Samstagsaktiv

Am Vormittag sind wir alle unterwegs, und alle in der Stadt. Während Ellie und ich im Buchladen schnösen, weil sie dringend neuen Lesestoff braucht und hier im Schaufenster vor einigen Tagen so interessante Bücher gesehen hat, sind die anderen beiden in der Innenstadt auf der Suche nach kurzen Hosen.

Am Ende treffen wir uns zu Hause und jeder hat das gefunden, was er wollte. Und wie oft kann man das schon von sich behaupten.

Danach machen wir uns allen gemeinsam an die Einfahrt und den Vorgarten. Das dauert ungefähr 2 Stunden, da alle anpacken. Laut der Töchterkinder sagen nur Menschen über 40 „viele Hände, schnelles Ende“. Damit ist das zwar uncool, aber wahr.

Sugar

Das große Mädchen hat für heute Abend wieder Theaterkarten vom JugendRing. Das Stück, Sugar, beginnt um 19 Uhr. Da das Abo mit dieser Vorstellung endet, haben die Teenager beschlossen sich schick zu machen.

Erst um 23 Uhr holt der Liebste das große Mädchen wieder ab. Das Stück hat ihr gut gefallen. Sie isst noch schnell etwas und verschwindet dann direkt nach oben.

Obstlastig

Es ist Dienstag, und die Woche hat schon so einen Bart. Die Tage vor den Ferien sind voll mit Abschiedsfesten, Vokabeltests, Ausflügen, Arbeiten, Projekten, Präsentationen. Fast jeden Tag kommt das große Mädchen heim, isst schnell was, während sie nebenbei sortiert, was heute erledigt werden muss, und macht sich dann direkt an die Arbeit. Oft bringt sie Freundinnen mit. Wenn ich da bin, reiche ich Obst. Viel, viel Obst bei diesen Temperaturen – Heidelbeeren gehen grade sehr gut, Nektarinen und Pfirsiche und Äpfel sowieso immer. (Bei meinen Mangos war ich sehr geizig.)

Fast alles findet am neuen Terrassentisch statt. Wenn keiner mehr Lust auf Lernen hat und die Köpfe voll sind, kommt üblicherweise grade das kleine Mädchen aus der OGS. Alle spielen zusammen Kubb, turnen auf der Garage herum oder entscheiden sich, im Supermarkt Eis zu holen. Ich mag dieses volle Haus

Stand Up Paddling / Holunderhaus

Am Vormittag fährt Christoph seinen Eltern ein Stück entgegen, um Ellie wieder abzuholen. So muss niemand die ganze Strecke fahren und einen halben Tag im Auto sitzen – sehr nett!

Als die beiden in Münster ankommen, sind Hanne und ich grade beim Hafenfest. Das große Kind hat mich überredet, ihr bei 30°C und glühender Hitze zu ermöglichen kostenlos SUP zu fahren (paddeln?). Der Münsteraner Verein SuSe e.V. bietet das ab 13 Uhr an. Weil wir früh genug da sind, stehen wir ganz vorne in der Schlange. Ich muss unterschreiben, dass mein minderjähriges Kind Bronze hat und ich alle Schäden übernehme, die es anrichtet, und nach kurzer Anweisung steht sie auf dem Board. Den Badeanzug hat sie praktischerweise schon drunter.

Ich stehe auf der Schattenseite des Hafens und schaue ihr zu. Nach 20 Minuten wird gewechselt, denn der Andrang ist groß. Wir radeln heim und denken dabei nochmal an den Urlaub im letzten Sommer und im Besonderen an das SUP im Bleder See zurück.

Wir stellen die Räder in die Garage und gehen direkt durch in den Garten. Das mag ich im Sommer besonders gern. Hanne und ich drücken unsere Heimkehrer und machen erstmal unter dem Sonnenschirm Pause. Ellie hat bei den Großeltern ein Schild für ihr Baumhaus gemalt und bringt es gut sichtbar an der Vorderseite an.

Holunderhaus

Das große Mädchen macht sich kurz danach auf dem Weg ins Freibad, wo sie mit einer Freundin verabredet ist.

