Dinge zu erledigen

Während das kleine Mädchen den ganzen Tag beim Karate ist und abends ausgepowert, aber glücklich an uns ihre gelernten Schritte und Tritte ausprobiert, haben das große Kind und ich uns für die Stadt verabredet.

Hannes aktueller Lieblingsbeutel: Dr. Shrimp

Hannes erster Termin findet allerdings ohne mich statt: für ihr zweiwöchiges Praktikum in der neunten Klasse hat sie vor einiger Zeit eine eMail an einen nachhaltigen Einzelhandelsladen geschickt, der sie interessiert und hinter dessen Konzept sie steht. Hier soll sie sich heute vorstellen und bekommt sofort die Platzzusagen samt einiger wichtiger Informationen. Dass sie immer erst um 9h anfangen muss, ist ein extra-Bonus. Es ist ein schönes Gefühl für sie, sich darum alleine und mit genügend Zeitpuffer im Falle einer Absage gekümmert zu haben.

Hanne schreibt mir per whatsapp, dass sie schon fertig ist, und kurz danach treffen wir uns in der Stadt.

Erst geht es für sie zum Impfen, dann holen wir meine neue Brille ab. Alles geht sehr schnell, und so schlendern wir noch durch die Stadt auf der Suche nach einigen Kleinigkeiten für den 10. Geburtstag, der nächste Woche ansteht, und gehen, natürlich, zum Mittagessen beim Chinesen.

Wir sind ganz schön stolz, dass wir am zweiten Ferientag so aktiv waren und so viele Dinge von der To-Do-Liste haben abhaken können. Ein bisschen gegenseitig-auf-die-Schulter-klopfen könnte eventuell auch stattgefunden haben.

Später kommt die übliche Mädchengruppe bei uns vorbei, radelt ins Kino und übernachtet auf Matratzen auf Hannes Balkon.

Wieder ein Abschied

Heute ist der letzte Schultag in der Grundschule, und der Tag startet mit einem Gottestdienst. Die Kinder sind schon da, als ich kurz nach 8 mein Fahrrad an der Kirche abschließe. 10 Minuten später startet der Gottesdienst. In den Reihen sitzen erst die Schulkinder, und dahinter viele andere Mütter, Väter, Großeltern, Lehrerinnen, Betreuerinnen. Ella stellt sich auf Zehenspitzen, um ans Mikrofon zu bekommen, und liest einen Psalm. Ich bin überhaupt nicht textsicher, weine dafür aber auch nicht.

Nach dem Gottesdienst radeln und laufen wir in die Schule, denn in der Turnhalle gibt es noch ein Programm, in dem die Viertklässler verabschiedet werden. Die Schüler singen mehrere Lieder, es werden Blumen und Lob verteilt.

Danach geht es alles ganz schnell. In ihren Klassen holen die Kinder ihre Zeugnisse von den Klassenlehrerinnen ab, wir Eltern stehen auf dem Schulhof und warten. Die meisten Basteleien und Fotos hat Ella schon im Laufe der Woche nach und nach mit nach Hause genommen, heute hat sie nur noch Turnbeutel, Tonni, Jacke und Helm in der Hand. Sie drückt rechts und links noch ein paar Freunde, schließt die Leeze auf und findet es seltsam, aber nicht schlecht, ein letztes Mal vom Schulhof zu rollern.

Die Sommerferien können kommen! Und selbstverständlich läuten wir vier sie mit dem traditionellen Zeugnisessen ein.

Das Powerpoint-Problem

Seit das große Mädchen in der Klasse hinten sitzt, wurde es schwierig, die Powerpoints da vorne problemlos lesen zu können. Ein Besuch beim Augenarzt bestätigte: -0,5 und -1,0.

Ein halbes Jahres nach dem kleinen Mädchen hat sich Hanne heute eine neue Brille ausgesucht. Ende der Woche ist sie fertig, und die Vorfreude steigt. Mögliche Anpassungsprobleme damit, eine Brille anziehen zu müssen, werden absolut übertroffen von der Möglichkeit, dann die Augen nicht mehr zusammenkniepen zu müssen.

Und natürlich gehen wir anderen 3 mit zum Optiker!

Sandsteinmuseum

Es ist so heiß, das ist schon nicht mehr lustig. Nach draußen kann man sich gar nicht mehr begeben, deswegen fahren wir ins Sandsteinmuseum nach Havixbeck. Da waren wir noch nie – und sonst gehen wir uns in dieser Hitze zu Hause bloß alle sehr auf die Nerven.

Das Museum ist klein, aber sehr liebevoll gemacht.

Mit dem guten Gefühl, heute doch irgendwas gesehen zu haben, knautschen wir uns für den Rest des Tages im abgedunkelten, nach Süden liegenden Wohnzimmer auf die Couch und tun – nichts.

