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Salzburger Land 8

Warum nicht mal wieder ein Wasserfall? Europas höchster fällt 330 Meter tief und befindet sich in Krimml. Oma und Opa waren auf einem Panoramarundweg ums Dorf unterwegs und wir hatten ohnehin nichts anderes vor. Christophs Autoplaylist heißt „gut“ und ist es auch, danach hat Hanne uns ihre neuen Lieblingslieder vorgespielt. Da macht eine Stunde Fahrt pro Richtung auch nicht mehr soooo viel aus.

In Krimml angekommen ist der Wasserfall sehr gut ausgeschildert, und kurz danach sieht man ihn das erste Mal. Wir parken und machen erstmal ein Mittagspicknick mit Blick auf den unteren Wasserfall.

Leider ist das Wetter heute grau und wir bemerken, dass wir wohl unsere Regenjacken hätten mitnehmen müssen.

Der Wasserfall ist dreigeteilt. Der Lärm des Wasser wird gewaltiger, je näher wir dem unteren Wasserfall kommen. Wir werden vom Sprühnebel umhüllt.

Die Steine sind glatt poliert, das Wasser wild und tosend. Nicht mal Pippi Langstrumpf würde sich trauen, diesen Wasserfall in einem Fass runterzufahren.

Maßstabsmännchen an der rechten Bildseite:

Die Mädchen klettern die glitschigen Steine hoch bis zum Rand. Hanne hält Ellies Hand. Ich stehe weiter unten. Mein Herz im Hals, als ich sie nicht mehr sehen kann, und da pocht es hart, bis sie wieder zurückkommen, mit nassen Haaren und wilden Augen.

Der Weg zu den obereren Wasserfällen führt durch einen üppigen, nassen Wald.

Wir folgen ihm ein Stück, brechen aber mittendrin ab. Uns ist kalt, die Kleider und Haare sind klamm, heute ist kein Tage zum Bergeklettern.

Wir fahren heim und hören Hannes Musik. Little do you know. Ella denkt sich Flachwitze aus: Wie heißt der sauberste Hund der Stadt? Pico Bello.

 

 

 

 

 

Salzburger Land 7

Nach dem Mittagessen – vorher lief nicht viel, außer Christoph joggend durchs Dorf – zogen wir uns an und fuhren nach Taxenbach zur Kitzlochklamm.

Es gibt 385 Stufen auf dem kleinen Rundweg, hoch zur oberen Klamm nochmal deutlich mehr. Mit mittlerweile gestählten Oberschenkeln für uns alle kaum noch der Rede wert… aber natürlich ist es einfacher auf gut ausgebauten Stufen Höhenmeter gutzumachen, als über Stock und Stein zu klettern.

Ungefähr auf der Mitte trennten sich unsere Wege. Hanne, Opa und ich stiegen bis zur oberen Klamm weiter, Christoph und Ella machten sich auf den Weg zurück runter zum Parkplatz.

Insgesamt hat der Weg eine gute Stunde gedauert. Es war nicht zu viel los und dadurch, dass die Stege weit oben angelegt wurden, war die Sicht nach unten an jeder Wegbiegung neu und spannend.

Salzburger Land 6

Bei herrlichem Wetter war es eine gute Idee, heute die Hochalpenstraße abzufahren. Für 36€ Maut pro Fahrzeug macht es außerdem Sinn, dass wir alle gemeinsam in unserem Siebensitzer unterwegs waren.

Bis auf 2400 Meter schraubt sich die Straße hoch. Gut, dass ich vorne sitzen durfte.

Von 24° im Tal blieben hier oben nur noch windige 10°. Viele Photos später machten wir uns auf den Rückweg.

Wir kauften uns in Zell am See Brötchen, picknickten auf der Seemauer, genossen die Sonne und sahen den vielen Touristen zu.

