Auf in die Welt

Um 10h sind wir in Hannes Zimmer verabredet, um die übriggebliebenen Baustellen von ihrem Fenstereinbau zu beseitigen.

Danach trifft sich sich mit einer Freundin in der Schule zum Besuch der Messe „Auf in die Welt“ und informiert sich über Schüleraustausche, Gap Years, Freiwilligendienste und Praktika. Heute hoch im Kurs: Ecuador und Nordirland.

[Bild ohne Menschen, danke, Kind!]

Am Nachmittag drehe ich eine sonnige Runde mit der liebsten Fastnachbarin.

Wir sind genau richtig unterwegs um die Heißluftballons zu beobachten, die dieses Jahr wegen #deraktuellensituation von einem geheimen Platz aus starten.

Vor 2 Jahren haben wir uns das Ballonglühen aus der Nähe angeguckt.

Nimmerland, Froyo, Garten

Nichts hatte mich darauf vorbereitet, mit Kindern über 8 nochmal ins Indoorspielezentrum zu kommen, aber Ellie und ihre beste Freundin waren nostalgisch und hochmotiviert, und ich hatte angeboten zu fahren. Zu fahren. Nicht, dazubleiben, aber Kinder dürfen nicht ohne Begleitperson da sein (und Menschen über 18 nicht ohne Kind).

Frisch getestet und mit viel Wasser und Proviant ausgestattet holen wir M um halb 10 ab, sind um 10 da, bekommen einen Tisch zugewiesen. Die beiden zogen die Schuhe aus und weg waren sie.

Bis wir um 17h gefahren sind, habe ich 1,5 Bücher ausgelesen, meine noise canceling Kopfhörer mit Podcasts lehrgehört, eine Zeitschrift durchblättert und mich darüber gefreut, dass ich mit niemandem ins Bällebad musste. Die beiden Mädchen waren insgesamt nur knapp 20 Minuten bei mir und sonst immer unterwegs und von Besuch zu Besuch schwitziger und durstiger.

In der Zwischenzeit malt Hanne die Ersatztasse nochmal nach und backt sie im Ofen auf. Durch’s Spülen ist sie schon ziemlich abgewaschen.

Danach radelt sie in die Stadt und trifft sich mit Freund:innen beim Froyoladen, lange Schlange inklusive.

Und während ich nur rumsitze, schickt der Weltbeste ein Beweisfoto seines gartenarbeitverschwitzten Tshirts.

Abends ist Hanne woanders, ich bei den besten Fastnachbarn, Christoph und Ellie machen sich einen schönen Abend (jedenfalls bis sie auf der Couch einschläft).

In der Stadt

Ellie und ich radeln mittags in die Stadt. Über die Plattform Doctolib habe ich für sie einen Impftermin ergattert, nun, da sie 12 ist. Allerdings sind in der Praxis alle völlig verwundert darüber, werden keine Impfung vornehmen und schicken uns wieder weg.

Wir werden also am Wochenende zum „Open House“ für 12-15jährige in der Halle Münsterland gehen und kümmern uns heute um anderes. Wir gehen in den dm und danach in die Apotheke, die QR-Codes anhand des Impfausweises erstellt. Ich gebe meinen Impfausweis ab. Die Erstellung der QR-Codes dauert mindestens eine halbe Stunde, aber das ist besser als vor einigen Tagen, da hieß es noch, dass sie mindestens 2 Stunden brauchen würden. Die halbe Stunde überbrücken wir locker, denn direkt um die Ecke ist die Bücherei, an der wir die Leezen geparkt haben. Wir hatten ohnehin vor, als letzten Stopp in die Bücherei zu gehen, weil sie im Lockdown das Untergeschoss mit der Kinder- und Jugendbibliothek neu gestaltet haben. Das wollen wir uns angucken.

Ella bekommt einen Korb, ich bin ihre +1.

