Überall Zeug

Im Homeoffice zu sein bedeutet neben all den Aufs und Abs auch, dass Christoph zwischen zwei Telkos schon mal die erste Lage weiß über die dunkelrote Wand in Ellies Zimmer streicht und, während sie trocknet, den Pinsel fallenlassen und an den Schreibtisch zurückkehren kann.

Am Nachmittag räumen wir auf und um, denn wir bekommen am Wochenende Besuch, für den das Gästebett im Gästezimmer bestenfalls auch ohne Klettertouren erreichbar ist. Wir haben einfach zu viele Sachen.

Der große Kleiderschrank überlebt den nächsten Transport und steht jetzt im Gästezimmer. Mit Zeug drin.

Noch mehr Zeug steht im Zimmer davor. Das muss jetzt erstmal so bleiben. Damit sich niemand was bricht, haben wir immerhin eine Schneise geschlagen.

Das alte-neue Gästezimmer, mit Zeug.

Ellie und ich fahren einkaufen, denn morgen ist ja Feiertag und wir könnten ja verhungern. (Gut, wir kaufen Pizza für den Abend und dringend benötigtes Obst und Gemüse für die nächsten Tage, und Kaffee und Milch und das war dann irgendwie schon wichtig…)

Hanne verabschiedet sich zu ihrer +1 und wir anderen fallen mit müden Füßen auf die Couch. Die Serie für uns 3 ist White Collar. [Wir haben Serien für alle denkbaren Familienkombinationen, zur Zeit so: gucken Christoph und Hanne Blacklist, Hanne und ich The Last Ship, Ella und ich Miss Fisher oder Once Upon a Time, Christoph und Ella Community College, Christoph und ich kürzlich Beforeigners wie alle Menschen in Deutschland, wir alle zusammen Chuck und Flash Forward und ab und an Das groooße Backen mit X-Bein und O-Bein.]

Dunkelgrau

Wir machen in Ellies altem-neuem Zimmer weiter.

Ellie verspachelt wirklich gerne und gut.

Christoph und Ellie streichen, Hanne und ich lernen und arbeiten.

Okay, das sieht wirklich phänomenal dramatisch aus!

Am Abend schieben wir das Bett nach dem Trocknen der Wand wieder ans Fenster. Ob das Bett da stehenbleiben wird, sehen wir im Laufe der weiteren Umgestaltung.

Christoph läuft noch eine Alleinerunde.

Samstag

Alle schlafen aus, das ist schon mal ein feiner Start .

Ich finde einen alten Wichtelzettel. In der Schule kann man jemand anderem am 6. Dezember eine Nachricht und einen Schokonikolaus zukommen lassen. Wahrscheinlich war der hier von 2020?

Heute haben wir alle irgendwas zu tun, zum Beispiel oben den Zimmertausch voranzutreiben.

Christoph baut Ellies aktuelles Bett auseinander und sucht sich alte/neue Teile zusammen: das neue Bett soll halbhoch werden.

Hanne arbeitet an ihrem 3-Minuten-Video für Englisch: „The Future I Want“.

Anlehnen sollen sie sich an Brittany Trilfords Video. Wie man sieht, geht’s Hanne um equality/fairness und education. Sie arbeitet viel mit dem Frauenatlas, der schon fast Eselsohren hat.

Ella und ich treffen jeweils einen anderen Menschen. Draußen. Dürfen wir das? 2 von uns sind unter 14, 2 nicht. Ich blick nicht mehr durch, aber wir halten penibel Abstand.

Wir großen Menschen lassen die kleineren zurück und gehen eine Stunde am Wasser entlang. Die Sonne kommt raus. Ich bekomme einen Sonnenbrand im Gesicht.

Gar nicht verstehe ich, wenn man da, wo Kinder spielen, so viele Bierflaschenscherben liegen lassen kann.

Als wir wiederkommen, ist das Bett schon ein ganzes Stück weiter.

Ellie und ich buchen kurzerhand einen Termin im Hornbach, um Wandfarbe zu kaufen. Das geht ganz problemlos und im Laden ist sehr wenig los.

Ella sucht sich das Grau aus, das ein My heller ist als Schwarz. Die nette Farbmischfrau und ich gucken uns verstohlen an, aber gewünscht ist gewünscht und im eigenen Zimmer dürfen die Kinder sich genau so ausleben, wonach ihnen ist. [Sie müssen nur beim Streichen und allen anderen Arbeiten helfen.]

