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Amsterdam 3

Der letzte Tag in Amsterdam.

Wir müssen die Zimmer zwar um 10h verlassen, können das Auto aber bis 15h auf dem Hof stehen lassen. Das nutzen wir heute noch mal aus. Ein Bekannter, der lange in Amsterdam gelebt hat und nun zurück nach Australien gegangen ist, hat uns nicht nur die NDSM Werft, sondern explizit für die Kinder das NEMO empfohlen, ein Wissenschaftsmuseum, das in wenigen Minuten fußläufig vom Hauptbahnhof zu erreichen ist.

Das NEMO öffnet um 10h und wir sind bereit!

Auf 5 Ebenen kann man hier alles anfassen, ausprobieren und erfahren. Die Erklärtexte sind auf Niederländisch und Englisch, was es Hanne schon erleichtert zu verstehen, was man machen soll oder wie es funktioniert. Ella helfen wir anderen drei gerne aus.

Die große Terrasse ist heute leider unbespielbar, weil es kräftig regnet, aber der Blick auf Hafen und Altstadt bietet einen wunderbaren Abschluss für unsere Tage in Amsterdam.

Danke, Amsterdam, Du bist überlaufen und entspannt, international und gezellig und warst ein guter erster Testplatz für Städtereisen mit unseren Mädchen.

 

 

Amsterdam 2

Dieser Tag wird einer zum Sightseeing. Die Mädchen hatten sich Wecker gestellt und wollten um halb 8 beim Frühstück sitzen. Dass das nichts wird, wird klar, als keines der Kinder bereit ist aufzustehen. Letztendlich stehen wir um kurz nach 9 an der Metrostation und haben uns einen guten Plan für unseren Tag zurechtgelegt und vorsorglich Regenjacken angezogen.

Von der Centraal Station schlenderten wir uns entspannt und mit vielen Abstechern, Pausen und Läden innerhalb von 4 Stunden den Weg runter zur Anlegestelle unserer 75-minütigen Kanalrundfahrt, die am Eingang des Vondelparks startet. Die Tickets hatte ich schon zu Hause gekauft.

Der Dam

Nationalmonument

Royal Palace

De Nieuwe Kerk

Magna Plaza

Hanne saugt förmlich alles auf. Sie findet ein Notizbuch, das sie sich für ihren Geburtstag mitnimmt.

Es soll ihr neues Motto werden.

Ella strahlt und hüpft vor Freude, als wir ihr eröffnen, dass sie nach einem Schlüsselanhänger Ausschau halten soll: sie wird ihren ersten eigenen Schlüssel bekommen, wenn wir wieder in Münster sind.

Auf dem Dam essen wir einen Hot Dog und gehen weiter in Richtung Schwimmender Blumenmarkt. Ella hat jetzt einen Auftrag. Sie geht in jeden Souvenirladen, und davon gibt es so einige. Ihr Schlüsselanhänger soll diese 3 Kriterien erfüllen: Das Wort Amsterdam, typische Häuser, ein Fahrrad.

Ella findet endlich einen Schlüsselanhänger und ist überglücklich.

Die Schimmenden Blumenläden

Wir haben noch etwas Zeit bevor unser Boot kommt, und trinken zum Aufwärmen einen heißen Kakao / Kaffee.

Es fängt an zu nieseln; der Zeitpunkt für die Kanaltour könnte kaum besser sein.

Nach der Kanaltour setzen wir unseren Rundgang fort und spazieren wieder zurück in Richtung Hauptbahnhof. Es regnet nur noch wenige Minuten weiter. Auf dem Boot haben wir gehört, dass Amsterdam eine kinderarme Stadt sei; das deckt sich mit unseren Beobachtungen. Es gibt kaum Räder mit Kindersitzen, eher Lastenräder in allen Formen, Farben und Größen. Aber natürlich kann man mit denen auch Kinder transportieren ..

Wir sehen eine Kita und eine weiterführende Schule, ansonsten nur sehr viele Touristenkinder, dabei ist es jetzt Nachmittag. Spielplätze sehen wir auch keine. Vielleicht laufen wir auch einfach falsch?

Ich recherchiere und finde demographische Zahlen für Amsterdam aus dem Jahr 2015 und zähle zusammen: 17,88%. In Münster ist es weniger, 2016 lag die Bevölkerungszahl für Menschen unter 18 bei 15,2%.

Wir müssen uns also um Amsterdam keine Sorgen machen.

Die Mädchen haben wunderbar durchgehalten und wir haben sehr viel gesehen und erlebt.

Wir gehen kurz vor dem Hauptbahnhof Essen und sind um 20h zurück auf unserem Zimmer, legen die Füße hoch, gucken das Deutschlandspiel und Ella schläft als erste ein. Heute bleibe ich bei ihr und Christoph übernachtet bei Hanne.

Amsterdam 1

Amsterdam, wir kommen!

