Corontäne 16: April, April

Heute müssen wir früh aufstehen: um 8h30 bekommt Ella im Krankenhaus einen Kunststoff-Gips, mit dem sie duschen gehen kann, oder schwimmen gehen könnte, wenn die Schwimmbäder offen hätten.

Wir sind früh, werden von mund-nasen-beschutzten Menschen begrüßt, füllen den Corona-Zettel aus, werden von anderen mund-nasen-beschutzten Menschen in Empfang genommen und zum Wartezimmer geleitet. Vielleicht, damit wir nicht ausbrechen und heimlich mögliche Familienmitglieder auf den Stationen besuchen gehen.

Kurze Zeit später ist rote Gips ab und die Schwesternschülerin legt den neuen, blauen an. Er wird nass gemacht und eingeseift, dann müssen wir warten, bis er hart geworden ist.

Nach einer Stunde sind wir wieder am Auto. Vorher schon haben wir uns überlegt, dass auf dem Heimweg exakt 4 Läden liegen, in denen wir vielleicht Klopapier bekommen könnten, und da es noch früh ist, haben wir Glück. Im dm stapelt es sich ladendeckenhoch.

Wir gehen zum Supermarkt nebenan, und auch da hätten wir Klopapier bekommen. Anscheinend hat sich die Lage endlich entspannt und offenbar wird auch mittlerweile gegengesteuert und die Abgabemenge reglementiert. Zuhause angekommen sitzt Hanne in der Küche und lernt, Christoph ist schon im Büro und unser weiterer Vormittag ist mit Schule und Arbeit ausgefüllt.

Hanne versucht die DVD aus dem Französischbuch in Ellies CD-Player einzulegen. Der hat dazu eine klare Antwort:

Am Nachmittag schneide ich Hanne die Spitzen. Es war ihr Wunsch. Ich hab das noch nie gemacht.

Es wird schief. Nur ihre überbordende Liebe zu mir verhindert, dass sie mich anschreit (oder die Tatsache, dass sie wohl die kommenden 2 Wochen auch niemanden sieht, der ihr wichtig ist.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.