Ein Wochenende mit Daisy

Eigentlich, so die Wetterberichte mit Unwetterwarnungen, hätte uns Tief Daisy dieses Wochenende so richtig heftig treffen sollen. Im Radio laufen halbstündlich mit ernster Stimme vorgetragene Gebote zur besonderen Vorsicht für NRW: In Münster hält sich das Ganze aber doch sehr in Grenzen, einzig das Eichhörnchen im Garten scheint mir verzweifelt genug, um vor dem (schändlicherweise vorhin noch leeren, nun natürlich gefüllten) Vogelhaus stoisch auf weitere Nüsse zu warten. Und sich dabei einschneien zu lassen.

Hanne, etwas erkältet, hat dieses Wochenende bis jetzt ganz ruhig verbracht. Gestern vormittag habe ich ein 1000er Puzzle ausgepackt und Hanne schleicht immer wieder drumherum und legt weitere Teile zusammen. Natürlich ist es ein Gesamtfamilienprojekt und wir kommen gut voran, auch wenn mittlerweile der ganze Wohnzimmertisch belegt ist. Und gestern Nachmittag/Abend war Cathy da.

Mehr Schnee

„Diese Woche soll es noch mehr Schnee geben“, sagte ich heute morgen auf dem Weg zum Kindergarten.

„Noch mehr?! Ist es nicht langsam mal genug?“

Und dann musste ich ihr erklären, warum ein neues Jahr keine neue Jahreszeit bedeutet und es immer noch Winter ist.

Der Schnee ist so pudrig, dass jede Kastanie ihr eigenes Schneemützchen hat.

Ruhige Tage zwischen den Jahren

Nachdem es beiden Mädels jetzt wieder einigermaßen gut geht, hat es Christoph und mich erwischt – typische Erkältungsbegleiterscheinungen wie Hals-, Glieder- und Kopfschmerzen, Temperatur, etc. Und wieder mal bin ich froh darüber, dass Hanne so gerne ruhig spielt. Mit einer Engelsgeduld puzzelt sie zum Beispiel vor sich hin. Und das hier hat sie gestern vollbracht:

Es gibt eine Stadt (Bonn, aus mir unerfindlichen Gründen), einen Dinosaurierstall, einen Normaletierestall, einen Hafen, einen Leuchtturm und natürlich Bewohner

Ellas Augen schwanken zwischen eindeutig blau und eindeutig blau-grün. Unten ist der Gaumen ganz hart und sie sabbert leidenschaftlich vor sich hin – die ersten Zähne lassen wohl nicht mehr lange auf sich warten. Das Essen klappt schon sehr gut, besser festeres Breizeug als flüssige Obstmatsche. Sie ist fast immer guter Laune und findet Hanne immens spannend. Alles, was die Große macht, wird beobachtet und toll gefunden. Hanne ist geduldig, liebevoll und ab und an rabiat.

Am Abend haben wir dann noch eine Runde durch die Stadt gedreht. Wahrscheinlich nerven die Münsterbilder schon leicht, und ich entschuldige mich, aber es ist einfach schön hier!

typisch Familie

Gestern Nachmittag sind wir 4 spazierengegangen und haben uns damit fein säuberlich und nahtlos in all die anderen Familien (in welcher Konstellation auch immer) eingereiht, die den 2. Weihnachtstag-Spaziergang „einmal um die Promenade“ begangen haben. Der Schnee ist leider schon geschmolzen.

Hanne ist leicht krank, mag nicht so richtig essen, ist warm und schlapp und schmusig. Sie stand die ganze Zeit auf dem Kiddyboard und war am Ende so müde, als wäre sie die 4,5km gejoggt. Zu Hause haben wir nur noch gepuzzelt und ruhig gespielt; sie wollte unbedingt noch das Sandmännchen gucken und musste sich sichtbar zwingen bis 19h wach zu bleiben. Geholfen hat Sissi mit Romy Schneider. Ganz Mädchen wollte Hanne das ganz dringend gucken, weil „die ja so schöne Kleider anhaben“. So viel Sissi hab ich noch nie gesehen – 30 Minuten absolute Langeweile, bis das Sandmännchen endlich anfing.

