O wie ist es kalt geworden und so traurig, öd und leer!

16. Januar 2016 2 Von Silke

Diese Woche war eine von jenen, die sich durch nichts Ungewöhnliches auszeichnen, aber trotzdem so vollgepackt scheinen, dass wir uns ausgelaugt ins Wochenende retten. Vielleicht war es auch das regnerische Wetter der letzten Tage: Egal in welche Himmelsrichtung man schaut, Grau in unterschiedlichsten Stärken und Intensitäten. Sehr beharrlich ist dieses Grau, zäh und hartnäckig.

Kieferorthopädie, Verabredungen, Physiotherapie, Klassenarbeiten für Hanne, viel Arbeit für den Allerliebsten. Neue Kurse für mich und gleichzeitig Verabschiedungen von „alten“. Über gute Vorsätze haben wir in einem Kurs heute gesprochen, weil wir uns das erste Mal seit Silvester wiedersahen und weil es ein gutes Thema für einen Konversationskurs ist. Keiner hatte welche – braucht man nicht, es läuft doch gut, so wie es ist, warum immer das Jahresende als Startpunkt sehen? – bis ich die zweite Frage stellte: Wann hast Du das letzte Mal etwas Neues gemacht?

 

Die Gespräche im Kopf habe ich Ella, die seit Tagen schwächelt, nach der Schule prompt mit Fieber abgeholt.

Die letzten Tage hat sie schlecht geschlafen, und dementsprechend auch wir. Manchmal stand einer von uns auf, schaute nach ihr und deckt sie wieder zu. Einige Male kletterte sie mitten in der Nacht zu uns ins Bett und/oder träumte Wildes und Beunruhigendes, das einzige wirksame Gegenmittel ganz enges Schmusen und viel, viel Körperkontakt.

Wir verbrachten den Nachmittag also auf der Couch. Gut, dass der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding läuft! Neben dem Anfeuern und Mitfiebern halten wir Ausschau nach Hannes Patentante Nike, die vor Ort anfeuert und mitfiebert.

Heute Morgen weckte eine bezopfte Ella mich mit der Aussage „Papa hat mir die Haare zusammengebunden, damit ich sie nicht ankotze“, legte sich mit einem Eimer auf die Couch und wird dort auch den heutigen Nachmittag verbringen. Das große Mädchen sucht lieber das Weite und hat sich für eine lange Übernachtung verabredet: Samstagsmittag hin, Sonntagsmittag zurück.

Das (krankheitsbedingte) ruhige, entspannte Wochenende ist im vollen Lauf. In meinem Hinterkopf nach wie vor die Frage, wann ich das letzte Mal etwas Neues gemacht habe.