Ella

Mittwoch

Vormittags gehen Ella und ich den Keller an, holen kleine Fahrräder raus und stellen sie in den Garten. Auch Hannes alten Roller, den niemand mehr benutzt, seit im Mai das Kickboard bei uns einzog, holen wir hoch. Wir putzen alles, pumpen Reifen auf, überprüfen, was wir sonst nicht mehr brauchen und fangen an zu fotografieren. In den nächsten Tagen werden wir über die Kleinanzeigen alles ins Internet stellen, auf das wir uns haben einigen können.

Am späten Nachmittag umradeln wir entspannt einmal die Promenade und machen einen kurzen Abstecher zum Aasee zum Leutegucken.

Zuhause macht mich Ellie wieder lang, dieses Mal bei Cuatro.

 

Avanti (ein Neurad)

Nach dem vielen Autofahren im Sommerurlaub haben wir uns, wie sich das für Münsteraner gehört, alle sehr aufs Fahrradfahren gefreut. Seit den knapp 3 Wochen, seit ich wieder zu Hause bin, stieg ich exakt 2x ins Auto, und einmal davon war es, um Ellie abzuholen. Alles andere kann und will ich zu Fuß oder mit dem Rad erledigen: Post, Einkäufe, Stadt, Park, alles problemlos machbar, und so angenehm, vor allem bei Sonnenschein. Hauptsache keine Autoluft, würden die Mädchen sagen.

Auch Ellie radelt gerne, mittlerweile (2014, 2015). Beide Mädchen haben im Laufe der Jahre unterschiedlichste Leezen vererbt bekommen, weitervererbt, im Freundeskreis verschenkt oder geschenkt bekommen und über Kleinanzeigen gebraucht gekauft, bis Hanne zu Weihnachten das erste Neurad ihres Lebens bekam, mit dem sie jetzt jahrelang wird fahren können. Es hat Platz nach oben und – nicht unwichtig – ist schwarz.

Heute waren Ellie und ich „nur gucken“.

Wir guckten nach einem Rad, das einen größeren Rahmen, größere Räder und vor allem einen Gepäckträger hat: Ihr geerbtes Mountainbike hat zwar 21 Gänge, aber keinen Gepäckträger. Das bedeutet, dass an den Tagen, an denen sie mehr nach Hause transportiert als nur den Tornister, entweder jemand abholen muss oder es eine wackelige Angelegenheit ist.

Aus dem „nur gucken“ wurde ein ambitioniertes Probefahren auf unterschiedlichsten Modellen, und schließlich eine große Liebe mit einem Pegasus Avanti.

Da es das letzte Modell dieser Größe war, wurde es kräftig runtergesetzt. Ella versprach mir hoch und heilig, alle alten Leezen, die sich über die Jahre im Keller angesammelt haben, zu putzen, zu checken und nicht daran festzuhalten, sondern zu verkaufen, um einen Teil des Kaufbetrags einzunehmen, nahmen wir das Avanti kurzerhand mit. Ihr erstes Neurad, perfekt für die Schuljahre 4-6 oder mehr, und, vor allem, mit Gepäckträger.

Sie konnte nicht mal Mittagessen, so dringend wollte sie eine Proberunde drehen, und aus der geplanten kleinen wurde eine viel größere: durch den Park, und noch eine Schleife, und hier noch einmal um die Ecke, und auch noch mal dort entlang.

Am Ende radelten wir sogar noch in die Stadt, denn wir mussten zur Post: Wenn man eine angeforderte Tafel Schokolade ins Zeltlager schickt, kostet der Brief statt 70 Cent 1,45 €.

Nach der Post radelten wir zur Bücherei, schlossen die Leezen doppeltgemoppelt aneinander.

(Der Unterschied in der Sattelhöhe zwischen meiner Gazelle und Ellies Pegasus? Erschreckend gering.)

Lesestoff hat Ellie genügend, daher liehen wir uns Spiele aus, um sie zu Hause sofort auszuprobieren. Jetzt müssen wir nur noch einen Fahrradkorb besorgen, der zur neuen Leeze passt; aber vielleicht findet sich im Fuhrpark im Keller noch einer.

 

 

 

 

Zurück nach Hause

Nach langen, schönen zweieinhalb Wochen bei Oma und Opa tauschen wir Ellie heute in der Mitte der Strecke zurück. Jetzt kehrt wieder Ruhe ein bei den Großeltern und wir werden wieder früher aufstehen, abwechslungsreichere Tage abseits des Schreibtischs haben und die letzte Ferienwoche genießen.

Plattpfirsiche

Die langen, heißen Tage machen uns träge und lethargisch. Ellie hat schon 2 Nächte, nachdem wir wieder Zuhause waren, angefragt, ob sie nicht als Ferienkind zu Oma und Opa gebracht werden könnte. Christoph fuhr sie hin und sie genießt die Zeit dort als Einzelkind sehr, genau wie Hanne hier in Münster.

Christoph muss nach 3 Wochen Urlaub wieder arbeiten, Hanne und ich gucken in der schlimmsten Mittagshitze Serien und Filme für Menschen ab 12, schlafen lang, lesen viel, mähen den Rasen, gießen die Blumen und hängen auf der Couch rum. Sie hat keine Lust auf andere Menschen und ernährt sich von Wassermelone, Granny Smiths und Orangensaft. Heute haben wir einen Tagesausflug zu meinen Eltern gemacht und waren dort träge und lethargisch.

Hanne hat Plattpfirsiche für sich entdeckt.

Mit dem Kofferraum voller Holz fuhren wir nach dem Abendessen wieder heim.

Heim-Suchen

Ist es nicht fantastisch, im eigenen Bett zu schlafen? Ich fahre so gerne weg, aber ich komme auch unglaublich gerne zurück.

Mein Gefühl von Zuhause stellt sich genau dann besonders stark ein, wenn wir morgens in die Küche kommen, die Türen zur Terrasse aufschmeißen, die Kaffeemaschine pröddelt und Ellie sich um Brötchen und Schokostreusel kümmert.

Heute werden wir Taschen auspacken, Wäsche waschen, Post sortieren, uns um den Garten kümmern und abends ein paar der liebsten Freunde bei uns haben.