Der Samstag, der Sonntag

Gestern, am Samstag, waren wir alle sehr, sehr fleißig. Nach einem gemütlichen Vormittag beschlossen wir im Familienrat einen Tagesplan, verteilten Aufgaben und gingen – mal gemeinsam, mal einzeln – folgende Projekte an:

 

  • Urlaubstaschen auspacken (Mädchen)
  • Aufräumen, vor allem die Schreibtische der (Mädchen)
  • das eine Buch aus der Bücherei finden, das wir dringend abgeben müssen (Ella)
  • Küche aufräumen (Ich)
  • Blumen gießen (unverteilt, daher auch am Ende unerledigt…)
  • Treppe putzen (Hanne)
  • Großeinkauf machen, wichtig-wichtig (Die Mädchen und ich)
  • Das Paket mit den Lebensmittelfarben, das im Kiosk abgebeben wurde, holen (unverteilt, tja)
  • 3 neue weiße Zimmertüren für den ersten Stock kaufen (Hanne, Elternschlafzimmer, Bad) (Christoph und ich)
  • 3 neue weiße Zimmertüren einbauen (Christoph)
  • die alten Türen in den Keller bringen (Christoph)
  • Geschenk für Ellas morgigen Kindergeburtstagbesuch einpacken (Ella)
  • Utensilo aus 6 Dosen und einem Brett bauen (Christoph)
  • Wäsche (the neverending story…) (Ich)

 

Die Liste hängen wir in solchen Fällen im Erdgeschoss an die Tür und jeder kann abstreichen, was er/sie geschafft hat. Das dient der Zwischenmotivation für die Mädchen und verschafft am Ende des Tages ein gutes Gefühl, auch wenn wie nicht immer alles geschafft wurde. Die neuen Türen machen sich aber gut! Ich bin froh, dass die alten, usseligen, braunen vom Vorbesitzer endlich der Vergangenheit angehören und das Bild im oberen Flur nur ein einheitlicheres ist. Die Badezimmertür hat sogar so einen Verschluss-ohne-Schlüssel-Drehknopf. Der Badezimmerschlüssel hat sich im oberen Stockwerk nämlich gerne mal in Luft aufgelöst, es wurde geschimpft, er wurde gefunden, es ging eine Zeitlang gut, dann war er wieder weg. Zusätzlich hatte ich immer ein bisschen Sorge, es könnten sich kleine Besucher einschließen und die Tür nicht mehr aufbekommen. Bei dieser Variante können wir, wenn es gar nicht anders geht, die Tür auch von außen mit einem Geldstück aufmachen und den Gefangenen retten.

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Heute, am Sonntag, war Ella auf einem Geburstag ihrer Klassenkameradin eingeladen: Im Stadtmuseum konnten die Gäste „einkaufen wie vor 100 Jahren“ und ich fand es schön, dass sich die Mädchen schon vor Beginn der zweiten Klasse einmal wiedergesehen haben. Christoph, der sie hinbrachte, konnte Alleinezeit genießen, die bei ihm ja sehr spärlich gesäht ist, denn Hanne wollte mal in die ULB Münster.

Also zeigte ich ihr erst die Lehrbuchabteilung

dann das Magazin im Keller,

(Bücher mit Minus-Signaturen)

(Auf der Suche nach dem Ausgang aus dem Magazin-Labyrinth)

Danach waren wir noch kurz in der Cafeteria und dem großen Lesesaal mit seinen vielen, vielen Arbeitsplätzen. Jetzt in der vorlesungsfreien Zeit sind die wenigsten besetzt.

(Da steht  „GEHORCHE KEINEM“. Hanne glaubt mir irgendwie nicht, dass die Installation sicherlich eigentlich „GEHORCHE KEINEM AUSSER DEINEN ELTERN“ heißen sollte, es aus Platzgründen aber bei den ersten beiden Wörtern blieb….)

Der Plan war, im Anschluss an den ULB-Besuch noch am Aasee zu picknicken. Möhren aus Omas Garten, Tomaten, Wasser und Schokobrötchen hatte ich eingepackt, aber das Wetter spielte nicht mit. Es begann durchgängig zu fieseln. Nach einem kurzen Abstrecher zum Bücherschrank am Rosenplatz sind wir lieber noch kurz in den Paulusdom geradelt, wo es penetrant nach Weihrauch roch und man ihn als Nebel in der Luft sehen konnte.

Im strömenden Regen flitzten wir nach Hause und jeder unter eine heiße Dusche, dann trafen wir uns trocken und warm auf der Couch. Auch wenn Hanne eigentlich eine Bibliothek wie der Long Room im Trinity College vorschwebte und ich damit nicht dienen konnte, hat uns der Nachmittag zu zweit Spaß gemacht.

Morgen ist schon wieder Montag. Christoph muss arbeiten und es kehrt auch zu Hause ein Stück Normalität ein: Ella bekommt Besuch von Marlene und Hanne von Emma.

 

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