Für die neue Schule packen

Heute haben wir nur einen Plan, aber der hat es in sich. Wir versuchen, an einem einzigen Tag alle Materialien fürs Gymnasium zusammenzubekommen. Ich darf verraten: wir sind gescheitert.

Es ist eine Zettelwirtschaft, die man abzuarbeiten hat. Die Schulbücher für beide Mädchen bekomme ich im Internet, aber die restlichen Sachen möchte ich gerne in Münster kaufen.

Die Stifte hat Hanne schon zusammen, verzweifelt aber am Musikheft für ihre kleine Schwester. Trotz bester Bemühungen, zweierlei Schreibwarenläden und einer Radtour im Regen haben wir am Ende immer noch nicht alles zusammen und müssen extraspezielle Lehrerwünsche im Internet bestellen, obwohl ich das eigentlich vermeiden wollte.

Damals bei Hanne war das auch so ein Kampf.

Ellie meint, dass ich es bestimmt irgendwann schade finden werden, dass ich das nur zweimal im Leben habe machen müssen. Ich finde das schon okay so. Schön ist allerdings, die Vorfreude zu sehen, die beide Mädchen vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule in sich tragen!

Sommernachtskino

Heute haben wir Aladdin unter freiem Himmel gesehen. Bevor wir losradelten, um Christoph um 8 vor dem Eingang zum Gelände am Schloss zu treffen, bat ich die Mädchen darum sich ernsthaft und mehrlagig zu zwiebeln. Wir suchten zusätzlich noch dicke Jacken, Schals, Mützen und Wolldecken raus und kamen uns erst etwas idiotisch vor.

Aber als die Sonne hinter dem Schloss verschwand, hatten wir schon Schals und Mützen an. Wenig später kuschelten wir uns jeweils zu zweit unter den Decken zusammen. Der Film startete um viertel nach 9.

Um Mitternacht waren wir zu Hause. Es gab eine Runde heißen Kakao zum Aufwärmen.

(Sommernachtskino 2015)

Frankreich 14

In der Nähe unseres Ferienhauses sind Seen. Wenn es am Meer mit dem Wassersport nicht klappt, hatte ich mir gedacht, gehen wir ins Inland. Leider ist das alles sehr enttäuschend; nichts hat offen, oder ist nur für Mitglieder, oder nur für Angler, oder für Kinder unter 10.

Als wir rd. 3 Kilometer um den See herumgelaufen sind, fahren wir desillusioniert zurück zum Haus. Morgen müssen wir bis 10h das Haus verlassen, aber weil ich nicht weiß, was wir heute überhaupt noch machen sollen, werfe ich vor dem Mittagessen den Vorschlag in die Runde, heute schon nach Brügge und danach weitere 4 Stunden nach Hause zu fahren. Im Gegensatz zu morgen soll es heute in Brügge zwar bewölkt, aber regenfrei sein. Zusätzlich fahren 3/4 von uns viel lieber in den Abend rein, als morgens früh aufzustehen.

Die Idee findet dementsprechend reißenden Absatz. Trotz Mittagessen, Proviant, packen, ins Auto einladen, saubermachen werfen wir keine 2 Stunden später den Haustürschlüssel in den Briefkasten und rollen von der Einfahrt. Bis Brügge dauert es nur etwas über eine Stunde. Es ist zum ersten Mal seit 2 Wochen richtig viel Verkehr auf den Straßen. Ich hatte mir, wie in Venedig, einen Rundweg zurechtgelegt, der uns an den meisterwähnten und bestbesuchten Plätzen vorbeiführen sollte.

Brügge ist so, so hübsch!

Von den anderen Touristen hören wir noch mehr unterschiedliche Sprachen als auf der Fähre in Amsterdam.

Nach 2 Stunden sind wir wieder beim Parkhaus und Ellie hat ihr selbsternanntes Pensum an Schritten pro Tag locker erreicht. Brügge hat uns absolut überzeugt.

Um 21 Uhr fahren wir nach Münster ein. Wie immer ist es großartig, nach Hause zu kommen. Zuhause!

Die Mädchen haben jetzt noch 2 Wochen Sommerferien, mit Verabredungen, Übernachtungen und den Vorbereitungen für das nächste Schuljahr. Christoph muss morgen wieder ins Büro, und auf mich wartet der Schreibtisch. Vielleicht mache ich die Tür zum Arbeitszimmer aber einfach einige Tage noch nicht auf.

Frankreich 13

So windig! Wenn der Strand wegfällt, was können wir dann tun?

Wir gehen in ein großes, internationales Einkaufszentrum und schnösen den guten Teil des Tages umher.

In einem Taschenladen findet Ellie ihre Schultasche für die weiterführende Schule.

Wir essen formidable im Steak and Shakes und fahren danach gucken, wie es dem Strand bei Calais so geht. Wir sehen P&O Fähren auf dem Weg nach England. Mit so einer ist Hanne im Oktober übergesetzt.

Es ist so windig!

Was für ein famoser Strand! Zuhause gehen wir nur noch alle duschen, machen Abendessen und gucken „Hooten and the Lady“.

