Hamsterkauf und Hummelkönigin

Die Woche über waren hier fast alle angeschlagen. Ellie habe ich am Dienstag aus der Schule abgeholt, seitdem war sie auch nicht wieder zurück. Ich arbeite halbtags und lege mich danach erstmal hin. Mein Unterricht war auch schon mal spritziger.

In den Nachrichten verfolgen wie Corona-Lage in der Welt und im Münsterland. Seit gestern ist klar, dass die Schule die kommenden 5 Wochen geschlossen ist: 3 Wochen Unterrichtszeit und 2 Wochen Osterferien. Bei meiner Arbeit sieht es ähnlich aus, so dass wir uns im Gegensatz zu vielen anderen um die Betreuung der Mädchen keine Sorgen zu machen brauchen, zumal sie ja schon größtenteils selbst klar kommen. Wir sind gespannt, wie die Schule die Lernangebote zur Verfügung stellen wird.

Ella und ich gehen einkaufen, der normale Wocheneinkauf im Stamm-Supermarkt artet allerdings aus. Nach wie vor weigern wir uns uns mit Klopapier, Nudeln und Mehl zu bevorraten – selbst, wenn wir wollten, ginge das heute nicht mehr. Der Laden am Stadtrand, der normalerweise entspanntes Einkaufen garantiert, ist überlaufen. Die Menschen laufen in Dreierteams auf: einer schiebt den Wagen durch die Gänge und schickt seine beiden Mitstreiter anhand der ellenlangen Einkaufsliste durch den Laden, um schnellstmöglich besagten Wagen halshoch vollzuladen. Ein Wahnsinn. Wir versuchen uns nicht anstecken zu lassen, kommen am Ende aber doch mit mehr Lebensmitteln aus dem Laden als normal. Vielleicht liegt es daran, dass hier in den nächsten Wochen deutlich mehr gegessen wird, weil die Mädchen und ich den ganzen Tag zu Hause sind.

Auf der Einfahrt treffen wir auf eine erschöpfte Hummelkönigin, die drohend ihre Mittelbeine von sich streckt, als wir uns ihr nähern. Sie bekommt ihr Zuckerwasser auf dem Geburtstagsteller kredenzt, ruht sich auf dem Terrassentisch aus und fliegt später weiter.

One thought on “Hamsterkauf und Hummelkönigin

  1. […] Tag trotz Zuckerlösung nicht überlebt. Bis jetzt hatten wir eine 100%ige Reaktivierungsquote, zB hier. Die Chancen standen schlecht, es gab nicht mal mehr ein drohendes Mittelbein, als Hanne sie mir […]

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