Ballonglühen

Das letzte Ferienwochenende ist da. So plötzlich und unaufhaltsam wie früher. Niemals wieder scheint ein finiter Zeitraum so endlos wie die Sommerferien, wenn man jung ist. (Oder schon älter und selber kleine Kinder hat, Schule und Kita aber zu haben.)

Die vergangenen Tage flogen. Das kleine Mädchen machte Großelternurlaub, das große Mädchen hatte ihre Clique und war viel unterwegs. Bis auf gelegentliches Online-Kinokartenbuchen oder Couchpartner und Essenszubereiter war meine Tätigkeit als Elter nicht vonnöten. Andersrum hab sie schon gebraucht gerne bei mir gehabt.

Heute ist das große Kind zu einen High School Musical Triple im Kino verabredet und schläft woanders. Sie hat uns darüber informiert, dass ihre Freundin ihr im Zuge dessen auch die Haare schneiden wird.

Das große Mädchen, das selbstverständlich ohnehin nichts entstellen kann, trägt die Haare jetzt schulterlang. Ich erwische mich dabei ein Adjektiv zu verwenden, das sonst in solchen Beschreibungen nur meine Mutter nutzt: flott.

Der beste aller Ehemänner holt das kleine Mädchen nach Hause. Am späten Nachmittag trudeln die zwei ein. Weil Ellie im Auto geschlafen hat, ist sie bereit für Samstagsabendaktivitäten und wir beschließen zur Montgolfiade zu fahren. Heute findet bei bestem Wetter das Ballonglühen statt. Wir nehmen Kamera, Stativ, Picknickdecke, Wasser und Gummibärchen mit und richten uns kurz vor Sonnenuntergang ein.

Wir haben einen schönen Blick auf die andere Aaseeseite, wo bei Anbruch der Dunkelheit die Ballone für das Ballonglühen aufgestellt werden. Nach 20 Jahren in Münster erleben wir das tatsächlich das allererste Mal. Im Takt der Musik leuchten die Ballone abwechselnd auf. Zusätzlich fahren auf dem Aasee mit Lichterketten geschmückte Boote. Die Stimmung der vielen Menschen auf den Wiesen ist fast andächtig.

Um halb 11 sind wir zu Hause und froh darüber, das heute Abend gemacht zu haben.

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