Unser Wochenende

Es ist Sonntag, und Ella hat schon ein volles Wochenendprogramm hinter sich: Samstag Nachmittag zum Kindergeburtstag, Samstag Abend Übernachtung einer Schulfreundin bei uns, um 11 kam eine weitere Freundin zu Besuch, so dass hier grade eine Dreierverabredung durchs Haus tobt. Nachdem wir Ella erklärt hatten, dass es sicherlich ganz schön anstrengend sein wird und sie es trotzdem genauso wollte, gestanden wir ihr die ambitionierten Pläne gerne zu. Allerdings werden die beiden Besuchskinder dafür auch schon um 16h abgeholt.

Christoph musste heute früh geschäftlich nach Hamburg und kommt Montag Abend wieder, sein Zug verließ Münster um kurz vor 9.

Hanne hingegen wollte ihren Schlafanzug Freitag Abend an- und dann bitte bis Montag früh nicht mehr ausziehen. Filme gucken, lesen, ihre Ruhe haben, rumlungern und zwischendurch das Physikexperiment absolvieren: was passiert, wenn man Leitungswasser in einer 1,5l-PET-Flasche in die Gefriertruhe steckt. Sie hat momentan einen unglaublichen Hunger auf Kohlehydrathe in jeder Form – zum Frühstück machte sie sich einen dicken Teller Nudeln mit Bolognesesauce, und das Kind frühstückt sonst nie. Schon gar nicht sowas.

Gestern hat sie noch flott einen Kuchen gebacken, denn ihr war danach, und da ich keinen Fondant mag, wurde er nur zur Hälfte eingedeckt. Die Liebste.

Während sich Hanne um ihren Kuchen kümmerte, setzt sich Ella zu ihr an den Küchentisch und fertigte noch schnell für Mona, das Geburtstagskind, ein Kölner Wappen aus Bügelperlen an:

Mona wusste nicht direkt, was es war, dafür aber ihre Eltern.

Laugh

Die Mädchen machen kreative Dinge, hier Hanne bei Stringart.

Wir Großen machen was, was wir ja schon so lange nicht getan haben: Schlemmen.

 

 

Eine Krippe aus Filz

Jeden Donnerstag filzt Ella und findet viel Spaß an der taktilen, meditativen Arbeit. Heute hat sie ein Projekt mit nach Hause gebracht, an dem sie die letzten Wochen gearbeitet hat: Eine Krippe mit Josef, Maria, dem Jesuskind in einer Walnussschalen-Wiege und einem kleinen Feuer.

Die Krippe steht neben unserem Tannenbaum, der heute ankam. Das erste Mal haben wir einen nachhaltigen Baum aus dem Sauerland geschickt bekommen, und die Mädchen fanden es sehr spannend, ihn aus der langen, rechteckigen Kiste zu befreien.

Es ist ein hübsches kleines Bäumchen, riecht aber nicht so sehr nach Baum wie diejenigen, die wir in den letzten Jahren hatten.

Der Mittwoch, der sich wie ein Sonntag anfühlte

So, da hat es uns alle erwischt. Christoph ist die gesamte Woche krankgeschrieben, schläft viel, trinkt literweise Tee und hofft auf eindrucksvolle Bauchmuskeln wegen all seiner Husterei.

Wir anderen schleppten uns durch Montag, Dienstag und den Alltag, wobei es am Montag schon nicht zum Schwimmen ging und sich mein Alltag im Dezember ja immer etwas ruhiger gestaltet als in den Monaten zuvor. Heute morgen habe ich mit einem Blick auf die Mädchen beschlossen, dass sie zu Hause bleiben und erstmal weiterschlafen. Schnupfennasen, Schlappheit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, erhöhte Temperatur allethalben. In ihren Klassen fehlen so viele Kinder, da machen unsere zwei auch keinen Unterschied mehr.

Daher saßen wir nach einer weiteren Runde Schlaf gegen halb 10 alle im Pyjama am Frühstückstisch und fühlten uns wie an einem Sonntag. Zeit, den Wunschzettel und eine kleine Stärkung für das Christkind vorzubereiten, das den Brief am Abend abholen würde.

