Gen Norden

Zu 8h30 bringt Christoph Hanne zum Treffpunkt, um mit dem Bus nach Norderney aufzubrechen. Alles hat gut geklappt, auch wenn sie für die letzten 100m 10 Minuten gebraucht haben: alle 7ten Klassen fahren zusammen. Das sind viele Kinder, viele Koffer und vor allem viele Autos, die die Kinder und die Koffer wegbringen. Wir hoffen, dass sie eine tolle Woche haben werden.

Am Nachmittag verabredet sich Ella zu Paula, ich kann also den ganzen Tag arbeiten und das kommt mir heute sehr gelegen. Um halb 7 hole ich sie wieder ab. Christoph ist nach der Arbeit mit Freunden verabredet, also haben Ella und ich einen zweisamen Abend. Sie zeigt mir ihre erste benotete Arbeit und ist ganz erleichtert und stolz.

Abgrillen

Dieser Freitag ist für das große Mädchen der letzte Schultag der nächsten 3 Wochen: Am Montag fährt sie für eine Woche auf Klassenfahrt und danach beginnen schon die Herbstferien in NRW.

Heute dürfen wir uns bei Corinna einen Trolley für die Klassenfahrt abholen – vielen Dank, das ist super! – und finden gemeinsam, bei diesem tollen Wetter muss ein letztes Mal gegrillt werden. Nachmittags soll es sogar über 20 Grad werden.

Christoph schneidet im Garten die hinteren Sträucher und Bäume massiv zurück und füllt zwei große Grünabfallsäcke, die er auch direkt zum Recyclinghof fährt. Hanne und ich kaufen die letzten Notwendigkeiten für die Klassenfahrt und Grillkohle, Fleisch und Fladenbrot. Ella baut auf dem Balkon das Zelt auf und bereitet ein Picknick vor, zu dem wir uns alle bei ihr treffen. Wir hören Karl der Käfer und das Bruttosozialprodukt.

Dann fragt Elsa, ob sie rüberkommen kann, und kommt anrannt: schwupps schon steht sie im Garten. Die beiden malen Bild um Bild und hängen alle im Garten auf, bis die Gäste kommen. Am Ende sind es 32 Stück.

Wir grillen, sitzen im Garten und erzählen. Um 9 gehen die einen, um 10 die anderen heim und die Mädchen müssen ins Bett, was heute sehr schnell geht. Danach sitzen der Liebste und ich noch bis spät in die Nacht am Feuer. Das ist mit der schönste Teil meines Tages, denn diese Woche war so stressig, dass wir kaum Zeit für uns hatten.

Nobel

Der neuen Wand im oberen Flur, hinter der sich die Tür zum Hausflur befindet, hat Christoph einen tiefroten Anstrich und einen goldenen Rahmen verpasst.

Der Anfang

Wir haben 2,5 Badezimmer für 4 Menschen: Ein echter Luxus. Wenn wir wollten, könnten wir uns  – und machen das auch oft – morgens zwischen zwei vollen Bädern und einem Gäste-WC entscheiden und uns herrlich aus dem Weg gehen. Ella und ich sind morgens oben im Bad, Hanne und Christoph unten, aber zum Duschen gehen wir mittlerweile alle ins Erdgeschoss.

Über das Bad im Obergeschoss haben wir uns schon lange Gedanken gemacht. Es ist alt, rammelig, 60ger-Jahre altrot und müsste dringend ein neues Waschbecken, eine neue Toilette und eine neue Heizung spendiert bekommen, dazu neue Fliesen, eine neue Decke, und eine völlig neue und sinnvolle Anordnung. (Es könnte sein, dass ich seit dem Hauskauf eine ausgeprägte Allergie auf Holzvertäfelungen entwickelt habe, egal ob an Wänden oder Decke.) Das obere Bad ist bei uns außerdem der einzig logische und machbare Platz für eine Badewanne. Ach, eine Badewanne.

Christophs Eltern sind für’s Wochenende bei uns und den Anfang sieht man hier: Noch haben wir nur ein Loch im Kamin und eines im Boden, aber von dort aus werden wir nun Stück für Stück weitersehen.

 

 

Oktober

Hallo, Oktober! Ich hoffe, Du bist morgens nett zu allen, die mit dem Fahrrad unterwegs sein müssen. Ist heute nicht auch der Offizielle Tag der Reflektoren? Wie passend.

Ella wollte an diesem grauen Sonntag gemütlich sein und puzzlen, aber dass Hanne gleich das 1000-Teile-Puzzle rausholt, hatte sie sicherlich nicht geahnt. Einen guten Start hatten wir vor ewigen Zeiten schon mal geschafft, aber dank der praktischen aufrollbaren Puzzlematte können auch angefangene Werke bequem und schnell eingerollt und sicher verstaut werden.

Heute brachten wir es Schritt für Schritt fertig.

Das hat alles in allem aber auch den gesamten Vormittag und einen Großteil des Nachmittags gedauert. Fürs Mittagessen kauerten wir uns zu viert an einem Ende des Tisches zusammen. Die Initiatorin verabschiedete sich übrigens kurz nach Start, weil eine Freundin zu Besuch kam.

Spontan hab ich danach bei der liebsten Fastnachbarin angeklingelt. Gehen wir eine Runde? Ja!