Wir finden uns noch nicht wirklich zurecht, nehmen aber einige Bücher und Spiele mit. Anschließend holen wir meine Codes in der Apotheke und radeln heim.

Mittagessen auf der Terrasse: Sonne, Lesen, neue Spiele testen.

Neue Pässe

Gleich 2 Termine haben wir für heute beim Bürgeramt in der Innenstadt gebucht: die Ausweise der Mädchen laufen Ende des Monats ab. Leider haben wir keine aufeinanderfolgenden Zeitfenster bekommen, daher begleitet Christoph Hanne mittags zum Amt, während ich Ellie nach ihrer Ferienbetreuung um 3 abhole und wir von dort aus direkt in die Stadt radeln.

Die Mädchen werden im Fotoautomaten biometrische Bilder machen müssen. Alle anderen Dokumente und die notwendigen Unterlagen- Geburtsurkunden, aktuelle Pässe, Unterschrift uns Ausweis des abwesenden Elter, etc. – habe ich rausgesucht oder ausgedruckt, unterschrieben und zusammengepackt.

Hanne hätte alles selber regeln können, weil sie 16 ist. Diese Information hab ich wohl irgendwie überlesen.

Als ich Ellie abhole, verabschiedet sie sich von den anderen Kindern und klagt über Halsschmerzen. Wir radeln trotzdem zum Amt. Das Wetter ist usselig, daher parken wir die Leezen vorsichtshalber unter einem Bogen.

Dieses Mal ist sie alt genug, um vom Reisepass auf den Personalausweis umzusteigen und um sich im Fotoautomaten selbst aufrecht zu halten. Durch die Terminbuchung dauert die gesamte Prozedur nur 15 Minuten, eine erhebliche Verbesserung zum Warteschlangensystem der früheren Zeiten.

Als wir fertig sind, versinkt die Welt draußen in einem Sturzregen, der so bald nicht aufhören soll. Stellt sich die Frage, ob wir die 10 Minuten nach Hause radeln oder 45 Minuten im Bürgeramt darauf warten, dass es aufhört.

Wir beschließen alles so wasserdicht wie möglich einzupacken und den Weg zu wagen. Wir sind schon nach 100 Metern nass bis runter zu den Socken. Zu Hause springen wir direkt unter die heißen Duschen, kuscheln uns auf die Couch, und am Abend ist klar, dass die Ferienbetreuungswoche für Ellie vorbei ist: sie hustet wild und anhaltend und wird warm.

Es ist einfach nur heiß. Die Finger kleben an der Tastatur, das Tshirt am Rücken, die Babyhaare im Nacken. Man schwitzt ohne sich zu bewegen. Drinnen ist es noch schlimmer als draußen, daher sitzen wir gemeinschaftlich auf der Terrasse und arbeiten / lernen.

Trotzdem fahren sich die Stadtradeln-Kilometer ja nicht von selbst zusammen. Heute wird es eine kleinere Runde (15km), mit längerer Wasserpause am Aasee.

Den Samstag genießen

Ist das warm! Am Vormittag passiert irgendwie nichts, alle pröddeln und tun ihr eigenes Ding. Das ist schön, das läuft gut so.

Hanne ist mit Freundinnen auf der Promenade und schickt Baumbilder. Sie hat den Sommer so herbeigesehnt, weil dann das Freundetreffen im Park viel entspannter klappt. Ich gönn es ihr von Herzen.

Am Nachmittag bricht zu Hause plötzlich Aktionismus aus:

Christoph schmirgelt den Terrassentisch ab und lasiert.

Dann hat er noch einen halben Topf Lasur übrig und verwendet den auf die beiden neuen Palletten. Die alten gehen langsam aus dem Leim und sollten ausgetauscht werden.

