Obstlastig

Es ist Dienstag, und die Woche hat schon so einen Bart. Die Tage vor den Ferien sind voll mit Abschiedsfesten, Vokabeltests, Ausflügen, Arbeiten, Projekten, Präsentationen. Fast jeden Tag kommt das große Mädchen heim, isst schnell was, während sie nebenbei sortiert, was heute erledigt werden muss, und macht sich dann direkt an die Arbeit. Oft bringt sie Freundinnen mit. Wenn ich da bin, reiche ich Obst. Viel, viel Obst bei diesen Temperaturen – Heidelbeeren gehen grade sehr gut, Nektarinen und Pfirsiche und Äpfel sowieso immer. (Bei meinen Mangos war ich sehr geizig.)

Fast alles findet am neuen Terrassentisch statt. Wenn keiner mehr Lust auf Lernen hat und die Köpfe voll sind, kommt üblicherweise grade das kleine Mädchen aus der OGS. Alle spielen zusammen Kubb, turnen auf der Garage herum oder entscheiden sich, im Supermarkt Eis zu holen. Ich mag dieses volle Haus

Der Terrassentisch

Der von den Hausmitbewohnern vor einigen Jahren geerbten Terrassentisch, den sie uns damals über Seile vom Balkon auf unsere Garage runtergelassen hatten, hat schon viele unterschiedliche Gesichter gehabt. Manche waren schön, manche praktisch, manche durchdacht, manche hastig zusammengezimmert, weil wir den Tisch schnell brauchten: im Sommer sieht uns der Terrassentisch mehr als der Küchentisch, und das will was heißen.

Kein Design hielt wirklich lange, doch ab heute soll sich das ändern. Russ hat mit seinem Sohn den Tisch erdbeben-, uv-, wasser-, bombenfest gemacht.

Es wurde gerechnet, lackiert, gesägt und vor allem sehr, sehr viel geschraubt.

Danke! Das ist das stabilste Abschiedsgeschenk, das ich je sah: morgen wird Russ seine Sachen packen und abreisen. … wir saßen lange am Feuer.

Dörenther Klippen

Heute früh um 10 setzte sich der Liebste zum Vatertagsausflug mit Hannes Patenonkel in den Bus und fuhr nach Ibbenbüren, zum Dritten im Bunde: Radfahren, ein bisschen kraxeln, mehr radfahren und das eine oder andere Wegbier trinken.

Streichtag

Heute ist Feiertag für alle, Vatertag für den Liebsten, Oma-Opa-Tag für das kleine Mädchen und für Hanne und mich Streichtag. Liebe Freunde sind grade mitten im Umzug und nachdem die Jungs gestern beim Schleppen geholfen haben, streichen wir Mädchen heute die abzugebende Wohnung weiß.

Nach 5 Stunden sind wir fertig, und fertig. Hanne und mich bekommt heute niemand mehr von der Couch. Wir duschen uns die Farbe aus den Haaren und von der Haut, kochen Spaghetti mit Tomatensauce und gucken 3 Filme.

Baumhaus

Seit wir unser Haus gekauft und einige Monate später tatsächlich eingezogen sind, bedauert Ella in jedem Sommer, dass wir keinen vernünftigen Kletterbaum haben. Sie wünschte sich dringend eine Hütte, ein Baumhaus, einen Ausguck, ein irgendwas-nur-für-sich und hat jedes Jahr aufs Neue etwas gebaut, aber nichts hat sich wirklich richtig angefühlt. Jetzt haben wir seit einiger Zeit einen lieben Hausgast, der gut mit Holz umgehen kann, umsetzbare Ideen hat und der vor allem mit Ellie eine enge Freundschaft geschlossen hat.

Als Russ hörte, dass sich Ellie nach einem Baumhaus sehnt, fragte er, ob er das Holz, dass im Keller lagert, benutzen darf. Mein altes Hochbett Stora von Ikea, das ich für die Studentenzeit gekauft habe, hat wie durch ein Wunder das Hochwasser überlebt und steht seit dem Umzug auseinandergebaut in einer Kellerecke.

Seit gestern bauen Russ und Ellie am Baumhaus.

Hanne testet

Am Nachmittag fahre ich Ellie ihren Großeltern entgegen, da sie das lange Wochenende aus Feier- und Brückentag da verbringen möchte. Wenn sie am Sonntag wiederkommt, ist das Baumhaus fertig – samt Leiter, Geländer, Klappe im Boden – und der Baumhaus-Architekt schon wieder auf dem Heimweg in die Staaten.

