terra nova heißt. Ich war sicher 30 Jahre, wenn nicht länger, nicht mehr da, und Christoph und die Mädchen noch nie. Hanne war schon durch das Stichwort „Hambacher Forst“ interessiert.

Alles macht einen lange verlassenen Eindruck.

Am Parkplatz kann man sich ein maßstabsgetreues Modell einer Schaufel angucken. Jede Zacke ist so groß wie ein Kleinwagen.

Dieser schmale, schwarze Streifen in der Mitte ist die Braunkohle.

Hanne sagt: „Furchtbar, furchtbar, furchtbar schrecklich.“

Hombroich

Seit gestern sind wir Mädchen bei meinen Eltern und haben die Hitze des Münsterlandes durch die Hitze des Rheinlands ersetzt. Apropos Hitze: Heute waren wir, gut eingecremt mit LSF 50, auf der Museum Insel Hombroich bei Neuss.

Bei 36° waren wir fast alleine. Durch die viele schattigen Plätze und Wege war es auszuhalten, und bei den Ebenen, die in der Sonne lagen, haben wir uns auf dem Kiesweg beeilt.

Mittags waren wir in der Cafeteria.

Ella hat einen Fächer dabei, die Glückliche.

Das war ein heißer, aber schöner Ausflug, wenn auch sehr anstrengend. Es gehört zum pädagogischen Konzept der Museum Insel, keine Wegweiser aufzustellen. Auch die Karte, die man an der Kasse bekommt, ist nur rudimentär, zum Beispiel sieht man darauf keine Treppen. Für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl ist das sicher ärgerlich, zusätzlich muss man im Zweifel große Umwege in Kauf nehmen, und die sind auf den Kieswegen auch kein Spaß. Auch wir fanden den Ausgang erst nach einigen Fehlversuchen, immer im Wechselspiel mit anderen Parkbesuchern, die dasselbe Problem hatten.

Auch, wenn man die Bau- und Kunstwerke überraschend auf die Besucher wirken lassen möchte, zumindest WC, Cafeteria und Ausgang gehören ausgeschildert.