Frankreich 3

Heute sind wir faul. Wir lesen, spielen und verpröddeln den Vormittag. Danach suchen wir auf der Landkarte nach Stränden, die wir uns angucken wollen. Der Himmel ist grau, aber der Wind warm und wir zu allem bereit.

Wir versuchen es nach dem Mittagessen mit dem Strand, der grade mal 4 Minuten entfernt ist, und sind sofort überzeugt. Grade ist Ebbe.

Ellie mit Schmetterlingsmuschel

Wir schlendern die Bucht entlang und sehen zu, wie das Wetter immer besser wird.

Schließlich gehen wir zurück zum Auto, fahren zum Einkaufen für die nächsten Tage und das war’s.

Frankreich 2

Das Los der Sommerferienkinder ist es, an ihrem Geburtstag oft weg zu sein. Letzes Jahr ist das kleine Mädchen in Pula in Kroatien 9 geworden, dieses Jahr wird sie in der Bretagne 10. Zehn!

Gestern Abend, als sie ins Bett geschickt wurde, haben wir anderen den Frühstückstisch gedeckt und geschmückt und mitgebrachte Luftschlangen, Luftballons und natürlich die Geburtstagsgirlande aufgehangen.

Aus Ermangelung einer Backgelegenheit hatte ich gestern Abend eine Art flotte „Kalte Hundeschnauze“ zusammengemischt und über Nacht im Kühlschrank deponiert. Meine Sorge, dass die Kerzen nicht halten würden, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt: Hurrah!

Das kleine Mädchen war sehr gerührt und hat sich über jedes einzelne Geschenk ehrlich gefreut.

Als Geschenke gab es eine sehr schlaue Uhr, die allerhand Dinge misst, ein Buch, ein Mäppchen für die weiterführende Schule mit Inhalt, einen Bilderrahmen von Hanne, den sie mit 4 Fotos der beiden aus unterschiedlichen Jahren bestückt hat, und nachtleuchtende Flummi-Power, die wir direkt ausprobieren mussten.

Die Kücheninsel verwandelte sich in ein Labor.

Das Ganze ist einfach erklärt und Schritt für Schritt nachmachbar, funktioniert erstaunlich gut, war spannend und wir haben noch genügend Pulvertütchen für weitere Flummis übrig.

Weil wir dem Wetter am Vormittag noch nicht trauten, beschlossen wir Ellies Lieblingstier auf der ganzen weiten Welt zu besuchen: einen Weißkopfseeadler im L’Aquashow in Audierne. L’Aquashow ist eine Kombination aus Aquarium und Volieren für Wasservögel. Die Schilder waren auf Französisch und Englisch.

Die rd. 45minütige Show findet nur auf Französisch statt. Den Kern haben 3/4 von uns verstanden und konnten dem Geburtstagsmädchen die wichtigsten Informationen weitergeben.

Schleiereule

Der Uhu Edouard

Falke

… und dann der majestätische, bildschöne Weißkopfseeadler.

Als letztes kam die Chaostruppe der Kormorane dazu.

Bis hierhin hatte sich das Wetter gebessert. Die Mädchen aßen einen Lemon Crepe im Bistro und wir haben uns überlegt, was wir heute noch machen wollten. Da wir eh schon mal in Audierne waren und es erst früher Nachmittag war, wollten wir gleich noch den Pointe du Raz „abhaken“, eine schroffe Klippe, die den westlichsten Punkt des Cap Sizun bildet. Hier zu parken kostet ausnahmsweise etwas (6,50€, die dem Schutz der Klippe dienen). Vom Parkplatz aus muss man noch einen knappen Kilometer zu Fuß zurücklegen, um ganz nach vorne zu kommen. Es ist dort noch streng verboten ist, vom Weg abzuweichen, um die Heidelandschaft nicht zu zerstören.

Später, wenn der nackte Felsen übrig ist, gibt es keinen Weg mehr.

Es lohnt sich.

Christoph und Hanne sind noch weiter gegangen, als man nur noch über Felsen klettern konnte. Ella und ich blieben das letzte Stück zurück und haben uns in die Sonne gesetzt.

Hanne ist furchtlos

Das war ein toller 10. Geburtstag, mit vielen Schritten – die neue Uhr zählt jeden einzelnen – und großartigen Eindrücken, und jeder Menge Geburtstagsselfies, die ihren Weg nicht in den Blog finden werden.

