Frankreich 10

Heute machen wir einen Tagesausflug auf die Insel Mont Saint-Michel. Die Insel sieht schon von Weitem aus, als hätte jemand ein außerirdisches Mutterschiff abgesetzt. Sie ragt einfach so aus der flachen Normandie raus.

Den Wegweisern muss man nicht folgen, es reicht, sich in die Autoschlange einzureihen. Auch heute, an einem Mittwoch Vormittag, brauchen wir einige Zeit, bis wir am Parkplatz sind und parken auf Platz 11.

Die Organisation ist umwerfend. Überall Schilder, Wegweiser, Erklärungen, Einweiser, extrem viele Toiletten für Frauen: eine gut geölte Maschinerie. Die Shuttlebusse, die die 2018 neu gebaute Brücke entlangfahren, fahren fast im Minutentakt hin und her. Viele gehen den knappen Kilometer vom Festland zur Insel auch zu Fuß, aber wir sind noch angeschlagen vom Kayak-Fahren und wissen den kostenlosen Shuttledienst zu schätzen.

Obwohl das jeder zweite Teenager auf diesem Vorplatz macht, weigert Hanne sich, ihren Finger so hochzuheben, dass wir ein Foto machen können als fasste sie den Erzengel auf der Spitze an.

Der Eintritt auf die Insel ist kostenfrei, nur, wer die Abtei besichtigen will, muss zahlen. Kinder unter 18 sind frei, Erwachsene zahlen 10€/Person. Wir haben uns gestern schon e-tickets besorgt, was sich bei der Schlange an der Kasse als äußerst zeitsparend erweisen wird.

Wir beschließen, dem Besucherstrom zu entgehen, der sich die Serpentinen heraufschraubt, und steigen die quer verbindenden Treppen hoch. Ella zählt, hört aber bei 200 auf.

Hinter jeder Ecke gibt es etwas zu sehen.

Wir kommen der Abtei langsam näher.

Durch das e-ticket können wir an der Kassenschlange vorbei direkt zum Eingang gehen.

Der Rundweg durch die Abtei ist ausgeschildert. Wir machen eine Keks- und Wasserpause und uns dann auf: Es geht erst außenherum rauf zur Kirche und ihrem Vorplatz, von dem aus man weit aufs Umland sehen kann. Wir sind extra zu einer Zeit hier, als auch die Flut da ist.

Danach geht es im Innern weiter.

Treppen rauf, Treppen runter, um viele Ecken, niedrige Gänge entlang, rein, raus – fast wie ein Labyrinth, unterbrochen von überraschenden großen Sälen oder Säulenhallen. Wir sind mehr als beeindruckt.

Als wir an der Hinterseite der Abtei aus dem Ausgang kommen, schieben wir uns die Serpentinen in Richtung Brücke zurück. Hier reihen sich Souvenirshop an Cafe an Restaurant an Kiosk an Hotel. Jetzt, am frühen Nachmittag, ist es sehr voll.

Die Organisation zurück zum Parkplatz ist ebenso durchdacht wie beim Hinweg, so dass es nicht lange dauert, bis wir am Auto sind. Wir sind alle ziemlich platt und gehen erstmal was essen.

Das war ein anstrengender, aber sehr beeindruckender Ausflug!

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