Und, sehr sonntäglich, auch Zeit für Bastelversuche, wie beispielsweise eine Schale aus Knöpfen.

Den Leim haben wir selbst angerührt. Man nehme

 

150g Mehl

500 ml Wasser

einen Kochtopf und packe ihn auf ein Kochfeld, das das Wasser zum kurzen, kräftigen Aufkochen bringen kann

ein Kind mit kräftigem Rührarm, das durchhält, bis alle Mehlklümpchen glattgerührt sind.

Im Anschluss einen Luftballon auf die gewünschte Schüsselgröße aufpusten, untere Hälfte einpinseln und loskleben.

Immer rundherum.

Wahrscheinlich hätte der Kleister viel stärker aufgetragen werden müssen, richtig matschig-dick,

denn als Hanne den Luftballon nach ausreichender Trockenzeit zum Platzen brachte, fiel das gesamte Knopf-Kunstwerk in sich zusammen. Egal, Kinder sind ja prozessorientiert.

Am späten Nachmittag waren Ellie und ich noch unterwegs und haben just den ersten Schnee des Jahres gesehen: er wurde von der Eislauffläche am Germania Campus zusammengetragen.

Ella hat ein großes Stück für Hanne mitgenommen, wir mussten mit offenem Autofenster nach Hause fahren. So werden wir sicherlich ganz schnell wieder gesund.

 

 

Der erste Frost

ist natürlich nicht der erste Frost,

aber der erste, den Ella am späten Vormittag, also kurz nach dem Aufstehen um 10Uhr-irgendwas, in den Garten lockt, um sich das mal von Nahem anzusehen. Während die American Pancakes auf der Pfanne brutzelten und ihren Duft im gesamten Haus verteilten, rüstete sie sich sich mit dicker Jacke, Mütze, Moonboots und Handschuhen für Temperaturen bis zu -20°Grad aus und entdeckte Raureif. Sie brachte Anschauungsmaterial für die große Schwester mit, die sich in der Küche um ihre Französisch-Hausaufgaben kümmerte.

Nach dem ausgiebigen Frühstück lungerten wir kollektiv naht- und schamlos weiter. Ich hing die heißersehnten Adventskalendertütchen in der Küche auf. Im letzten Jahr war der Kalender schöner, aber ich kam doch arg in Bedrängnis, weil nur sehr kleine Sachen in die Becherchen passten. Die Beutel sind nicht so hübsch, aber funktional besser.

Christoph stach seine kreative Ader  (oder wie ging noch mal der Spruch mit den Hummeln) und er brannte mit Omas Brandmalgerät Schönes in Holzbrettchen.

Das mussten die Mädchen natürlich auch gleich versuchen.

Dann brach Christoph nach Ibbenbürfen auf, kurze Zeit später kam ein Übernachtungsgast an und der Samstag Abend wurde auf der Couch eingeläutet.

Ein Salamander und eine Playlist

Bei 14 Grad fühlt es sich morgens frühlingshaft an, wenn ich zur Arbeit fahre. Die anderen 3 haben ihre Regenklamotten zwar dabei, aber länger schon nicht mehr gebraucht. Die dicken Handschuhe wurden schon wieder gegen dünne eingetauscht, wenn sie überhaupt welche benutzen. Schal und Mütze zwängen wir ihnen auch nicht mehr auf. Nur die kahlen Bäume weisen darauf hin, dass eigentlich Herbst ist, die Luft ist lind.

Hanne und Christoph radeln, Ella hat Hannes alten Roller übernommen. An besonders glücklichen Tagen stellt sie sich drauf und Christoph gibt ihr ab und an einen Schubs.

Den Roller bekomme ich beim Abholen viel besser ins Auto als die Leeze, zum Beispiel heute, wenn wir direkt im Anschluss an die OGS zum Kieferorthopäden düsen. Gut, dass man sich da nochmal die Zähne putzen kann. Natürlich mit einer blauen Zahnbürste.

