Balkonwand

Während ich am Schreibtisch sitzen darf, fangen die anderen 3 schon mal mit dem Herbstferienprojekt an, auf das wir uns gemeinsam geeinigt hatten und für das Ellie und ich gestern Fassadenfarbe gekauft haben.

Wir geben uns geschlagen: Der Balkon am Elternschlafzimmer, auf dem die Vormieter eine Voliere anbrachte und wir bislang alles versuchten, um die ätzenden Überbleibsel der Vögel zu entfernen, wird weiß gestrichen.

Als ich dazukam, war die erste Schicht schon fast fertig.

Der Liebste verabschiedete sich zur Arbeit und ich übernahm.

Am Ende sind wir ganz zufrieden – schöner als vorher ist es allemal. Einige Verbesserungen müssen wir später noch angehen. Vor allem die großen, sandigen Fugen waren oft problematisch.

Aber wir sind von unserem Tatendrang begeistert: so haben wir schon am allerersten Ferientag das erste Herbstferienprojekt fast abschließen können.

Leider hat Hanne dafür ihre Wette mit sich selbst verloren, denn sie hat ihren Schlafanzug gegen Klamotten getauscht, die sich zum Streichen besser eignen.

Zimmertausch

Wir 4 treffen uns oben und schmieden Pläne, welche Zimmer wie getauscht werden könnten.

Es wird noch eine Weile dauern, bis wir dieses Projekt angehen können – viele Schritte, viel Anpacken erforderlich – und bis dahin werden wir bestimmt gedanklich noch um die 73 Mal umstellen, aber die Mädchen sprudeln erstmal über vor Ideen.

Kaffee. Fensterrahmen. Little Big Planet und Lost in Space.

Hoch die Hände, Wochenende!

Ella macht Sonntagsbrötchen aus der Dose. Sie überlegt sich für jedes einzelne ein eigenes Muster und auch, wem dieses Kunstwerk später auf den Teller wandern darf.

Ich lasse die anderen drei um halb 11 in ihrer Gemütlichkeit zurück und radele zur Röstbar am Bohlweg, um Corinna auf einen Kaffee zu treffen. Das war sehr schön, und lange überfällig.

Als ich mittags nach Hause komme, steht der Beste in der Garage und zerlegt die alten Fensterrahmen. Später fährt er sie zum Recyclinghof, und wir haben wieder etwas mehr Platz in der Garage für die Leezen.

Später bekommen wir Besuch, ich pflanze Romanasalatherzen an, Hummelblumen und vereinzelne die Sonnenblumen, die schon danach aussehen. Die Mädchen sind sich selbst genug und verschwinden nach oben; sie kommen den ganzen Nachmittag nicht runter.

Um 18h kommt Ellas Übernachtungsfreundin Estella. Die beiden spielen Little Big Planet und amüsieren sich so großartig, dass sie das Wohnzimmer besetzen dürfen. Hanne und ich verziehen uns mit dem Laptop ins Bett: wir starten mit Netflix‘ Lost in Space und gruseln uns gemeinsam. Christoph legt sich dazu und schläft ein, er fand es wohl nicht ganz so spannend!

 

Kiepenkerl

So ein sonniger Tag!

Schmeißt die Solarlux auf, wir machen heute nur Draußendinge, und zwar voller Elan! Vielleicht holen wir sogar die Sonnencreme aus der Krimskramsschublade im Bad.

Naturgemäß fällt uns immer schon wenig später ein, dass wir auch grillen wollen, und wenn es uns so geht, vielleicht wollen das ja alle Freunde auch. Wir laden ein. Ella macht den Anfang und hat ab 10h morgens Elsa hier. Die beiden bauen sich ein Zelt auf.

Sie sortieren Steine und sind den Tag über 3x beim Laden gegenüber: Wir brauchen Butter. Wir brauchen Eis! Sie brauchen Kaugummi. Der Weg ist das Ziel – das Alleinegehendürfen, das Alleinegeschaffthaben.

Hanne und ich topfen um und pflanzen ein und kümmern uns rührend. Christoph verkleidet in der Zwischenzeit die neuen Fenster.

Um 2 kommt die Flaschenpost, kurz vor 4 die ersten Freunde. Wir stehen um den Grill, quatschen und überlegen uns, warum noch mehr Sirenen zu hören sind als sonst. Ich denke, es sei ein Unfall auf der Autobahn passiert, irgendwas Großes, bis wir den Hubschrauber sehen, der still über der Innenstadt steht und die ersten Nachrichten kommen, die ersten Fragen aus Münster, aus Deutschland, aus der Welt, ob alles in Ordnung ist? Wir melden uns selbstständig bei unseren Familien, vorsichtshalber, damit sie keinen Schreck bekommen, wenn sie plötzlich etwas im Radio hören.

Ich verbiete Christoph, zum Baumarkt zu fahren. Wir sitzen zusammen. Ich merke, in wie vielen whatsapp-Gruppen ich bin; viele von ihnen wurden seit Monaten nicht mehr genutzt und verschwanden in die Tiefe der Timeline, bis heute.

Als die Textnachrichten nur noch aus „Himmel, wir waren graaaaade noch in der Stadt, was hätte uns alles passieren können!“ / „Ich geh da immer sonntags lang.“ / „Da hatten wir heute Morgen noch unsere Leezen geparkt“ bestehen, mache ich das Handy aus. Ich weiß, dass die Meinen in Sicherheit sind, alle Nachrichten sind zu diesem Zeitpunkt Spekulationen.

