Rückkehr zur Schule

Die Zeit der Corontäne ist vorbei, Hanne geht zurück in die Schule, und die Lockerungen nehmen weiter zu. Im Stadtgebiet Münsters gelten aktuell 45 Menschen als infiziert.

Die Vorsicht bleibt, der Abstand bleibt, die Handhygiene bleibt.

Christoph und Ellie stehen mit Hanne auf, die sich kurz vor halb 8 mit einem übervollen Rucksack und Maske auf den Schulweg macht. Sie wird nach dem Unterricht mit zu ihrer +1 gehen und am Abend, nach dem Klavierunterricht, heimkommen.

Ellie will lernen wie man häkelt.

Am Abend erzählt Hanne vom Schultag. Es gibt für jeden Klassenraum zugewiesene Toiletten, gegessen werden darf nur am Platz und nur in der 5-Minuten-Pause. In der großen Pause darf man den für diese Gruppe eingeteilten Bereich nicht verlassen. Arbeitsblätter dürfen Lehrer nur mit Maske und Handschuhen verteilen. Der Betrieb läuft etwas schleppend, aber alle scheinen froh zu sein, sich wieder so begegnen zu können. Nächsten Dienstag dann also wieder. Oder: noch 4 Schultage bis zu den Sommerferien.

Corontäne 69: Bartnelken

Vor 2 Jahren mit meinem Vater gepflanzt.

Das Wochenende ist vorbei, und ab dieser Woche gehen beide Mädchen jeweils einen Tag in die Schule. Heute aber haben sie sich, ihrem Rhythmus entsprechend, um 9 in der Küche zum gemeinsamen Lernen getroffen. Es geht schleppend. Schon am Mittag sind sie fertig (mit der Welt) und wollen lieber Pause machen und lesen und herumliegen. Wir lassen sie, denn wir beiden Großen Alten sind bis zum Nachmittag durchgängig in webinars und Videokonferenzen gebunden und haben keine Zeit und keine Energie, jemanden anzutreiben. Da sie bis jetzt im Laufe einer Woche mit den gestellten Aufgaben jeweils fertig geworden sind, dürfen sie sich die Tage einteilen wie sie möchten.

Um mal rauszukommen, und weil die Grundnahrungsmittel Kaffee, Brot und Milch fehlen, gehen Christoph und ich einkaufen.

Am Abend gucken wir Veronica Mars, und dann geht es für die Kinder etwas früher ins Bett, denn Hanne hat morgen wieder Schule. Die Klasse wird in 9er-Gruppen, 3 Tische pro Reihe, 3 Reihen pro Klassenzimmer, aufgeteilt. Ich schlage vor Schnick-Schnack-Schnuck zu machen, wer mit ihr zu dieser unchristlichen Zeit aufstehen muss, aber Christoph meldete sich freiwillig. Hanne ist ziemlich aufgeregt.

Corontäne 68: Schlafzimmer

Am Nachmittag hängt der Liebste im Schlafzimmer die dunkelblauen Vorhänge auf, bessert die weiße Wand aus und überzeugt mich davon, einige Umgestaltungen vorzunehmen. Die Mädchen helfen.

In diesem Zuge sortieren die anderen drei ihre alten / nicht mehr passenden Schuhe aus, die in den Schuhschränken im Schlafzimmer aufbewahrt werden. Wir räumen einiges weg und anderes um und am Ende fühlt sich das Zimmer viel gemütlicher an. Ein schön genutzter Sonntag.

Corontäne 65: Vatertag

Der Tag verspricht allertollstes Wetter. Die Mädchen decken für 9 Uhr den Terrassentisch, machen Kaffee und präsentieren sehr stolz ihren Überraschungskuchen.


Wir frühstücken gemeinsam in der Sonne, dann bereitet Christoph die Feuerschale vor. Der Dutch Oven muss 2 Stunden in den Kohlen stehen, darum kümmere ich mich dann am Nachmittag.

Letztes Jahr fand der Vatertag in Ibbenbüren statt, dieses Mal daher in Münster und Umgebung. Um 10h klingelt der erste, und wir können uns nicht umarmen, aber die Ellenbogen aneinanderstoßen und im Garten etwas zusammenstehen und reden, bevor die Männer losradeln.

Wir nutzen den sonnigen Tag und machen nur entspannte Sachen im Garten und in der Küche.

Das 2000er Puzzle nimmt Gestalt an.

Ellie macht Lippenbalm aus Kokosöl und Bienenwachs. Es ist sehr meditativ, den Zutaten beim Schmelzen zuzusehen und sie dann und wann umzurühren.

Ich videotelefoniere mit meinen Eltern und meinem Bruder. Hanne verabschiedet sich zu einer Nachmittagsverabredung mit ihrer +1, Ellie und ich machen das Feuer an, schütten nach entsprechender Zeit die Kohlen nach und setzen letztendlich den Dutch Oven mittenrein.

Ein paar Kohlen auf den Deckel und fertig zweieinhalb Stunden in Ruhe lassen.

Die Männer kommen zurück, sind sonnensatt, durstig und hungrig.

Corontäne 64: 24K und BBQ

Auf die Frage, was ihr Vater sich zum Vatertag morgen wünschen würde, antwortete der: Einen Goldbarren.

24 Karat, mit Marzipan eingedeckt: Der Vatertagskuchen. Die Mädchen verstecken ihn gut, beseitigen alle verräterischen Spuren und dann übernimmt Christoph in der Küche.