Da wir neben einer guten Einstiegsstelle picknickten, mussten wir die Füße natürlich auch ins 21,8° warme Seewasser stecken,

auf dem Rückweg zur Wohnung ist Ella an meiner Schulter eingeschlafen.

 

Salzburger Land 5

Für heute hatten wir uns ein fortschrittliches Programm vorgenommen. Am späten Vormittag brachen wir zum Parkplatz Bodenhaus am Ende des Rauriser Tals auf, um die Mitterastenalm zu erwandern… nein, erklettern, wie sich herausstellte.

Was anfangs nach netten Forstwegen aussah und als „mittelschwere“ Wanderroute mit der Wegangabe „1,5 Stunden bis zur Alm“ passabel klang, veränderte sich im Laufe des Weges ganz gehörig.

Da das Wetter anfangs nicht vertrauenswürdig aussah, überlegten wir, ob wir den Aufstieg wirklich wagen sollten. Wir entschieden uns dafür, erstmal ein Stück weiterzulaufen.

Kurz danach kam die Sonne raus und blieb größtenteils.

Im Wald war unser erstes Ziel der kleine Waldsee auf ungefähr einem Drittel der Strecke zur Alm. Hier würden wir gemeinsam entscheiden, ob wir weitergehen, uns teilen oder gemeinsam zurück zum Parkplatz gehen würden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir Oma schon zurücklassen müssen, da die Wege zwar gut erkennbar, aber doch tückisch waren. Opa ging mit zum Waldsee.

 

Nach kurzer Pause am kalten, klaren Waldsee entschied Opa, wieder zurück zu Oma und Parkplatz zu gehen und in der Hütte dort zu Mittag zu essen.

Wir 4 wagten den Aufstieg, allen voran Ella. Von hier aus sollten es ja nur noch 45 Minuten dauern.

Wunderschön war es, aber so un-fass-bar anstrengend. Knapp 600 Höhenmeter auf 2 Kilometer Strecke. Da ich wusste, dass ich das schwächste Glied in der Kette bin, habe ich die anderen problemlos ziehen lassen und immer wieder einen Blick auf sie erhascht, wie sie mehrere Serpentinenschleifen über mir durch den Wald kletterten. Irgendwann sah ich sie gar nicht mehr, da war nur noch Stille und dieser unglaubliche Wald, die Aussicht und der Weg, den es irgendwie zu bezwingen galt.

Drei Mal querten wir den Forstweg, dreimal meinten wir, wir wären jetzt sicher gleich da. Am Ende brauchten wir für den gesamten Weg vom Parkplatz inklusive zahlreicher kleiner Pausen 2einhalb Stunden.

Nach einer halben Stunde Pause ging es einigermaßen flott zurück, je nachdem wie der Weg es zuließ. Für den Rückweg brauchten wir grade mal eine Stunde; und Ella vorneweg.

Bei Rückweg hab ich manches Mal gedacht: nie im Leben bist du hier hochgekommen! Bin ich aber; was blieb mir auch übrig, außerdem wollte ich es einfach schaffen.

Ob Ella überhaupt ins Schwitzen geraten ist? Sie sagt nein, und sah auch nicht danach aus. (Wir anderen drei aber schon.)

 

 

 

Salzburger Land 4

Nach den beiden wuchtigen Tagen auf Tillys Waldpfad und dem Wasserfall haben wir es heute sehr ruhig angehen lassen. Vormittags haben wir gelesen – alle haben spannenden Lesestoff! Hoch lebe die Onleihe für das große Mädchen, das kleine Mädchen hat physische Bücher dabei -, gemalt, gespielt und erst am Nachmittag eine herrlich faule Runde durchs Dorf gedreht.

 

Wir haben es bis zum kleinen Wasserspielplatz geschafft, dessen Stauwasser natürlich eiskalt ist. Hat die Mädchen nicht weiter gestört,

bis Hanne sich zum Aufwärmen in die Sonne setzte.

