September

Schon September, meine Herren. Noch sperre ich mich gegen den Wunsch der Kinder, Lebkuchen und Spekulatius zu kaufen. 3 Monate vor Weihnachten, frühestens, das muss reichen!

Am Nachmittag kommt ein Handwerker zum Ideenwälzen und Ausmessen; wir machen vielleicht was Neues im Flur… je nachdem, was der Kostenvoranschlag so sagt. Der Mensch scheint wenig elanvoll und Christoph hätte sich ein paar kreativere Ansätze gewünscht, aber vielleicht explodiert seine Kreativität ja später am Zeichenbrett.

Ellie und ich drehen eine Runde mit dem Rad, dann klappen die Mädchen die Couch aus.

Um halb 8 haben beide Mädchen Elternabende, also sind wir beiden Eltern heute gemeinsam weg, da ist die ausgeklappte Couch Tradition.

Wie immer stellen wir auf dem Schulhof die Leezen nebeneinander ab und wetten, wer von uns beiden zuerst nach Hause radelt, bevor wir uns in der Eingangshalle trennen. Bei mir greift so ein Anfängerelter das Thema Mensaessen auf, die Wogen kochen hoch, Essen ist ein emotional aufgeladenes Thema, das weiß man doch, wenn die Kinder schon in der 7. Klasse sind? Im Anschluss dann geht’s auch noch um Luftfilter und die Klassenfahrt nach Norderney und Kinder, die bitte nicht mit nackten Füßen ins Wattenmeer sollen, da sie sonst sicherlich direkt im Anschluss, vielleicht am selben Abend oder gar schon 15 Minuten nach der Wattwanderung, mit fiebriger Erkältung längerfristig bettlägerig werden, und das auch noch in der Jugendherberge.

Ich atme tief in meine FFP2-Maske, das hat was Meditatives.

Elternabende, die länger als 60 Minuten dauern, kannte ich bislang nur von Kindergarten und Grundschule.

Christoph ist zwar schon vor mir Zuhause, hat dafür aber ein Amt übernommen. Ha!

Sehr beschäftigt

Hausaufgaben, 1x in der Küche und 1x auf der Couch.

Draußen taumeln die Bienen wonnig von Blüte zu Blüte und die Zucchini hat Großes vor.

Verblüffend

Heute sind 2 unerwartete Sachen passiert:

  1. Ich habe ein neues vegetarisches Rezept ausprobiert – mexikanischer Pfannkuchenauflauf – und alle finden es lecker.

2. Das große Mädchen ist bei der Auslosung der Skiplätze für die Fahrt nach Österreich im kommenden Januar 2022 gezogen worden und misst jetzt ganz glücklich ihren Kopfumfang für den Skihelm.

Krankes Kind, fehlgeschlagene Digitalisierung

Ella ist nach einer guten Woche Schulzeit schon warm und schlapp und bleibt auf der Couch. Ihr neuer Stammplatz ist die Récamiere.

Für den Deutsch-LK muss das große Mädchen als erstes Nathan der Weise und Unter der Drachenwand lesen. Trotz Schultablet, scook, Digitalisierung, adobe und office Lizenzen, müssen (nicht nur) diese beiden Bücher in physischer Form vorliegen und jeweils entsprechend mit in die Schule genommen werden.

Obwohl die gesamte Kommunikation zwischen Schule, Schüler:innen und Eltern per iServ abläuft und das explizit so gewünscht ist, müssen alle Schüler 10€ Kopiergeld / Schuljahr bezahlen. Bei 600 Schüler:innen kommt schon so schon einiges zusammen.

Finde die Fehler.

Eine neue Couch: Fläzen

Die alte muss weg; wir stellen sie voraussichtlich oben ins mittlere Zimmer.

Während ich bei der Arbeit bin (physisch! Ein Meeting! In Präsenz! Woanders!) nehmen Christoph und Ellie die vielen, vielen schweren Pakete entgegen und starten mit dem Aufbau.

Das beschäftigt uns den ganzen Nachmittag.

