Frankreich 8

Nach einem entspannten, langsamen Vormittag machen wir uns auf den Weg zurück in den Parc Naturel Régional d’Armorique. Als erstes wollen wir uns ein verlassenes Kapuzinerkloster angucken.

Als wir das Auto abstellen, meint GoogleMaps, dass wir noch 700 Meter laufen müssen. Eigentlich kein Problem, aber mit „700 Metern“ haben wir schon unsere Erfahrungen gemacht. Die Küste ist wunderschön.

Einmal um die Ecke, und da ist die Ruine.

Aber wie kommt man da runter? Wir sehen die Abstiegsmöglichkeit, aber mit einer Neigung von geschätzten 70% traut sich das hier heute keiner. Wahrscheinlich gibt es noch einen anderen, längeren Weg von der entgegengesetzten Seite, aber wir entscheiden uns dagegen, denn wir haben wir noch was vor: Die türkisen, schwer zugänglichen Buchten an der Küste um Crozon und Morgat herum locken uns, aber dieses Mal gehen wir es schlauer an. Dieses Mal kommen wir von der Wasserseite mit dem Kayak! Beide Mädchen sind Feuer und Flamme.

Wir fahren nach Morgat, wo es sehr touristisch ist – Standpromenade, Läden, Trampoline für die Kinder, Strandaktivitäten, Eis, Wein, Sandwicheries, Boote, SUP, Surfen, … es ist schwierig, einen Parkplatz zu finden, aber am anderen Ende der Bucht können wir das Auto schließlich parken. Wir laufen quer durch die Bucht und leihen uns am Hafen für 3 Stunden 2 Doppel-Kayaks aus.

Ella und Christoph fahren gemeinsam in einem Kayak, Hanne und ich teilen uns das zweite. Nach Erklärungen in rudimentärem, aber engagierten Englisch der Sommerjobber stechen wir in See. Hanne ist verwirrt darüber, dass es Teenager gibt, die so schlecht Englisch sprechen. Deren Englisch war aber besser als unser aller kombiniertes Französisch, und letztendlich haben wir alles irgendwie verstanden, jeder hat ein passendes Paddel, eine Schwimmweste und wir wissen, welche Bereiche wir meiden sollen, da sie für Taucher, Schwimmer oder die großen Boote reserviert sind.

Das Wetter ist jetzt nicht mehr zu sonnig, das macht es auf dem Wasser angenehmer. Wir verstauen wichtige Dinge in der wasserdichten Tonne, schnallen sie zwischen Hanne und mir fest und rudern die Küste entlang Richtung Westen.

Die Flut setzt langsam ein, wir müssen ganz schön dagegen anrudern. Langsam verlieren Hanne und ich den Anschluss an die anderen beiden, aber wir lassen uns nicht entmutigen. Spätestens in der Bucht werden wir uns ja wiedersehen.

Ella macht Fotos mit der Unterwasserkamera.

Das ist die Bucht, zu der wir wollen:

Anlanden auf Kies mit von hinten drückender Flut ist schwieriger, als es aussieht, aber am Ende haben auch Hanne und ich es geschafft, wenn auch mit einigen blauen Flecken.

Viel Zeit für eine Pause haben wir aber leider nicht, denn die Bucht wird mit jeder Minute kleiner. Der Rückweg zum Hafen geht natürlich deutlich schneller, da die Flut mitträgt.

Wir geben die Kayaks, Paddel, Rettungswesten und die Tonne ab und machen uns auf den Heimweg. Kayakfahren ist schön und der Tag war ereignisreich, aber Hanne will doch lieber beim SUP bleiben.

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