Frankreich 12

Heute gibt es nur Straßenbilder, obwohl wir eigentlich nur knapp 5 Stunden bis zur nächsten Station in der Nähe von Calais brauchen. Nach einem Morgen mit grauem Himmel und Regen kommen wir langsam wieder in besseres Wetter.

Wir kochen uns Nudeln mit Tomatensauce und machen nichts weiter als anzukommen und Pläne für den nächsten Tag zu schmieden.

Frankreich 11

Was ist das eigentlich für ein Baum, der vor unserem Ferienhaus steht?

Wir grübeln, finden es aber nicht raus. Ohnehin sind wir sehr faul…. nach einem entspannten Vormittag fahren wir am Nachmittag Krokodile und Schildkröten angucken.

Frankreich 10

Heute machen wir einen Tagesausflug auf die Insel Mont Saint-Michel. Die Insel sieht schon von Weitem aus, als hätte jemand ein außerirdisches Mutterschiff abgesetzt. Sie ragt einfach so aus der flachen Normandie raus.

Den Wegweisern muss man nicht folgen, es reicht, sich in die Autoschlange einzureihen. Auch heute, an einem Mittwoch Vormittag, brauchen wir einige Zeit, bis wir am Parkplatz sind und parken auf Platz 11.

Die Organisation ist umwerfend. Überall Schilder, Wegweiser, Erklärungen, Einweiser, extrem viele Toiletten für Frauen: eine gut geölte Maschinerie. Die Shuttlebusse, die die 2018 neu gebaute Brücke entlangfahren, fahren fast im Minutentakt hin und her. Viele gehen den knappen Kilometer vom Festland zur Insel auch zu Fuß, aber wir sind noch angeschlagen vom Kayak-Fahren und wissen den kostenlosen Shuttledienst zu schätzen.

Obwohl das jeder zweite Teenager auf diesem Vorplatz macht, weigert Hanne sich, ihren Finger so hochzuheben, dass wir ein Foto machen können als fasste sie den Erzengel auf der Spitze an.

Der Eintritt auf die Insel ist kostenfrei, nur, wer die Abtei besichtigen will, muss zahlen. Kinder unter 18 sind frei, Erwachsene zahlen 10€/Person. Wir haben uns gestern schon e-tickets besorgt, was sich bei der Schlange an der Kasse als äußerst zeitsparend erweisen wird.

Wir beschließen, dem Besucherstrom zu entgehen, der sich die Serpentinen heraufschraubt, und steigen die quer verbindenden Treppen hoch. Ella zählt, hört aber bei 200 auf.

Hinter jeder Ecke gibt es etwas zu sehen.

Wir kommen der Abtei langsam näher.

Durch das e-ticket können wir an der Kassenschlange vorbei direkt zum Eingang gehen.

Der Rundweg durch die Abtei ist ausgeschildert. Wir machen eine Keks- und Wasserpause und uns dann auf: Es geht erst außenherum rauf zur Kirche und ihrem Vorplatz, von dem aus man weit aufs Umland sehen kann. Wir sind extra zu einer Zeit hier, als auch die Flut da ist.

Danach geht es im Innern weiter.

Treppen rauf, Treppen runter, um viele Ecken, niedrige Gänge entlang, rein, raus – fast wie ein Labyrinth, unterbrochen von überraschenden großen Sälen oder Säulenhallen. Wir sind mehr als beeindruckt.

Als wir an der Hinterseite der Abtei aus dem Ausgang kommen, schieben wir uns die Serpentinen in Richtung Brücke zurück. Hier reihen sich Souvenirshop an Cafe an Restaurant an Kiosk an Hotel. Jetzt, am frühen Nachmittag, ist es sehr voll.

Die Organisation zurück zum Parkplatz ist ebenso durchdacht wie beim Hinweg, so dass es nicht lange dauert, bis wir am Auto sind. Wir sind alle ziemlich platt und gehen erstmal was essen.

Das war ein anstrengender, aber sehr beeindruckender Ausflug!

Frankreich 9

Heute verlassen wir das Haus in der Bretagne, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben, und fahren schon wieder in Richtung Deutschland: für die zweite Woche unserer Sommerferien haben wir 2 unterschiedliche Unterkünfte in der Normandie gebucht. Wir verabschieden uns um 11 von den Gastgebern und brauchen ungefähr 4 Stunden bis Avranche. Da wir erst um 5 ins Haus kommen, fahren wir zum Strand, denn Strand ist immer eine gute Idee.

Das Wasser ist sowas von weg. Ich lese, dass in der Bucht bei Mont St.-Michel Europas größter Tidehub ist: 15 Kilometer weit weg ist das Wasser am niedrigsten Punkt. Da können wir lange durch den Matsch laufen.

Die Füße sehen aus wie paniert.


Christoph und Ella laufen ein weites Stück ins Watt. Von dort aus sieht man links schon Mont St.-Michel; morgen werden die Insel als Tagesausflug angehen.