Unheimlich, so viele Schrauben, Unterlegscheiben, Klammern und Muttern übrig zu haben? Finde ich auch.

Am Abend sieht es im Wohnzimmer schön aus, und überall sonst steht mehr Zeug rum als normalerweise. Das Verräumen dauert jetzt noch ein bisschen, ist aber auch egal, als wir uns abends alle fläzen.

Produktiv

Es ist Montag, es ist Schule, es ist früh. Christoph arbeitet nach wie vor von Zuhause, aber ich hab noch viele Lücken und genieße die freiverfügbare Zeit sehr. Direkt morgens belade ich das Auto mit Grünabfall vom Wochenende und Altglas aus der Garage und fahre alles zum entspannt leeren Recyclinghof.

Dann gehe ich einkaufen, kümmere mich um’s Mittagessen und gucke im Garten vorbei.

Hanne wird ab diesem Schuljahr mit einem Schultablet ausgestattet; sie richtet es am Nachmittag ein so gut es geht.

Die Funktionen sind enorm beschnitten, die Echtzeitüberwachung der Lehrer grenzenlos.

Abends räumen wir das Wohnzimmer aus und nehmen den Couchtisch auseinander, den ich 2010 gekauft hatte. Er ist schon ziemlich zerrockt, und seit der Patenonkel im wilden Eifer bei Pingo Pingo darübergesprungen war, war in der Mitte ein großer Riss. Nach und nach haben auch die Seitenteile schlappgemacht.

Außerdem bekommen wir eine neue Couch!

Nimmerland, Froyo, Garten

Nichts hatte mich darauf vorbereitet, mit Kindern über 8 nochmal ins Indoorspielezentrum zu kommen, aber Ellie und ihre beste Freundin waren nostalgisch und hochmotiviert, und ich hatte angeboten zu fahren. Zu fahren. Nicht, dazubleiben, aber Kinder dürfen nicht ohne Begleitperson da sein (und Menschen über 18 nicht ohne Kind).

Frisch getestet und mit viel Wasser und Proviant ausgestattet holen wir M um halb 10 ab, sind um 10 da, bekommen einen Tisch zugewiesen. Die beiden zogen die Schuhe aus und weg waren sie.

Bis wir um 17h gefahren sind, habe ich 1,5 Bücher ausgelesen, meine noise canceling Kopfhörer mit Podcasts lehrgehört, eine Zeitschrift durchblättert und mich darüber gefreut, dass ich mit niemandem ins Bällebad musste. Die beiden Mädchen waren insgesamt nur knapp 20 Minuten bei mir und sonst immer unterwegs und von Besuch zu Besuch schwitziger und durstiger.

In der Zwischenzeit malt Hanne die Ersatztasse nochmal nach und backt sie im Ofen auf. Durch’s Spülen ist sie schon ziemlich abgewaschen.

Danach radelt sie in die Stadt und trifft sich mit Freund:innen beim Froyoladen, lange Schlange inklusive.

Und während ich nur rumsitze, schickt der Weltbeste ein Beweisfoto seines gartenarbeitverschwitzten Tshirts.

Abends ist Hanne woanders, ich bei den besten Fastnachbarn, Christoph und Ellie machen sich einen schönen Abend (jedenfalls bis sie auf der Couch einschläft).

Freitag

Freitag, und noch gar nicht so müde wie normalerweise. Bei mir hängt das klar damit zusammen, dass ich erst langsam wieder anfange zu arbeiten und aktuell wenig Zeitdruck habe außer dem, den ich mir selber mache. Die Videokonferenzen halten sich noch schwer in Grenzen und die, die ich habe, sind unterhaltsam, positiv und mit Menschen, deren Gesichter ich gerne wieder sehe.

Gartenernte zum Abendessen.

Am Abend haben Ellie und ich wegen eines Termins morgen einen Schnelltest gebucht und radeln kurz hin. Ich bin zwar vollständig geimpft, aber bevor ich mich in eine Menschenmenge schmeiße, ist es ein beruhigendes Gefühl einen negativen Test vorweisen zu können.