Unser letztes Grundschul-Sommerfest

Nach 8 Jahren und 2 Durchgängen, bei denen sich die Mädchen die Klassentürklinke in die Tür gegeben haben, verlassen wir die Grundschule in diesem Sommer. Das fühlt sich richtig an. Das kleine Mädchen scheint entwachsen, die Schule wird ihr zu eng, sie will mehr wissen, differenzierter Fragen stellen.

Die beiden Mädchen haben gestern gemeinsam Muffins für das Kuchenbuffet gebacken. Obwohl Hanne nach ihrem Kilometermarsch durch die Innenstadt am Vormittag ziemlich durch war, hat Ellie sich gewünscht, dass ihre große Schwester mit zum Sommerfest kommt. Wie letztes Jahr macht sie das gerne, jedenfalls ohne zu murren und bereitwillig. Ella rennt mit ihren Freundinnen durch die Schule, Hanne und ich stehen zusammen und kennen jedes Jekiss-Lied, das heute vorgetragen wird, auswendig.

Um 6 sind wir zu Hause, haben Freunde dabei, sitzen lange im Garten und freuen uns aufs Wochenende.

Arcade

Traditionell nutzen wir den Eurovision Song Contest als Anlass, mit vielen lieben Menschen zusammen zu kommen, gemeinsam zu essen und zu trinken, zu reden, vor dem Fernseher, in der Küche, auf der Terrasse, auf der neuen Treppe oder am Feuer zu sitzen, den ESC zu verfolgen, oder eben nicht.

Und gar nicht so selten haben wir an diesem Abend in den Himmel geguckt und den hellen Punkt verfolgt, der ungefähr jede Stunde vorbeikam: das ist die ISS.

Was für ein wunderschöner, einträchtiger Abend, der so dankbar macht.

Staudenbörse

Eine Freundin hat vor kurzem einen Schrebergarten übernommen und mir gestern Abend von der heutigen Staudenbörse am Mühlenhof, Münsters Freilichtmuseum, erzählt. Ich bin kurzerhand mitgeradelt, denn ich wollte schon immer mal auf eine Pflanzenbörse, das Wetter war wunderschön und über die Promenade und am Aasee entlang zu radeln immer eine gute Idee.

Es waren nur wenige Verkäufer da, aber Katrin ist doch fündig geworden und hat an jedem Stand etwas gekauft.

Zuhause angekommen habe ich noch einen großen Salatkopf und Pfefferminze bei ihr abgestaubt und mich mit meiner Beute verabschiedet.

Mangos

Ich liebe reife, saftige, glitschige Mangos. Für mich schmecken sie nach Sonne, nach Urlaub und Strand und einem entspannteren Leben. Leider wachsen Mangos alles andere als regional, und oft genug stehe ich im Supermarkt vor ihnen und bringe es nicht übers Herz sie zu kaufen – diese Mango, die um den halben Erdball geflogen wird, ein reines Luxusgut für mich, aber mein schlechtes Gewissen nicht wert. Die Aktion, über die Schule frische Mangos aus Burkina Faso über einen gemeinnützigen Verein zu bestellen, der die Früchte zu fairen Preisen von den ErzeugerInnen vor Ort bezieht und durch Spenden den Bau von Schulen Burkina Faso ermöglicht, kam wie gerufen.

Heute kam unsere 5-Kilo-Kiste nachhaltiger Mangos in der Schule an.

Hanne hat sie mit mir abgeholt, danach kamen 3 ihrer Freundinnen und gemeinsam mit Christoph und Ellie sind die 6 zum Schwimmen ins Atlantis nach Dorsten gefahren – genau richtig an einem Tag mit solchem Himmel.

Ich habe gearbeitet, eingekauft, das Abendessen für alle vorbereitet – vegetarisch, unverträglich, ich kenne mich mittlerweile gut aus! Zwischendurch hab ich immer mal wieder die prächtigen Mangos angelächelt: ab jetzt gibt es jeden Tag eine.

Erster Mai

Da das Wetter wenn auch nicht schön zu werden, sich aber doch zumindest zu halten verspricht (und ohnehin alle vorsichtshalber Baguettes, Kräuterbutter, Paprika, Salate und Würstchen gekauft hatten), laden wir ab 3 zum entspannten Angrillen ein.

Die Männer und Kinder spielen Kubb und Verstecken, die Sonne kommt raus, wir sitzen zusammen und um 8 Uhr gehen alle heim, denn morgen ist ein ganz normaler Arbeits- und Schultag.