Escape Room

Früh morgens kommt der Klempner des Vertrauens vorbei, denn beim Ausräumen des Kellerraums haben wir festgestellt, dass das Rohr der Hauptwasserleitung tropft. Besser mal jemanden gucken lassen, der sich auskennt.

Was sich erst unkompliziert anhörte – Wasser abstellen, Stück altes Rohr raus, Stück neues Rohr rein, Wasser anstellen, fertsch – war natürlich genau das nicht. Später mehr.

Erstmal hab ich einiges zu tun: Es gilt die bald anrollende Meute kulinarisch zu versorgen. Jeder Elter weiß: Satte Kinder sind ausgeglichenere Kinder als unsatte. Würstchen im Schlafrock, Wassermelone, Mini-Pizzen, Tomaten, Gurken mundgerecht vorbereiten, Tisch decken.

Die Girlande hatte Hanne gestern schon angebracht.

Für heute hat sie sich direkt nach der Schule zu einer Freundin verabredet und übernachtet auch da. So entkommt sie dem gesamten Chaos. Schlaues Kind.

Das Wasser wird wieder angestellt, alles scheint prima. Sie Spülmaschine surrt zufrieden, schönstes Geräusch der Küche. Christoph, Zeugnis seiner Liebe zu mir, kommt schon mittags heim und springt direkt ins Geschehen. Weltbester!

Wir wundern uns gemeinsam über die vielen Flugzeuge, die wieder unterwegs sind.

Um viertel vor 2 kommt Ellie mit den 4 Mädchen, die zu weit weg wohnen um noch nach Hause zu fahren, aus der Schule. Die anderen trudeln langsam ein. Sie essen und verschwinden nach oben zur Geschenkeübergabe.

Für den Escape Room haben wir 2 Gruppen gebildet und eine Zeitvorgabe von 75 Minuten gegeben. Eine Hälfte rätselt im Keller, die andere Hälfte auf der Terrasse. Mithilfe von erspielten Batterien können sie per Walkie Talkies kommunizieren und müssen zusammenarbeiten, um die Gruppe vor Ablauf der Zeit aus dem Keller zu befreien.

Einige Mädchen sind auf Zack und haben Spaß daran zu knobeln, zu kombinieren, Codes zu knacken und das Spiel gut mitzutragen. Andere machen lieber Entenschnabel-Selfies oder filmen sich dabei, wie sie gespielt verzweifelt an der Tür rütteln. Nach einer Stunde resp. ziemlich genau 75 Minuten sind alle Kinder mit etwas Hilfe von uns erfolgreich befreit und haben gemeinsam das Spiel besiegt. Siegerposen-Selfie!

Fazit: Einige Rätsel gingen gut, andere waren komplizierter, und da noch keines der Mädchen jemals EXIT oder Breakout gespielt hatte, mussten wir doch einiges mehr erklären als geplant. Am Ende aber sind alle irgendwie stolz auf sich, oder jedenfalls froh irgendwie gewonnen zu haben. Ich bin froh, dass alles irgendwie geklappt hat.

Die Mädchen spielen im Garten, dann gibt es Essen und kurz darauf wird im 2-Minuten-Takt abgeholt. Eine Freundin bleibt spontan zum Schlafen hier. Die beiden bauen sich in Ellies Zimmer eine riesige Liegefläche, nehmen das Tablet mit hoch und werden nicht mehr gesehen.

Christoph und ich legen die Füße hoch, essen Geburtstagsreste und prosten uns zu. Geschafft.

Im September gibt es hier den nächsten Geburtstag. Christoph wünscht sich einen selbstgemachten Escape Room von mir.

Mein lieber Ehemann: I would do anything for love, but I won’t. Do. That.

Feiervorbereitung

Morgen feiert das kleine Mädchen ihren Sommerferiengeburtstag mit den Schulfreundinnen nach. Ella hat sich einen Escape Room Geburtstag gewünscht. Da man in dem Alter noch nicht an einem richtigen teilnehmen darf, haben wir kurzerhand (und unbedarft) versprochen, selber einen ein- und herzurichten.