2 Bällchen: Zitrone und Mango

Ich setze mich nochmal an den Schreibtisch und bin froh darüber, dass ich im Arbeitszimmer, das nach Süden liegt, morgens schon das Rollo runtergemacht hatte. Christoph und Ellie halten die Sonne aus und machen im Garten sauber und unter dem Holunderhaus sauber und haben sich danach den Feierabend wohlverdient.

Streichtag

Heute ist Feiertag für alle, Vatertag für den Liebsten, Oma-Opa-Tag für das kleine Mädchen und für Hanne und mich Streichtag. Liebe Freunde sind grade mitten im Umzug und nachdem die Jungs gestern beim Schleppen geholfen haben, streichen wir Mädchen heute die abzugebende Wohnung weiß.

Nach 5 Stunden sind wir fertig, und fertig. Hanne und mich bekommt heute niemand mehr von der Couch. Wir duschen uns die Farbe aus den Haaren und von der Haut, kochen Spaghetti mit Tomatensauce und gucken 3 Filme.

Fridays for Future Münster

Das große Mädchen hat sich rd. 6000 anderen angeschlossen und ist demonstrierend durch Münster gezogen. Richtig so.

Arcade

Traditionell nutzen wir den Eurovision Song Contest als Anlass, mit vielen lieben Menschen zusammen zu kommen, gemeinsam zu essen und zu trinken, zu reden, vor dem Fernseher, in der Küche, auf der Terrasse, auf der neuen Treppe oder am Feuer zu sitzen, den ESC zu verfolgen, oder eben nicht.

Und gar nicht so selten haben wir an diesem Abend in den Himmel geguckt und den hellen Punkt verfolgt, der ungefähr jede Stunde vorbeikam: das ist die ISS.

Was für ein wunderschöner, einträchtiger Abend, der so dankbar macht.

88 Tasten

Nach vielen Jahren Klavierunterricht und halbjährigen Lernstanderhebungen und Vorführungen spielt Hanne heute mit ihrer Partnerin in der Liga der „Größeren“ in der Musikschule mit. Ihre beiden vierhändigen Stücke sind „New York bei Nacht“ und „Comedians Gallop“, und die beiden scheinen noch aufgeregter als sonst, als sie im Mozart-Foyer gespannt auf den Kanten ihrer Stühle sitzen. Christoph, Ellie und ich sind furchtbar stolz auf das große Mädchen, das die Nervosität gut unter Kontrolle bringt und seine Sache so toll macht.

Mangos

Ich liebe reife, saftige, glitschige Mangos. Für mich schmecken sie nach Sonne, nach Urlaub und Strand und einem entspannteren Leben. Leider wachsen Mangos alles andere als regional, und oft genug stehe ich im Supermarkt vor ihnen und bringe es nicht übers Herz sie zu kaufen – diese Mango, die um den halben Erdball geflogen wird, ein reines Luxusgut für mich, aber mein schlechtes Gewissen nicht wert. Die Aktion, über die Schule frische Mangos aus Burkina Faso über einen gemeinnützigen Verein zu bestellen, der die Früchte zu fairen Preisen von den ErzeugerInnen vor Ort bezieht und durch Spenden den Bau von Schulen Burkina Faso ermöglicht, kam wie gerufen.

Heute kam unsere 5-Kilo-Kiste nachhaltiger Mangos in der Schule an.

Hanne hat sie mit mir abgeholt, danach kamen 3 ihrer Freundinnen und gemeinsam mit Christoph und Ellie sind die 6 zum Schwimmen ins Atlantis nach Dorsten gefahren – genau richtig an einem Tag mit solchem Himmel.

Ich habe gearbeitet, eingekauft, das Abendessen für alle vorbereitet – vegetarisch, unverträglich, ich kenne mich mittlerweile gut aus! Zwischendurch hab ich immer mal wieder die prächtigen Mangos angelächelt: ab jetzt gibt es jeden Tag eine.

Erster Mai

Da das Wetter wenn auch nicht schön zu werden, sich aber doch zumindest zu halten verspricht (und ohnehin alle vorsichtshalber Baguettes, Kräuterbutter, Paprika, Salate und Würstchen gekauft hatten), laden wir ab 3 zum entspannten Angrillen ein.

Die Männer und Kinder spielen Kubb und Verstecken, die Sonne kommt raus, wir sitzen zusammen und um 8 Uhr gehen alle heim, denn morgen ist ein ganz normaler Arbeits- und Schultag.