Ein Fest zum Abschied

Das kleine Mädchen wird nach den Sommerferien aufs Gymnasium wechseln, auf das auch die große Schwester geht. Zum Abschied gab es heute gemeinsames Grillen und eine Aufführung der Kinder, die sich nach 4 Jahren von ihren Lehrerinnen verabschiedet hatten. Im Piratenstück hatte die meisten Kinder eine kleine Rolle. Obwohl Ellie ihre 2 Sätze problemlos auswendig konnte, hat sie sie sich zur Sicherheit auf die Hand geschrieben.

Hanne, Christoph und ich verließen die aufgeregten Viertklässler, die geknubbelt in der Klasse schlafen würden und ihr Lager aufbauen gehen wollten, gegen 20 Uhr.

Jubiläum

Christophs Heimatdorf feiert seinen 700. Geburtstag, und alle Einwohner haben nach 3 Jahren Planung ein imponierendes Fest auf die Beine gestellt. Natürlich waren wir auch da, um uns das anzugucken und um Oma und Opa in Aktion zu erleben.

Am Samstag ist Ellie mit ihrer Cousine losgezogen. Die beiden hatten Dorftaler dabei, die sie für Eis, kleine Souvenirs, Essen und Trinken einsetzen konnten. Wir haben uns zu bestimmten Uhrzeiten immer mal wieder getroffen. Hanne hat sich alles mit uns angeguckt. Das Wetter war phänomenal, sonnige 25°, aber nach ein paar Stunden haben wir eine Pause im kühlen Haus gebraucht.

Am Abend gab es ein Konzert auf der Aktionsbühne, wobei sich aber erst die Kleinen und wenig später Hanne und ich verabschiedeten und Christoph im Kreise alter Schulfreunde zurückließen.

Sonntagmittag drehten wir noch eine Runde durchs Dorf, besuchten Oma und Opa an ihren Stationen und fuhren heim. Nach 4 freien Tagen geht es morgen wieder früh raus.

Fronleichnam

So ein Feiertag mitten in der Woche kommt grade recht! Das große Mädchen hat bei einer Freundin geschlafen und kommt erst spät am Nachmittag zurück. Das kleine Mädchen geht freiwillig Brötchen kaufen – angezogen ist sie eh schon – und wir frühstücken feist. Da wir aktuell auf ihren Wunsch ein Probeabo für die Zeitung haben, bringt sie sie mit rein und wir teilen: das Kind liest „aus aller Welt“ und die Kinderseite, ich lese alles außer Sport. Den Liebsten lassen wir ausschlafen und so verpröddeln wir den Vormittag. Wir essen zu dritt auf der Terrasse zu Mittag.

2qm Schmetterlingsblumen
ich weiß nicht, was es ist, aber ich mag es!

Später gehe ich noch kurz an den Rechner, denn irgendwas muss ja immer vorbereitet, nachbereitet, kopiert, ausgedruckt, organisiert oder beantwortet werden. Für das kleine Mädchen kommt eine Freundin zum Übernachten, morgen ist Brückentag in der Schule. Die beiden Kleinen verschwinden nach oben und werden nicht mehr gesehen. Kurz danach kommt das große Mädchen heim – sie war mit der Freundin und ihrer Familie noch beim Erdbeerfeld.

Lecker!

Kennenlern-Nachmittag

„Wenn ich nach Hause komme, bist Du aber schon fertig, oder?“ Das kleine Mädchen war schon morgens leicht nervös. Sie hasst es grundsätzlich zu spät zu sein und ist am liebsten als erste da, um in Ruhe anzukommen und die Lage zu sondieren.

Heute war es ihr besonders wichtig, und natürlich war ich fertig, als sie um viertel nach 3 um die Ecke bog und in die Garage rollerte: Die weiterführende Schule hatte zum Kennenlern-Nachmittag geladen. Die Kinder wurden einzeln aufgerufen und eingeteilt, konnten ihre Klassenlehrer, die anderen Schüler und ihren Klassenraum kennenlernen. Um viertel vor 4 haben wir uns mit der Großen am Haupteingang getroffen, die als moralische Unterstützung mitkommen wollte und direkt in der Schule blieb.

So konnte sie Insiderwissen über die Lehrer weitergeben und ich war als Jackenhalter abgemeldet. Am Ende war selbstverständlich alles gut: 2 Mädchen aus ihrer Klasse sind es auch weiterhin, dazu ist sie im selben Flügel untergebracht wie die große Schwester!

Am Ende sind die beiden nochmal den Weg vom Haupteingang zu ihren Klassen probegelaufen. Das werden sie ab den Sommerferien jeden Morgen gemeinsam machen, bis sich ihr Weg trennt.