Frankreich 1

Nach den Tagen bei meinen Eltern fahren wir heute sehr früh weiter. In diesem Jahr haben wir uns für Frankreich entschieden. Hanne möchte gerne ein neues Land auf ihrer Europakarte freikratzen, Christoph und mich spricht der Atlantik an – und Ella war das Land egal, aber bitte Meer und Sandstrand. Wir werden, wie letztes Jahr im Sommer, wieder unterschiedliche Stationen ansteuern. Als erstes geht es in den Westen der Bretagne, ziemlich genau zwischen Quimper und Brest.

Das Auto haben wir gestern schon gepackt, heute müssen nur noch Kulturbeutel, Schlafsachen, Kuscheltiere, belegte Brötchen, Gummibärchen, frisch gefüllte Kaffeebecher, Wolldecken und wir 4 rein. Um 3:30 klingelt der Wecker. Meine Mutter steht mit auf, um uns zu verabschieden.

Als wir um 4:15h losfahren, sagt das Navi: 1007 Kilometer bis zum Ziel. Um 5 fahren wir über die Grenze nach Belgien und es wird langsam hell. Noch sind wir fast alleine auf der Autobahn.

Um 6h sind wir in Frankreich. Dass man einfach so über die Grenzen fahren kann, finde ich so europäisch schön.

Ab jetzt geht es immer weiter in den Westen, quer durch Frankreich. Die Mädchen lesen und dösen und hören Musik. Die Erwachsenen versuchen einen guten Radiosender zu finden. Nach 4 Stunden Fahrt wechseln wir und ich fahre. Bis dahin haben wir uns an die Mautstellen gewöhnt und fühlen uns schon wie alte Hasen.

Wir haben die nördliche Route gewählt, um nicht durch die Ringe um Paris zu müssen, und fahren bei LeHavre über die Seine. Das Überqueren der Schrägseilbrücke kostet 5,20€.

Auf dem Weg durch Normandie und Bretagne hören wir viel schlechte Musik und sehen rechts und links Landwirtschaft. Der Liebste entdeckt seine Begeisterung für Strohballen, die wie Streusel auf einem Donut aussehen.

Je weiter wir nach Westen kommen, desto grauer wird der Himmel, desto windiger wird es. Der Wetterbericht verspricht aber, dass es die kommenden Tage trocken sein wird. Noch 2x machen wir einen Fahrerwechsel, und um 15h15 sind wir am Haus. Die Gastgeber erwarten uns schon, zeigen uns alles und verabschieden sich dann. Wir packen aus, kochen etwas und wagen dann den Weg zum Meer, obwohl es stürmisch und grau ist. Nach dem ganzen Tag im Auto tut die Bewegung so gut.

Hanne hat die Schuhe aus, sobald sie Sand unter sich spürt. Ella braucht anderthalb Minuten länger, dann kann auch sie nicht widerstehen. Die Mädchen flitzen über den Strand und toben sich aus. Es ist herrlich hier; menschenleer und weit.

Wir gehen zurück, als der Regenschauer kommt, werden sehr nass, ziehen uns im Haus um und gehen nach dem frühen Morgen sehr bald ins Bett.

Tagebau Hambach

Vom Haus meiner Eltern ist es nicht weit bis nach Elsdorf, von wo aus man in den Tagebau Hambach gucken kann. Obwohl das Wetter nach den heißen Tagen jetzt bei kühl, ungemütlich und regnerisch angekommen ist, fahren wir zur Aussichtsplattform, die terra nova heißt. Ich war sicher 30 Jahre, wenn nicht länger, nicht mehr da, und Christoph und die Mädchen noch nie. Hanne war schon durch das Stichwort „Hambacher Forst“ interessiert.

Alles macht einen lange verlassenen Eindruck.

Am Parkplatz kann man sich ein maßstabsgetreues Modell einer Schaufel angucken. Jede Zacke ist so groß wie ein Kleinwagen.

Dieser schmale, schwarze Streifen in der Mitte ist die Braunkohle.

Hanne sagt: „Furchtbar, furchtbar, furchtbar schrecklich.“

41

Geburtstagsblumenstrauß von meinem Vater

41 fühlt sich kein bisschen anders als als 40. Danke an meinen Lieben für den wunderbaren Geburtstag!

