Manches

Der Kaktus legt sich einen dritten Stock zu, und das in einem atemberaubenden Tempo.

Im Keller wird gearbeitet, schon wieder und immer noch, und es dauert alles länger und ist drölfmal so aufwendig wie gedacht gehofft.

Abends ist Elternabend für uns 2: EF für Christoph in der Aula und 6. Klasse für mich. Wir radeln gemeinsam hin, und als ich nach etwas über einer Stunde entlassen werde und heimradele, steht seine Leeze noch da.

Dringende Frage der Elternschaft: wie geht es im Herbst weiter, sollte es zu einem klassen- oder schulweiten Lockdown kommen. Ich bin vom Konzept nicht überzeugt worden (evtl. weil es bis jetzt keins gibt).

Der Weg der Jahresbäume

Ellies Biohausaufgabe verlangt das Anlegen eines Herbars, in ihrem Fall genauer gesagt das Finden, Pressen, Katalogisieren und Beschriften 18 verschiedener Laubbaumblätter. Der einfachste (man lese: einzig mögliche) Weg für sie und mich zu wissen, welchen Baum wir vor uns haben, ist, wenn jemand ein Schild davorstellt.

Glücklicherweise hat jemand genau das gemacht! Schon seit 1989 wird am Mühlenhof jeweils im April der „Baum des Jahres“ gepflanzt. Unter diesen Voraussetzungen erkläre ich mich gerne bereit zu helfen.

Ellie und ich sind also am Nachmittag an der Sentruper Höhe unterwegs, ausgerüstet mit Stift (den wir bei Baum 12 verlieren), Zetteln und einem alten Schinken namens „Illustrierte Deutsche Geschichte“.

Wir suchen also, und das ist kein Witz:

Birke, Bergahorn, Erle, Esche, Spitzahorn, Hainbuche, Linde, Pappel, Platane, Rotbuche, Rosskastanie, Stieleiche, Traubeneiche und irgendeine Art von Weide sowie „3 weitere Bäume, deren Blätter du in deinem Herbar sammelst“. Bis auf 4 Arten finden wir alles.

Haben wir geschummelt? Wenn ja: mir egal. Diese Hausaufgabe dauert ja sonst Jahre! Zuhause sortiert, beschriftet und verteilt Ellie die Blätter sorgfältig in Hannes alter Blütenpresse.

In der „geheimen whatsapp-Klassengruppe“ werden Baum-Standorte gehandelt wie heiße Ware. Die Gruppe heißt so, da die Kinder keine offizielle whatsapp-Klassengruppe haben dürfen – einige Eltern hatten sich beim letzten Elternabend für ein Verbot einer solchen Gruppe ausgesprochen. (Als würde das etwas nutzen? Hallo?)

Christoph hat in der Zwischenzeit die Kelleraußentreppe geweißt. Die Ritterburgzinnen hat er gleich mitgestrichen.

Gäste-WC 2

Morgens noch etwas ungelenk: Schuhe, die irgendwie passen.

Am Mittag streiche ich die Viertelstäbe für’s Gäste-WC.

Der Mann kommt heim und macht weiter, und später fertig.

Hier werden wir Zeuge, wie Christoph das erste Mal in seinem Leben Tapete an die Wand bringt.

Jetzt nur noch die Viertelstäbe dran, und fertig.

Danke.

Kellersamstag

Das kleine Mädchen ist den ganzen Tag bei einer Freundin; ich fahre sie um halb 10 hin und hole um 7 wieder ab. Die Familie hat einen Hund und ein Planschbecken und einen großen Garten mit einem Stück Bach. Darüberhinaus ist das befreundete Mädchen netterweise ein drittes Kind, was beim Abholen zur angenehmen Aussage der Mutter führt: „ich hab die beiden den ganzen Tag fast nicht gesehen.“

Das große Mädchen schläft aus, macht Hausaufgaben und hilft im Keller, den wir uns heute vorgenommen haben.

Wir räumen und schrubben und sortieren aus und schmeißen weg und kärchern.

Meine alte Leeze, die vor einiger Zeit in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde, ist ausgeschlachtet echt reif für den Sperrmüll.

Sie hat mir lange gut gedient eins, zwei, drei und so weiter).

