Babytage

Hanne ist noch im Großeltern-Urlaub: Ella und ich haben einen ganz anderen Rhythmus als sonst. Ich hab ganz gut in die Zeit der „Babytage“ zurückgefunden, in der niemand in den Kindergarten gebracht oder abgeholt werden muss, in der es keine Nachmittagsverabredungen und Kurse und Kinderaktivitäten gibt. Und in der Ellas Essens- und Schlafzeiten sich um niemanden sonst drehen als um ihre ganz eigenen Bedürfnisse (aber, ich gebe es zu, manchmal muss sie sich dem WM-Spielplan unterordnen).

Wir trödeln, vor allem morgens. Wir spielen „Geben und Nehmen“ („Dankeschön, bitteschön“), „wo ist die Ella? Daaaaaa ist die Ella!“ und gehen einfach so spazieren, ohne Ziel und ohne auf die Uhr zu schauen, und machen spontan für länger am Spielplatz halt. Wir lernen Menschen kennen, die auch nur Babies haben. Ich lasse sie viel alleine machen, in ihrem Tempo. Sie probiert Stöckchen, Steine, Sand. Blätter. Sand. Förmchen. Noch mehr Sand. Ich denke mir, dass sie irgendwann schon einssieht, dass Sand nicht schmeckt.

Und das stolze, 8zahnige Lächeln über das ganze Gesicht, das sie mir zuwarf, als sie es mit viel Ach und Krach über die kleine Kante am anderen Ende des Sandkastens geschafft hatte, war herzzerreißend schön.

Dann hat sie sich umgedreht, ist die Kante heruntergerutscht und kam zurück zu mir.

Und abends, bevor Hanne ins Bett geht, telefonieren wir mit ihr. Gestern Abend hat sie gesagt, dass sie nach Hause will, aber heute denkt sie, dass sie es bis Donnerstag schafft. Ich denke das auch, genieße die Tage als Babymutter und zähle die Stunden, bis ich meine Große wiederhab.

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