Die hohe Kunst des Redens

In diesem Schuljahr habe ich beim OGS-Zettel angekreuzt, dass Hanne immer alleine gehen darf. In unserem Fall heißt das, dass sie nach der Betreuung selbständig zum Kindergarten geradelt kommt und wir uns immer um 16h da treffen.

Wenn sie sich verabreden möchte, muss sie trotzdem zum Kindergarten kommen und mir Bescheid geben – ist ja nicht weit. Ihren Vorschlag, stattdessen später vom Verabredungshaus auf meinem Handy anzurufen, wenn sie dort angekommen ist, haben wir durchdisktuiert, dann aber verworfen. Ich kenne meine Quatsch- und Trödeltante: Wenn sie mit ihren Freundinnen heimgeht, stehen Ellie und ich uns noch lange nach der Kindergartenschließungszeit die Beine in den Bauch.

Heute kam sie angehetzt, weil sie mit zu Emma wollte (und durfte).

Mit Emma lief es schon vor den Sommerferien nicht mehr rund. Zickereien, getuschelte Geheimnisse, Ausgrenzungen, mal die eine, mal die andere. Sicher gehört das dazu, trotzdem tut es weh, wenn grade das eigene Kind die A-Karte gezogen hat und leidet. Hanne, schon mit 4 diplomatisch („Papa, Deine Idee finde ich wirklich auch schön, aber…“), will reden. Ausdiskutieren.  Alle Seite beleuchten und dann zu einem möglichst für alle zufriedenstellenden Kompromiss kommen.

Als der erste Schultag näher rückte und sie nach 6einhalb Wochen Pause ihre Freundinnen wiedersehen würde, hat sie sich (und mich) gefragt, wie das werden würde.  Ich habe für uns 2 im „Kickerzimmer“ eine alte Tür aufgebockt, das 1000er-Puzzle geholt (wenn schon, denn schon!) und wir haben sortiert, angelegt, verworfen, Teile mit dem Bild auf der Schachtel verglichen – und geredet.

(Richtig weit sind wir nicht gekommen, aber eigentlich ging’s ja auch nicht um das Puzzle.)

Heute ging sie also mit zu Emma, nachdem diese sich entschuldigt hatte. Später, danach, haben wir noch ganz lange zusammen am Abendbrottisch gesessen und Hanne hat erzählt, was los war und den Tag  mit uns Revue passieren lassen.

 

Bei Ella läuft das (noch?) unkompliziert. Heute zu Besuch: Jano.

Erst ein Eis,

und dann Fußball.

Ella: „Also, ich bin Deutschland.“

Jano: „Und ich bin Bayern.“

und dann wurde nur noch gekickt, gerannt und gelacht, und nicht mehr geredet .

 

One thought on “Die hohe Kunst des Redens

  1. […] Am Nachmittag hat sich Ellie verabredet und ist letztendlich fast 5 Stunden unterwegs. Das tut ihr richtig gut. Das große Mädchen puzzelt. Ich mache mit, denn dabei kann man sich wunderbar unterhalten, oder beieinander sein. […]

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