Kisten3

Während Christoph die gespachtelten und mittlerweile getrockneten Flächen kurz weiß überstreicht, beschäftigt sich Ellie mit Kartoffeln.

Die Grenzen zwischen Arbeits Schultagen und Wochenende verschwimmen auch bei den Kindern.

Die Kisten werden über Herd, Spüle und Spülmaschine aufgehangen. Als kleinste Hausbewohner dürfen Ellie und ich entscheiden, in welcher Höhe sie angebracht werden.

Fertig. Zufrieden!

Zeit, die Brücke aus dem Stand zu üben, die Sonne scheint.

Vielleicht muss der Rasen mal wieder gemäht werden.

Kisten2

Für die Anfang der Woche angekommenen Kisten bereiten Christoph und Ellie heute in der Küche Dinge vor.

Die Spachtelmasse muss vollständig durchtrocknen, bevor es weitergeht, aber wir können die Türen schlecht aufmachen.

Corontäne 68: Schlafzimmer

Am Nachmittag hängt der Liebste im Schlafzimmer die dunkelblauen Vorhänge auf, bessert die weiße Wand aus und überzeugt mich davon, einige Umgestaltungen vorzunehmen. Die Mädchen helfen.

In diesem Zuge sortieren die anderen drei ihre alten / nicht mehr passenden Schuhe aus, die in den Schuhschränken im Schlafzimmer aufbewahrt werden. Wir räumen einiges weg und anderes um und am Ende fühlt sich das Zimmer viel gemütlicher an. Ein schön genutzter Sonntag.

Corontäne 46: Schrank

Das Möbelwechselspiel geht weiter. Hanne verkündet, dass sie den großen Schiebetürenschrank, einen 1x2m Pax, den sie von uns geerbt hat, aus ihrem Zimmer haben möchte. Sie hat gar nicht so viele Klamotten, aber das Bedürfnis nach Platz – gut, dann kümmern wir uns heute darum.

Wie bei allen Ikea-Möbeln hoffen wir, dass der Schrank den Transport überleben wird. Wie bei allen Ikea-Möbeln bezweifeln wir es stark. Wie bei allen Ikea-Möbeln klappt es irgendwie doch.

Nun steht der alte Pax im neuen Gästezimmer und wartet auf Inhalt.

In Hannes Zimmer ist mehr Platz. Und den Ronny, den gibt’s immer noch!

Corontäne 39: Zimmertausch

Samstag! Es ist mittelwarm und etwas bedeckt, perfekte Voraussetzungen für den Vorgarten, den wir heute ausmisten möchten. Der Ahorn muss gehen, ziemlich viel anderes auch. Danach sähen die Mädchen Blumenmischungen und wässern kräftig durch. Wir werden sehen, ob es etwas wird. Letztes Jahr habe ich mit meinem Sonnenblumenplan keinen großen Erfolg erzielt, daher halte ich mich dieses Jahr beim Pflanzen raus.

Wir essen zu Mittag, dann geht’s nach oben. Das Gästezimmer wird Ellas Schlafzimmer, Das Fernsehzimmer wird Ellas zweites Zimmer, das ehemalige Ella-Zimmer wird das Gäste-/Fernsehzimmer. Logisch soweit.

Als das erste Zimmer leer ist, saugt Ellie den elefantenmittelgrauen Teppich, den Hanne sich beim Einzug ausgesucht hatte.

Wir räumen aus und schleppen und sortieren aus und werfen weg und finden neue Plätze für Dinge und packen alle mit an.

Dann finden wir Schimmel.

Unter der Fußleiste ist keiner, daher hoffen wir mal, wir haben ihn rechtzeitig gefunden und können mit Wärme, Lüften, Leben und Desinfektionsspray dagegen ankämpfen. Das Gästezimmer war praktisch den gesamten Winter kalt und leer. Nach dem Desinfektionsspray wischt Christoph alles ab, wir lüften und fühlen und werden beobachten.

Am Abend sind wir alle platt, aber Ellie ist furchtbar glücklich und freut sich auf’s Schlafengehen, und das ist die Hauptsache. Es gibt Pizza und Veronica Mars, und wir sind uns einig, dass es sich heute nach diesem Tag wirklich nach einem Wochenend-Abend anfühlt.