Ich hab Dich gemisst

Ella wollte nicht im Kindergarten bleiben und hat bitterlich geweint, als ich ging.

Während ich sie mit Hanne nachmittags abholte, hab ich ihr davon erzählt und sie gefragt, ob sie noch weiß, dass es ihr früher fast jeden Tag so ging, aber sie schaute mich nur ungläubig an. Sicherlich nur, als sie noch klein war. 3, oder vielleicht 4. Bestimmt doch nicht mehr mit 5!?

Eigentlich geht das Verabschieden aber erst so richtig schmerzlos, seit sie in der Schule ist. Wenn sie die Gasse zur Schule einschlägt, konzentriert sie sich auf das was vor ihr liegt, schaut nicht mehr zurück und winkt wenn überhaupt einmal linkisch über die Schulter.

Ella stürmte auf mich zu, schlang ihre Arme um meinen Hals, roch nach Sonne und Sand und am Haar ein bisschen nach dem Baby, das sie mal war, und flüsterte: Ich hab Dich gemisst.

Den Nachmittag habe ich heute extra leise, langsam, kurz und völlig ohne Verabredungen geplant: Slackliner-gucken auf der Promenade, kurzer Stop auf dem Flugzeugspielplatz,

schon um 5 heim und um 6 mit viel Kuscheln ab ins Bett. Genau das, was die Mädchen (und ich) brauchten.

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