Beim Rückweg gab es für jeden ein Eis in der Waffel, Hanne verlor ihre Kugel Mangoeis allerdings sehr schnell wegen Unausbalanciertheit, und bei Eis funktioniert die 5-Sekunden-Regel leider noch weniger als überhaupt.

Den Rest des Tages gab es für uns nur Couch, Lesen, Spiele, Abendbrot, mehr Spiele, und Pläne für den morgigen Tag.

 

Salzburger Land 3

Heute fahren wir zurück Richtung Deutschland und werden auch die Grenze überqueren, allerdings unter der Erde. In den Salzwelten in Hallein

muss man Schutzkleidung anziehen, bevor es auf die Grubenbahn geht. Diese Grubenbahn erinnert mehr an aneinandergereihte Turnhallenbänke, auf denen man sitzend eine Polonaise bildet und die Hände auf die Schultern des Vordermannes legt, während man durch die engen Stollen saust.

Die Führung dauert 70 Minuten, man legt ca 1,5 Kilometer zurück und überwindet einmal 27, einmal über 40 Meter Höhenmeter über Rutschen, die man in Dreier- oder Vierergruppen gemeinsam bewältigt. Ella durfte beim Überqueren des Salzsees vorne sitzen und auf den Startknopf drücken.

Das war mal etwas ganz Neues und hat viel Spaß gemacht.Die Stollen, die tiefer im Berg liegen, gehören wieder zu Bayern; unterirdisch überquert man also die Landesgrenze.

Da wir so lange unter Tage waren, wurde es Zeit für etwas Sonne. Wir kauften Brezeln, Pizzastücke und Wasser und fuhren weiter zum Gollinger Wasserfall und machten erstmal Picknick, um uns für den Aufstieg zu stärken.

Hier unten am Wasserfall war es richtig kalt; Sprühregen und Wind sorgten dafür, dass wir die Jacken anziehen mussten. Das ändert sich bald, denn wir wollten zur Quelle hoch. 30 Minuten laut Informationstafel. Ich glaube, ganz so lange dauerte es nicht, jedenfalls nicht bei den Mädchen und Christoph!

Die Aussicht, das tosende Wasser, das Gefühl, es nach ganz oben geschafft zu haben!

Ella, die schnellste, ist auch flott wieder unten und kühlt sich ab.

Der Rückweg zum Parkplatz ist von hier grade mal 5 Minuten lang,

Ein voller, schöner Tag. Wir schlängeln uns zurück zur Ferienwohnung, essen zu Abend und spielen Stadt-Land-Besserwisser.

 

Salzburger Land 2

Die Gondel, die wir von unserer Ferienwohnung aus sehen, lockt Hanne gewaltig, seit wir gestern angekommen sind – vor allem, weil sie mit einer Gondel zwar schon über den Rhein, aber noch nie einen Berg hoch transportiert wurde. Heute Vormittag war es regnerisch und Menschen aus Münster schickten mir blauer-Himmel-Beweisfotos. Ich möchte keine Arglist vermuten.

Zu Mittag klarte es auf und wir zogen los. 6 Sitzplätze pro Gondel passten uns genau. Von ca. 950 m im Tal fuhren wir über die Mittelstation auf die im Sommer höchstmögliche Hochalm.

Nach kurzem Blick auf die Karte entschieden wir uns für Tillys Waldpfad, um zurück zur Mittelstation zu kommen: der Weg, dessen Maskottchen eine Eule ist und der sich familienfreundlich, aber keineswegs kinderwagenfreundlich nennt. Regenjacken hatten wir vorsichtshalber eingepackt, konnten aber getrost im Rucksack bleiben.

Ella vorneweg, und das den ganzen Weg.

Die Aussicht vom Bergsee

Ellie checkt ihren Schrittzähler.

Das Wetter wurde immer besser, die Aussicht blieb gleich großartig.

