Corontäne 29: Garten

Hanne joggt einmal um die Promenade, danach kommt sie direkt heim und verbringt den Tag mit Ellie im Garten. Ohne, dass wir sie darum gebeten hätten.

Später liegen sie auf der Wiese und lesen und sind am Handy. Wir Eltern lungern auf der Terrasse und tun das auch.

Seit dieser erzwungenen Auszeit sind wir im Ferien-Mahl-Modus. Morgens essen alle wann sie wollen, was sie wollen: Müsli oder Toast oder Brot oder Jogurt oder Obst oder Brötchen vom Vortag. Erst am Abend bereiten wir gemeinsam etwas vor und essen es zusammen, mal in der Küche, mal draußen, mal auf der Couch.

Den ganzen Nachmittag gucke ich immer wieder auf Nachrichtenseiten nach, was es denn nun gegeben hat in Sachen Corona-Lockerung. Wie es weitergehen mag in den nächsten Wochen für die Kinder, nach den Osterferien, denn bei Christoph bleibt alles beim Alten, bei mir wird es mehr Arbeit geben, und ich freue mich sehr darauf.
Nun wissen wir mehr: erstmal ändert sich nichts. Die Kinder starten am Montag, wie gedacht, mit ihrer normalen Routine am Vormittag. Aufgaben vom Schulserver, Gruppenarbeiten über zoom oder whatsapp, Arbeitsblätter und Texte und ein relativ selbstbestimmtes Lernen in gedachten Wochenabschnitten. Wenn diese soziale Einschränkung nicht wäre und sie ihre Freundinnen nicht so vermissten, könnten sie mit diesem Modell ganz gut leben (und wir Eltern eigentlich auch).

Faul

Gestern Mittag ging es für 3 von uns wieder nach Münster; Ellie haben wir für ein paar Tage bei den Großeltern gelassen. Die Cousine kommt und bleibt über Nacht. Bei Oma und Opa ist es definitiv kälter als bei uns.

Abends gehen der Liebste und ich die paar Meter zu den besten Fastnachbarn und siedeln.

Hanne hat also das ganze Haus für sich und bekommt Besuch von ihrer Freundin, die auch bei uns übernachten wird. Als der Liebste und ich gegen halb 2 heimkommen, sind die beiden Teenies noch wach und haben sich im Wohnzimmer ausgebreitet, so wie sich das gehört.

Insekten zählen

Wie schon im letzten Jahr zählen wir für den NABU die Insekten, die sich in unserem Garten herumtreiben. Schmetterlinge sehen wir in Zeitrahmen der einen Stunde nicht, aber dafür erstaunlich viele Dunkle Erdhummeln mit ihrem puscheligen, hellen Hinternteil. Offenbar haben wir in diesem Jahr für Erdhummeln interessante Blüten im Beet. Zwischendurch peppeln wir eine völlig entkräftete Hummelkönigin mit Zuckerwasser auf, bis sie es taumelnd zum Holunder schafft.

Unsere Bilanz fällt ernüchternd aus; auch bei uns gab es definitiv weniger Insekten als noch im letzten Jahr.

Alte Bekannte

Hanne und Ellie räumen gemeinsam auf und bleiben irgendwie beim Bücherregal hängen. Sie nehmen jedes einzelne Buch in die Hand:


Ah, das hier musst Du un-be-dingt! lesen!

Das hier hab ich gelesen, als wir da und da im Urlaub waren!

Das fand ich nicht so gut wie die anderen Teile der Trilogie.

Das hier hab ich noch gar nicht gelesen!

Am Ende ist das Bücherregal um einige „Babybücher“ leichter, die wir in den Leseraum der Grundschule oder den öffentlichen Bücherschrank bringen werden,

und der Rest des Zimmers ist auch noch drangekommen.