Noch mehr Freunde kommen, manche aus der Innenstadt. Ich bin froh, dass wir nicht mehr da wohnen, wo die Mädchen heute vielleicht schwer bewaffnete, vermummte Polizisten hätten sehen können. Der Himmel ist blau. Der Hubschrauber steht wieder über der Innenstadt; so lange, dass wir sein Geräusch irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.

Wir sitzen bis tief in die Nacht zusammen.

Vier neue Fenster

Christophs Eltern und sein Bruder kommen mit 4 frischen Fenstern im Gepäck – zwei für das Wohnzimmer, zwei für das Badezimmer.

Schon um 12 Uhr sind die beiden Wohnzimmerfenster installiert, zwischen Mittagessen und Kaffee dann auch die beiden im Bad.

Tausend Dank für die tolle Arbeit, Ihr Lieben!

In der Zwischenzeit packen Hanne und Ella ihre Taschen, sie fahren für die nächsten Tage mit zu Oma und Opa.

 

Lärm, Dreck, Klaviervorspiel

Am Vormittag macht Christoph Lärm und Dreck. Der Boden im oberen Badezimmer muss raus, denn wir wollen später auch eine Fußbodenheizung einbauen.

Um 15h hat Ella ihr erstes Klaviervorspiel und ist vorher so aufgeregt, wie sie nachher stolz ist. Hanne, die sich am Vormittag mit Freundinnen in der Stadt getroffen hat, kam extra früher zurück, weil sie dabei sein wollte. Oma, Christoph und ich waren natürlich auch mit. Ella spielte House of the Rising Sun und Barcarole.

Bike Ladder

Heute muss Ella etwas früher in der Schule sein; ihre Klasse fährt zur Verkehrs-schule und muss den entsprechenden Bus kriegen. Ich nutze meinen freien Vormittag auf die beste Art und Weise: Ich bekomme Kaffeebesuch von der liebsten Fastnachbarin, die Brötchen mitbringt. Wir frühstücken gemeinsam, danach fahre ich sie zum Fahrradladen, denn sie kann ihr neues Geschoss abholen.

Das Geschoss

Am Nachmittag bekomme ich viel weggearbeitet: Hanne hat Nachmittagsunterricht und Ella Kochen+Backen, so dass ich bis 16 Uhr alleine bin und konzentriert am Schreibtisch sitzen kann.

Als Christoph heimkommt, macht er beim Badezimmer im 1. OG weiter. Hanne bereitet das Gästezimmer für Oma vor, die morgen mit dem Flixbus kommen wird, und Ella sortiert Schuhe aus. Sie hat festgestellt, dass sie in ihrem bequemsten Paar Laufschuhe ein großes Loch für den großen Zeh hat – das Kind braucht größere Schuhe. Ich fahre mit ihr am Abend noch los und wir kaufen ein neues Paar. Laufschuhe, natürlich.

Bunt

Seit der Liebste und ich nach unten gezogen sind, ist es mit unserem Flur so eine Sache. Früher konnten Jacken, Schuhe und Taschen von uns allen und den Besuchern einfach ins Gästezimmer gestellt werden, aber jetzt schlafen wir nun mal da und wollen das ganze Zeug nicht in unserem Schlafzimmer haben. Das fiel uns spätestens dann gewaltig auf, als das eine Übernachtungskind am Sonntag sehr früh nach Hause musste, da Kirchgänger, und in unserem dunklen Schlafzimmer rumschlich um all ihre Sachen zu finden. Nein, danke.

Nun tummeln sich in unserem Flur naturgemäß Schuhe, mindestens 2 Tonnis und 2 Taschen, Jacken, Mützen, Handschuhe. Schirme. Einkaufstasche. Am magnetischen Sicherungskasten hängen zwei Stundenpläne, Einladungen, Photos, wichtige und unwichtige Zettel, ein Seepferdchenabzeichen, ein Schülerausweis, viele bunte Magnete. Auf dem Boden steht eine Brotbox, ausgepackt, aber nicht in die Küche gebracht. Die Trinkflasche. Postmappe, Mäppchen, Französischbuch. Wäsche, die nach oben mitgenommen werden soll. Haustürschlüssel, Fahrradschlüssel, Fahrradlichter. Der schöne Stein, den Ella auf dem Heimweg gefunden hat; die zerknüddelte Brötchentüte mit dem halben Milchbrötchen von Hannes Mittagspause.

In unserem Kaffeemühlenhaus sind Regale aber durch alle abgehenden Türen so gut wie unmöglich zu realisieren. Das einzig Sinnvolle sind in unserem speziellen Fall aber nun mal blickdichte Schranktüren, die zugemacht werden können – denn wir wissen alle, dass es mit dem Aufräumen sowieso nicht klappt. Gestern hat Christoph ein System gefunden, das sich millimetergenau in die einzige mögliche Ecke schieben lässt, und ist direkt zu Ikea gefahren.

Heute hat sich Ella zu Elsa verabredet, und wir anderen haben den Flur ausgeräumt und neu gestaltet.

Die Mädchen haben beide zwei Fächer: unten die Tonnis, obendrüber alles andere. Mützen, Schal, Stundenplan, wichtige Zettel, Einladungen, Steine, Ketten, Photos. Mal sehen, wie lange das gut geht.

 

 

Rohre

Im Badezimmer:

Im Elternschlafzimmer:

In Ellies Zimmer: