Frankreich 6

Westlichster Teil des Parc Naturel Régional d’Armorique ist die schroffe, in den Atlantik ragende 3-Finger-Halbinsel, die wir uns heute angucken. Hier soll der siebtschönste Strand Europas liegen, der zwar ein Kieselstrand ist, aber durch sein türkises, klares Wasser besticht. Das wollten wir uns angucken. Vom Parkplatz aus waren es noch 700 Meter – ein runnig gag für den Rest dieses Tages, denn diese 700 Meter hatten es in sich. Gut, dass wir die Sache mit viel Humor nahmen.

Die Buch ist nicht wirklich von Land aus erreichbar – oder jedenfalls nicht so problemlos, wie wir das naiverweise annahmen. Nur durch die vielen anderen Besucher, die den Weg durch das dichtbewachsene Hinterland schon plattegetrampelt hatten, kommt man überhaupt an die Klippen. Sich verlaufen kann man nicht; man geht im Gänsemarsch hinter anderen her und lässt ab und an an breiteren Stellen diejenigen im Gänsemarsch vorbei, die zurück zum Parkplatz wollen. Alles geht sehr zivilisiert und freundlich zu – Franzosen, Engländer, Deutsche, Holländer, alle lächeln sich zu, während sie sich aneinander vorbei schieben.

Wenn man sich durch das Hinterland geschlagen hat, belohnt diese Aussicht!

Ja, das da unten ist die Bucht, zu der hier alle wollen.

Wie kommt man nur da hin? Runter scheint erstmal eine gute Idee zu sein.

Wir bleiben immer wieder stehen und gucken uns dieses unglaubliche Wasser an.

An den meisten Bäumen an der Kante hängen Warnungen:
Vorsicht, Steilküste. Vorsicht, Klippe. Absturzgefahr.

Schließlich sind wir auf dem letzten Absatz vor der Bucht angekommen.

Ab hier geht es noch ca. 8 Meter den blankgerutschten Felsen runter, für die meisten, die wir beobachten, die letzten 2 Meter auf dem Hintern. Durch das viele Klettern macht mein Knöchel wieder Probleme, also warte ich mit Rucksack und Tasche auf die anderen, die leicht bepackt ihr Glück versuchen wollen.

Und sie schaffen es. Das Wasser ist sehr klar, und sehr, sehr kalt. Nach einer guten Stunde stehen die 3 glücklich wieder vor mir.

Und dann.. müssen wir nur noch wieder hoch, irgendwie! 700 Meter bis zum Parkplatz. Wir finden, der Weg hat Parallelen zu Österreich.

Der Küstenwander GR43, den wir gestern Abend schon weiter südlich ein Stück gegangen waren, zieht sich auch hier entlang, und wieder ist er ein Kletterpfad. Am Ende müssen wir uns noch durchs Dickicht schlagen, um zurück auf den Hauptweg zu kommen, aber wir sehen es als Abenteuer und finden, der Tag war absolut gelungen.

One thought on “Frankreich 6

  1. […] der entgegengesetzten Seite, aber wir entscheiden uns dagegen, denn wir haben wir noch was vor: Die türkisen, schwer zugänglichen Buchten an der Küste um Crozon und Morgat herum locken uns, aber dieses Mal gehen wir es schlauer an. […]

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