Das Doppelversorgermodell

Hanne nimmt in Politik momentan unterschiedliche Familiensysteme durch. Ein Aspekt des Unterrichts liegt dabei auf den Unterschieden heute/vor 50 Jahren, als die „traditionelle Kernfamilie“ aus einem Verdiener, üblicherweise dem Ehemann, seiner Ehefrau als Hausfrau und den gemeinsamen ehelichen Kindern bestand.

Im wahren Leben sieht das heute in Deutschland anders aus. Neben der Kernfamilie gibt es da ja noch so viel mehr, in der Theorie im Politikunterricht und auch in unserem Freundeskreis. Verheiratete, Nichtverheiratete, DINK, Patchwork, Mehrgenerationenhaushalt, Alleinerziehend, Wochenend-Eltern, Gleichgeschlechtlich, Singles, alles vorhanden, alles berechtigt, alles (theoretisch) gleichwertig.

Wir sind, berichtet Hanne, was nach einer raschen Umfrage in der Klasse die Mehrheit ihrer Mitschüler ist: eine Zweiverdiener-Kernfamilie, das sogenannte Doppelversorgermodell. (Die „traditionelle Kernfamilie von vor 50 Jahren“, siehe oben, gibt es in ihrer Klasse überhaupt nicht mehr.)

Für den Vater eines befreundeten Doppelversorgermodells buken die Mädchen heute voller Euphorie Kekse, denn wir sind morgen zu seinem Geburtstag eingeladen.

Christoph, der am Nachmittag die Mädchen hatte als ich unterrichtete, konnte arbeiten, während das Mehl in der Küche flog und ich mich um Wäsche und Abendbrot kümmerte. Gelebter Doppelversorgeralltag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.