Sehr feiner Start in den Urlaub – viel gesehen!

 

 

Salzburger Land 1

Um Punkt 6h45 fahren wir nach Bayern rein, nach weniger als 3 Stunden Fahrt.

Bis hierhin sind wir erstaunlich gut durchgekommen, die Mädchen sind wieder eingeschlafen und ich sitze gemütlich neben dem Weltbesten und trinke Kaffee. Weil wir den gleichartig trinken, teilen wir uns meinen geliebten Cortiga.

Ab hier wird es schwieriger; vor allem rund um München und zur Grenze zur Österreich verlieren wir einige Zeit, so dass wir am Ende für 900 Kilometer etwas mehr als 10 Stunden brauchen: Um 14h30 stellen wir das Auto ab. Für das erste Ferienwochenende in NRW ist das eigentlich keine schlechte Zeit. Wir umgehen die Grenzkontrollen, die viel Wartezeit mit sich bringen, indem wir nicht über die Autobahn fahren, sondern uns über die Landstraßen vorarbeiten.

Die letzten 200 Kilometer haben die Mädchen rechts und links aus dem Fenster rausgestaunt; in den Bergen waren wir bis jetzt noch nie.

Oma und Opa kommen wenig später an. Wir beziehen unsere Ferienwohnung, packen aus, essen etwas zu Abend, spielen Stadt-Land-Gewässer, gucken immer wieder auf die Berge und gehen früh ins Bett.

 

 

 

Freitag, der Dreizehnte

Kein Unglück, sondern ganz im Gegenteil: Zeugnistag, letzter Schultag, Sommerferien! Jubel!

Gestern war ich wie im letzten Jahr beim Klassenfrühstück, nachdem ich Hanne zu ihrem Sportfest gefahren hatte,

heute komme beide Mädchen schon gegen 11h heim. Hanne hat ihr Zeugnis dabei und ist glücklich, Ella, die ihres schon am Dienstag bekommen hat, ist einfach nur froh über die langen, heißen Wochen, die vor ihr liegen. Wie schon in den letzten beiden Jahren treffen wir den Weltbesten zum Zeugnisessen (2017, 2016) und bescheren ihm eine lange Mittagspause.

Dann radelt Hanne zum letzten Klavierunterricht vor den Ferien, Christoph zurück ins Büro, Ella und ich bringen noch ein Paket weg, tanken, müssen kurz bei meiner Arbeit vorbei und packen dann das Auto. Heute geht es früh ins Bett, denn wir brechen mitten in der Nacht in den Urlaub auf.

Als ich um viertel vor 10 hochgehe, schlafen beide Mädchen schon.

 

 

Mad World

Auch Ellas Klavierlehrer findet es wichtig, regelmäßig vorzuspielen. Dieses Mal war der Rahmen edler als in seinem Wohnzimmer, Ella aber ähnlich aufgeregt.

Während Eltern, Geschwister, Omas und Opas auf der Empore saßen, spielten die Klavierschüler am anderen Ende des Saales auf einem Konzertflügel (fühlt sich besser an als unser Klavier, sagt Ella). Alleine der Weg dorthin, unter den Augen der Zuschauer, war sicher nicht leicht.

Hanne, die für eine Übernachtung wegverabredet war und es hasst zu spät zu kommen, konnte nicht fassen, wie man ein simples Klaviervorspielen Wetten-dass-mäßig überziehen konnte – am Ende waren es 45 Minuten – und musste abwechselnd theatralisch seufzen und mir ihr Handy mit der Uhrzeit anklagend unter die Nase halten. Da sie so lieb ist, hat sie ihre Genervtheit vor Ella kaum gezeigt und sie ausführlich für ihren tollen Auftritt gelobt.

Auf dem Rückweg haben wir sie direkt bei der Freundin abgesetzt, dann hat Christoph Ella und mich bei der liebsten Fastnachbarin rausgelassen, die heute 40 wird.