Sommersonntag

Die erste Ferienwoche ist schon vorbei, und das ging einerseits rasend schnell, andererseits aber auch sehr zähflüssig. Manchmal fühlt sich das gut und richtig an, an anderen Tagen kann ich das langsame Tempo, das gefühlte Nichts-Schaffen nicht so gut ertragen. Wohlgemerkt: Nicht für die Mädchen, sondern für mich und in meiner Arbeit!

Nach 4 Tagen im Karate-Kurs hat Ellie entschieden, das gerne nach den Sommerferien weiterzuverfolgen. 3 Tage Schnupperkurs in der Tanzschule für Hanne haben zu ähnlichem Erfolg geführt: Nicht nur will sie in der letzten Ferienwoche nochmal an einem 3-Tages-Kurs teilnehmen, sie will sich auch für den normalen Kurs ab September anmelden, der dann 1x/Woche stattfindet.

Heute hat sie sich mit viele anderen Mädchen aus der Klasse am Nachmittag zum Sommersend verabredet. Wir hatten aber noch genügend Zeit, Christoph einmal bei Siedler gewinnen zu lassen.

Eine rote Straße ist dabei für immer zwischen den Ritzen der Terrasse verloren gegangen.

Während Hanne todesmutig auf Schleudermaschinen stieg und gebrannte Mandeln knabberte, waren auch Christoph, Ellie und ich unterwegs: Erst mussten wir die Leeze, die Christoph am Wochenende nach dem Grillen einem Freund zum Heimkommen geliehen hatte, abholen.

„Papa! Wir beide mit Licht. Das ist ja vorschriftlich.“

Ellie hatte sich gewünscht, heute bei Raphaels, der Eisdiele am Bült vorbeizufahren, weil sie die Sorte „Kakao“ so grandios findet. Leider war grade die heute ausverkauft, aber man findet immer etwas anderes Leckers.

Zitrone-Minze, Mandel, Kokosnuss, Banane-Schokolade, Joghurt

Wir haben uns ein Schattenplätzchen an der Effata-Kirche gesucht und über unsere alte Nachbarschaft gesprochen, denn nur 100 Meter weiter haben wir früher gewohnt. Auf dem Rückweg nach Hause schauen wir noch im Zwinger vorbei.

Da war es immerhin sehr kühl.

Wieder ein Abschied

Heute ist der letzte Schultag in der Grundschule, und der Tag startet mit einem Gottestdienst. Die Kinder sind schon da, als ich kurz nach 8 mein Fahrrad an der Kirche abschließe. 10 Minuten später startet der Gottesdienst. In den Reihen sitzen erst die Schulkinder, und dahinter viele andere Mütter, Väter, Großeltern, Lehrerinnen, Betreuerinnen. Ella stellt sich auf Zehenspitzen, um ans Mikrofon zu bekommen, und liest einen Psalm. Ich bin überhaupt nicht textsicher, weine dafür aber auch nicht.

Nach dem Gottesdienst radeln und laufen wir in die Schule, denn in der Turnhalle gibt es noch ein Programm, in dem die Viertklässler verabschiedet werden. Die Schüler singen mehrere Lieder, es werden Blumen und Lob verteilt.

Danach geht es alles ganz schnell. In ihren Klassen holen die Kinder ihre Zeugnisse von den Klassenlehrerinnen ab, wir Eltern stehen auf dem Schulhof und warten. Die meisten Basteleien und Fotos hat Ella schon im Laufe der Woche nach und nach mit nach Hause genommen, heute hat sie nur noch Turnbeutel, Tonni, Jacke und Helm in der Hand. Sie drückt rechts und links noch ein paar Freunde, schließt die Leeze auf und findet es seltsam, aber nicht schlecht, ein letztes Mal vom Schulhof zu rollern.

Die Sommerferien können kommen! Und selbstverständlich läuten wir vier sie mit dem traditionellen Zeugnisessen ein.

Cosmo

Der Liebste war am Abend mit Freunden beim Bowling (und hat letztendlich seinen Highscore aller Zeiten trotz bester Vorzeichen verspielt).

Dom

Immer, wenn mein Mann in Köln ist, schickt er mir ein Bild vom Dom.