Ein Kürbis auf dem Fahrrad

Heute wollten wir Rollerbladen und Fahradfahren üben.

Mit „wir“ meine ich ganz klar mich. Das kleine Kind hat mittlerweile eine Größe und Schwere erreicht, dass ich theoretisch keine Lust mehr habe, sie im Kindersitz mitzutransportieren – aber einerseits wohnen wir an einer vielbefahrenen Straße und Bremsenkönnen ist hier doppelt- und dreifach nötig (dicht gefolgt von Gradeausfahrenkönnen),

andererseits ist es einfach total praktisch. Kaum ein Morgen, an dem ich mit den beiden das Haus verlasse und mich nicht beeilen müsste. Dabei könnte Hanne eigentlich alleine fahren und ich mit Ellie dann langsamer hinterher. (Wenn da nicht dieser Grundschul-Eltern-Polizei-Fahrrad-Ausflug gewesen wäre, auf dem eindringlich und wiederholt darauf hingewiesen wurde, dass Kinder erst mit 12 überhaupt einschätzen können, wie schnell sich andere Verkehrsteilnehmer bewegen würden. Und was alles passieren kann. Andererseits – zurück macht sie es ja auch schon. Und souverän. Und überhaupt. Wie hieß nochmal dieser Ureinwohnerstamm, in dem den Kindern zuallererst Muthaben und Sichzutrauen mitgegeben wird? Kann ich da mal mitüben?)

Trotzdem ist es einfach praktisch. Helm auf das Kind, Kind auf das Fahrrad, trampeln. Wenn ich nachmittags beim Abholen dann aber 7 Gemälde, 3 beklebte Zahnpasta-/Kinder Country-/Tagescreme-Kartons, ein Holzgebilde vom Werkeln und ein honigvermatschtes Tshirt zusätzlich zum Kind auf meiner Leeze zu balancieren habe, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Es hilft also nichts, „wir“ müssen bremsen und gradeausfahren üben. Und weil ich keine Lust hatte, das alleine durchzuziehen, mussten die anderen beiden auch mit.

Hannes Rollerblades schwammen zwar im Keller herum, scheinen (im Gegensatz zu allen Schützern und Schonern) Quintia aber einigermaßen überstanden zu haben. Ellies Leeze stand in der Garage und musste geputzt werden.

Das hat so lange gedauert, dass wir erst noch Mittagessen machten.

Wegen des unbeständigen Wetters ging es heute lieber auf einem überdachten Parkplatz.

Der kleine Kürbis fährt mit „Tippel Tippel und Los“ an.

Hanne traut sich schon viel mehr zu, ist ohne Schoner aber deutlich vorsichtiger. Ellie kann alles, hat aber überhaupt keine Lust. Da muss ich einfach auf stur schalten und den Sozius verweigern (und früher aufstehen, der längeren Radelzeit wegen).

Außerdem muss ich jetzt mal meckern! Dieser kalte August ist wirklich unglücklich. Im Unwetter ist auch die Gastherme kaputtgegangen und ich – üblicherweise diejenige, die den ganzen Tag zu Hause ist – bin als erste davon genervt, dass wir seit Wochen keine Heizung mehr haben anmachen können. Wenn ich arbeite, sitze ich mit Schal und Decke am Schreibtisch – aber Versicherungsmühlen mahlen halt langsam.

 

 

 

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