Und prompt verabschiedeten sich die grauen Wolken.

 

Schwelle

Der Liebste feiert heute seinen Geburtstag nach, und wir hoffen darauf, im Garten feiern zu können. Wie das manchmal so ist, komme ich später als üblich von der Arbeit los, die Mädchen sind aber schon zu Hause und wir teilen uns die Arbeit auf:

Sie holen beim Bäcker Baguette und leckere Dips, ich kümmere mich um die Großbaustelle Supermarkt.

Wie es an solchen Tagen kommt, kommt eins zum anderen und ich bin gestresst, gehetzt, unzufrieden mit der Vorbereitung, hätte gerne mehr Zeit gehabt und ärgere mich doch am meisten über mein eigenes, offensichtlich ja grottiges Zeitmanagement.

Dann kommt der Liebste, kurz danach die Gäste, und was jetzt nicht gemacht ist, wird auch nicht mehr gemacht, und es ist allen egal – und mir auch irgendwann. Mehr als einmal höre ich an diesem Abend, wie gerne unsere Freunde zu uns kommen, wie entspannt es bei uns ist und wie schön, ums Feuer zu sitzen. Christoph bekommt liebe, überlegte Geschenke mit Aktivitäten, die ihm das ganze Jahr über viel Freude machen werden. Ich bringe Ella um 21h ins Bett und Hanne verschwindet um halb 12. Das erste Mal hat sie die Party nicht irgendwann zugunsten des Wohnzimmers eingetauscht, sondern blieb bei uns Großen: auf der Schwelle.

Danke, genügt.

Überall riecht es schon nach Herbst. Morgens müssen wir im Bad das Licht anmachen, obwohl das Fenster nach Osten zeigt. Auch am Mittag kommt die Sonne nur noch so hoch über den First gestiegen, dass wir auf dem hintersten Fitzelchen Terrasse in der Sonne sitzen könnten. Bald wird sie die Terrasse gar nicht mehr berühren.

Im Garten sorgen Ella und Christoph heute für ein apfelfreies Garagendach.

Danach kümmern wir uns um das Hochbeet. Die Mädchen pflanzen einige Allium-Sorten, weil die in diesem Jahr den Bienen so gut geschmeckt haben,

und backen danach fürs Abendessen Quarkbrötchen.

Für einen Wochenendtag ist das ein ausreichendes Programm.

 

Ein Mittwoch

Als ich um 11 nach Hause komme, schläft Hanne immer noch. Das macht mir solche Sorgen, dass ich sie direkt zur offenen Sprechstunde des Allgemeinmediziners des Viertels bringe. Virusinfektion, viel Ruhe, Tee trinken, Schlafen, Zeit zum Erholen geben.

Hanne zieht also wieder auf die Couch und wird sie den Rest des Tages nur wenig verlassen. Ich hole Ella mit dem Auto ab, da wir direkt zum Kieferorthopäden weiterfahren. Sie arbeitet grade an einem Geschichtenbuch.

Beim Kieferorthopäden geht es gewohnt flott, so eine effiziente Praxis ist mir noch nirgendwo sonst begegnet. Es ist fast schade für Ella, die so gerne im Wartezimmer mit dem Murmellabyrinth spielt. Nach 15 Minuten stehen wir schon wieder auf dem Parkplatz. Ella findet einen Gürtelstein und ich schreibe Hanne an, ob sie sich etwas vom Bäcker wünscht?

Nein, keinen Hunger, aber danke, Mama <3

Zuhause legen wir uns aus Solidarität zu Hanne auf die Couch. Christoph geht heute mit den Jungs von der Arbeit aus, um auf seinen Geburtstag anzustoßen. Ich warte im Stillen darauf, ob wann Hanne Ella angesteckt hat.

 

Kerzen, Kaffee, Küsse und Kuchen

Im Dunkeln schon sind wir 3 Mädchen in der Küche.

Es gibt Kaffee, Kerzen, Küsse und Kuchen für den Besten. Unseren gescheiten, verlässlichen, herzenswarmen Geburtstagsmann. Dann legt sich die schlappe, kranke Hanne auf die Couch und zieht wie hervorgezaubert ein dickes Buch zwischen den Couchkissen hervor und wir anderen 3 ziehen uns an und fahren zu Schule/Arbeit. Heute Nachmittag haben wir Zeit für Geschenke und uns.

Geburtstagsvorbereitungen und ein krankes Mädchen

Das große Mädchen fühlt sich schlapp und müde, klagt über Bauchschmerzen und Übelkeit und war heute nicht in der Schule, sondern auf der Couch. Viele aus ihrer Klasse sind krank, erfährt sie neben den Hausaufgaben über die Whatsappgruppe. Da es ihr nicht sooo schlecht geht, sie viel schläft und schon so groß ist, können wir sie für die 2-3 Stunden, in denen ich bei der Arbeit bin, ohne schlechtes Gewissen alleine lassen. Wenn es gar nicht anders ginge oder Hanne , würde Christoph zu Hause bleiben. Auch morgen wird Hanne auch nicht in die Schule gehen, steht aber trotzdem mit uns anderen um halb 7 auf, denn wir haben etwas ganz Wichtiges vor.

Still wie die Mäuschen bereiten wir am Abend den Geburtstagsfrühstückstisch für Christoph vor, der morgen 41 Jahre alt wird.