Es gab Röntgenbilder und die nächsten Abdrücke – die neue Spange wird rot und weiß und satt einer Spinne ist das Symbol dieses Mal ein Salamander.

Abends wurde es in der Küche noch gemütlicher – wir haben das Fenster winterlich dekoriert. Gut, dass Christoph so groß ist, dass sich nicht alle Deko auf Höhe von Hannes ausgestreckter Arm tummelt.

Wie man sieht haben wir Fehldrucke oder überschüssige Kopien verwendet: wenn in der Küche das Licht brennt und es draußen dunkel ist, sieht man die Schrift nicht mehr.

Da der erste Advent noch nicht gekommen ist, durfte ich zwar kein Weihnachtsradio anmachen, aber die Playlist der Mädels hält auch einige Perlen bereit. Und damit wir das in ein paar Jahren auch noch wissen, liste ich ein paar Titel auf:

  • Stronger von Kelly Clarkson
  • Playlist von Jonas Monar
  • Musik sein von Wincent Weiss (Ellie findet es allerdings furchtbar)
  • On the Menu von Jakub Ondra
  • Rhythm Inside von Loic Nottet
  • Chöre von Mark Forster
  • Est-ce que tu m’aimes? von Maître Gims
  • What’s the Pressure von Laura Tesoro
  • Tonight Again von Guy Sebastian
  • Seelenverwandt von Kathi Kallauch
  • Growing Up von Mackelmore & Ryan Lewis, feat. Ed Sheeran
  • Running Man von Ollie Gabriel
  • I’m Yours von Jason Mraz
  • Je veux von Zaz
  • Shine von Year&Years

 

Gut 2 Stunden haben die Mädchen getanzt, ausgeschnitten, gesungen, geklebt, bis wir sie nach oben scheuchten.

Sicher im Rechnen

Vor einiger Zeit konnten sich alle Kinder des zweiten Schuljahrs eines von 5 unterschiedlichen Büchern aussuchen, die der vom Verlag Schule kostenfrei würden übergeben werden. Zur Auswahl standen 3 Geschichten, ein naturwissenschaftliches Buch und ein Mathe-Übungsbuch vom Schlaufuchs für die dritte Klasse. Klar, für was sich unser kleines Mädchen entschied.

Sie saß den ganzen Nachmittag zufrieden am Küchentisch und knobelte mit Schmierblatt, der Hilfe ihrer Finger und der großen Schwester an den Aufgaben bis 1000.

Hanne, die Besuch von Emma hatte, saß auf dem Boden, malte und beantwortete sehr geduldig alle Mathefragen.

Salzteig

Freitag ist bei uns ja immer mächtig was los. Aber besser freitags als montags. Hanne und ich verlassen um viertel nach 7 das Haus, Christoph und Ella um kurz nach halb 8. Hanne kommt schon um halb zwei zurück, ich eigentlich um 3, aber wegen Ellas Musikschule erst um nach 5.

(Ella mit Jettes Tonni und Kuno, dem Klassentier, das die Herbstferien bei uns verbringen darf. Es ist ein schielender Drache mit gelben Haarbüscheln in den Ohren.)

Wenn wir von der Musikschule heimkommen, ist Hanne schon wieder unterwegs ist, da ihr Klavierunterricht um viertel vor 5 anfängt. Um 18h trudeln aber alle langsam zu Hause ein, sind freitagsmüde, haben uns viel vom Tag zu berichten und freuen uns sehr, sehr auf die Couch: Familienfilmfreitag.

Bei Hanne läuft der Freitag seit einiger Zeit etwas anders; immer öfter verabredet sie sich zum Schlafen bei Freundinnen oder jemand übernachtet bei uns, der Abnabelungsprozess ist in vollem Gang. Ob mich das stört, bin ich heute gefragt worden, aber ich muss sagen: Nein. Klar ist es schön, wenn sie da ist, aber es wäre doch füchterlich und ungerecht, wenn wir sie zurückhalten würden, nur weil wir traute Viersamkeit nicht missen wollen. Es ist gut, dass sie ihre Freizeit nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet. Mit Freunden, die ihr wichtig sind und immer mehr die Rolle von Vertrauten übernehmen, und mit Aktivitäten, die sie glücklich machen.

