Corontäne 36: Planungsänderung

Wir müssen nach den Osterferien die Struktur unseres Tagesablaufs nochmal neu anpassen, denn ich arbeite fast jeden Vormittag voll durch und habe nur kurz Pause zwischen den Videokonferenzen. Ich merke, dass trotz aller Vorteile – ich hab mich seit Wochen gefühlt nicht mehr richtig angezogen – die digitale Arbeit für mich stressiger ist als gedacht, und ich habe keinen Heimweg mehr, auf dem ich radelnd meine Gedanken sortieren und den Arbeitstag für’s Erste abhaken kann, bevor ich zur Mutter werde.

Nun ist das anders. Sobald ich die Tür vom Arbeitszimmer aufmache, bin ich theoretisch direkt ansprechbar, und auch wenn sich die Mädchen nicht vor meiner Tür knubbeln und gebannt darauf warten, dass ich endlich mal zu ihnen stoße, haben sie verständlicherweise Fragen, Wünsche, Anliegen oder wollen etwas erzählen oder müssen etwas ausdrucken, was in der Zwischenzeit über den Schulserver angekommen ist, oder brauchen den Scanner. Aber egal, was in der Küche als neuem Schulzimmer auch läuft: es ist immer schöner für das kleine Mädchen, wenn jemand Ansprechbares da ist, sollte ich über Stunden zoomen. Verständlich.

Hanne bietet an, ab jetzt montags und mittwochs nach dem Joggen heimzukommen, anstatt sich mit ihrer +1 zu Schulaufgaben zusammenzusetzen. An den anderen Tagen fährt Christoph etwas später ins Büro oder macht vormittags Homeoffice, oder ich habe Kurse mit etwas mehr Lücke dazwischen, so dass ich ansprechbarer bin. Ella betont, dass sie natürlich auch für einige Stunden für sich sein kann, und auch das hilft bei der Planung.

Die Absprache in der Familie ging schnell und unkompliziert: weltbest! Heute kommt Hanne heim, Christoph ist im Büro und ich zoome auf Teufelkommraus.

Am Nachmittag sind wir alle mit unseren Aufgaben fertig. Ich genieße es, den Laptop schwungvoll runterzuklappen.

Oma schickt wiederverwertbare Mund-Nase-Masken, denn ab kommender Woche müssen sie in Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden – tausend Dank dafür!

Wir sind noch etwas im Garten, ich gratuliere meinem einige Zeitzonen entfernten Bruder zum Geburtstag, dann kommt Christoph heim, Hanne erntet Salat und wir schnibbeln gemeinsam Tomaten für’s Abendbrot.

Nachdem wir Malcolm in the Middle fertiggeguckt haben, brauchen wir nun eine neue Familienserie, und das wird natürlich Veronica Mars!

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