Unser erster Städtetrip mit den Mädchen ist eine Art Probe für uns alle. Bis jetzt haben Christoph und ich solche Kurzreisen immer ohne die Kinder gemacht, aber Hanne will mehr sehen, so viel mehr sehen, und auch Ella ist alt genug um Gefallen daran finden zu können.

Wir haben 2 Doppelzimmer im AO Hostel an der Metrohaltestelle Bullewijk gebucht und machen uns nach dem Einchecken um 15 Uhr und dem Begreifen des niederländischen Nahverkehrsystems auf zur Centraal Station. Die Fahrt dauert 18 Minuten.

Wir werden heute die kostenfreien Pendelfähren nutzen, um zum NDSM Dock überzusetzen. Während wir auf die nächste Fähre warten, freuen wir Münsteraner uns über die schwimmenden Fietsponts.

Die Fähre braucht 10 Minuten, es ist windig und wunderschön. Von den anderen Passagieren hören wir Spanisch, Österreichisch, Britisch, Amerikanisch, Polnisch, Niederländisch, Deutsch, Chinesisch.

Die riesige Lagerhalle ist in mietbare Künstlerparzellen aufgeteilt, man weiß gar nicht, wohin man zuerst gucken soll!

Wir essen in einem alten Gewächshaus, dem Noorderlicht.

Um halb 8 setzen wir wieder über und sind um 9 zurück im Hostel.

Da wir Zimmer in unterschiedlichen Stockwerken haben, schläft ein Kind bei einem Elternteil – heute Ella bei Christoph und Hanne bei mir.

 

Der Kahle Asten

Ganz herzlichen Glückwunsch an Opa B, wir freuen uns, auch dieses Jahr wieder dabei sein zu dürfen: Das Telefon klingelt pausenlos und viele Menschen denken an Dich.

Heute vor 5 Jahren ist mein Großvater verstorben. Heute vor 2 Jahren bin ich nach Porto geflogen.

An diesem Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Kahlen Asten, trotz der vielen holländischen Touristen. Schon der Weg war traumhaft.

Wir konnten an der Wetterstation parken und stapften, rutschten, schlitterten, kraxelten den kleinen Rundweg entlang, genossen die Sonne und die Aussicht, schützten uns vor dem Wind und guckten in die Lennequelle.

 

Lennequelle; ungefähr 2 Meter fließendes Wasser, danach nur noch Eis.

Vorteil des Vornesitzendürfens: Sitzheizung!

 

 

 

 

 

 

 

Im Watt

Am Vormittag waren wir auf der A1 Richtung Norden unterwegs, die anderen schon am Strand.

Hanne, Ella, Oma.

Die Fahrt war etwas mühsam; schon vor Bremen hatten wir 2x Stau, kamen aber doch ganz gut gegen 14h an. Für die nächsten beiden Nächte dürfen Christoph und ich uns bei den 4 Urlaubern einnisten und haben wenig vor, außer: Schwimmen, Strand, Wind, Nordsee. Weit sehen.

Kattegat 12

Am späten Vormittag fuhren Christoph und ich nach Aarhus, Dänemarks zweitgrößter Stadt und Europas Kulturhauptstadt 2017, denn wenn wir Zeit haben, gehen wir neben Städtebummeln sehr gerne ins Museum. Vor 6 Jahren haben wir einen Städtetrip nach Kopenhagen gemacht und die Mädchen bei den Großeltern gelassen. Auch heute sind wir ohne Kinder unterwegs,  obwohl wir im Gegensatz zu Kopenhagen abends wieder zurückfahren würden. Es wäre also kein Problem gewesen, die beiden mitzunehmen und im ARoS, dem Kunstmuseum, hätten sich beide vermutlich gut unterhalten gefühlt, vor allem Hanne. Städtetrips mit den Mädchen erscheinen uns mittlerweile nicht mehr als „Qual“ (für beide Seiten), sondern als Chance auf ein Mehrsehen. Wir werden das in Zukunft also wohl austesten. Die ersten Ideen dazu setzen sich schon in unseren Köpfen fest.

Nach Aarhus aber fuhren wir heute, wie gesagt, alleine, und ließen die Mädchen wieder bei den Großeltern.

Neben dem Kunstmuseum ARoS stand der Gebäudekomplex Isbjerget auf meinem Zettel. Geographisch dazwischen lagen praktischerweise das alte Lateinerviertel (Kwartier Latäng!?), der Aarhuser Dom, das Rathaus, unzählige Gässchen und viele Radfahrer (als Münsteraner fühlte man sich glatt heimisch). Dazu gibt es eine Fußgängerzone, die zwar auch großen Ketten bietet, aber daneben auch, vor allem wenn man sich rechts und links der Hauptverkehrsader aufhält, viele kleine, persönliche Läden, Cafés und Restaurants.

Dank Navi fanden wir einen zentralen Parkplatz am Bahnhof und steuerten das ARoS an.

Neben der Musikschule

ist das ARoS: der große Regenbogenreifen von Olafur Eliasson ist unverkennbar.