Die erste Farbe in diesem Zimmer war Orchidee, die Wand wurde dann wieder weiß (und eine andere dunkelrot) und nun wird sie halt dunkelgrau.

Heute streichen wir noch nicht, aber am Abend steht das Bett provisorisch, und das Mädchen freut sich arg.

Donnerstagsschnipsel

Ella ist heute in der Schule und rendert.

In Christophs Büro: Kaktus und Orchidee blühen.

Im Garten:

ein neuer Hibiskus, blauer Himmel

Holz, Navyblue

Christoph und sein Vater machen den Tag über Holz.

Ellie und ich streichen die dem Fenster gegenüben liegende Wand navyblue. Dabei unterhalten wir uns darüber, dass sie eigentlich gerne wieder in ihr altes Zimmer ziehen würde, wo es kühler und ruhiger ist, weil zum Garten liegend. Geht klar, die blaue Wand macht sich ja auch im Gästezimmer gut.

Am Abend kommt Christoph heim nach Münster.

Schnee!

Am Nachmittag werden wir nach Hause fahren, denn trotz Homeschooling und Home Office können wir aufgrund der noch schwachen Internetverbindung hier nicht alle gemeinsam online sein und vernünftig Videokonferenzen machen – sonst wäre das ein netter Nebeneffekt der Pandemie: Schule von wo-auch-immer!

Vormittags spielen Ellie und ich Badminton, allerdings ist es unten im Garten zu windig. Schließlich spielen wir neben dem Haus, Ella oben auf der Treppe und ich unten.

Bevor wir uns auf dem Weg nach Münster machen, legen wir einen Zwischenstopp ein und machen einen mit Opa einen Sonnenspaziergang am Albrechtsplatz (wie hier vor 3 Jahren).

Beim Parken fahre ich eine Katsche in die Stoßstange vorne, da lag wohl ein Stein. Sehr egal, das Auto fährt ja noch und ist eh ausgelöst und unseres.

Je höher wir kommen, desto mehr Schnee liegt herum.

Wir stapfen ein bisschen durch den Schnee und drehen schließlich um. Nach einer guten Stunde sind wir wieder am Parkplatz und verabschieden uns. Für uns geht’s in Richtung Münster und Opa fährt in die andere Richtung nach Hause.

Lichtschalter und Seefahrer

Die Woche war lang und voll und wir sind alle froh über das Wochenende. Die Mädchen vermissen diese Woche Kontakt zu Freunden ganz besonders, vielleicht ist es das trübe Wetter. Einen Vorwurf kann ich ihnen nicht machen.

Heute bekommen wir tatkräftigen Besuch, spielen und bekommen mehr Licht und eine Steckdose im oberen Badezimmer – fantastisch!

Eine Dusche, eine Dusche

Mit Duschwänden und zwei Möglichkeiten, aus denen das Wasser herausprasseln darf.

Ellie hat sich heute mit einer Freundin verabredet, die haben wir kaum gesehen. Vor lauter Freude über den erfolgreich-aktiven Tag gibt’s abends erstmal Hannes selbstgemachte vegane Pizza (aka ohne Käse).

Weihnachtsbaum und eine frische Wandfarbe

Angesteckt von der diesjährigen Panikmache in Sachen Weihnachtsbaumkauf – „es gibt schon fast keine mehr!“ und „wir mussten mehrere Stellen abklappern!“ und „wir hatten Glück noch einen schönen zu bekommen!“ – machen wir uns spontan auf den Weg zur Gärtnerei um die Ecke.

Dort gibt es viele hübsche Bäume in unterschiedlichen Formen, Nadeln und Größen und sowieso die nettesten Ladenbesitzer im Viertel.

Zuhause stehen wir vor dem Problem, dass der Baum eigentlich nirgendwo hinkann, weil wir einen zusätzlichen Sessel im Wohnzimmer haben, und – langer Rede kurzer Sinn, da hatten wir ja auch einen kleinen Pott Petrol rumstehen, der auf eine Wand wartete, und wenn die Wand in Christophs Arbeitszimmer kurz gestrichen werden könnte, dann könnte danach der eine Schrank aus dem Wohnzimmer wieder hoch, und da wäre dann Platz für den Weihnachtsbaum ….

los geht’s.

Hannes Hände