Eine Europakarte zum Kratzen

Über die Weihnachtsfeiertage konnten wir die beiden Großelternpaare der Mädchen besuchen: von ersten auf den zweiten waren wir bei meinen Eltern, vom zweiten auf den dritten bei den Eltern des Liebsten. Da es mir nicht gut ging und ich nur geschlafen oder im Bett rumgelegen habe, kann ich nicht sagen, was genau eigentlich alles gemacht und getan wurde. Mir wurde allerdings von allen Seiten versichert, dass die Tage harmonisch und entspannt waren.

Am 27., als wir heimfuhren, ließen wir Ellie für 3 weitere Nächte bei ihren Großeltern. Dieses Mal klappt der Abschied.

Neben all der Lese- und Serienzeit bastelte Hanne eine Europakarte zum Kratzen all der Länder, in denen wir 4 schon gemeinsam waren UND in denen wir mindestens eine Nacht verbracht haben.

Sie malte alle Länder unterschiedlich an, beklebte das A4-Blatt mit Bucheinschlag-Folie und übermalte anschließend alle Länder mit weißer Acrylfarbe.

Durch ihre beiden gesetzten Kriterien fallen etliche Länder weg, die wir sonst hätten freikratzen können: Neben Deutschland bleiben nur die Niederlande, Dänemark, Kroatien, Spanien und Slowenien.

Vielleicht ist diese Karte genau der Ansporn, den wir für die kommenden Urlaube brauchen.

Fröhliche Weihnachten

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm Freiherr von Humboldt

Drei Adventskalender

In diesem Jahr haben wir die Rahmen vom letzten Jahr genommen, neue Tütchen gebastelt, bestückt, festgebunden und an derselben Stelle in der Küche aufgestellt.

Besonders gut kommen sie im Dunkeln zur Geltung.

Vor allem, wenn jemand davor posiert.

Morgens warten beide aufeinander, damit sie zur gleichen Zeit sehen können, was in den Tüten ist. Heute war es ausnahmsweise gleich: Gutscheine für ein Wochenende, an dem wir in diesem Dezember gemeinsam wegfahren werden!

In diesem Jahr gibt es auch zum ersten Mal einen gemeinsamen für uns Eltern. Den haben die Mädchen in den vergangenen Tagen für uns mit Gebasteltem, Geklebten und Gemalten bestückt!

Im ersten Türchen war ein Ringwurfspiel drin.

 

 

Der erste Dezember

Früh am Morgen konnte jedes Mädchen sein erstes Tütchen räubern. Wie immer wird brav auf den anderen gewartet – im Kalender an sich sind die gleichen Sachen, aber nicht am gleichen Tag.

Heute hab ich Ellie schon vor dem Mittagsessen aus der Schule abgeholt und auch der Weltbeste kam mittags heim, denn die Große hatte ihr nun alljährliches Klaviervorspiel in der Musikschule. Emma und sie spielten jeder zwei Solostücke und ein gemeinsames vor.

In diesem Jahr waren die Pläne deutlich entspannter umzusetzen als letztes Mal, als Ella noch in der Nacht krank wurde, und so konnten wir dieses Mal alle 3 mitfahren und Hanne ab 14h30 alle Daumen drücken. Als Älteste sind Emma und sie die letzten Kinder im Vorspiel und natürlich hat alles reibungslos geklappt, wenn auch mit viel Aufregung. Danach haben wir gemeinschaftlich Ellie bei einem Kindergeburtstag abgesetzt und zu Hause alles für ein entspanntes, ruhiges Wochenende vorbereitet. Um 19h konnte ich Ella wieder abholen, die sehr beschäftigt war damit Fangen im Dunklen zu spielen. Also habe ich mich zu den anderen Abholeltern gesellt, die bereits resigniert hatten und mit Glühwein oder Kinderpunsch zwischen den Fingern am Feuer standen und darauf warteten, dass jemand anderes den Anfang machte.

Troisdorf

Nike und Fabian haben sich und ihren 3 Kindern vor längerer Zeit einen Bauplatz für ein Reiheneckhaus gekauft, und jetzt – das Haus ist schon fertig, bezogen und bespielt – waren wir endlich zum Gucken, Grillen und Quatschen da, und Frau Fuchs machte sich auch frei und kam. Danke, das war sehr schön!