Nullkommasiebenfünf

29. November 2018 1 Von Silke

Der Liebste und ich sind beide so kurzsichtig, dass der erste Griff am Morgen der Brille auf dem Nachttisch gilt. Aus irgendeiner Laune der Natur heraus hat das große Mädchen die Sehkraft eines mit einem Falken gekreuzten Adlers – welcher Genpool dafür verantwortlich ist, erschließt sich mir beim Blick auf die vorherigen Generationen der Familie nicht wirklich.

Beim kleinen Mädchen warten wir praktisch seit Jahren darauf, ob dass es eine Brille bekommt. Seit sie 2 Jahre alt ist, eigentlich. Spätestens nach der U8 von 2013  sind wir davon ausgegangen, jetzt wäre es soweit. War aber nicht so.     2017 ebenfalls nicht,  aber jetzt schon. Das rechte Auge ist gesund, das linke weist -0,75 Dioptrin auf und Ellie braucht eine Brille, wenigstens zum Lesen an der Tafel.

All die Angespanntheit, der Stress, der Druck, den sie sich selber gemacht hat, seit sie Anfang des Monats gesehen hat, dass da ein Augenarzttermin lauert, fielen förmlich von ihr ab. Sie bekommt eine Brille. Das ist kein Beinbruch, keine schlimme Nachricht, damit kann man gut leben. Warum sie sich so viele Gedanken gemacht hat, wissen wir nicht, aber es ist gut, dass es vorbei ist. Nächste Wochen gehen wir alle mit zum Brillenanprobieren.