Aber auch innen hat das ARoS so viel zu bieten. Im offenen Treppenhaus hängt beispielsweise so ein Ding. Es ist bunt und plüschig, glitzert, hat Tentakel, Beine, Schlingen, Fühler und geschwungene Ausbuchtungen. Von jeder Etage sieht man ein anderes Stück, von der obersten Ebene dann erst die ganzen Ausmaße.

Wir fingen mit der Ausstellung ganz unten an: 9 Räume.

 

Bis hierhin war das ARoS schon beeindruckend. Wir hätten problemlos den ganzen Tag in den Ausstellungen verbringen können und nicht nur 3 Stunden. Aber dann kam ja noch, ganz oben, der Regenbogen.

Großartig, vor allem an einem sonnigen Tag. Aarhus hat sich freundlich unter uns ausgebreitet.

Tschüss, ARoS!

Wir schlenderten zum Domplatz und machten Pause.

    

Und von dort durch die hübsche Radstraße Mejlgade zum Hafen.

Der Weg zum Isbjerget führt am Salling Tower vorbei. Fußgänger, Radfahrer und Autos haben ihren eigenen, klar definierten Bereich, immer am Wasser entlang. Hier legen auch die Fähren ab.

Und ganz hinten am Wasser….

Am Wasser haben wir Pause gemacht, ein Wasserflugzeug, Segelboote, Motorboote, Badende, Sonnende, Skater, Jogger, Radler, Familien, Paare, Nordic Walker, Angler und Rentner an uns vorbeiziehen sehen. Aarhus ist sauber und hübsch, etwas kleiner als Münster, voller Fahrräder und grüner Ideen und hat den Liebsten und mich voll überzeugt.

Die Mädchen haben sich heute das erste und einzige Mal in diesem Urlaub in die Ostsee getraut.

 

 

 

Kattegat 04

Nach dem Frühstück packten wir Äpfel und Brote zusammen und fuhren im Siebensitzer nach Vejle; ca 45 Minuten entfernt. Dort wollten wir 3 Programmpunkte abhaken, parkten in der Mall und steuerten als erstes das Økolariet an, ein Mitmachmuseum, sicherlich (gewohnt dänisch) entspannt, aber (ungewohnt dänisch) ohne Eintritt.

Wir hatten also keine riesengroßen Erwartungen, wurden aber eines besseren belehrt! Oplevelsescenter, aber echt!

Nach der freundlichen Einweisung auf Englisch stiegen wir die Wendeltreppe in die natur&miljø-Ausstellung runter.  Die Böden, Wände und Lichtkonzept in der gesamten Ausstellung passen sich den Themen an; es war nicht allzuviel los und mit ein bisschen Dänisch und Englisch auf den Schautafeln kommt man auch als Deutsche*r gut durch die Ausstellung.

Hier sehen wir den Saltvandsautomat (Salzwasserspender) mit Wasserproben aus Fjord, Nordsee, Ostsee, zum Abzapfen und Riechen und Vergleichen (und Schmecken, wenn man sich traut!).

Fluoreszierende Unterwasserwelt

vand/drikkevand (Wasser/Trinkwasser), Schleusensysteme, Kanal und Naturbach

Nach dem Untergeschoss mit Süß-, Salzwasser und Gestein passierte wir die Recyclewelt und kletterten hoch zu den Insekten; danach ging es auf die Riesenseifenblasenterrasse,

wo man auch in einen Bienenstock gucken kann.

Im Energiebereich radelte Hanne schneller als ein Huhn rennen kann, aber langsamer als ein Hase läuft, außerdem fanden wir das allerspannendeste Anfass- und Mitmachstück überhaupt.

Aus Magic Sand ließ sich eine Welt ganz nach den eigenen Vorstellungen bauen, umbauen, zerstören, aufschütten, Berge, Hügel, Wiesen, Täler, Meer, Seen und Flüsse gestalten. Durch einen Höhenmesser über dem Magic Sand wurde die Landschaft wie bei einem Atlas eingefärbt; Flüsse wurden fließend und dunkelblau dargestellt.

Da haben wir die Mädchen fast nicht wegbekommen!

Im Anschluss an das Mittagessenpicknick und Seifenblasenquiz verließen wir nach 2 Stunden das Økolariet und sahen uns die Fußgängerzone von Vejle an.

Als wir am Ende der Fußgängerzone angekommen waren, zogen graue Wolken auf und wir schlenderten zurück zur Mall und fuhren zum Lystbådehavn, denn von der Autobahn aus (da hinten auf der Brücke) fallen uns jedes Mal bei Hin- und Rückfahrt die hübschen Häuser auf, die wir einmal aus der Nähe sehen wollten.

Auch im Yachthafen haben wir Kunst gefunden: „Heads up!“

und eine Verkehrsinsel

und eine Laube.

Danach hatte Hanne so großen Hunger auf ein Fischbrötchen, dass wir an Juelsminde vorbeifuhren und ihr zum frühen Abendbrot um halb 6 den Gefallen gerne taten. Zu Hause warteten Pool und Siedler, und gar nicht so viel später das Bett.