Um 5 sind wir am Haus. Es liegt ruhig und wird uns vermutlich als Haus mit den vielen Lampen in Erinnerung bleiben, ist aber sehr gemütlich. Die Türen sind so niedrig, dass Christoph ständig den Kopf einziehen muss. Wir werden 3 Nächte hier bleiben, packen aus, essen Ravioli und Suppe aus der Dose und richten uns ein.

Am Abend fahren Christoph und Hanne nochmal los und kundschaften für morgen alles aus.

Frankreich 8

Nach einem entspannten, langsamen Vormittag machen wir uns auf den Weg zurück in den Parc Naturel Régional d’Armorique. Als erstes wollen wir uns ein verlassenes Kapuzinerkloster angucken.

Als wir das Auto abstellen, meint GoogleMaps, dass wir noch 700 Meter laufen müssen. Eigentlich kein Problem, aber mit „700 Metern“ haben wir schon unsere Erfahrungen gemacht. Die Küste ist wunderschön.

Einmal um die Ecke, und da ist die Ruine.

Aber wie kommt man da runter? Wir sehen die Abstiegsmöglichkeit, aber mit einer Neigung von geschätzten 70% traut sich das hier heute keiner. Wahrscheinlich gibt es noch einen anderen, längeren Weg von der entgegengesetzten Seite, aber wir entscheiden uns dagegen, denn wir haben wir noch was vor: Die türkisen, schwer zugänglichen Buchten an der Küste um Crozon und Morgat herum locken uns, aber dieses Mal gehen wir es schlauer an. Dieses Mal kommen wir von der Wasserseite mit dem Kayak! Beide Mädchen sind Feuer und Flamme.

Wir fahren nach Morgat, wo es sehr touristisch ist – Standpromenade, Läden, Trampoline für die Kinder, Strandaktivitäten, Eis, Wein, Sandwicheries, Boote, SUP, Surfen, … es ist schwierig, einen Parkplatz zu finden, aber am anderen Ende der Bucht können wir das Auto schließlich parken. Wir laufen quer durch die Bucht und leihen uns am Hafen für 3 Stunden 2 Doppel-Kayaks aus.

Ella und Christoph fahren gemeinsam in einem Kayak, Hanne und ich teilen uns das zweite. Nach Erklärungen in rudimentärem, aber engagierten Englisch der Sommerjobber stechen wir in See. Hanne ist verwirrt darüber, dass es Teenager gibt, die so schlecht Englisch sprechen. Deren Englisch war aber besser als unser aller kombiniertes Französisch, und letztendlich haben wir alles irgendwie verstanden, jeder hat ein passendes Paddel, eine Schwimmweste und wir wissen, welche Bereiche wir meiden sollen, da sie für Taucher, Schwimmer oder die großen Boote reserviert sind.

Das Wetter ist jetzt nicht mehr zu sonnig, das macht es auf dem Wasser angenehmer. Wir verstauen wichtige Dinge in der wasserdichten Tonne, schnallen sie zwischen Hanne und mir fest und rudern die Küste entlang Richtung Westen.

Die Flut setzt langsam ein, wir müssen ganz schön dagegen anrudern. Langsam verlieren Hanne und ich den Anschluss an die anderen beiden, aber wir lassen uns nicht entmutigen. Spätestens in der Bucht werden wir uns ja wiedersehen.

Ella macht Fotos mit der Unterwasserkamera.

Das ist die Bucht, zu der wir wollen:

Anlanden auf Kies mit von hinten drückender Flut ist schwieriger, als es aussieht, aber am Ende haben auch Hanne und ich es geschafft, wenn auch mit einigen blauen Flecken.

Viel Zeit für eine Pause haben wir aber leider nicht, denn die Bucht wird mit jeder Minute kleiner. Der Rückweg zum Hafen geht natürlich deutlich schneller, da die Flut mitträgt.

Wir geben die Kayaks, Paddel, Rettungswesten und die Tonne ab und machen uns auf den Heimweg. Kayakfahren ist schön und der Tag war ereignisreich, aber Hanne will doch lieber beim SUP bleiben.

Frankreich 7

Nach der gestrigen Klettertour machen wir uns heute einen gemütlichen Tag. Wir spielen viel, lesen, lungern, trinken Kaffee und essen Plattpfirsiche.

Am späten Nachmittag beschließen wir, doch noch einmal loszuwollen, denn Ella braucht ihre Schritte für den Tag, und auch wir wollen noch mal raus. Wir fahren zu einer Bucht, die ca. 10 Minuten vom Haus entfernt ist, und entdecken direkt davor die Kirche Sainte-Anne-la-Palud, die für Besucher geöffnet ist.

Diese Stühle hatten wir in meiner Kindheit in unserer Küche.

Ella macht passenderweise einen Engel aus ihrem Fingerband.

Wir gehen die Bucht einmal ganz entlang, bis zum kleinen Felsen Île Salgren.

Hanne findet einen kleinen Krebs in einer Muschel.

Als wir wieder am Auto am anderen Ende der Bucht sind, hat Ella ihr selbstgesetztes Schrittepensum für den Tag locker erfüllt.