Der physische Raum an sich war nicht das Problem, sondern das Spiel an sich: Christoph und ich haben quasi die gesamte Woche daran gearbeitet. Sollte das Kind jemals daran zweifeln, dass wir sie unvorstellbar lieben, werde ich genüsslich an diese Woche erinnern: es war purer Stress für mich, und zwar nur die Vorbereitung des Escape Rooms.

Eine dicke Ladung grissini-Schoko-Streusel, mehr als beim letzten Mal? Kein Thema!

Einen Kellerraum ausräumen und dekorieren? Mit links!

Hanne backt humpelnd noch 1x Zitronenmuffins und einen Schokokuchen, während Christoph alles im Griff hat und ich innerlich wimmere und auf den Arm will.

Gegen halb 11 sind wir fertig. Den Rest – Tisch decken, dekorieren, etc. – kann ich morgen früh erledigen.

Offen

Es ist warm, es ist schön, es ist Sonntag, wir sind uns selbst genug.

Ella experimentiert mit Seife.

Hanne schwimmt mit Menschen aus ihrer Klasse Stufe im Kanal.

Back to School

Der frühe Wecker am ersten Schultag ist wie immer einigermaßen schaffbar, auch wenn das frühe Aufstehen für 3/4 dieser Familie ein absoluter K[r]ampf ist. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass es am zweiten und dritten Tag schlimmer werden wird.

Dass alle um halb 8 aus der Tür sind, fühlt sich ungewohnt und schön und seltsam an, aber nach all den Monaten des fast permanenten Zusammenseins war das auch nicht anders zu erwarten. Nun also ein neuer Abschnitt, mit Maske im Klassenzimmer und auf dem gesamten Schulgelände, auch in der Pause.

Ellie freut sich auf ihre Klasse und Freunde, außerdem macht ihr das frühe Aufstehen sowieso nichts aus. Für Hanne fängt ein neuer Abschnitt an: seit heute ist sie in der Oberstufe und hat daher keinen Klassenverband und kein Klassenzimmer mehr, sondern Kurse. Den neuen Stundenplan bekommt die Stufe in einem Treffen in der Turnhalle ausgehändigt, der Unterricht beginnt sofort.

Beide Mädchen haben heute schon um kurz nach 1 frei. Wir essen gemeinsam zu Mittag, bewältigen nebenbei eine Flut von Informationen und Zetteln und beide haben viel zu erzählen: neue Lehrer*innen, neue Fächer, neue Mitschüler*innen, es ist alles sehr aufregend!

Mittlerweile kommen viele Informationen per eMail. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, als jedem Menschen drölf Zettel für die Postmappe auszudrucken, man kann man auch immer noch mal nachlesen, was man sich behalten sollte. Ich trage die ersten Elternabende in den Familienkalender ein.

Zusätzlich stellt sich heraus, dass wir heute nochmal los müssen: die Materialliste der Schulsachen abzuarbeiten war dieses Mal in den Ferien nicht möglich, weil es seitens der Schule keine gab – bis heute.

Wir bekommen nicht alles, was die Mädchen brauchen, aber das allermeiste. Für den Rest dieser Woche sind sie jedenfalls abgedeckt. Im Anschluss radeln Hanne und ich kurz noch in die Stadt und holen uns was Schnelles für’s Abendessen.

Apropos Betreuung: Morgen hat das kleine Mädchen um 11:15 hitzefrei. Sie bringt kurzerhand eine Freundin mit heim, denn wer bitte möchte das betreuungstechnisch jetzt schon wieder seinen Vorgesetzten erklären? Am zweiten Schultag?

Letzter Ferientag

Ellie räumt ihren Schulspind im Flur aus und ein, sortiert, schmeißt weg, packt die Tasche für morgen früh.

Der letzte Ferientag versorgt uns aber auch noch einmal mit Besuch: Mein Bruder und meine Schwägerin, die immer noch in Deutschland festsitzen, lassen sich morgen früh in Osnabrück auf Corona testen und können mit einem negativen Ergebnis nach Wochen wieder nach Hause fliegen. Schön, sie bei uns zu haben!

Alle paar Minuten pingelt mein Handy: Die Schule versendet Informationsemails im 5-Minuten-Takt, gut 12 Stunden vor Schulbeginn. Die meisten Anweisungen sind bis morgen früh umzusetzen: bringt dieses oder jenes dringend mit, nutzt nur diesen Eingang, …. Danke.

