Corontäne 69: Bartnelken

Vor 2 Jahren mit meinem Vater gepflanzt.

Das Wochenende ist vorbei, und ab dieser Woche gehen beide Mädchen jeweils einen Tag in die Schule. Heute aber haben sie sich, ihrem Rhythmus entsprechend, um 9 in der Küche zum gemeinsamen Lernen getroffen. Es geht schleppend. Schon am Mittag sind sie fertig (mit der Welt) und wollen lieber Pause machen und lesen und herumliegen. Wir lassen sie, denn wir beiden Großen Alten sind bis zum Nachmittag durchgängig in webinars und Videokonferenzen gebunden und haben keine Zeit und keine Energie, jemanden anzutreiben. Da sie bis jetzt im Laufe einer Woche mit den gestellten Aufgaben jeweils fertig geworden sind, dürfen sie sich die Tage einteilen wie sie möchten.

Um mal rauszukommen, und weil die Grundnahrungsmittel Kaffee, Brot und Milch fehlen, gehen Christoph und ich einkaufen.

Am Abend gucken wir Veronica Mars, und dann geht es für die Kinder etwas früher ins Bett, denn Hanne hat morgen wieder Schule. Die Klasse wird in 9er-Gruppen, 3 Tische pro Reihe, 3 Reihen pro Klassenzimmer, aufgeteilt. Ich schlage vor Schnick-Schnack-Schnuck zu machen, wer mit ihr zu dieser unchristlichen Zeit aufstehen muss, aber Christoph meldete sich freiwillig. Hanne ist ziemlich aufgeregt.

Corontäne 61: Besuch

Die Großeltern kommen für den Tag vorbei.

Es wird geschlemmt, gespielt, geredet, wir bekommen eine Menge Sachen. Christoph und sein Vater versuchen sich mal wieder am Brunnen, jetzt, wo der Sommer kommt, wäre das so schön – allerdings leider mit wenig Erfolg.

Wir versuchen auf die Distanz zu achten, so gut es für Großeltern und Enkel nun mal geht.

Guckuck

Mein Vater hat mit den Mädchen Samen in kleine Gewächshäuser mit Anzuchterde gesetzt, und schon tut sich was.

Karnevalssonntag

Es regnet, als ich mich mit den Mädchen in unserem Heimatort an den Zug stelle. Egal, Straßenkarneval war in den wenigsten Jahren sonderlich warm, und wir schunkeln einfach ein bisschen heftiger als sonst.

Während wir Mädchen uns am Nachmittag auf den Weg nach Siegen machen, fährt der Weltbeste das erste Mal mit einem Flixbus. Christophs Vater wird morgen, Rosenmontag, 75, und wir werden zum Frühstück da sein und gratulieren. Dafür fahren wir Mädchen durch Siegen und sammeln am späten Nachmittag Christoph ein. Es regnet ohne Unterlass.

Beide Mädchen haben Montag und Dienstag frei – endlich mal auf einer gemeinsamen Schule, die zwei. Am Abend helfen wir noch ein bisschen bei der Vorbereitung für morgen.

Die Cousine wird zum Übernachten gebracht. Alle 3 Mädchen werden in Christophs altem Zimmer schlafen. Wir gucken gemeinsam im kuscheligen Wohnzimmer die erste Folge der diesjährigen Staffel von „Sis is se Voice“.

Playa

Am Morgen fährt meine Mutter mit den Mädchen ins Nachbardorf, um den alljährlichen Samstagvormittagszug zu sehen. Die Ausbeute ist geringer als in den letzten Jahren, wird aber trotzdem wie immer mit Onkel Thomas auf einem Bettlaken auf dem Wohnzimmerboden sortiert.

Kurz nach dem Mittagessen begleiten mein Bruder und ich die Mädchen zum Zug in einem anderen Nachbardorf, und am Abend machen es sich die Mädchen mit Netflix bequem, während meine Mutter uns in die Stadt reinfährt: mein Bruder nimmt die Bahn zur Südstadt, ich bin mit Nike in Junkersdorf.

Die Musik ist rein kölsch, die Kostüme liebevoll, das Bier lecker, die Preise für Fastelovend absolut in Ordnung und auf dem Mädchenklo gibt es fast nie eine Schlange: top!

