Prokrastination

Wenn sich wider Erwarten beide Mädels direkt nach der Schule zu Freunden verabreden, radele ich heim und überlege mir, was ich alles tun könnte mit der unverhofften freien Zeit. Was könnte ich nicht alles schaffen! Da fallen mir dann Sachen ein wie …

… Staubsaugen, überall. Die Küche mal wieder wischen, statt nur zu fegen. In Ruhe einkaufen. Wäsche waschen – das geht ja sowieso immer – und den Vorratsraum sortieren. Altglas wegbringen. Den Duschkopf entkalken. Meinen Schreibtisch aufräumen. Dem Küchentisch eine langgeplante, dringend nötige Ölpflege verpassen. Die Geschenkpapier-Bastelutensilien-Krams-Ecke ausmisten. Korrigieren. Betten frisch beziehen. Einen neuen Badeanzug für das große Kind bestellen. Vorarbeiten!

All das schießt mir durch den Kopf, und noch mehr, und dann der Gedanke: Wie häkelt man eigentlich nochmal rund?

Als Kind hat es mir meine Oma beigebracht – geduldig, unermüdlich, liebevoll.

Ich stelle mein Fahrrad ab, mache mir einen Tee, suche in der unaufgeräumten Geschenkpapier-Bastelutensilien-Krams-Ecke nach Häkelnadel und Wolle, setze mich in die Küche an den nach wie vor ungeölten Tisch, und probiere in aller Ruhe und Stille herum, wie Rundhäkeln geht. Das Ergebnis ist wenig schön und zusätzlich auch noch unsymmetrisch, aber es war für mich genau das richtige für einen grauen, müden Montagnachmittag.

Prokrastination Ich möchte achtsamer sein mit meiner Energie.

Nach einer Stunde setze ich mich an meinen Schreibtisch und bereite in Rekordzeit die nächsten Materialien vor.

2 thoughts on “Prokrastination

  1. Renate says:

    Hallo Silke,
    das Häkeln in der Runde ist sehr gut gelungen, hätte ich nicht besser machen können. Also weiter so.
    Gruß Mama.

    1. Silke says:

      Ich danke Dir :)

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