Kokon

Montag ist Schwimmtag. Wenn ich fahre, sitze ich mit vielen anderen Eltern im warmen Vorflur vor den Umkleidekabinen auf Bänken in Grundschulgröße und warte auf die mir anvertrauten Kinder. Manche haben ein Buch dabei, ihr Laptop, natürlich das Smartphone, einige unterhalten sich. Wenn sich die Umkleidekabine-Tür öffnet und diejenigen Kinder ausspuckt, die in der vorherigen Gruppe sind, hört man ein Kreischen, Lachen, Rufen das einem Affenhaus würdig ist.

Der Vorflur ist mein lärmgeschützter, sicher, warmer, gemütlicher Kokon: eine Stunde lang daddele ich auf dem Handy, lese und kommuniziere mit den Menschen, die in den Tagen zuvor zu kurz gekommen sind.

Dann kommen die Kinder, angezogen, aber mit nassen Haaren, hungrig bis unter die Achseln, eine Mischung aus Aufgekratzt und Erschlagen. Kurz Föhnen – völlig ohne Föhnmünzen, ein absoluter Luxus! –  dann ab ins Auto („nein, wir gehen nicht mehr auf den angrenzenden Spielplatz: es regnet, es ist dunkel, außerdem ist es ist viertel vor 7!“).

Nachdem wir die anderen Mädchen nach Hause gefahren haben, gondeln Ellie und ich entspannt heim und wissen: Zuhause ist das Licht in der Küche an, die Heizung bollert, das große Kind und ihr Vater sind da, haben das Essen fertig und warten auf uns,

und dann sitzen wir alle in unserem wunderbaren, gemütlichen, sicheren, warmen Kokon und erzählen uns von unserem Tag. Was haben wir für ein Glück!

 

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