Hanne kommt spät zurück, sie ist mit Freundinnen und SUP am Silbersee in Haltern und hat den Tag in vollen Zügen ausgekostet. Sie ist fertig, müde, hungrig, sonnensatt und hat keine Lust morgen so früh aufzustehen.

Ellie liegt schließlich um 9 im Bett, Hanne um 10. Wir anderen sitzen noch eine Weile auf der Terrasse, essen, reden und trinken Bier und fliehen dann vor den Mücken.

Bummeln

Heute bin ich mit Ellie in der Stadt, wir wollen einige Sachen für den Schulstart besorgen. Wir parken an der Lambertikirche und machen uns auf den Weg, die Masken fröhlich am Handgelenk baumelnd.

Nach 2 Stunden sind wir zu Hause und bleiben da auch.

Da Informationen zu Schulstart und benötigten Materialien aus der Schule nur tröpfchenweise und sporadisch erfolgt, wenn überhaupt, konnten wir nur an der Grundausstattung arbeiten. Wer braucht schon aussagekräftige Informationen, die Schule fängt ja auch erst in 42 Stunden an.

Geburtstagsgrillen

Die Mädchen haben einen Kuchen gebacken.

Es gibt tatsächlich einen Jungspund in unserem Freundeskreis, der heute erst 40 wird!

Alles Liebe zum Geburtstag.

Im Kanal

In Köln wird man mit 4711 gedäuf, Menschen aus Münster schwimmen im Kanal – das ist seitens des Bundes zwar grundsätzlich nicht erlaubt, aber geduldet.

Hanne schwimmt und paddelt schon den gesamten Sommer über im Kanal herum, meistens am ruhigeren Samlandufer. Heute sind wir aber mit vielen lieben Menschen verabredet, denen auch so heiß ist, und fahren kurz nach Mittag in Richtung Nieberding. Es ist voll auf den Wiesenstreifen rechts und links des Kanals, ich finde zu voll, aber im Wasser ist es herrlich und die meisten sind eh stundenlang drin.

Ellie und ich sind in diesem Jahr gemeinsam das erste Mal im Kanal und fühlen uns nun auf echte Münster’sche Art getauft.

Es war herrlich! Um 6 sind wir zu Hause, gehen hübsch nacheinander duschen und genießen einen entspannten Samstagabend.

Der letzte Ferienfreitag

Die Nächte sind für alle unruhig, denn es ist viel zu heiß. Ich möchte nicht wissen, wie es dem Mieter unter’m Dach zur Zeit geht, denn auch schon bei den Mädchen im ersten Stock ist das Schlafen bestenfalls schwierig.

Hanne ist im Park verabredet, sie verabschiedet heute eine liebe Freundin, die morgen in ihr Auslandsjahr in den USA startet. Danach ist sie noch am und im Kanal und schläft schließlich woanders. Christoph muss arbeiten, Ellie und ich machen Dinge.

Wir spielen zum Beispiel Kubb (sie gewinnt jedes Mal).

Warum sie bei diesen Temperaturen Socken anhat? Das ist ganz Ella.

Wir bereiten eine Erfrischung vor.

Wir räumen, um uns besagte Erfrischung auch zu verdienen, ihr Schlafzimmer um. Draußen kann man es eh grade nicht mehr aushalten.

Schreibtisch raus, Bett woanders, Schrank woanders, Couch rein [nicht im Bild]. Bester Tag für Umräumaktionen. Vielleicht.

Wechsel

Die Sommerferien nähern sich ihrem Ende: Heute kommt das kleine Mädchen aus dem Großelternurlaub zurück. Der Austausch findet wie immer in der Mitte statt.

Wegen der vielen Baustellen auf beiden Seiten brauchen beide Parteien, die Großeltern und ich, statt einer Stunde jeweils gut anderthalb pro Strecke. Selten hab ich mich so über die Klimaanlage im Auto gefreut wie heute.

Vielen Dank für die schönen Tage!

Endlich wieder in Münster sind wir im Garten, denn im Haus ist es ähnlich warm wie draußen. Eine Freundin für Hanne kommt vorbei, die Mädchen und Christoph spielen Kubb, alle schwitzen.