Siebzig

Am Vormittag sitzt einer von uns in einer Schulung am Hafen, während wir anderen arbeiten, Schularbeiten machen und packen. Am Nachmittag, so früh der workshop eben vorbei sein wird, fahren wir zum 70sten Geburtstag von Oma M.

Vor 10 Jahren gab es zum runden Geburtstag ein großes Zelt im Garten, eine Fußball-WM und rundherum viele Gäste. Dieses Jahr ist ja bekanntlich alles etwas anders.

Wir sind am Ende doch etwas spät dran, denn wir kamen nicht so früh los wie gewünscht und die Autobahn in Richtung Süden ist voller als erwartet.

Wir gehen das erste Mal seit Monaten aus, essen gemütlich, fahren heim und wer will, spielt bis spät in die Nacht im Wintergarten Karten.

Kisten3

Während Christoph die gespachtelten und mittlerweile getrockneten Flächen kurz weiß überstreicht, beschäftigt sich Ellie mit Kartoffeln.

Die Grenzen zwischen Arbeits Schultagen und Wochenende verschwimmen auch bei den Kindern.

Die Kisten werden über Herd, Spüle und Spülmaschine aufgehangen. Als kleinste Hausbewohner dürfen Ellie und ich entscheiden, in welcher Höhe sie angebracht werden.

Fertig. Zufrieden!

Zeit, die Brücke aus dem Stand zu üben, die Sonne scheint.

Vielleicht muss der Rasen mal wieder gemäht werden.

Kisten2

Für die Anfang der Woche angekommenen Kisten bereiten Christoph und Ellie heute in der Küche Dinge vor.

Die Spachtelmasse muss vollständig durchtrocknen, bevor es weitergeht, aber wir können die Türen schlecht aufmachen.

Freitagabendgefühl

Ich vermisse das Freitagabendgefühl, dieses wohlige, müde, das einen wissen lässt, dass man die Woche geschafft hat und morgen ausschlafen kann.

Christoph und Ellie gucken einen Film, Hanne ist verabredet und ich mache beim Skypenquiz mit den liebsten Fastnachbarn mit. Wie immer sind wir eher schlecht und wie immer ist es völlig egal.

Gegen Mitternacht laufe ich heim.

Mohnschnecken

Ellie hat sich in den Kopf gesetzt, heute was Leckeres zu backen.

Canyon

Der Vormittag vergeht ähnlich langsam wie der gesamte gestrige Tag. Hanne übt Kopfstand im Garten, weil sie jetzt Acro Yoga angefangen hat.

Zum Mittagessen in der Sonne, auf der Terrasse, erntet sie einen dicken Batzen Salat aus dem Gewächshaus.

Während wir essen, eröffne ich den anderen 3en, dass wir heute etwas machen werden, und zwar gemeinsam, und zwar außerhalb des Hauses mit spazieren gehen, und dass wir dafür alle das Auto werden betreten und Autoluft werden aushalten müssen.

Gut, dass die mich so gerne mögen. Niemand quengelt und keiner will lieber zu Hause bleiben (und falls doch, sagt es niemand, das reicht mir schon fast). Um 14h30 möchte ich bitte im Auto sitzen, kündige ich an, und schon artet es ein bisschen in Prep-Stress aus. Beim Zusammenpacken von Wasser und Proviant merkt Ellie an, bis jetzt wäre diese Corona-Zeit meistens „glücklich, glücklich, Eierkuchen“ gewesen, weil es keinen Termindruck gab, und nun komme ich mit sowas an.

Wir fahren 20 Minuten bis Lengerich und parken kostenfrei am ziemlich vollen Parkplatz des Alva Skulpturenparks. Es sind ziemlich viele Menschen unterwegs, streckenweise zu viele, um die Abstandsregeln bei allen einzuhalten, obwohl die meisten sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen.

Wir laufen durch den kleinen Skulpturenpark und am Grünen Zimmer vorbei zu Waldrand und Hortensiengarten und von dort aus weiter zum Aussichtspunkt für den Canyon.

Wir wollen den Canyon auch von der anderen Seite sehen, daher laufen wir durch Wald und Wiesen und im Bogen zurück zum Grünen Zimmer.

Wir machen noch eine kurze Pause im Schatten und sind nach knapp 4 Stunden wieder zu Hause.

Nichts

Der Schrittzähler steht still, der Fernseher läuft, alle lungern drinnen und draußen.

Skypenquiz

Schon ein bisschen Tradition, der Freitagabend mit den liebsten Fastnachbarn.

Symbolbild: Zwischenstopp beim Supermarkt.

Die Mädchen machen einen Schwesternabend auf der Couch.

Rückkehr zur Schule 2

Heute muss das kleine Mädchen zur Schule, und obwohl ich es mir nicht habe vorstellen können, war sie noch aufgeregter als ihre große Schwester vor 2 Tagen. Sie hatte Angst zu verschlafen, Angst etwas zu vergessen, Sorge darüber, wie es in der Schule sein würde. Am Ende war natürlich doch alles gut, wenn auch ungewohnt. Die strengen Regeln zur Hygiene sorgen nicht gerade dafür, dass man sich in der Schule unbeschwert verhält, sind aber doch nötig. Ellie ist jedenfalls froh, den ersten Tag gut überstanden zu haben. Zum Mittag ist sie wieder zu Hause, wo es bis dahin ruhig war.

An Küchentisch und Schreibtisch wurde gearbeitet, dann hat uns die Sonne zu sehr gelockt, so dass wir am 2000er Puzzle weitergemacht haben. Bildschirmpause.

Hanne hat mir später die Haare geschnitten

und Ellie selbstversunken Mandalas in Magic Sand entstehen lassen, und glattgestrichen, und neu entstehen lassen, und glattgestrichen.

Rückkehr zur Schule

Die Zeit der Corontäne ist vorbei, Hanne geht zurück in die Schule, und die Lockerungen nehmen weiter zu. Im Stadtgebiet Münsters gelten aktuell 45 Menschen als infiziert.

Die Vorsicht bleibt, der Abstand bleibt, die Handhygiene bleibt.

Christoph und Ellie stehen mit Hanne auf, die sich kurz vor halb 8 mit einem übervollen Rucksack und Maske auf den Schulweg macht. Sie wird nach dem Unterricht mit zu ihrer +1 gehen und am Abend, nach dem Klavierunterricht, heimkommen.

Ellie will lernen wie man häkelt.

Am Abend erzählt Hanne vom Schultag. Es gibt für jeden Klassenraum zugewiesene Toiletten, gegessen werden darf nur am Platz und nur in der 5-Minuten-Pause. In der großen Pause darf man den für diese Gruppe eingeteilten Bereich nicht verlassen. Arbeitsblätter dürfen Lehrer nur mit Maske und Handschuhen verteilen. Der Betrieb läuft etwas schleppend, aber alle scheinen froh zu sein, sich wieder so begegnen zu können. Nächsten Dienstag dann also wieder. Oder: noch 4 Schultage bis zu den Sommerferien.