Vor dem Schloss: Nur noch kleine Bäumchen nach Kyrill, für mich sieht es immer noch sehr nackig aus. Hanne kennt den Weg nur so (und war damals ohnehin grade alleine in G)

Ellas erster Winter

Gestern Nachmittag, kurz vor Dämmerung, sind wir 4 Schlittenfahren gegangen. Bin ich froh, dass meine Eltern schon im Oktober unseren alten Holzschlitten mitgebracht haben (auf dem „THOMAS SP“ steht)! Heute früh habe ich Hanne mit dem Schlitten auch zum KiGa gezogen, sie gehen am gleichen Minihügel Schlittenfahren wie wir gestern.

Weihnachtspäckchen

Alle Kinder im Kiga nehmen an der Weihnachtsaktion der Münster Tafel für bedürftige Familien in und um Münster teil. Dazu verpacken sie jeweils 2, 3 kleine Spielzeugdinge und einige Süßigkeiten und spenden sie an ein anderes Kind aus Münster. Hanne hat diese Sache sehr lange beschäftigt. Warum bekommt ein anderes Mädchen aus Münster sonst vielleicht keine Geschenke? Hat der Weihnachtsmann das Mädchen vergessen, und das Christkind auch? Und hat das Mädchen keine Eltern? Welches Mädchen bekommt Hannes Paket? Wie wohnt das Mädchen, dass Hannes Paket bekommt? Ist das Mädchen wie Momo, denn Momo hat keine Eltern und wohnt in einem Keller?

Das ist ein sehr schwieriges Konzept für 4jährige, und ich bin nicht sicher, ob ich immer die richtigen Worte gefunden habe. Aber ich bin immens stolz, dass sie das Paket sehr sorgsam und mit Bedacht gepackt hat mit der Intention, dass sich das andere Mädchen dann ganz sicher sehr freut.

24h ohne die Kinder

Da Christoph und ich beide auf die Weihnachtsfeier vom Büro gehen wollten (schön war’s! Bis 4h30 waren wir lange nicht mehr weg. Heim sind wir dann mit 4 erwichtelten und 2 geschenkten Tassen, 2 Baguettes und einem Meter Lebkuchen. Ja. Einem Meter Lebkuchen.), haben wir Ella und Hanne übers Wochenende nach S. gebracht. Genau in diesem Augenblick sind wir 24h ohne die Mädels und ich kann es kaum erwarten, dass sie wieder nach Münster kommen. Obwohl es wirklich toll ist auf Parties zu gehen und auszuschlafen – Nichtelter zu sein kann und will ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen.

Karussell – letztes Jahr, dieses Jahr

Wir 4 Frauen waren heute unter anderem auch auf dem Weihnachtsmarkt, und natürlich wollte und durfte Hanne Karusselfahren. Die Faszination erschließt sich mir nicht ganz, aber ich bin ja auch nicht mehr 4. Letztes Jahr waren wir auch da und es ging mir deutlich, deutlich schlechter. Ich war schwanger, aber nicht richtig – positiver Schwangerschaftstest, verwirrende Blutwerte. Verdacht auf Eileiterschwangerschaft. Dann ein Fruchtsack, aber kein Embryo. Tage später ein Embryo, aber kein Herzschlag. Eine Woche Bedenkzeit vor einer Ausschabung, in der Christoph und ich mit vielen Gesprächen schon mit der Schwangerschaft abgeschlossen hatten. Ein letzter Kontrollultraschall vor dem Termin für die Ausschabung – und der Herzschlag. Nicht nur der, sondern auch Kopf und Rumpf klar voneinander unterscheidbar, und ich war in der 7. SSW – ohne Garantie, dass alles regelgerecht weiterläuft und der Embryo keinen Schaden davontrug. Und der Rest der Schwangerschaft war ähnlich unschön, aber heute ist Ella 4 Monate alt (!) und ich stand am selben Karussell, habe Hanne wieder auf einem Pferdchen an mir vorbeiziehen sehen und war sehr, sehr glücklich. Und komplett.