Bruderbesuch

Mein Bruder lebt schon lange einige Zeitzonen entfernt und kommt nur zu Kurzbesuchen nach Deutschland zurück. Die sind dann immer vollgepackt mit Familie und Freunden, aber nicht mit Münster: Normalerweise sehen wir uns einmal im Jahr zu Karneval bei unseren Eltern. Daher war er noch nie in unserem Haus, das er nur von Bildern kennt. Dieses Jahr hat er die Zugfahrt, vom Schlagermove in Hamburg kommend, für einen Zwischenstopp bei uns unterbrochen.

Die Rückseite des Hauptbahnhofs ist eine große Baustelle.

Auf den Gleisen waren Hanne und ich gemeinsam das letzte Mal im Oktober.

Als wir Thomas eingesammelt haben, fahren wir heim und führen ihn durch’s Haus. Er darf sogar in die unaufgeräumten Zimmer der Mädchen. Am Abend kochen wir gemeinsam und spielen danach bis spät Stadt, Land, Besserwisser. Ella argumentiert ihre Antworten bis aufs Blut.

Am nächsten Tag muss Ella schon früh aufstehen, weil heute ihr Ferienkurs Karate startet. Um 7 Uhr geht sie zum Bäcker rüber und holt Frühstücksbrötchen für alle. Eine befreundetet Mutter holt Ellie ab und bringt sie und ihre Freundin zum Kurs. Ich werde die beiden am Nachmittag abholen.
Das Wetter ist mittelmäßig, mein Bruder friert erbärmlich und kann kaum glauben, dass er keine Handschuhe dabei hat. Er leiht sich einen der neuen E-Roller aus und wir kurven gut anderthalb Stunden durch die Stadt, zum Hafen, zum Dom, über die Promenade, vorbei am Schloss. Nur das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt ist problematisch, zumal der Roller auf 5km/h drosselt und man fast schneller ist, wenn man schiebt.

Zuhause sehen wir Hanne, die mittlerweile aufgestanden ist, und essen gemeinsam zu Mittag, bevor wir Thomas wieder am Bahnhof absetzen und er zu unseren Eltern weiterfährt.

Ich hole die beiden Karate-Mädchen vom ersten Schnuppertag ab, und sie sind regelrecht begeistert, voller Energie und Vorfreude auf den nächsten Tag. Das ist toll!

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