Natürlich hatte in der Bahn jemand gekotzt, und der letzte Bus ist lange weg, als wir nach Hause wollen, aber dafür bekomme ich schnell ein Taxi und Nike fährt problemlos mit dem Zug weiter. Herrlich!

Karnevalsfreitag

Die Mädchen haben heute schulfrei und wollen losfahren, um früh bei Oma und Opa zu sein. Ich möchte gerne noch eine Stunde schlafen, oder zwei.

Christoph muss zur Arbeit und ist am Wochenende auf einem Konzert in Dortmund, daher kommt er nicht mit nach Köln. Nächstes Jahr wieder!

Um kurz nach 1 sitzen wir im Auto und brauchen gut 2 Stunden, denn es ist viel los. Wir fahren über die A43 und umgehen so das Kamener und Westhofener Kreuz, allerdings kommt man an der langsamen Leverkusener Brücke natürlich nicht vorbei.

Bei meinen Eltern erwarten uns schon Käsekuchen und Onkel, der schon vorgestern angeflogen kam. Wir feiern gemeinsam den Geburtstag meines Vaters nach.

Mein Bruder fährt in die Stadt, wir nisten uns ein und abends gibt es, ganz omatraditionell, Let’s Dance.

Ich und mein Holz

Station 1: Ella und Christoph holen Holz mit ihrer Schubkarre und schmeißen es über den Zaun.

Station 2: Ich bringe es mit meiner Schubkarre in den Keller

Station 3: Hanne und Opa stapeln

Sagenhaft

Für ihren letzten Tag im zweiwöchigen Praktikum im Einzelhandel hat Hanne gestern als Dankeschön einen saftigen, veganen Schokokuchen gebacken. Sie hat sich wohlgefühlt und durfte viel machen. Nach dem Wochenende muss sie dann statt um 9 wieder um vor 8 in der Schule sein, und darauf freut sie sich kein Stück.

Normalerweise um 15, aber heute schon um 14 Uhr in die Freiheit des Wochenendes entlassen, sitzen wir gemeinsam um kurz vor 3 im Auto und fahren zu Oma und Opa.

blauer Himmel weit und breit

Da wir es nicht schaffen werden, vor dem Sonnenuntergang bei ihnen zu sein, machen wir kurz nach der Autobahnabfahrt am Wald Halt, damit Christoph Fotos machen kann.

Hello Darkness

Eigentlich wollten das große Mädchen und ich ein unfassbar faules Couch-Wochenende machen, Chinesisch bestellen, Serien gucken und uns weder anziehen noch duschen noch die Tür aufmachen. Nur eben dem freundlichen Liefermenschen, dessen Laden bei der Onlinebestellung konsequent „30 Minuten Wartezeit“ ansagt, egal wann man bestellt, und der dann trotzdem schon 15 Minuten später freundlich zweimal klingelt.

Denn eigentlich wollten der Liebste und das kleine Mädchen dieses Wochenende Holz in den Keller der Schwiegereltern schaffen und da schlafen, aber der Liebste und das kleine Mädchen sind krank und es regnet ohnehin, was sich grundsätzlich schlecht dazu eignet, irgendein Holz in irgendeinen Keller zu schaffen.

Und so bauen sich der Liebste und das kleine Mädchen ein Krankenlager auf dem Sofa, das große Mädchen lädt sich ihre Mädels zum Übernachten ein, denn sie sehen sich so selten, seit das Praktikum angefangen hat, und ich arbeite ein bisschen und versorge ein bisschen und gucke Fernsehn und koche ab und an Tee und reiche Glitzerstifte an.

„Hello darkness my old friend“

Zweiter Stopp

In diesem Jahr wiederholen wir die Route von letztem Jahr: Nach dem Mittagessen brechen wir in bedecktem Grau zu Christophs Eltern auf.

das Wetter ändert sich auf der ganzen Fahrt nicht. Zum Kaffee sind wir da, machen danach eine weitere Bescherung, die Cousine kommt dazu, wir spielen Rummykup im Wintergarten. Ich versage kläglich.

Abends gibt es leckeres Essen, wir gucken gemeinsam einen Film und danach geht’s sehr bald ins Bett: wir sind dekadent faul.