Ella liebt den Kindergarten.

Im Gegensatz zu Hanne, die die ganze Woche auf den Freitag Nachmittag hinarbeitet, weil sie dann ausschlafen und den Samstag im selbstbestimmten Rhythmus vertrödeln darf, findet Ella Wochenenden „doof“. Natürlich weil da kein Kindergarten ist. Aber es gibt eine Sache, die sie dort immens stört: sie ist die Kleinste, sowohl körperlich als auch vom Alter her. Vom nächstälteren Kind trennen sie gut 6 Monate, und das ist eine Menge, wenn man 2 ist (und somit zur Zeit auch noch das einzige Kind, das nur 2 Finger hochheben kann, wenn sich auf der Straße nette Omis runterbeugen und fragen: „Naaa? Du bist ja süüüß! Wie alt bist Duuu denn?“).

Mit Ellas Selbstbild lässt es sich gut vereinbaren, dass sie süß ist, aber nicht, dass sie klein ist. Oder gar kleiner als jemand anderes, wie zum Beispiel Ole. Oder Hanne. Oder Mama. Der einzige, dem sie das Größersein zugesteht, ist Papa. Deshalb freut sich sie auf den Sommer, denn dann kommen nicht nur drei 2jährige in den Kindergarten und sind kleiner, nein, sie hat auch Geburtstag und wird endlich, endlich 3. Sie wünscht sich ein Hochbett mit 9 Stufen und ein Skateboard.

Heute hat Ella mir ihren Schnuller entrüstet in die Hand gedrückt und gesagt: „Den brauch ich nicht. Ich bin doch schon groß!“ Und dann schlief sie ohne.

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