Ellie und ich radeln in die Stadt. Seitdem mein Haustürschlüssel im Schloss abbrach, leihe ich mir immer einen von den anderen aus. Das ging problemlos, wir sind ja eh fast immer da, oder wenigstens eine:r von uns. Aber einen eigenen zu haben ist auch nicht schlecht, und auf meiner „Machen!“-Liste klebt das Schlüssel-Post-It schon sehr lange, und die Sonne scheint, und Ellie will ein Eis, und außerdem darf man jetzt wieder in die Stadtbücherei und vielleicht ein gutes neues Spiel für den Abend ausleihen ….. wir schwingen uns auf’s Rad, parken an der Bücherei und schlagen uns erstmal zum Schlüsselmann durch. Wegen all der Menschen gibt’s nur Bilder von schmalen Himmelsstreifen zwischen alten Häusern:

Am Ende hab ich meinen nachgemachten Schlüssel, aber kein Eis für Ellie (die Schlangen waren uns deutlich zu lang), dafür haben wir eine neue Hose und einen Pulli für sie gefunden (aber nur, weil sie sich nicht an der Umkleide hat anstellen müssen). Die Stadtbücherei hatte schon zu, als wir wieder zurück zu den Leeezen gingen: Anfängerfehler, samstags ja nur bis 16 Uhr. Dann gibt’s kein Spiel, aber dafür einen gemütlichen gemeinsam Abend. Auch gut.

Pfingstmontag

Hanne hat gestern Nachmittag Besuch bekommen.

Alle sind wundervoll aufgeregt und haben sich viel zu erzählen, die Zelte bleiben 2 Nächte stehen. Jedes Mädchen hat ein eigenes: nur so durften alle 3 Freundinnen zu Besuch kommen und auch hier übernachten.

Christoph, Ellie und ich lassen die Teenager zurück und machen eine Radtour durch die Rieselfelder, bevor es regnen soll. Am Ende waren es 21,21km.

Am Abend bestellen wir Pizza und die Zelttruppe Chinesisch und sitzt ums Feuer (aber bei Weitem nicht so lange wie gestern).

Muttertag

Die Mädchen flüstern miteinander im Flur, als sie sich um kurz nach 8 aufmachen um Brötchen für’s gemeinsame Frühstück zu holen.

Um 9 darf ich aufstehen. Der Terrassentisch ist gedeckt, es gibt frischen heißen Kaffee, natürlich Brötchen, und Umarmungen. Wir sprechen über den Tag, sitzen in der Sonne, lesen Zeitung und Prospekte. Es wird heiß, wir spannen das Sonnensegel von Hannes Balkon zur Garage, weil der Sonnenschirm nicht mehr aufmachbar ist.

Hanne geht mittags mit ihrer +1 durch den Nordpark und tankt noch mehr Sonne. Als sie wiederkommt, hüpfen wir ins heiße Auto und fahren zum Kunstgarten Lauheide.

Man soll ja ab und an einen Ort fahren, an dem man noch nie war.

Wir schlendern ungefähr eine Stunde durch den Garten und sind so gut wie alleine, wundervoll.

Dann sind wir schwitzig und warm und haben für den Nachmittag genug unternommen. Man ist ja nichts mehr gewohnt!

Maifeiertag

Ungerecht, dass er auf einen Samstag fällt, finden die Mädchen. Ich finde das auch, einer 4-Tage-Woche kann ich grundsätzlich viel abgewinnen.

Heute fühlt sich alles an wie ein Sonntag, und hier passieren trotzdem Dinge:

Das Fenster und die Balkontür für Hannes Zimmer sind da und warten in der Garage auf ihren Einbau.

Wir bekommen einen 1x1x1m großen Regenauffangbehälter, der über die Garage in den Garten gehievt werden muss, weil er nicht durch die Tür passt. Den Platz dafür hatte Christoph schon vorbereitet.

Wir haben vor, das Regenwasser von der Garage in den Behälter zu leiten; zusätzlich wird das Regenfallrohr angezapft.

Kind2 genießt die Sonne.

Spaziergang: nicht nur in Bonn gibt es Kirschblüten!

Im Gewächshaus geht’s ordentlich voran.

Spielerunde am Abend.