Corontäne 9: Gelb und Rot

Wir machen dann mal weiter. Nach der Küche ist heute eine Wohnzimmerwand dran. Sie wird gelb.

Und dann drehen Ellie und ich noch eine Runde auf den Inlinern, und Ella fällt, fängt sich mit dem linken Arm auf, uns wir enden in der menschenleeren Notaufnahme. Nach einem Fragebogen zu Corona dürfen wir auf Abstand zur Ärztin, zum Röntgen, zurück zur Ärztin.

Und dann mit einem roten Gips nach Hause.

Der letzte war auch rot, aber nicht so schön gewickelt.

Corontäne 5: Streichen

Wir haben 4 neue Küchenstühle bestellt, schon Pre-Corontäne, und diese werden heute geliefert. Während Ellie zu meinen Füßen hockt und malt und ich arbeite,

baut der Weltbeste die neuen Stühle zusammen. Wir mögen petrol (2014, 2015, 2018). Hanne sitzt auf der Küchenbank und lernt.

Schön bequem und mehr als pobreit. Die alten Stühle kommen in den Keller, und wo wir grade schon dabei sind, können wir doch eigentlich auch

  • das quadratische braune Eckregal aus dem Wohnzimmer in die Küche umziehen lassen
  • die Wand hinter dem Herd weiß streichen
  • und die Regale etwas anders wieder anbringen
  • den grüne Ikea PS in den Keller bringen, weil er sonst keinen Platz hat und
  • im Wohnzimmer den weißen Bastelschrank und das andere braune Regal die Plätze tauschen lassen

Das dauert den größten Teil des Tages. Ich sag mal, so gegen viertel vor 6 waren wir fertig. Gut, dass die Mädchen mit ihren über den Schulserver geschickten Wochenaufgaben schon fertig waren!

Unter der Treppe

Sachen, die sperrig sind oder nicht so wenig gebraucht werden, dass sie in den Keller kommen, aber mehr als dass sie im Vorratsraum an der Küche stehen dürfen, wohnen unter der Treppe.

Der Deckendurchbruch, der die Treppe erst möglich machte und das Erdgeschoss mit dem ersten Stock verband, war 2014 Meilenstein für uns. Hier sieht man nochmal die Anfänge des kleinen Raums unter der Treppe, als die zusätzliche Wand gezogen wurde.

Heute ist der Liebste leider wieder bei der Arbeit, Ellie verabredet und mit einer Freundin in der Stadt, und Hanne und ich räumen unter der Treppe auf.

Fast leer, kurz danach wieder deutlich voller, und das war’s mit Aktivität für heute.

Mehr Schneeflocken

Es reicht uns immer noch nicht. Dieses Jahr backen wir kaum Plätzchen, und wenn überhaupt schnell, nebenbei, und meistens am späten Nachmittag, wenn es dunkel geworden ist, langsam alle nach Hause kommen und ein bisschen Zeit vor dem Abendessen bleibt. Stattdessen dekorieren wir die Terrassentür mit großen und kleinen Schneeflocken. Hanne ist furchtbar untalentiert und daher für die Anordnung und Befestigung der Sterne abgestellt.

Zwischen Arbeit, Tests, Verabredungen, Weihnachstsfeiern ist heute ist der einzige Tag in dieser Woche, in der wir alle Zeit haben, uns abends mit Russ zum Schneeflockenbasteln zusammenzusetzen.

Fensterflocken 2

Wir nisten uns ein und sind uns selbst genug.

Hanne bringt Eis mit rein, dem wir beim Schmelzen zugucken.

Fensterflocken

Wie in jedem Jahr verzieren wir die Solarlux-Tür zum Garten mit Schneeflocken. Ich habe nicht nur das Gefühl, dass es immer mehr wird , es ist tatsächlich so!

Vor 5 Jahren hatten wir hinten raus noch keine Terrasse.

Wir hören Weihnachtsmusik und schnibbeln und Hanne hängt auf.

Beige

Seit Jahren sammeln wir Kleingeld in einer bauchigen Bacardi-Flasche, die auf der Fensterbank im Wohnzimmer steht. Ich glaube, der Liebste hat die Flasche schon mit in die Beziehung gebracht… ich kann mich jedenfalls an keine unserer gemeinsamen Wohnungen ohne diese Flasche erinnern. In den ersten Jahren mit den Mädchen hat das Geld aus der Flasche in Summe und Zeitplan jeweils gut für eine neue Jahreskarte für den Allwetterzoo gereicht. Als das nicht mehr interessant war, haben wir trotzdem weitergesammelt. Manchmal gab es tatsächlich eine direkte Anwendungsmöglichkeit für den Betrag. Oft genug hab ich aber morgens diese Flasche umgedreht und die benötigten 2,60€ oder 3,20€ herausgesucht, die eines der Mädchen mit in die Schule bringen sollte. (Der Liebste kann erfreulich wenige Sachen an mir nicht leiden, aber dieses morgenliche Münzgrabbeln findet er wirklich furchtbar.)

Als die Flasche dieses Mal voll war, hab ich das Geld eigenständig und eigenmächtig für einen neuen Teppich für das Wohnzimmer ausgegeben.

Ich liebe ihn! Der alte, bunte, mittlerweile sehr fleckige Teppich hat uns lange begleitet, aber seine Zeit war definitiv vorbei. Eingerollt steht er jetzt für den morgigen Sperrmüll an der Straße.

Zum neuen Teppich hat mich die dritte Ferienwohnung inspiriert, in der wir in Frankreich waren. Überhaupt bekomme ich nach Ferienwohnungen, die ich schön fand, immer einen Rappel, wenn ich nach Hause komme. Dann will ich direkt anfangen alle Ideen umzusetzen, die ich im Kopf habe. Für den Moment bin aber sehr zufrieden – und die Münzflasche ist eh leer.

Der furchtbare Flur

Das Haus, das wir 2013 gekauft haben, hat immer noch viele Baustellen und kostet uns sicher noch einige Renovierungsarbeiten, aber wir tasten uns zwischen Arbeit, Kindern, Alltag und Freizeit Stück für Stück voran. Mal geht’s schneller, mal nicht, immer abhängig davon wieviel Zeit, Energie und grade Geld übrig sind.

Der Hausflur, der wie so vieles in diesem Haus radikalvertäfelt war und alle Gäste mit dem Flair einer abgeranzten finnischen Sauna begrüßte, war mir schon lange ein Dorn im Auge. Heute hat der Liebste, obwohl er krankgeschrieben ist, ein Stück der Holzvertäfelung abgemacht. So konnten wir uns einen Eindruck davon verschaffen, wie die Wand dahinter überhaupt aussieht.

Nicht großartig, aber auch nicht so schlimm wie befürchtet.