Garten

Präzisionsarbeit

Dieses anhaltende warme Wetter geht mir auf den Keks; die Hitze saugt alle Energie aus mir raus. Wir schaffen es nicht, in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden in den Schlafzimmern Durchzug zu erzeugen. Die Tomaten sind so durstig wie lange nicht mehr. 3 Minuten im Gewächshaus sind so effektiv wie 45 Minuten Sauna. Wenn man Ferien hat und der Kopf keine dringenden Leistungen zu erbringen hat, bitteschön, meinetwegen, aber so nervt es. Alle sind schlapp.

Hanne, die nach Hause kommt und sich regelmäßig direkt auf die Couch haut, ist heute nur noch einmal aufgestanden: um zu kontrollieren, ob ich auch schön um die Sonnenblumen auf der Wiese herumgemäht habe.

Hab ich natürlich.

Insektensommer

Auf den Gartensamstag folgt ein noch garteninsiverer Gartensonntag. Schon am Morgen schmeißen wir die Türen auf. Während Ella Brötchen holt, decke ich draußen den Frühstückstisch und treibe die Kaffeemaschine zu Höchstleistungen an. Christoph kommt dazu, wir sitzen so lange mit Zeitschriften, Rätseln (Sudoku, Ella) und Kaffee zusammen, dass sogar Hanne dazustößt.

Wir spielen eine Runde das Diercke Weltatlas Brettspiel und ich möchte für die Nachwelt festhalten, dass ich bei einem Erdkundespiel gewonnen habe. Danke.

Mittags zählen wir Mädchen eine Stunde lang Insekten für den NABU. (Infos hier und hier.)

Der NABU-Server ist so überlastet, dass wir unsere Liste erst am späten Abend übertragen können. Wir gucken dem Gras beim Zuwachsen zu. Als es etwas kühler wird, geht Christoph mit Ella zum Plattenballspielen und Hanne und ich bereiten Tacos zum Abendbrot vor.

 

Gartensamstag

Hanne schläft noch, als sich meine Eltern am späteren Vormittag auf den Heimweg machen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag – Brückentag – hat sie bei einer Freundin im Zelt übernachtet und nach eigenen Angaben nicht mehr als 3 Stunden Schlaf bekommen.

Ich nutze das schöne Wetter und bringe einen gewissen Grund in die wuchernden Tomaten. Die vielen neuen Pflanzen, die mein Vater mitgebracht hat, kann ich heute in Ruhe sortieren, wässern, einen Plan und Platz für sie überlegen. Liebstöckel, Pfefferminze, Ochsenherzen, Kürbis, Fuchsschwanz, Gelbfelberich, Hibiskus und viel, viel mehr.

Hanne hat, sie kennt uns gut, gestern an jeden Topf ein Stück Malerkrepp geklebt und sich von Opa vorsorglich die Namen nennen lassen.

Der Kugellauch (Allium sphaerocephalon), der es mir so angetan hat, ist zögerlich. Ich hätte ihn gerne prächtig, üppig, überbordend – überall im Hochbeet, überall im Garten.

Christoph erbarmt sich und geht an meiner statt einkaufen. Als Hanne auf der Couch einschläft, gehe ich mit Ella Plattenball spielen.

Wir überlegen, ob wir uns eine gebrauchte Tischtennisplatte anschaffen.

 

Gartentag

Das schöne Wetter der Pfingstferienwoche hat freundlicherweise nicht aufgehört, als wir nach Münster zurückkamen.

Heute machen wir einen Gartentag. Nach der Woche macht sich der Rasen an den meisten Stellen überraschend gut. Den Pflanzen im Gewächshaus geht es je nach Hitzevorliebe schlapp oder prächtig. Die Pflanzen auf der linken Seite haben den Tomaten scheinbar widerstandslos die Alleinherrschaft überlassen.

Christoph schneidet die Hecke vor dem Haus und macht gleich radikal weiter. Um einen freundlicheren Eindruck zu schaffen, werden wir später irgendwas Buntes einpflanzen, was die pralle Sonne mag und Farbe nach vorne bringt.

Im Garten freue ich mich über Topinambur und Holunder, schneide den Ginster zurück, buddele die Wurzel des Buchsbäumchens aus und pflanze dort die Sonnenblumen ein.

Unter der Grasnarbe entdecken wir die Spitze eines Steins, der sich als erstaunlich groß, schwer und unhandlich erweist. Wir haben keine Ahnung, warum er da liegt, wo er liegt, aber er muss definitiv weg. Wir wollen Rasen.

Der Stein entpuppt sich als ein mehr als medizinballgroßes Konglomerat aus Beton, Glas, Außenmauerziege und PVC-Rohr, bei dem am Ende noch der Nachbar hat helfen müssen, um es aus dem Loch zu hieven.

angefangene Busse

Heute Vormittag hatte ich Zeit, um mehr Grassamen für die vielen kaum sichtbaren, kleinen kahlen Stellen zu besorgen. Da wir jeden Abend frischen Salat aus dem Gewächshaus essen, musste ich auch hier für Nachschub sorgen. Der Oregano hat seinen Weg eigenmächtig in den Einkaufwagen gefunden.

Während Hanne und ich meditativ umtopfen und einpflanzen, macht Ella am Gartentisch Mathehausaufgaben.

(Sie benötigen 4 Busse und einen angefangenen (beim angefangenen 16 Plätze)

Als sie keine Lust mehr hat, schnappt sie sich ihr Kickboard und fährt eine Runde durchs Viertel. Danach kommt der Weltbeste heim, wir machen Igelbrot und Salat aus dem Gewächshaus und freuen uns, dass Feierabend ist.

 

Grummelig

Schon wieder ein Montag. Ella überlegt, wie sie diese Woche nur durchhalten soll – ganze 5 Tage Schule, ohne irgendeinen Feiertag! Sie muss sich auf dem Wohnzimmerboden kugeln vor lauter Unmut, und meine Schuhe anziehen.

Die ihr schon fast passen. 

Ich treibe das entspannte große und das quengelige kleine Mädchen in den Garten.

Tomatenvergleichsbild von vor 2 Wochen.

Ella wollte auf dem Garagendach picknicken …

… aber das stand unter Wasser, weil der Abfluss von Laub verstopft war. Dann eben mit Gummistiefeln.

Und so ein bisschen Sonne, Garagendach, Pfütze und verstopfte Abflüsse konnten ihre Laune gleich wieder anheben.

Frühstücksbuffet

Zu meinem 39. Geburtstag bekam ich einen Frühstücksgutschein samt bester Begleitung geschenkt, und wie sich das mit Gutscheinen so verhält, hing er seitdem hübsch an meiner Pinnwand. Bevor ich in diesem Sommer 40 werde, sollte er aber doch eingelöst werden.

Der Tag war traumhaft: schon am Morgen deckte Ella barfuß den Terrassentisch.

Ich steckte noch schnell Sonnencreme ein und radelte mit den Gutscheingebern zum Frühstücksbuffet im RoadStop. Natürlich saßen wir draußen.

Nach der Heimfahrt verbrachten wir den Rest des Tages im Garten – und wer dazukommen wollte, kam, und blieb.