Der neue Dutch Oven wird morgen eingeweiht werden, denn nach einer Fahrradtour soll es in unserem Garten einen großen Fleischtopf geben.

Ja, das ist eine Menge Fleisch.

In den anderen Jahren kamen an Christi Himmelfahrt oft Freunde, Frauen und Kinder am Nachmittag in unserem Garten zusammen, während die Väter nach ihrer Radtour dazustießen. In diesem Jahr ist auch das anders.

Corontäne 62: Lernen und B

Einer der schönsten Handgriffe ist es für mich, wenn ich morgens die Solarlux aufschmeißen kann und sich mein Leben nach draußen verlagert. Meistens kommen die Kinder direkt hinterher.

Das Leben nach draußen zu bringen funktioniert natürlich gut, wenn’s digital abläuft. Hier im Bild: 3 Menschen mit 3 Laptops am Terrassentisch (und der Mann war im Büro).

Manchmal muss zumindest das jüngere Kind noch physisch vorhandene Bücher dazunehmen. Beim großen Kind findet das gar nicht mehr statt.

Irgendwann verabschiede ich mich ins Arbeitszimmer und lasse die beiden zurück. Stunden später tauche ich wieder auf, die beiden sind wieder oder immer noch fleißig, und ich gucke Wolken.

Abends bereiten wir zusammen eine Menge Sachen mit B vor. Brokkoli und Bulgursalat, Baguette, Bratenfleisch, Baubergine und Bampignons mit Bafskäse.

Corontäne 61: Besuch

Die Großeltern kommen für den Tag vorbei.

Es wird geschlemmt, gespielt, geredet, wir bekommen eine Menge Sachen. Christoph und sein Vater versuchen sich mal wieder am Brunnen, jetzt, wo der Sommer kommt, wäre das so schön – allerdings leider mit wenig Erfolg.

Wir versuchen auf die Distanz zu achten, so gut es für Großeltern und Enkel nun mal geht.

Corontäne 60: 999 Puzzleteile und kein ESC

Es ist Samstag, und am Vormittag pröddeln alle vor sich hier. Wir sitzen draußen, sind drinnen, lesen Zeitung, hören Musik. Zum sehr späten Frühstück gibt es sehr leckere Pancakes mit Ahornsirup aus Michigan.

Am Nachmittag hat sich Ellie verabredet und ist letztendlich fast 5 Stunden unterwegs. Das tut ihr richtig gut. Das große Mädchen puzzelt. Ich mache mit, denn dabei kann man sich wunderbar unterhalten, oder beieinander sein.

Das dauert ein bisschen. Der lokale Radiosender spielt 3x James Blunt, also schätze ich so drei Stunden. Es ist schön zwischen uns. Die letzten beiden Puzzleteile sollen wir für Ellie übrig lassen.

Zwei Puzzleteile sind übrig, aber leider drei Löcher.

Hanne findet das sehr „unsatisfying“, mit einem deutschen un-. Ich auch.

Das große Mädchen zieht sich an, sie geht heute noch los. Das kleine Mädchen hole ich etwas später im Neubaugebiet ab. Wir huschen mit den Masken von Oma in den Laden gegenüber, machen gemeinsam Abendessen und gucken dann den ESC. Auch das ist ganz anders als in anderen Jahren.

Die vorherigen ESCs rückwärts aufgelistet:

2019

2018

2017

2016

2015

2014

2013

2012 fiel’s bei uns aus, da Kind krank, allerdings erinnere ich mich noch an Loreens Auftritt mit „Euphoria“ für Schweden.

2011

2010

Corontäne 59: In der Stadt

Das große Mädchen schlendert heute.

Das kleine Mädchen hat riesengroße Sehnsucht nach Gleichaltrigen. Sie findet es unfair, dass die große Schwestern sich jeden Tag mit ihrer +1 verabreden kann, und es bei ihr einfach nicht so richtig klappt.

Das liegt einerseits am Alter: 10 ist einfach anders als 15. Während man sich mit 15 auf eine Wiese setzt und den ganzen Nachmittag quatscht, ist das mit 10 noch viel zu öde.

Das liegt aber auch an den jeweiligen Situationen in den Familien der Freunde, die es für Ellie erschweren sich zu treffen.

Das liegt nicht zuletzt an der Entfernung anderer möglicherweise treffbarer Menschen, zu denen man mit 10 nicht so einfach kommt wie mit 15, wenn deren Freundin nur wenige Radminuten entfernt wohnt.

Heute gab es den ersten ernsthaften Streit in der Coronazeit, und Frust und Enttäuschung prallte auf Frust und Enttäuschung, und obwohl die Mädchen alleine waren, lag jede beim Fernsehn auf einer eigenen Couch.

Corontäne 58: Alltag

Normal ist mittlerweile, dass vormittags in der Küche, im Garten oder an den Schreibtischen gelernt und gearbeitet wird; heute machen wir das mal alle 4.

Klingt langweilig? Ist es vielleicht auch.

Bei Ellie ist die Luft heute raus. Sie macht ein bisschen Politik und etwas für Englisch, muss aber eh heute nicht viel tun: gestern hat sie bis in den Nachmittag rein vorgearbeitet. Sie geht zum Lesen nach draußen.

Wir anderen sind mal mehr, mal weniger motiviert, essen gemeinsam Spinatlasagne zu Mittag, trinken Kaffee, arbeiten oben und unten und schaffen einiges weg, anderes dafür nicht, und so vergeht der Donnerstag.