Avanti (ein Neurad)

Nach dem vielen Autofahren im Sommerurlaub haben wir uns, wie sich das für Münsteraner gehört, alle sehr aufs Fahrradfahren gefreut. Seit den knapp 3 Wochen, seit ich wieder zu Hause bin, stieg ich exakt 2x ins Auto, und einmal davon war es, um Ellie abzuholen. Alles andere kann und will ich zu Fuß oder mit dem Rad erledigen: Post, Einkäufe, Stadt, Park, alles problemlos machbar, und so angenehm, vor allem bei Sonnenschein. Hauptsache keine Autoluft, würden die Mädchen sagen.

Auch Ellie radelt gerne, mittlerweile (2014, 2015). Beide Mädchen haben im Laufe der Jahre unterschiedlichste Leezen vererbt bekommen, weitervererbt, im Freundeskreis verschenkt oder geschenkt bekommen und über Kleinanzeigen gebraucht gekauft, bis Hanne zu Weihnachten das erste Neurad ihres Lebens bekam, mit dem sie jetzt jahrelang wird fahren können. Es hat Platz nach oben und – nicht unwichtig – ist schwarz.

Heute waren Ellie und ich „nur gucken“.

Wir guckten nach einem Rad, das einen größeren Rahmen, größere Räder und vor allem einen Gepäckträger hat: Ihr geerbtes Mountainbike hat zwar 21 Gänge, aber keinen Gepäckträger. Das bedeutet, dass an den Tagen, an denen sie mehr nach Hause transportiert als nur den Tornister, entweder jemand abholen muss oder es eine wackelige Angelegenheit ist.

Aus dem „nur gucken“ wurde ein ambitioniertes Probefahren auf unterschiedlichsten Modellen, und schließlich eine große Liebe mit einem Pegasus Avanti.

Da es das letzte Modell dieser Größe war, wurde es kräftig runtergesetzt. Ella versprach mir hoch und heilig, alle alten Leezen, die sich über die Jahre im Keller angesammelt haben, zu putzen, zu checken und nicht daran festzuhalten, sondern zu verkaufen, um einen Teil des Kaufbetrags einzunehmen, nahmen wir das Avanti kurzerhand mit. Ihr erstes Neurad, perfekt für die Schuljahre 4-6 oder mehr, und, vor allem, mit Gepäckträger.

Sie konnte nicht mal Mittagessen, so dringend wollte sie eine Proberunde drehen, und aus der geplanten kleinen wurde eine viel größere: durch den Park, und noch eine Schleife, und hier noch einmal um die Ecke, und auch noch mal dort entlang.

Am Ende radelten wir sogar noch in die Stadt, denn wir mussten zur Post: Wenn man eine angeforderte Tafel Schokolade ins Zeltlager schickt, kostet der Brief statt 70 Cent 1,45 €.

Nach der Post radelten wir zur Bücherei, schlossen die Leezen doppeltgemoppelt aneinander.

(Der Unterschied in der Sattelhöhe zwischen meiner Gazelle und Ellies Pegasus? Erschreckend gering.)

Lesestoff hat Ellie genügend, daher liehen wir uns Spiele aus, um sie zu Hause sofort auszuprobieren. Jetzt müssen wir nur noch einen Fahrradkorb besorgen, der zur neuen Leeze passt; aber vielleicht findet sich im Fuhrpark im Keller noch einer.

 

 

 

 

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