Heute haben Ella, Hanne und Wiebke aber erst noch gemeinsam in der warmen Küche mit Salzteig experimentiert, bevor die großen Mädchen mitsamt Abendbrot zum Filmeschauen nach oben verschwanden. Das bedeutete natürlich auch, dass Ella sich den Film, den wir dann unten gucken, selbst aussuchen kann!

Ich glaube, Salzteig habe ich das letzte Mal vor 30 Jahren gemacht, aber Ella feiert morgen ihre große Übernachtungs-Nachgeburtstags-Feier und ich wollte gewappnet sein, falls das Wetter zu schlecht für eine Schatzsuche sein sollte.

Die Konsistenz von Salzteig ist zum Arbeiten ja wirklich optimal.

2 Tassen Mehl

1 Tasse Wasser

1 Tasse Salz

1 TL Öl für die Geschmeidigkeit

und Lebensmittelfarbe nach Wunsch, ganz ohne geht es natürlich auch.

Ich habe die Ausstechförmchen vom obersten Regalbrett gefischt und schon ging es los: Ausrollen, ausstechen, Stempeln, hier Filzstift-Deckel-Sonnen. Nach und nach probierten die Mädchen unterschiedliche Werkzeuge aus: Strohhalme, Chopsticks, Deckel, Spieße, … am Ende hatten wir 3 Bleche voll. 2 Stunden bei 120° in den Backofen, fertig!

 

Ellas Klassensommerfest

Kurz nach 7 stand Christoph mit Ella auf, weil es ihr in den Fingern kribbelte, die Einladungen für ihre Geburtstagsnach- und Übernachtungsfeier zu gestalten.

Als ich aufstand, war der Küchentisch schon zum Kreativtisch geworden und die beiden waren in vollem Gange. Natürlich gesellte Hanne sich gleich dazu, als sie Stunden später die Treppe runterwankte. Zu mehr als repetitiver Aufklebearbeit war sie allerdings nicht fähig. Es ist ja schließlich Wochenende.

Weil das Wetter so schön war, verlegten die beiden die Kreativarbeit schließlich nach draußen.

So konnten sie auch zusehen, was mit dem Gartentisch passierte.

Als er abgeschliffen war, ließen wir ihn einfach so zurück und radelten zum Nordpark.

Eigentlich zum Abschluss des 1. Schuljahrs im vergangenen Juni geplant und letztendlich wegen Dauerregens abgesagt, fand heute Ellas Sommerfest statt. Der September war ja bis jetzt viel sommerlicher als Juni, Juli und August zusammen, somit hatten wir mit dem Nachfeiertermin ein gutes Händchen bewiesen.

Von 15-18h saßen und standen wir Erwachsenen zusammen und quatschten, grillten und aßen, während die Kinder auf dem Spielplatz tobten. (Leider war ein Großteil der Spielgeräte abgesperrt, weil im Sand Glasscherben gefunden wurden, aber im Nordpark gibt es zum Glück noch andere interessante Ecken.)

Wir haben gehört, dass sich unsere beiden Mädchen sehr ähnlich sehen, und Ella außerdem mir.

 

Vor 11h morgens

Hier geht es aufwärts. Ella wollte kreative Dinge mit ihren Händen machen, und zwar noch bevor ich meinen ersten Kaffee ausgetrunken hatte.

Wie man Knete selber macht, habe ich just gestern hier gelesen und heute direkt ausprobieren müssen. Klappt tatsächlich super! Die Konsistenz erinnert mich an Quarkbrötchenteig, ist aber geschmeidiger und weniger klebrig.

Hanne kam runter in die Küche, sah die geballte Kreativität und legte gleich selber los. Das Blitzzementieren hat es ihr angetan.

Nach den EVA-Buchstaben haben wir nach anderen Formen gesucht. Was davon wirklich was wird, sehen wir dann.

Auf der einen Seite des Tisches wurde also geknetet, auf der anderen Seite zementiert.

Und das alles vor 11h morgens.